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Finanzmarktsimulation mit Multiagentensystemen. Entwicklung eines methodischen Frameworks

von Michael Heun

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mh/Fragment 107 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:34:55 Kybot
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mh, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Unser 1999

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Lukaluka, Frangge, Graf Isolan, WiseWoman, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 107, Zeilen: 1-21
Quelle: Unser 1999
Seite(n): 132;133, Zeilen: 12-21; 1-15,101-111
[In den Noise Trader Modellen existiert in der Regel mindestens eine Gruppe rationaler Marktteilnehmer und mindestens eine Gruppe von Noise Tradern. Dadurch kann es für] die rationalen Akteure vorteilhaft und damit wieder rational sein, alternative Handelsstrategien als die fundamental orientierten in Betracht zu ziehen. In der Literatur werden in der Regel zwei unter der Nebenbedingung der Existenz von Noise Tradern als rational anzusehende Verhaltensweisen identifiziert:[FN 100]
  • Kurzfristig orientierte Handelsstrategien i.S. eines 'Front Running'. Dabei wird das irrationale Verhalten der Noise Trader von den rationalen Akteuren antizipiert und zur Erzielung von Gewinnen genutzt. Die rationalen Anleger haben somit an langfristiger Arbitrage durch das Erkennen von Fehlbewertungen, die eventuelle erst sehr langfristig korrigiert werden würden, kein primäres Interesse. Insbesondere verhindert die Existenz der Noise Trader eine risikolose Arbitrage.[FN 101]
  • Der Ansatz der Diversifikation wird ersetzt durch Stock Picking.[FN 102]

Im Gegensatz zu den Modellen der Neoklassik sind die beschriebenen Noise Trader Modelle in der Lage, einige der bereits betrachteten Phänomene realer Marktbeobachtungen zu erklären; dazu gehören insbesondere die Mean Reversion, die positive Autokorrelation von Aktienkursen, die Closed Fund-Prämie, Bubbles sowie die Overreaction auf neu auftretende Informationen.[FN 103] Weiterhin werden hier kurzfristige Zeiträume in den Fokus gerückt, so dass die in diesen Modellen vertretene Auffassung der Vorstellung vom Finanzmarkt als Schönheitswettbewerb nahe kommt.[FN 104] Auch wenn die Noise Trader Modelle zur Erklärung einiger Anomalien beitragen können und der Keynes'schen Auffassung damit zu einer theoretischen Fundierung verhelfen, bleibt kritisch zu bemerken, dass dennoch keine konsequente Integration verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse zu beobachten ist [und die Erklärungskraft methodisch lediglich ex post und ad hoc entwickelt wurde.]

[FN 100] Vgl. Unser (1999), S. 132f.

[FN 101] Vgl. Arrow (1982), S. 7; De Bond (1995), S. 9; De Long, Shleifer, Summers und Waldmann (1989); Heyl (1995), S. 180-183; Shleifer und Vishny (1990) sowie Trueman (1988). Kritisch zur Eindeutigkeit der Gleichgewichtslösung in diesen Modellen etwa Bhushan, Brown und Mello (1997). Die Grundidee, dass kurzfristige Orientierung bei der Anwesenheit irrationaler Akteure durchaus rational sein kann, findet sich schon bei Keynes (1936), S. 154.

[FN 102] Vgl. Shleifer und Summers (1990), S. 26.

[FN 103] Vgl. De Long et al. (1990b); Lee, Shleifer und Thaler (1990), S. 161-163; Lee, Shleifer und Thaler (1991); Chen, Kan und Miller (1993); Chopra, Lee, Miller, Shleifer und Thaler (1993); Lux (1995); Levy, Levy und Solomon (1994). Allerdings wird die Erklärungskraft für reale Phänomene häufig überschätzt; vgl. Shiller (1990), S. 60f.

[FN 104] Zur Interpretation von Marktprozessen als 'beauty contest' vgl. Keynes (1936), S. 156. Beispielsweise kann es für einen einzelnen Anleger rational sein, nicht in eine Aktie zu investieren, die er selbst für kaufwürdig hält, von der er gleichzeitig jedoch weiß, dass ein Großteil der anderen Marktteilnehmer diese Meinung nicht teilt. Zu experimentellen Untersuchungen vgl. etwa Camerer (1997); Nagel (1994), Part I sowie Nagel (1995). Ähnlich zum Finanzmarktverständnis von Keynes vgl. Schumpeter (1961), S. 700-710. Zur Anwendung spieltheoretischer Konzepte auf die Erklärung von Preisbildungsprozessen auf Finanzmärkten vgl. Rieck (1998) sowie Wendel (1996). Zur Verbindung von Schönheitswettbewerb und Noise Trader Modellen vgl. Piron (1991) sowie Bernstein (1985).

[S. 132]

Selbst bei Aufrechterhaltung der Annahme nutzenmaximierenden und damit rationalen Verhaltens ist es durch die Existenz von Noise Tradern für die Gruppe der rationalen Investoren vorteilhaft, andere als fundamentale Faktoren als Leitlinien für Handelsstrategien heranzuziehen. Als unter diesen Bedingungen rationale Strategien lassen sich neben der weiterhin angenommenen rationalen Bewertung jetzt auch folgende Verhaltensweisen identifizieren:

  • Kurzfristig orientierte Handelsstrategien im Sinne eines „front running“, d. h. daß irrationales Verhalten der Noise Trader antizipiert und zur Erzielung von Handelsgewinnen genutzt wird. Die rationalen Investoren sind damit an langfristiger Arbitrage durch Erkennen von Fehlbewertungen, die aber möglicherweise erst in [S. 133] relativ langer Frist korrigiert werden, nicht interessiert. Außerdem verhindern die Noise Trader eine risikolose Arbitrage.[FN 1]
  • Stock Picking an Stelle von Diversifikation.[FN 2]

Noise Trader-Modelle sind im Gegensatz zu den neoklassischen Modellen in der Lage, einige der in der Realität beobachteten Phänomene wie z. B. Mean Reversion und positive Autokorrellation der Aktienkurse, Closed-Fund-Prämie, Bubbles oder Überreaktion auf neue Informationen zu erklären. [FN 3] Ferner richten sie den Blick auf kurzfristige Zeiträume und rücken somit in die Nähe der Vorstellung des Finanzmarktgeschehens als Schönheitswettbewerb. Keynes’ Auffassung erhält so eine theoretische Fundierung, die zukünftig weiter zur Erklärung der Phänomene beitra­gen kann, die aus Sicht der traditionellen Theorie als Anomalien bezeichnet werden müssen. Insgesamt muß aber festgehalten werden, daß auch in dieser Modellgruppe bis auf spärliche Ausnahmen keine konsequente Integration verhaltenswissenschaft­licher Erkenntnisse stattgefunden hat und einige Erklärungen lediglich ex post und ad hoc entwickelt wurden.

[FN 1] Vgl. Arrow, K. J. (1982) S. 7; De Bondt, W. F. M. (1995) S. 9; De Long, J B./Shleifer, A./Summers, L. H./Waldmann, R. W. (1989); Heyl, D. C. v. (1995) S. 180-183; Shleifer, A./Vishny, R. W. (1990); Trueman, B. (1988). Siehe aber auch die Kritik von Bhushan, R./Brown, D. P./Mello, A. S. (1997) an der Eindeutigkeit der Gleichgewichtslösung in diesen Modellen. Der Grundgedanke der rationalen Kurzfristorientierung bei Existenz irrationaler Investoren findet sich bereits bei Keynes, J. M. (1936) S. 154

[FN 2] Vgl. Shleifer, A./Summers, L. H. (1990) S. 26

[FN 3] Vgl. De Long, J. B./Shleifer, A./Summers, L. H./Waldmann, R. W. (1990b); Lee, C. M. C./Shleifer, A./Thaler, R. H. (1990) S. 161-163; Lee, C. M. C./Shleifer, A./Thaler, R. H. (1991); Chen, N.-F./Kan, R./Miller, M. H. (1993); Chopra, N./Lee, C. M. C./Miller, M. H./Shleifer, A./Thaler, R. H. (1993); Lux, T. (1995); Levy, M./Levy, H./Solomon, S. (1994). Die Erklärungskraft der Modelle für reale Marktphänomene wird aber häufig überschätzt; vgl. Shiller, R. J. (1990b) S. 60f.

Anmerkungen

Komplette Seite mit Fußnotenapparat, leicht verschleiert. [FN 100] weist auf die Quelle hin, aber macht den Umfang nicht klar, bzw. suggeriert eine weniger umfangreiche Übernahme. Die FN 104 findet sich im Wesentlichen auch bei Unser 1999, siehe dazu Seite 117 bei Unser, insbesondere FN 2, 3 und 5. Die Übernahme setzt sich mit Mh/Fragment_108_01 fort.

Sichter
WiseWoman (aber viele Änderungen bitte noch mal sichten) Hindemith


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Hindemith, Zeitstempel: 20120208224834

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