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Finanzmarktsimulation mit Multiagentensystemen. Entwicklung eines methodischen Frameworks

von Michael Heun

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mh/Fragment 128 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-04-07 10:35:34 Kybot
Fragment, Gesichtet, Mh, Roßbach 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Lukaluka, Senzahl, Bummelchen, Cassiopeia30, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 1-30
Quelle: Roßbach 2001
Seite(n): 19-21, Zeilen: 14ff; 1ff, 1ff
[Die Behavioral Portfolio Theory von Shefrin und Statman (1995) ersetzt die Idee der Portfoliotheorie nach Markowitz, bei der das Portfolio eines Investors als Gesamtheit be-]trachtet wird. [FN 208] Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen des Modells bilden die Prospect Theory, die Existenz kognitiver Fehler und die mangelnde Selbstkontrolle der Anleger. Die zentrale Annahme des Modells bildet die Überlegung, dass ein Anleger sein Portfolio in weniger komplexe Einheiten aufteilt. [FN 209] Dazu entwickeln die Autoren ein Pyramidenmodell, in dem die verschiedenen Anlagemöglichkeiten je nach Risiko in unterschiedliche Schichten eingeordnet werden. Interdependenzen zwischen den Schichten finden dabei in den Überlegungen des Anlegers keine Beachtung, so dass das resultierende Gesamtportfolio aus normativer Sicht lediglich suboptimal ist. Die Risikoeinstellung eines Anlegers drückt sich in der Behavioral Portfolio Theory in der unterschiedlichen Aufteilung des Vermögens eines Anlegers in die jeweiligen Schichten aus. Veränderungen in der Vermögensaufteilung repräsentieren Änderungen in den Erwartungen eines Anlegers und beeinflussen direkt die Risikoprämien und damit auch den Preis der gehandelten Wertpapiere.

Das Modell von Barberis, Shleifer und Vishny (1998) berücksichtigt explizit die Heuristiken der Repräsentativität und der selektiven Wahrnehmung zur Erklärung von Overreaction und Underreaction auf einem Finanzmarkt. Dabei wird unterstellt, dass die Unternehmensgewinne einem Random Walk folgen. Die Anleger vermuten jedoch ein spezielles Muster, was in zwei unterschiedlichen Verhaltensweisen mündet. Im ersten Fall vermuten die Anleger eine Streuung der Unternehmensgewinne um einen Mittelwert. Folglich werden Gewinnänderungen als temporäres Phänomen aufgefasst, und es erfolgt keine Reaktion (Underreaction). Erst bei einer erneuten Gewinnänderung in die gleiche Richtung tritt das zweite Verhaltensmuster auf, bei dem diese Gewinnänderung als Signal einer Trendwende interpretiert wird, und es erfolgt eine Überreaktion des Marktes.

Daniel, Hirshleifer und Subrahmanyam (1997) unterteilen die Marktteilnehmer in zwei Gruppen mit unterschiedlichem Informationsstand. Die nicht-informierten Anleger folgen in ihrem Handeln einem Zufallsprozess während die informierten Anleger Kenntnisse über das Marktgeschehen besitzen. Deren Handeln ist, basierend auf dieser Annahme, bestimmt von Selbstüberschätzung und einer damit einhergehenden selektiven Wahrnehmung, bei der aufgrund eines übersteigerten Zutrauens zu den eigenen Analysen neue öffentliche Informationen untergewichtet werden. Demzufolge findet eine Preisreaktion erst verzögert statt.

[FN 208] Zuvor hatten Shefrin und Statman (1994) bereits versucht, das CAPM mittels der Existenz von Noise Tradern zur Behavioral Capital Asset Pricing Theory zu erweitern.

[FN 209] Vgl. Shefrin und Statman (2000) sowie speziell zu Untersuchungen dieser Annahme Fisher und Statman (1997).

Zu letzteren gehört die von Shefrin und Statman entwickelte Behavioral Portfolio Theory, welche die Prospect Theory, die Existenz von kognitiven Fehlern und die mangelnde Selbstkontrolle des Anlegers als verhaltenswissenschaftliches Fundament verwendet. [FN 93] Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Anleger ihre Portfolios nicht dem Markowitz'schen Ansatz folgend als eine Einheit betrachten, sondern eine Dekomposition in mehrere weniger komplexe und somit überschaubare Schichten vornehmen. [FN 94] Dies wird in Form eines Pyramidenmodells ausgedrückt, wobei die unterste (downside protection) Schicht dem Schutz vor existenzgefährdeten Verlusten dient und die oberste (upside potential) Schicht die Möglichkeit zur Erreichung eines befriedigenden Renditeziels bietet. Es findet also die Anwendung des Markowitzschen Diversifikationsgedankens nicht statt, womit auch das Gesamtportfolio aus dieser Sicht nur suboptimal ist, da die Interdependenzen zwischen den Schichten nicht berücksichtigt werden. Dabei bestehen zwischen den Anlegern Unterschiede hinsichtlich der Aufteilung ihres Vermögens auf die Schichten und somit auch der Risikoaufteilung innerhalb des Gesamtportfolios. Gemäß den Erwartungen der Anleger werden zudem die Anteile der einzelnen

Schichten variiert, wobei sich die Verschiebungen zwischen den Schichten auch unmittelbar in den Risikoprämien der Wertpapiere niederschlagen und somit die Preisbildung auf den Finanzmärkten beeinflussen.

Weitere Modelle versuchen die Phänomene der Über- und Unterreaktion durch Verhaltensmechanismen zu erklären und diese somit in die Preisbildung am Aktienmarkt einzubeziehen. So entwickelten Barberis, Shleifer und Vishny ein Modell, das auf der Repräsenativität und der Neigung, in gebildeten Meinungen auch beim Auftreten gegensätzlicher Informationen zunächst einmal zu beharren, basiert. [FN 95] In dem Modell wird angenommen, dass die Unternehmensgewinne nach einem Random Walk entstehen, die Anleger jedoch der Ansicht sind, dass sie bestimmten Mustern folgen. Dabei bestehen zwei alternative Muster bei auftretenden Gewinnänderungen. Bei der ersten Alternative, die von den Anlegern für wahrscheinlicher gehalten wird, streuen die Gewinne um einen Mittelwert. Somit wird durch eine Gewinnänderung eine Unterreaktion erzeugt, da die allgemeine Ansicht besteht, dass es sich nur um ein temporäres Phänomen handelt. Erst wenn die Richtung der Gewinnänderung erneut bestätigt wird, reagieren die Aktienkurse, was zu einer erhebliche Zeitverzögerung führt. Bei der zweiten Alternative stellt eine Gewinnänderung ein Signal für eine Trendwende dar. Sind die Anleger der Ansicht, dass diese (unwahrscheinlichere) Situation eingetreten ist, so findet eine Überreaktion der Kurse statt, die sich erst im Laufe der Zeit wieder korrigiert.

In einem anderen Modell von Daniel, Hirshleifer und Subrahmanyam wird von zwei Arten von Anlegern ausgegangen. [FN 96] Während die „nicht-informierten“ Anleger keine tieferen Kenntnisse über die Kapitalmärkte besitzen und aus diesem Grund angenommen wird, dass ihre Entscheidungen einem Zufallsprozeß folgen, sind die „informierten“ Anleger mit dem Marktgeschehen vertraut, da sie über die notwendigen Kenntnisse verfügen. Diese verleiten sie zur Selbstüberschätzung und einer nur selektiven Wahrnehmung, weshalb sie in erster Linie nur ihren eigenen Analysen vertrauen und öffentliche Informationen entsprechend untergewichten. Aufgrund dessen finden Preisreaktionen auf den Kapitalmärkten häufig erst mit einer gewissen Verzögerung statt.

[FN 93] Vgl. Shefrin/Statman (1995). Zuvor hatten beide Autoren mit der Entwicklung der Behavior Capital Asset Pricing Theory bereits den Versuch unternommen, eine „Erweiterung“ des CAPM unter Einbeziehung der Existenz von Noise Tradern zu entwickeln (vgl. Shefrin/Statman (1994)).

[FN 94] Für eine Untersuchung dieser Annahme vgl. Fisher/Statman (1997).

[Fn 95] Vgl. Barberis et al. (1996).

[FN 96] Vgl. Daniel et al. (1997).

Anmerkungen

Inhaltlich ist die ganze Seite aus der Quelle übernommen, auch viele Formulierungen sind von Roßmann und einige Literaturverweise werden auch übernommen. Ein Verweis auf die eigentliche Quelle Roßmann fehlt aber. Mh wechselt zwischenzeitlich den Zitierstil und gibt Quellenangaben z.T. im Text und nicht in die Fußnoten. Die Übernahme von Roßmann beginnt schon auf den Vorseiten, siehe: Mh/Fragment_127_01

Sichter
Bummelchen(Text) Hindemith


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Hindemith, Zeitstempel: 20120116234205

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