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Mh/Dublette/Fragment 160 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
94.222.43.10, Bummelchen, Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 160, Zeilen: 1-22
Quelle: Schmidt 2003
Seite(n): 106,107,108, Zeilen:
Auch eventuell auftretender Zeitdruck kann die Komplexität einer Entscheidung erhöhen, da dieser Zeitdruck Stress verursachen kann. [FN 386] Mögliche Strategien zur Bewältigung dieser Art von Komplexität sind die Reduktion der Zeiteinheiten pro Einzelinformation, die Durchführung einer Filterung im Sinne der Konzentration auf wenige Informationen sowie die verstärkte Verwendung von Eliminationsregeln anstelle kompensatorischer Entscheidungsregeln.[FN 387] Empirische Untersuchungen zeigen, dass erhöhter Zeitdruck zu verschiedenen Effekten führen kann: [FN 388]

• Es erfolgt eine verringerte Informationsaufhahme und Informationsverarbeitung.

• Negativ behaftete Informationen werden tendenziell höher gewichtet.

• Objektiv wichtige Informationen werden negiert oder verleugnet.

• Bereits getroffene Entscheidungen werden damit bestätigt.

Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Existenz von Zeitdruck auch für viele am Kapitalmarkt getroffene Entscheidungen annehmen lässt, insbesondere beispielsweise in umsatzstarken Phasen am Aktienmarkt.[FN 389] Die zweite Klasse situativer Faktoren beschreibt insbesondere die Präsentation ei-ner Entscheidung. Darunter werden im Allgemeinen das Framing, die Reihenfolge sowie die Darstellungsform der Entscheidungssituation bzw. der Entscheidungsalternativen subsummiert. Der Framing-Effekt bezeichnet dabei allgemein die Beobachtung, dass entweder der äußere Rahmen oder die Darstellung der Entscheidungsaufgabe an sich das Verhalten des Entscheiders beeinflussen.[FN 390] Empirisch lassen sich die die folgenden Aussagen zum Framing bestätigen:[FN 391]

• Der Framing-Effekt verstärkt sich mit steigender Informationsmenge.[FN 392]

[FN 386] Vgl. Svenson und Edland (1989), S. 234f.

[FN 387] Vgl. Pieters und Warlop (1999), S. 4ff.; Ben Zur und Breznitz (1981); Miller (1960) sowie Payne, Bettman und Johnson (1988); Wright (1974) sowie Betsch, Fiedler und Brinkmann (1998), S. 864f.

[FN 388] Vgl. Zakay (1993), S. 60 sowie die dort zitierte Literatur.

[FN 389] Vgl. Oehler (1995), S. 46.

[FN 390] Vgl. dazu sowie zu feineren Unterscheidungen von Ausprägungen hinsichtlich des Framing-Effekts die Meta-Analyse von Kühberger (1998) sowie die dort zitierte Literatur.

[FN 391] Kritisch anzumerken bleibt dabei die fehlende theoretische Pundierung des Framing-Effekts sowie die Frage, inwiefern Veränderungen des Kontextes selbst den Framing-Effekt verändern; vgl. zu dieser Kritik auch Unser (1999), S. 246f. und die dort angegebene Literatur. So kann der Framing-Effekt etwa verschwinden, falls eine Aufgabe nicht (mehr) unter Zeitdruck gelöst werden muss; vgl. Svenson und Benson (1993).

[FN 392] Vgl. Ganzach und Schul (1995), S. 32.

S. 106

Werden Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen, so kommt ein weiterer Faktor dazu, der die Komplexität erhöhen kann. Entscheidungen unter Zeit-druck verursachen beim Entscheider selbst Streß. Auf diesen reagieren Per-sonen unterschiedlich. So ist es möglich, die Zeit, die pro Einzelinformation verwendet wird, zu reduzieren. [FN 3] Eine andere Möglichkeit ist es, sich auf weniger Informationen zu konzentrieren, also eine Art Filterung durchzuführen. [FN 4] Auch die unterschiedliche Nutzung von Entscheidungsregeln gehört in diesen Kontext, da Eliminationsregeln bei solchen Entscheidungen unter Zeitdruck eher verwendet werden als kompensatorische. [FN 5] In jedem Falle spielt der Zeit-

[FN 3] Vgl. BEN ZUR/BREZNITZ (1981), MILLER (1960); PAYNE/BETTMAN/JOHNSON (1988).

[FN 4] Vgl. BEN ZUR/BREZNITZ (1981); WRIGHT (1974); MILLER (1960); BETSCH/FIEDLER/BRINKMANN (1998), S. 864f.

[FN 5] Vgl. die Studien von BEN ZUR/BREZNITZ (1981); MILLER (1960); JOHN-SON/PAYNE/BETTMAN (1993) und zu allen drei genannten Möglichkeiten PIE-TERS/WARLOP (1999), S. 4ff.

S. 107

aspekt aber eine entscheidende Rolle im Rahmen der Lösung eines Entschei-dungsproblems, [FN 1] der zu folgenden Effekten führen kann: [FN 2]

• eine verringerte Informationsaufnahme und -Verarbeitung, • eine Höhergewichtung von negativ behafteten Informationen, • das Negieren oder Leugnen von wichtigen Informationen, • das Bestätigen einer bereits getroffenen Entscheidung.

Auch der Zeitdruck läßt sich für viele der am Aktienmarkt getroffenen Entscheidungen, v.a. in umsatzstarken Phasen, annehmen. [FN 3]

3.5.3.2 Präsentation einer Entscheidung

Die Präsentation einer Entscheidungsaufgabe kann als separate Determinante des Entscheidungsprozesses aufgefaßt werden, indem man alle diejenigen Einflußfaktoren berücksichtigt, die entweder als äußerer Rahmen der Entscheidungssituation oder als Darstellung der Entscheidungsaufgabe an sich das Verhalten des Entscheiders beeinflussen (Framing-Effekt). KÜHBERGER führt eine Meta-Analyse zum Framing-Effekt durch und unterscheidet in seiner Definition dabei zwischen folgenden Ausprägungen: [FN 4]

• Framing Manipulation: Einfluß durch explizites Benennen einer Entschei-dungsaufgabe als Gewinn- und Verlustsituation (äquivalent zur obenge-nannten Definition).

[...]

S. 108

Der Einfluß des Framing-Effektes im Rahmen von Informationsverarbeitungs-prozessen ist ebenfalls empirisch überprüft. Da durch die entsprechende For-mulierung eines Entscheidungsproblems die Aufmerksamkeit des Entschei-ders entsprechend gelenkt werden kann, werden die entsprechenden Informa-tionen stärker gewichtet; der Framingeffekt verstärkt sich somit mit steigender Informationsmenge. [1]


[FN 1] Vgl. GANZACH/SCHUL (1995), S. 32.

Anmerkungen

Fortsetzung von S. 159. Ganze Passagen mit Quellenangaben modifiziert übernommen.

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