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Mh/Fragment 059 01

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Diskussion6


Typus
Verdächtig
Bearbeiter
Lukaluka, Guckar, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 1-27
Quelle: Eisenführ Weber 2003
Seite(n): 366, 367, Zeilen: 16-20, 25-39; 1-20
Die Ambiguitätseinstellung kennzeichnet die Einstellung des Entscheiders gegenüber Konsequenzen hinsichtlich deren (subjektiver) Eintrittswahrscheinlichkeit er unsicher ist und im Extremfall gar keine Kenntnis besitzt. [FN 337] In diesem Fall spricht man auch von einer ambiguitätsbehafteten Lotterie oder Entscheidungssituation. Im Allgemeinen sind Entscheider ambiguitätsscheu, d.h. sie empfinden eine ambiguitätsbehaftete Lotterie gegenüber einer nicht-ambiguitätsbehafteten Lotterie weniger attraktiv, auch wenn die Wahrscheinlichkeiten und Konsequenzen identisch sind. [FN 338]

Beim Anchoring und Adjustment, auch als Verankerungseffekt bezeichnet, verwendet der Entscheider eine Heuristik zur Einschätzung unsicherer Entscheidungsvariablen. Dabei orientiert er sich an einem Startpunkt (Anker) und führt dann eine Adjustierung durch, indem er seine Schätzung, ausgehend von diesem Startpunkt, anpasst. [FN 339] Dieser Effekt tritt auch dann auf, wenn der Startpunkt extern vorgegeben wird und keine Informationen über den wahren Wert der Entscheidungsvariablen beinhaltet, selbst wenn der Entscheider sich dessen bewusst ist. Weiterhin kann gezeigt werden, dass die Anpassung nur unzureichend erfolgt. [FN 340] Im Kontext von Entscheidungen auf Kapitalmärkten kann gezeigt werden, dass sogar professionelle Analysten von diesem Effekt betroffen sind, was dann auch auf andere Marktteilnehmer abfärben kann. [FN 341]

Beim Availability Bias oder Verfügbarkeitsbias handelt es sich um eine auf gedächtnispsychologischen Erkenntnissen basierende Urteilsverzerrung. Dabei schätzen Entscheider die Eintrittswahrscheinlichkeiten von Ereignissen dann höher ein, je präsenter ihnen Beispiele für diese Ereignisse sind, desto höher also deren subjektiver Verfügbarkeitsgrad ist. [FN 342] Ursachen dieser Präsenz können Aktualität, leichte Zugänglichkeit, besondere Auffälligkeit, hohe Medienpräsenz, leichte Verständlichkeit und auch besondere Emotionalität sein. Informationen mit hoher Verfügbarkeit werden tendenziell überbewertet. [FN 343]

Unter dem Bandbreiteneffekt versteht man die Beobachtung, dass im Rahmen multiattributiver Entscheidungsproblemen bei der Änderung von Bandbreiten der einzelnen Zielausprägungen eine entsprechende Anpassung der Zielgewichte nicht adäquat statt- [findet. Dabei zeigt sich, dass Entscheider die Größe von Ausprägungsintervallen nicht genügend oder gar nicht berücksichtigen. [FN 344]]

[FN 337] Beispielsweise ist bei einem (fairen) Münzwurf zwar das Ergebnis „Kopf" oder „Zahl" ex ante unklar,die Eintrittswahrscheinlichkeiten von je 0,5 sind jedoch bekannt.

[FN 338] Vgl. Ellsberg (1961) sowie Camerer und Weber (1992).

[FN 339] Vgl. Tversky und Kahneman (1974).

[FN 340] Vgl. dazu bereits Slovic und Lichtenstein (1971), Goldberg und von Nitzsch (2000), S. 66ff., Lichtenstein, Fischhoff und Phillips (1982) sowie Kahneman und Tversky (1982). Vgl. im Zusammenhang mit dem Verankerungseffekt auch die Präferenzumkehr bei Lichtenstein und Slovic (1971) sowie den Kompatibilitätseffekt bei Slovic, Griffin und Tversky (1990).

[FN 341] Vgl. etwa Maas und Weibler (1990b).

[FN 342] Vgl. Tversky und Kahneman (1973) bzw. Tversky und Kahneman (1982).

[FN 343] Vgl. Oehler (1992), S. 101.

[FN 344] Vgl. von Nitzsch und Weber (1991)

Ambiguitätseinstellung

Bei der Bewertung einer unsicheren Alternative kann sich der Entscheider über die subjektiven Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten der einzelnen Konsequenzen sicher oder unsicher sein. So besteht z.B. kaum Unsicherheit darüber, daß die Wahrscheinlichkeit für "Zahl" beim Werfen einer Münze 50% beträgt. [...] Individuen sind im Allgemeinen ambiguitätsscheu (Ellsberg 1961), d.h. sie sie finden eine stärker ambiguitätsbehaftete Lotterie weniger attraktiv, auch wenn die Wahrscheinlichkeiten und Konsequenzen der Lotterien sich nicht unterscheiden. Eine Übersicht zum Stand der Forschung findet sich bei Camerer und Weber (1992). [...]

Anchoring und Adjustment

Menschen, die Entscheidungen unter Unsicherheit treffen müssen, machen sich diese von Tversky und Kahnemann (1974) so bezeichnete Heuristik zunutze, indem sie ihre Einschätzung der unsicher Entscheidungsvariablen von einem Startpunkt (Anker) aus schrittweise anpassen (adjustieren). Der Anker kann hierbei allerdings durch externe Vorgaben bestimmt sein, die zum Teile keine Informationen über den wahren Wert der Entscheidungsvariablen enthalten. Slovic und Lichtenstein (1971) zeigen, daß bei Einschätzungen unbekannter Größen Anpassungen vom Startpunkt aus in Richtung des wahren Wertes nur in unzureichendem Umfang vorgenommen werden. [...]

[Seite 367]

Availability Bias

Der Avalability Bias oder Verfügbarkeitsbias (Tversky und Kahnemann 1973) ist eine gedächtnispsychologisch erklärbare Urteilsverzerrung, die dadurch zustande kommt, dass Menschen die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses subjektiv um so höher einschätzen, je leichter oder schneller sie in der Lage sind, sich Beispiele für dieses Ereignis vorzustellen oder in Erinnerung zu rufen. Wenn aber die Verfügbarkeit eines Ereignisses nicht Folge seiner Tendenz, häufig oder mit hoher Wahrscheinlichkeit aufzutreten, sondern besonderer Emotionalität, Lebhaftigkeit und Medienpräsenz oder kürzlichen Auftretens ist, führt diese Vorgehensweise zur Überschätzung seiner Wahrscheinlichkeit [...].

Bandbreiteneffekt

Bei einem multiattributiven Entscheidungsproblem spielen die Bandbreiten der einzelnen Zielausprägungen bei der Zuweisung von Zielgewichten (Skalierungskonstanten) eine entscheidende Rolle. [...] Experimentelle Untersuchungen (von Nitzsch und Weber 1991) zeigen jedoch, dass Entscheider bei der Festlegung von Zielgewichen wenig sensibel auf die Größe der Ausprägungsintervalle reagieren, die die angegebene Bandbreite zu wenig oder gar nicht berücksichtigen.

Anmerkungen
  • Die ganze Seite stammt aus Eisenführ und Weber 2003. * Die Abschnitte sind umgearbeitet und gekürzt, aber inhaltlich weitgehend identisch. * Auch werden Literaturreferenzen aus der Quelle übernommen. * Hervorhebungen so in beiden Texten. Man beachte allerdings FN 336 auf Seite 58, die sich auf das gesamte folgende Kapitel beziehen soll: "In Anlehnung an Eisenführ und Weber (2003), S. 366ff. sowie Roßbach (2001), S. 13f.". Dieser Quellenverweis ist jedoch nicht ausreichend, da die Übernahmen zum Teil wörtlich sind und auch Literaturverweise in den Fußnoten mitübernommen wurden. Man beachte auch, dass auf den Folgeseiten die Übernahmen noch klarer fortgesetzt werden, z.B. hier: Mh/Fragment_060_01 und Mh/Fragment_061_01.
Sichter
Guckar

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