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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen, WiseWoman, Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 95, Zeilen: 1-27
Quelle: Schmidt 2003
Seite(n): 17-18, Zeilen: 1-18; 1-25
Zur empirischen Überprüfung, ob informationseffiziente Märkte überhaupt existieren, wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt. Auf die Details dieser Analysen soll hier nicht eingegangen werden, sondern es sollen lediglich die Ergebnisse kurz dargestellt werden. In der Literatur herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass das Vorliegen strenger Markteffizienz nicht als gegeben betrachtet werden kann, da bei der Veröffentlichung wichtiger Informationen regelmäßig signifikante Kursveränderungen zu beobachten sind. [FN 29] Empirische Tests der schwachen Informationseffizienz zeigen, dass die serielle Korrelation von Kursen allenfalls kurzfristig besteht, so dass ein systematisches, gewinnbringendes Ausnutzen von Informationen aufgrund bestehender Transaktionskosten nicht möglich ist. Auch die Random-Walk-Hypothese wird empirisch überwiegend abgelehnt. [FN 30] Ergebnisse empirischer Tests der halbstrengen Informationseffizienz sind tendenziell „mit Vorsicht zu behandeln" [FN 31], da dabei eine Reihe methodischer Probleme auftauchen können. Dazu gehören insbesondere die Modellierung angemessener Renditen und das Problem verbundener Hypothesen, [FN 32] die Annahme, dass alle Marktteilnehmer nach dem gleichen Be-wertungsmodell handeln [FN 33] sowie das Problem der Messung der Auswirkungen singulärer Informationen [FN 34]. Tendenziell kommen diese Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass halb-strenge Effizienz gegeben ist. [FN 35] Einen bedeutenden Ansatz in diesem Kontext stellt das so genannte Samuel'sche Dictum dar, das besagt, dass für einzelne Wertpapiere eine Effizienz existiere, dies jedoch für den Gesamtmarkt nicht notwendigerweise so sei (Mikroeffizienz versus Makroeffizienz). [FN 36]

Lockert man die Prämisse der Transaktionskostenfreiheit und behält gleichzeitig die Annahme rationalen Verhaltens der Marktteilnehmer bei, so führt dies zum so genannten Informationsparadoxon. Dieses besagt, dass in einem effizienten Markt bei Vorliegen von Transaktionskosten kein Marktteilnehmer einen Anreiz besitzt, Informationsauswertung zu betreiben, woraus sich ein Widerspruch zur Annahme der Reflexion sämtlicher Informationen im Marktpreis ergibt. [FN 37]


[FN 29] Vgl. etwa Schredelseker (1984), S. 44; Jaffe (1974), S. 427; Laffont und Maskin (1990), S. 71 sowie Fama (1991), S. 1577ff.


[FN 30] Vgl. Loistl (1990), S. 67ff.; Fama (1970), S. 383ff. Für den deutschen Aktienmarkt lehnt Apostopoulos (1986), S. 257 die schwache Form der Informationseffizienz ab. Vgl. dazu auch den Überblick bei Uhlir (1984), S. 320.

[FN 31] Schmidt (2003), S. 16.

[FN 32] Vgl. Neumann und Klein (1982), S. 175ff.; Fama (1976); Krämer (2001) sowie Jensen (1978), S. 96.

[FN 33] Vgl. Apostopoulos (1986), S. 148ff. und S. 242ff.; May (1991), S. 314ff.; Beaver (1981), S. 26ff. sowie Schmidt (1982), S. 729.


[FN 34] Vgl. Brandi (1977), S. 23 sowie Schmidt und May (1993), S. 62.


[FN 35] Vgl. Unser (1999), S. 116 sowie die dort zitierte Literatur. 36 Vgl. Samuelson (1998) sowie Jung und Shiller (2002). 37 Vgl. etwa Grossmann und Stiglitz (1980), S. 393ff.; Hellwig (1982), S. lff.; Hellwig (1980), S. 477ff.; Admati (1991), S. 350ff. sowie Hirth, Neus und Schmid (1996), S. 135.


[FN 36] Vgl. Samuelson (1998) sowie Jung und Shiller (2002).


[Fn 37] Vgl. etwa Grossmann und Stiglitz (1980), S. 393ff.; Hellwig (1982), S. lff.; Hellwig (1980), S. 477ff.; Admati (1991), S. 350ff. sowie Hirth, Neus und Schmid (1996), S. 135.

[S. 17]

Für empirische oder experimentelle Untersuchungen im Bereich der Wertpapieranalyse ist die entscheidende Frage, ob ein informationseffizienter Kapitalmarkt auch in praxi vorliegt. Empirische Überprüfungen der Kapitalmarkteffizienz versuchen, die einzelnen Ausprägungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Dabei herrscht weitgehend Einigkeit darüber, daß ein streng informationseffizienter Kapitalmarkt nicht vorliegt, da es bei wichtigen Ereignissen oder Informationen regelmäßig zu signifikanten Kursveränderungen kommt. [FN 2] Tests der schwachen Informationseffizienz kommen zu dem Schluß, daß eine serielle Korrelation der Kurse allenfalls nur kurzfristig besteht und ein gewinnbringendes Ausnutzen aufgrund bestehender Transaktionskosten nicht möglich ist. Ebenso ist die Random-Walk-Hypothese aufgrund empirischer Erfahrungen abzulehnen. [FN 3] Am schwierigsten ist die Überprüfung der halbstrengen Informationseffizienz. Bei einem derartigen Test muß nämlich zunächst ein Modell zur Ermittlung einer angemessenen Rendite erstellt werden. Damit ergibt sich automatisch das Problem verbundener Hypothesen, denn ein Ablehnen der Hypothese der halbstrengen Informationseffizienz muß nicht zwingend zu einem Verwerfen


[Fn 2] Vgl. SCHREDELSEKER (1984), S. 44; JAFFE (1974), S. 427; LAFFONT/MASKIN (1990); S. 71; FAMA (1991), S. 1577ff.

[Fn 3] Vgl. LOISTL (1990), S. 67ff.; FAMA (1970), S. 383ff.; APOSTOLOPOULOS (1986), lehnt in seiner Untersuchung die schwache Form der Informationseffizienz für den deutschen Aktienmarkt ab, S. 257 ; s.a. den Oberblick in UHLIR (1984), S. 320.


[S. 18]

dieser Informationseffizienzform führen, da es sich auch um ein Problem der Ermittlung falscher angemessener Renditen handeln kann. [FN 1] Außerdem scheint die Annahme, daß alle Marktteilnehmer nach demselben Bewertungsmodell handeln würden, wenn es denn ein solches gäbe, nicht realitätsgemäß zu sein. Entsprechende Testergebnisse sind daher mit Vorsicht zu behandeln. [FN 2] Ein weiteres Problem, das sich bei den Tests ergibt, ist die Tatsache, daß bei einer Verarbeitung aller verfügbaren Informationen durch den Markt eine singuläre Betrachtung einzelner Informationen auf die Preise schwerfällt. [FN 3] Die meisten Überprüfungen der These halbstrenger Informationseffizienz basieren aber gerade auf dieser Annahme und testen die Auswirkungen einer bestimmten Information auf den Aktienkurs. Dies erscheint aber aus ökonomischer und auch aus empirischer Sicht als unbefriedigend. Untersuchungen unter Einbezug überlappender Ereignisse können Interdependenzen zwischen den einzelnen Informationen berücksichtigen und daher eher Aufschluß über die Informationsverarbeitung geben. [FN 4]

Ein in diesem Zusammenhang bedeutender Ansatz ist das Samuelson's Dictum. Dies besagt, daß für einzelne Wertpapiere eine Effizienz existiere, für den Gesamtmarkt dies jedoch nicht zwangsläufig ebenso sei (Mikroeffizienz versus Makroineffizienz). [FN 5] Lockert man nun die Prämisse der Transaktionskostenfreiheit bei gleichzeitiger Beibehaltung der Annahme perfekter Rationalität der Marktteilnehmer, führt dies zum sogenannten Informationsparadoxon, also der Tatsache, daß bei einem effizienten Markt kein Teilnehmer einen Anreiz hat, Informationsauswertung zu betreiben und dem daraus sich ergebenden Widerspruch zur Annahme der Reflexion sämtlicher Informationen im Marktpreis. [FN 6]

[FN 1] Vgl. NEUMANN/KLEIN (1982), S. 175ff.; FAMA (1976); KRÄMER (1995), Sp. 1142; JENSEN (1978), S. 96.

[FN 2] Vgl. zu Tests der halbstrengen Informationseffizienz APOSTOLOPOULOS (1986), S. 148ff. und 242ff.; MAY (1991), S. 314ff.; BEAVER (1981), S. 26ff„ SCHMIDT (1982), S. 729.

[FN 3] Vgl. BRANDI (1977), S. 23.

[FN 4] Vgl. zu dieser Problematik SCHMIDT/MAY (1993), S. 62.

[FN 5] Vgl. dazu SAMUELSON (1998); JUNG/SHILLER (2002).

[FN 6] Vgl. zur Diskussion über das Informationsparadoxon GROSSMANN/STIGLITZ (1980), S. 393ff.; HELLWIG (1982), S. 1ff.; HELLWIG (1980), S. 477ff.; ADMATI (1991), S. 350ff.; HIRTH/NEUS/SCHMID (1996), S 135.

Anmerkungen

Der Verfasser übernimmt im mehr oder weniger umformulierter Form den Inhalt mitsamt Quellenangaben aus dieser Quelle. Beim "Bauernopfer" (FN 31) wird die falsche Seitenzahl angegeben.

Sichter
WiseWoman

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