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Mh/Fragment 105 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Lukaluka, Frangge, WiseWoman
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 105, Zeilen: 1-26
Quelle: Unser 1999
Seite(n): 130; 131, Zeilen: 8-21; 5-16
[Weiterhin wird] von einer symmetrischen Informationsverteilung ausgegangen,[FN 87] aufgrund der erwähnten Aufteilung von Anlegern wird jedoch nur noch einzelnen Gruppen rationales Verhalten unterstellt. Die Gruppe der Noise-Trader zeigt dagegen lediglich begrenzt (quasi-)rationales Verhalten. Dieses ist aus Sicht der klassischen Entscheidungstheorie als irrational zu bezeichnen und führt zu verzerrten Erwartungen über die Marktpreise.[FN 88]

Für eine Gültigkeit der Noise-Trader-Modelle werden die Marktpreise als Signal interpretiert, die den Informationen über den fundamentalen Wert einer Aktie insofern vorziehenswürdig sind, als dass die Anleger für die Dauer des Anlagehorizontes nicht mit einer Korrektur der Fehlbewertung rechnen. Dies führt zu einer weiteren Destabilisierung der Preise und vergrößert die entsprechenden Fehlbewertung weiter, so dass eine Preisspirale entstehen kann, was letztlich in einer Preisblase (Bubble) mündet.[FN 89] Weiter erfordern die Annahmen wiederum die Homogenitätsannahme innerhalb einer Gruppe. Das nicht zwangsläufig zur Neoklassik konforme Verhalten führt jedoch nicht zwingend zu einer Eliminierung dieser Gruppen vom Markt. Es ist sogar möglich, dass die Gruppe der Noise-Trader ein höheres Durchschnittsvermögen erzielen als die rational agierenden Anleger.[FN 90]

Im Folgenden werden ausschließlich diejenigen Ansätze analysiert, die eine formale Modellierung des Preisbildungsprozesses mittels Interaktion der Investorengruppen vorweisen.[FN 91] Die unterschiedlichen Modelle differenzieren in der Regel zwischen zwei oder drei Anlegergruppen. Dabei werden für die Noise-Trader verschiedene mögliche Verhaltensweisen oder Handelsstrategien unterstellt, die von dem fundamental orientierten, bernoulli-rationalen Verhalten abweichen und die geprägt sind von einer Loslösung der Handelsaktivitäten von fundamentalen Änderungen der objektiven Informationen über den Unternehmenswert:[FN 92]

  • Die Orientierung an Preisen der Vergangenheit (Positive Feedback Trading; Trend Chasing). Dabei werden Käufe ausschließlich bei steigenden und Verkäufe lediglich [bei fallenden Kursen getätigt.[FN 93] ]

[FN 87] Übersichten über Modelle, die die Heterogenität der Investoren durch asymmetrische Informationsverteilung erzeugen, finden sich etwa bei Rapp (1995), S. 29-32 sowie Röckemann (1995), S. 60-62.

[FN 88] Vgl. Unser (1999), S. 130

[FN 89] Vgl. zu einem Überblick über die Bubbles-Literatur Aschinger (1995); Bruns (1994); Flood und Garber (1994) sowie Gruber (1988). Die Zusammenhänge zwischen Noise-Trader- und Preisblasen-Modellen zeigen etwa Bienert (1994), S. 196f. sowie Röckemann (1995), S. 56-60.

[FN 90] Vgl. De Long, Shleifer, Summers und Waldmann (1990a); De Long, Shleifer, Summers und Waldmann (1991); Palomino (1996) sowie Shefrin und Statman (1994), S. 333-335.

[FN 91] In der Literatur werden als Noise-Trader-Modelle teilweise auch psychologische Erklärungen empirischer Kursanomalien verstanden, für die jedoch keine geschlossenen Modellierungen vorliegen; vgl. etwa Menkhoff und Röckemann (1994), S. 281.

[FN 92] Vgl. Unser (1999), S. 131f.

[FN 93] Vgl. die Ansätze von Cutler, Poterba und Summers (1990); Clarkson (1996); De Long, Shleifer, Summers und Waldmann (1990b); Shleifer und Summers (1990), S. 28f. sowie Köddermann (1993), S. 47-50. Dieses Verhaltensmuster lässt sich auch in Finanzmarktexperimenten beobachten; vgl. Andreassen (1987); Andreassen (1988); Andreassen (1990); Oehler (1994) sowie Schachter, Ouellette, Whittle und Gerin (1987).

Ferner wird bei grundsätzlich symmetri­scher Informationsverteilung[FN 2a] nur noch für einen Teil der Investoren von einem ra­tionalen Verhalten entsprechend der bereits skizzierten finanzierungstheoretischen Modelle ausgegangen. Die Gruppe der Noise Trader zeigt dagegen nur noch ein be­grenzt (quasi-)rationales Verhalten, das im Vergleich zur traditionellen Theorie als irrational zu bezeichnen ist und zu verzerrten Erwartungen über die Marktpreise führt.

Die Verhaltensannahmen bedingen eine Interpretation der Marktpreise als Signale, die den eigenen Informationen über den Fundamentalwert von Aktiengesellschaften insofern überlegen sind, als für die Dauer des geplanten Anlagehorizonts nicht mit der Korrektur der Fehlbewertung zu rechnen ist. Letztlich führt das dazu, daß die Spekulanten zu einer weiteren Destabilisierung der Preise beitragen und Fehlbe­wertungen noch vergrößern, anstatt durch Handelstransaktionen zu einer Rückkehr der Preise zum Fundamentalwert beizutragen.[FN 3a]

[...]

[S. 131]

In diesem Abschnitt sollen nur Ansätze betrachtet werden, die eine formale Model­lierung des Preisbildungsprozesses mit Interaktion der Investorengruppen beinhal­ten.[FN 2b] Die verschiedenen Modelle differenzieren in der Regel zwischen zwei oder drei Investorengruppen, wobei das Verhalten der Noise Trader Gruppe nicht mehr dem des fundamental orientierten, bernoullirationalen Diversifizierers entspricht. Für die Noise Trader werden folgende mögliche Verhaltensweisen oder Handelsstrate­gien angenommen, die letztlich durch eine Loslösung der Handelsaktivitäten von fundamentalen Änderungen der objektiven Informationslage über den Unternehmenswert geprägt sind:

  • Ausschließliche Orientierung an Preisen der Vergangenheit (Positive Feedback Trading; Trend Chasing) indem Käufe nur bei steigenden, Verkäufe ausschließ­lich bei fallenden Kursen getätigt werden. [FN 3b]

[FN 2a] Eine Übersicht über Modelle, bei denen die Heterogenität der Anleger durch asymmetrische Informatio­nen erzeugt wird, findet sich bei Rapp, H.-W. (1995) S. 29-32; Röckemann, C. (1995) S. 60-62.

[FN 3a] Dieses Kursverhalten zeigt sich auch bei der Entstehung von Preisblasen (Bubbles), die aber auch bei rationalem Verhalten möglich sind; vgl. für einen Überblick über die Bubbles-Literatur Aschinger, G (1995); Bruns, C. (1994); Flood, R. P./Garber, P. M. (1994); Grober, A. (1988). Zu den Zusammen­ hängen zwischen Noise Trader- und Preisblasen-Modellen vgl. Bienert, H. (1994) S. 196f.; Röckemann, C. (1995) S. 56-60.


[FN 2b] In der Literatur werden unter dem Begriff Noise Trader-Modelle teilweise auch psychologische Erklä­rungen empirischer Kursanomalien (z. B. "overreaction", "disposition effect") subsumiert, fur die aber keine geschlossene Modellierung vorliegt; vgl. Menkhoff, L./Röckemann, C. (1994) S. 281.

[FN 3b] Vgl. die Ansätze von Cutler, D. M./Poterba, J. M./Summers, L. H. (1990); Clarkson, R. S. (1996) S. 295f.; De Long, J. B./Shleifer, A./Summers, L. H./Waldmann, R. W. (1990b); Shleifer, A./Summers, L. H. (1990) S. 28f.; Köddermann, R. (1993) S. 47-50. Dieses Verhalten entspricht einem auch in Finanzmarktexperimenten häufig festgestellten Verhaltensmuster; vgl. Andreassen, P. (1987); Andreassen, P. (1988); Andreassen, P. (1990); Oehler, A. (1994); Schächter, S./Ouellette, R./Whittle, B./Gerin, W. (1987).

Anmerkungen

Fortsetzung von Mh/Fragment 104 19

Sichter
WiseWoman

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