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Mh/Fragment 138 01

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Typus
Verdächtig
Bearbeiter
Bummelchen, Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 138, Zeilen: 1-22
Quelle: Schmidt 2003
Seite(n): 83, 84, Zeilen: 23ff; 1ff
[Die Ergebnisse dieser Forschungen lassen sich wie folgt zusammenfassen: [FN 250]]

• Die Kapazität der Informationsaufnahme ist begrenzt. Dies führt dazu, dass Entscheider nur einen Teil der zur Verfügung stehenden Informationen nutzen. [FN 251] Durch Mechanismen zur Vermeidung kognitiver Dissonanz kann diese selektive Wahrnehmung verstärkt werden. In experimentellen Studien zeigt sich, dass eine große Anzahl zur Verfügung stehender Informationen zu einer erhöhten subjektiven Zufriedenheit mit der Entscheidung führt, selbst wenn nur ein geringer Teil dieser Informationen tatsächlich verwendet wurde.[FN 252] Dies kann jedoch eine Verringerung der Entscheidungsqualität nach sich ziehen, da durch die Informationsüberflutung und die damit einhergehende jedoch nicht wahrgenommene kognitive Erschwernis, relevante von irrelevanten Informationen zu trennen, eine Kontrollillusion erzeugt werden kann. [FN 253]

• Bedingt durch die Begrenzung der Informationsaufnahmekapazität werden Strategien entwickelt, die den Grundprinzipien der Gestaltpsychologie folgen. Diese sind im Einzelnen:[FN 254]

— Das Figur-Grund-Prinzip bezeichnet die Beobachtung, dass neue Informationen die bisherige Wahrnehmung ergänzen und damit die aufgrund bereits selektierter Informationen gebildete Umweltwahrnehmung von der Gesamtmenge verfügbarer Informationen abgrenzen. Dabei ist es auch möglich, dass Informationen uminterpretiert werden, damit diese in das vorgefertigte Schema passen und somit das bereits ausgebildete Gesamtbild erhalten bleibt.[FN 255]

— Das Prinzip der Vollständigkeit besagt, dass bei unvollständiger Informationslage der Entscheider eigene Informationen selbständig ergänzt, um zu einem vollständigen Gesamtbild zu gelangen. Dies kann sogar bedeuten, dass die ei-[genen Informationen selbst dann zur Ergänzung herangezogen werden, wenn diese nicht zum aktuellen Entscheidungskontext passen.[FN 256]]

[FN 250] Vgl. Schmidt (2003), S. 74ff.

[FN 251] Vgl. Jacoby, Chestnut, Weigl und Fisher (1976), S. 312; Müller (1992a), S. 52-55; Jacoby, Szybillo und Busato-Schach (1977), S. 214; Flade (1994), S. 834f.; Cowan (1988), S. 172ff.; Svenson (1983), S. 146; Wright (1985), S. 53; Kuß (1991), S. 53f. sowie Payne (2002), S. 357.

[252] Vgl. Oehler (1995), S. 48; Jacoby, Speller und Kohn (1974a); Jacoby, Speller und Kohn (1974b); van Raaij (1977); Borcherding (1983), S. 67f. sowie Wärneryd (2001), S. 68.

[FN 253] Vgl. dazu auch die Ausführung auf S. 61 dieser Arbeit. Untersuchungen zeigen, dass die Entscheidungsqualität bei einer mittleren Menge an verarbeiteten Informationseinheiten am höchsten ist; vgl. Hogarth (1975), S. 276; Fischhoff (1976), S. 425; Gemünden (1986), S. 50 sowie Staelin und Payne (1976), S. 186. In Entscheidungssituationen von hoher Komplexität lässt sich zudem eine übertrieben ausgeprägte Informationssammlung beobachten, um die Entscheidung aufschieben zu können; vgl. etwa Dörner (1990), S. 266 sowie ähnlich Brockhoff (1983), S. 60.

[FN 254] Vgl. Oehler (1995), S. 47ff.; Maas und Weibler (1990a), S. 77-81; Unser (1999), S. 151; Schmidt (2003), S. 75 sowie Oehler (1991), S. 23f.

[FN 255] Vgl. Flade (1994), S. 835f.; Oehler (1992), S. 110; Felser (1997), S. 79 sowie Guski (2000), S. 59f.

[FN 256] Vgl. Antonides und van Raaij (1998), S. 119f.; Maas und Weibler (1990a), S. 79f. sowie Kugler (1994), S. 151.

[S. 83]

Als Ergebnis dieser Forschungen lassen sich folgende Punkte festhalten:

[...]

ad a) Die Informationsaufnahmekapazität ist begrenzt.

Als Folge dieses Charakteristikums selektieren Individuen Informationen, d.h. sie nutzen regelmäßig nur einen Teil der zur Verfügung gestellten Informationen.[FN 3] Diese selektive Wahrnehmung wird durch das Streben von Entscheidern nach Konsistenz zur Vermeidung kognitiver Dissonanzen verstärkt.[FN 4] Experimentell bestätigt wurde die Hypothese, daß Individuen mit ihrer Entscheidung subjektiv zufriedener sind, wenn viele Informationen vorliegen, auch

[FN 3] Vgl. JACOBY et al. (1976), S. 312 ; JACOBY/SZYBILLO/BUSATO-SCHACH (1977), S. 214; o.V. (1979), S. 269f.; FLADE (1994), S. 834f.; COWAN (1988), S. 172ff.; MILLER (1962), S. 107ff.

[FN 4] Vgl. Kap. I11.2.

[S. 84]

wenn sie nur einen kleinen Teil davon verwendet haben.[FN 1] Diese „illusion of knowledge" kann sogar zu einer verminderten Entscheidungsqualität führen, wenn bei einem zu großen Informationsangebot nicht mehr die relevanten von den irrelevanten Informationen getrennt werden können („information over-load").

[...]

ad b) Als Folge der begrenzten Informationsaufnahmekapazität werden Strategien gebildet, die den Prinzipien der Gestaltpsychologie folgen.[FN 2]

> Figur-Grund-Prinzip [FN 3]: Neue Informationen ergänzen die bisherige Wahrnehmung, so daß keine objektive Betrachtung der Informationen mehr vorgenommen wird. Ebenso ist es möglich, daß Informationen uminterpretiert werden, damit sie in das vorgefertigte Schema passen.

[...]

> Prinzip der Vollständigkeif [sic!]: Bei mangelnder Informationslage neigt der Entscheider dazu, selbständig das Gesamtbild zu ergänzen, indem er eigene Informationen unkritisch diesen hinzufügt, auch wenn diese nicht zum Entscheidungskontext passen.[FN 6]


[FN 1] Vgl. OEHLER (1995), S. 48; JACOBY/SPELLER/KOHN (1974a) (1974b); VAN RAAIJ (1977); BORCHERDING (1983), S. 67f.; WÄRNERYD (2001), S. 68.

[FN 2] Vgl. OEHLER (1995), S. 47ff.

[FN 3] Vgl. FLADE (1994), S. 835f.; FELSER (1997), S. 79; OEHLER (1992), S. 110.; GUSKI (2000), S. 59f.

[FN 6] Vgl. MAAS/WEIBLER (1990), S. 79f.; KUGLER (1994), S. 151; ANTONIDESA/AN RAAIJ (1998), S. 119f.

Anmerkungen

Fortsetzung S. 137. Eine ganze Seite wird aus der Quelle zusammen mit fast allen Quellenangaben (15 an der Zahl) übernommen. Dabei wurde der Text umgestellt und umformuliert, aber inhaltlich nur minimal verändert. Die FN 250 verweist auf die Quelle (auf Seite 74ff, allerdings wäre 83ff korrekt gewesen). Der Verweis wird aber mit "vgl." eingeleitet, was eine direkte Übernahme eigentlich ausschließt.

Sichter
Hindemith (V)

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