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Mh/Fragment 144 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Bummelchen
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 144, Zeilen: 1-16
Quelle: Schmidt 2003
Seite(n): 88,89,90, Zeilen:
Das peripher-sensorische Gedächtnis dient lediglich zur Aufnahme externer Stimuli, die anschließend mittels Mustererkennung und Kategorisierung in das Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet werden. Dabei ist die Verarbeitung im Kurzzeitgedächtnis auf zwei Arten eingeschränkt. Zum einen werden Informationen nur für maximal 20 Sekunden gespeichert, zum Anderen ist die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses auf etwa sieben plus-minus zwei Bedeutungseinheiten (chunks) begrenzt. Daher können Kopien der Daten aus dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis gespeichert werden, das eine nahezu unbegrenzte Kapazität besitzt. [FN 285] Die Bedeutung dieses Drei-Ebenen-Modells hegt in der Betrachtung der Kontrollprozesse, die die Gedächtnisleistung steuern. Diese sind im Einzelnen die Wiederholung [FN 286], die Kodierung [FN 287] sowie die Wiedergewinnung [FN 288]. Dieses Modell liefert insbesondere Erklärungen für zwei wichtige beobachtbare Phänomene menschlicher In-formationsverarbeitung. Beim Primacy Effect werden die zuerst präsentierten Daten gut erinnert, da diese (durch häufige Wiederholungen) bereits im Langzeitgedächtnis ge-speichert sind. Beim Recency Effect werden auch die zuletzt präsentierten Daten gut erinnert, da diese noch im Kurzzeitgedächtnis vorhanden sind. In der Mitte präsentierte Daten werden dagegen kaum erinnert.[FN 289]

[FN 285] Dies wird auch durch das Brown/Peterson-Paradigma unterstützt; vgl. dazu Brown (1958) sowie Peterson und Peterson (1959).

[FN 286] Im Kurzzeitgedächtnis gespeicherte Daten werden durch neue Wahrnehmungen verdrängt. Dies kann durch 'rehearsal' verhindert werden.


[FN 287] Das 'coding' bezeichnet die Entscheidung, welche Informationen gespeichert werden und wie diese mit bereits bestehenden Informationen verknüpft werden.


[FN 288] Das 'retrieval' beschreibt die Suchprozesse sowie die Rückführung von Informationen aus dem Lang-zeitgedächtnis in einen aktiven Zustand.


[FN 289] Vgl. zu experimentellen Studien dazu etwa Glanzer und Cunitz (1966); Rundus und Atkinson (1970) sowie Craik (1970).

[FN 291] Vgl. Bettman (1979), S. 141f. Beispielsweise werden eher oberflächliche Daten, wie etwa der Wortlaut eines Buchstabens, kürzer behalten als tiefere Daten, z. B. die Bedeutung eines Wortes; vgl. dazu die Experimente von Deese (1959); Mandler (1967) sowie Bousfield (1953). Zu Untersuchungen von Kontexteffekten hinsichtlich Räumlichkeiten, Geruch und Alkoholisierung vgl. Abernathy (1940); Godden und Baddeley (1975); Schab (1990) sowie Goodwin, Powell, Bremer, Hoine und Stern (1969).

S. 88

Jedes Datum, das ein menschliches Individuum aufnimmt, wird dabei zunächst im sensorischen Register erkannt und bei Bedarf (d.h. wenn das Individuum seine Aufmerksamkeit auf dieses richtet) an das Kurzzeitgedächtnis (short-term-store) weitergeleitet. Aufgrund des eingehenden Datums können weitere Informationen, die zu diesem passen, aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen (d.h. kopiert) werden. Da das Kurzzeitgedächtnis ebenso wie der sensorische Register nur eine begrenzte Kapazität hat (je nach Art des Datums nur zwi-schen sechs und zehn Einheiten), können Kopien der Daten aus dem Kurz-zeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis (long-term-store) abgespeichert werden. Das Langzeitgedächtnis hat eine nahezu unbegrenzte Kapazität.


S. 89

Diese These wird auch durch das BROWN-PETERSON-Paradigma (1958/59) [FN 1] gestützt, das experimentell die Gedächtnisleistung überprüft. Die Bedeutung des Modells von ATKINSON und SHIFFRIN liegt in der Betonung der Kontrollprozesse, die die Gedächtnisleistung steuern. Im einzelnen sind dies die Wie-derholung („rehearsal"; Entscheidung, welche Daten in das Langzeitgedächtnis kopiert werden), die Kodierung („coding"; Entscheidung, welche Informationen überhaupt gespeichert werden und wie diese mit anderen bereits bestehenden Daten verknüpft werden) und die Wiedergewinnung („retrieval"; Suchprozess und Rückführung aus dem Langzeitgedächtnis in einen aktiven Zustand). Die Methode zur Erforschung dieser Art Gedächtnisleistung ist „free recall" (eingeführt bereits im Jahr 1894 von KIRKPATRICK). Dabei werden die Versuchspersonen aufgefordert, nach freier Wahl bestimmte vorher präsentierte Informationen zu wiederholen. Verschiedene Experimente hierzu zeigten zwei bedeutende Effekte:[FN 2]

• primacy effect. die zuerst präsentierten Daten werden gut erinnert (weil diese durch die häufigen Wiederholungen im Laufe des Experiments in das Langzeitgedächtnis überführt werden).

• recency effect die zuletzt präsentierten Daten werden ebenfalls gut erin-nert (weil sie sich noch im Kurzzeitgedächtnis befinden).


[FN 1] Vgl. BROWN (1958) und PETERSON/PETERSON (1959). Bei diesem Experiment wird den Teilnehmern zuerst eine Kombination aus 3 Buchstaben präsentiert. Anschließend werden die Versuchspersonen mit Aufgaben zu Zahlungsreihen beschäftigt, um zu verhindern, daß die Buchstaben im Gedächtnis memoriert bleiben. Nach gewissen Zeitabständen werden die Teilnehmer aufgefordert, die Buchstaben aufzusagen. Es konnte dabei nach-gewiesen werden, daß bereits nach 18 sec. nur noch 10% der Erinnerungsleistung vorhanden ist.

[FN 2] Die beiden genannten Effekte werden ausführlich im Rahmen der beeinflussenden Deteminanten beschrieben, da diese im Kontext der Reihenfolge, in der verschiedene Informationen präsentiert werden, eine wichtige Rolle spielen.


S. 90

[Das Gedächtnis] ist somit als Prozeß konstruiert, das ein Kontinuum darstellt und sich durch die Tiefe der Daten differenziert. Eher oberflächliche Daten (z.B. der Wortlaut ei-nes Buchstabens) werden kürzer behalten als tiefe Daten (z.B. die Bedeutung eines Wortes). Diese Forschungsrichtung widerspricht somit dem BROWN/PETERSON-Paradigma. [FN 1] Eine weitere Bedeutung erlangen alle Experi-mente, die sich mit der Kontextfrage beschäftigen. So fanden ABERNATHY (1940) und GADDEN/BADDELEY (1975)[FN 2] heraus, daß beispielsweise in dem Raum, in dem die Lernleistung stattfindet auch die Erinnerungsleistung besser ist, als in einem anderen Raum. Dieser Kontexteffekt konnte auch für andere Bedingungen bestätigt werden (Geruchsumgebung oder auch verblüffender-weise die Alkoholisierung der Versuchspersonen [FN 3]).

[FN 1] Vgl. BROWN (1958) und PETERSON/PETERSON (1959). Bei diesem Experiment wird den Teilnehmern zuerst eine Kombination aus 3 Buchstaben präsentiert. Anschließend werden die Versuchspersonen mit Aufgaben zu Zahlungsreihen beschäftigt, um zu verhin-dern, daß die Buchstaben im Gedächtnis memoriert bleiben. Nach gewissen Zeitabständen werden die Teilnehmer aufgefordert, die Buchstaben aufzusagen. Es konnte dabei nach-gewiesen werden, daß bereits nach 18 sec. nur noch 10% der Erinnerungsleistung vorhanden ist.

[FN 2] Die beiden genannten Effekte werden ausführlich im Rahmen der beeinflussenden Deteminanten beschrieben, da diese im Kontext der Reihenfolge, in der verschiedene In-formationen präsentiert werden, eine wichtige Rolle spielen.

[FN 3] Auch diese Effekte wurden in zahlreichen Experimenten bewiesen; Vgl. GLAN-ZER/CUNITZ (1966); RUNDUS/ATKINSON (1970); CRAIK (1970).

Anmerkungen

Übernimmt den Text aus dieser Quelle und mischt diesen in einem eigenen Text unter.

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