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Mhe/022

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Wandel von Einstellungen und Werten unter dem Aspekt des Autoritarismus deutscher Eltern im Zeitvergleich

von Prof. Dr. Marina Hennig

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mhe/Fragment 022 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-24 11:32:19 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 9-20
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 21 f., Zeilen: 21: letzter Absatz; 22: 1 ff.
In der Nachkriegszeit hatten die Kinder relativ große Freiheiten, da die Erwachsenen wenig Zeit hatten. Mit der bürgerlich-konservativen Politik der Adenauer-Ära etabilierte sich jedoch nach wenigen Jahren das sozial-selektive viergliedrige Schulsystem mit weitgehend traditionellem Curriculum und seinem autoritär-patriarchalischem Stil. Auch in den Familien stellte sich rasch das frühere patriarchalische Kleinfamilienmodell wieder her. Die Mütter, die sich und ihre Kinder selbständig im Krieg versorgten, dienten Mann und Kindern wieder als „ordentliche“ Hausfrau. Es etablierte sich das Modell der „Versorgerehe“ (Bertram 1997, S.88), das ökonomisch vorrangig durch die Erwerbstätigkeit der aus dem Krieg zurückgekehrten Männer gesichert und getragen wurde. Kinder und Jugendliche in allen sozialen Schichten mußten sich an die Rolle des behüteten, nicht an der Sicherung des Lebensunterhalts beteiligten Kindes anpassen. Tradierte Erziehungsnormen und -stile wurden autoritär durchgesetzt. Kinder verdankten ihre relativ große Freiheit in der unmittelbaren Nachkriegszeit wohl mehr der Tatsache, daß die Erwachsenen wenig Zeit für sie hatten, als der vorübergehenden Lockerung konventioneller Denkweisen und Lebensformen nach dem Zerbrechen der ideologischen Zwänge des Nationalsozialismus. Von der neuaufgenommenen Diskussion reformpädagogischer Konzepte unmittelbar nach Kriegsende haben die Kinder und Jugendlichen wenig zu spüren bekommen. Sehr schnell etablierte sich nach wenigen Jahren mit der bürgerlich-konservativen Politik auch wieder das sozial-selektive viergliedrige Schulsystem mit weitgehend traditionellem Curriculum und autoritär-patriarchalischem Stil. Auch die Familien stellten sich rasch wieder als patriarchalische Kleinfamilie her, nachdem die Väter, soweit sie den Krieg überlebt hatten, zurückgekehrt waren und der extreme materielle Mangel nach der Währungsreform überwunden war. Die Mütter, die sich und ihre Kinder selbständig im Krieg "durchgebracht" hatten, beschränkten sich wieder darauf, Mann und Kindern als ordentliche Hausfrau zu dienen. Die Kinder und Jugendlichen mußten sich — in allen sozialen Schichten —

[Seite 22]

in die tradierte Rolle des behüteten, nicht an der Sicherung des Lebensunterhalts beteiligten bürgerlich-kleinbürgerlichen Kindes fügen, das sich den Normen und Lebensweisen der Kleinfamilie anzupassen hatte.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mhe/Fragment 022 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-20 18:38:33 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mhe, Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 21-23, 28-30
Quelle: Preuss-Lausitz Zeiher Geulen 1995
Seite(n): 22, Zeilen: 9 ff.
Bis Ende der fünfziger Jahre gab es wenige Kinderzimmer, wenig Spielzeug und keine besondere Kinder- und Jugendmode. Für die wenigen berufstätigen Mütter wurden Kindergärten und Horte eingerichtet. Im großen und ganzen spielten Kinder und Jugendliche in den fünfziger Jahren in der Bundesrepublik weder materiell noch pädagogisch eine besondere Rolle (vgl. Preuß-Lausitz, 1994).

Erst Mitte der sechziger Jahre fanden Kinder und Jugendliche in einer Phase des Massenkonsums, der nur noch durch die Erschließung neuer Märkte zu beschleunigen war, eine neue Beachtung. Kinder und Jugendliche wurden mit Spiel- und Sportgeräten überschwemmt, mit einer eigenen Mode, mit besonderen Eßwaren usw. Es entstanden eigene ‘Kulturen’ - Musikstile, Fernsehprogramme und die Comicliteratur.

Bis Ende der 50er Jahre gab es wenig Kinderzimmer, wenig Spielzeug, keine besonderen Kinder- und Jugendmoden. Im öffentlichen Bereich wurden besondere Maßnahmen für Kinder nur ergriffen, wo es unumgänglich war: Für die „Schlüsselkinder“ der — noch wenigen — erwerbstätigen Mütter wurden Kindergärten und Horte eingerichtet. [...] Im Ganzen läßt sich sagen, daß sich die bundesrepublikanische Gesellschaft in den fünfziger Jahren weder materiell noch pädagogisch besonders mit Kindern und Jugendlichen befaßte.

Die gesellschaftliche Segregation der Altersgruppen wurde genutzt und weitergetrieben durch altersspezifische Warenangebote: Kinder und Jugendliche wurden überschwemmt mit Spiel- und Sportgegenständen, mit eigenen Textilmoden, besonderen Möbeln und Eßwaren und mit Ausstattungen zum Hören spezifischer Jugendmusik (vgl. den Beitrag von P. Zimmermann). So entstanden für sie eigene ,Kulturen‘ — Musikstile, Femsehserien, Comicliteratur —, wozu die rasche Ausbreitung neuer Medien wesentlich beitrug (vgl. den Beitrag von H.G. Rolff).

Anmerkungen

Die Quelle ist – unspezifisch ohne Seitenangabe – genannt (aber sowohl bzgl. Verfasserangabe [Preuß-Lausitz statt Preuss-Lausitz u.a.] wie Jahr [1994 statt korrekt 1995; Fehler auch im Lit.verz.] inkorrekt).

Der Inhalt ist aus dem im Auftrag der Arbeitsgruppe „Wandel der Sozialisationsbedingungen seit dem Zweiten Weltkrieg“ von Ulf Preuss-Lausitz, Helga Zeiher und Dieter Geulen verfassten einführenden Beitrag Was wir unter Sozialisationsgeschichte verstehen (S. 11-25) entnommen.

Da sich die Quellenangabe vor dem Punkt eines bilanzierenden Satzes ("Im großen und ganzen [...]") befindet, signalisiert sie dem Leser, sich nur auf diesen (und nicht auf den gesamten Absatz) zu beziehen. Die Übernahme fand aber schon davor statt und setzt sich danach auch weiter unten fort.
Sie führt auch zu einer halben Stilblüte (Kindergärten und Horte für die berufstätigen Mütter [Mhe] statt für deren Kinder [Quelle]).

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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