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Mhe/068

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Wandel von Einstellungen und Werten unter dem Aspekt des Autoritarismus deutscher Eltern im Zeitvergleich

von Prof. Dr. Marina Hennig

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mhe/Fragment 068 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-21 12:00:03 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 68, Zeilen: (1)1-5(5-9)11-16(16-17)
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 199, 200, Zeilen: 199: (4-7)7-13(13-19); 200: 3-8, 41-43
[Die Altersgruppe der 1957-1966 Geborenen stellt die Altersgruppe dar, die von neuen Verhaltensanforderungen geprägt wurde, die sich aus der Entwicklung der] Konsumgesellschaft vor allem in der Bundesrepublik ergaben. Wohlstand und Überflußproduktion erforderten einen konsumfreudigen und flexiblen Menschen, der sich in den Verhaltensstandards nicht mehr an der Nachkriegszeit orientierte. So setzt im Laufe der Entwicklung in der Bundesrepublik ein Wandel in den Verhaltensstandards und Umgangsnormen ein. „Der frühere Respekt vor der älteren Generation ist stark geschwunden und hat einer freieren, selbstbewußten und ausgeprägt kritischen Haltung der Jugend-Generation Raum gegeben. Die Konflikte mit den Eltern und den sonstigen Repräsentanten der älteren Generation werden offener, schärfer und in oft revoltierender Form ausgetragen. Es hat sich bei den Erwachsenen und Jungen ein ausgesprochenes Bewußtsein des Kampfes der Generationen entwickelt“ (Bernsdorf 1972, S.283) .

[...]

Es entwickelt sich eine Tendenz zum „freieren“ Umgang zwischen den Älteren und den Jüngeren, die auf eine Veränderung in der Eltern-Kind-Beziehung verweist. Gehorsamsbereitschaft allein und Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Vorschriften waren nicht mehr selbstverständlich. Die Autoritätsperson geriet zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Diese Entwicklung schlägt sich auch in einem zunehmend kindzentrierten Erziehungsstil nieder, die sich jedoch zunächst stärker in den höheren Bildungschichten vollzieht (s. Kapitel 1).

[Seite 199]

Die meisten Beobachter der Entwicklung der Sozialisationsbedingungen seit 1945 sehen den entscheidenden Umbruch im Übergang vom Nachkriegs-Sparkapitalismus zum Konsumkapitalismus der 60er Jahre, der für das Individuum mit einer Reihe von neuen Verhaltensanforderungen verbunden ist. Wohlstandsdenken und Überflußproduktion, steigende Massenkaufkraft und hohes Konsumniveau verlangen einen flexiblen und konsumfreudigen Zeitgenossen, dessen Verhaltensstandards und Umgangsnormen - ökonomisch wie moralisch — von den Fesseln der Nachkriegszeit befreit sind.

Im Zuge dieser Entwicklung setzt auch ein Wandel der Verhaltensstandards und Umgangsnormen ein. „Der frühere Respekt vor der älteren Generation ist stark geschwunden und hat einer freieren, selbstbewußten und ausgeprägt kritischen Haltung der Jugend-Generation Raum gegeben. Die Konflikte mit den Eltern und den sonstigen Repräsentanten der älteren Generation werden offener, schärfer und in oft revoltierender Form ausgetragen. Es hat sich bei Erwachsenen und Jungen ein ausgesprochenes Bewußtsein des Kampfes der Generationen entwickelt... ,Jugend' (wird) heute als besonderer Wert erlebt, und zwar von beiden Generationen, eine Tatsache, die ihren Ausdruck in dem auffälligen Bestreben der Älteren findet, ihr äußeres Erscheinungsbild und ihre Lebensgewohnheiten zu verjüngen.“ (Bernsdorf 1972, S. 283)

[Seite 200]

Damit ist eine viel diskutierte Entwicklungstendenz angesprochen3, die auf den zunehmend „freieren“ Umgang zwischen Älteren und Jüngeren und insbesondere die Veränderung der Eltern-Kind-Beziehungen verweist. Gehorsamsbereitschaft allein und Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Anordnungen und Vorschriften sind nicht mehr selbstverständlich. Die Autoritätsperson gerät unter Rechtfertigungsdruck.

[...]

Diese Entwicklung der Verhaltensstandards und Umgangsnormen schlägt sich in einem zunehmend positiven kindzentrierten Erziehungsstil (auch in Familien der sog. Unterschicht und unteren Mittelschicht) nieder (Wahl u.a. 1980, S.148ff.).


3 [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Da sich der erste Satz stärker von der Quelle unterscheidet, geht er nicht in die Zeilenzählung ein; ebenso das (fast) wörtliche Bernsdorf-Zitat, wenngleich sich hier der Eindruck einer ungeprüften Übernahme aus der Quelle aufdrängt.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[2.] Mhe/Fragment 068 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-11-09 21:46:00 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kühnel 1990, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
77.174.38.119
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 68, Zeilen: 19-30
Quelle: Kühnel 1990
Seite(n): 33, Zeilen: 27 ff.
[In der DDR sind solche Entwicklungen in diesem Maße nicht erkennbar.] Enttraditionalisierung und Individualisierung sind hier keine direkte Folge von Flexibilisierungen in den Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen, sondern eher Ausdruck eines Anpassungsdruckes, der durch den zunehmenden Einfluß des Staates auf die Lebensbedingungen erzeugt wurde. Die Gestaltung des Lebensweges war in mehr oder weniger starkem Maße den normativen Regelungen des staatlich-administrativen Systems in Wirtschaft, Politik und Ausbildung unterworfen. Trotz der Möglichkeit, individuelle Wahlhandlungen über die eigenen Lebensumstände innerhalb bestimmter Grenzen zu treffen, waren jedoch gruppenspezifische Zusammenhänge und Identitäten in größerem Ausmaß, die den Anspruch auf Selbstorganisation in nicht staatlichen Infrastrukturen hätten geltend machen können, nicht herstellbar. Somit hatte die Familie als sozialer Rückzugsraum für die Jugendlichen eine primäre Funktion (vgl. Kühnel, 1990). Enttraditionalisierung und Individualisierung waren in der DDR nicht die Folge von Flexibilisierungen in den Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen, sondern ein Ergebnis des Anpassungsdrucks, der mit der zunehmenden Durchstaatlichung von Lebensbedingungen erzeugt wurde. Berufswahl, die Gestaltung des Lebensweges und politische Optionen sind einzig und allein dadurch zu risikovollen Unternehmen geworden, weil sie in mehr oder weniger starkem Maße den normativen Regelungen des staatlich-administrativen Systems in Wirtschaft, Politik und Ausbildung unterworfen werden mußten. Zwar waren innerhalb bestimmter Grenzen wohl individuelle Wahlhandlungen über die eigenen Lebensumstände möglich, keinesfalls jedoch gruppenspezifische Zusammenhänge und Identitäten in größerem Ausmaß herstellbar, die den Anspruch auf Selbstorganisation in nichtstaatlichen Infrastrukturen hätten geltend machen können. Insofern wird verständlich, daß die Familie als sozialer Rückzugsraum für die Jugendlichen eine große Rolle spielte.
Anmerkungen

Die Verf.in verweist lediglich unspezifisch mit "vgl." auf die Quelle, obwohl sie ihre Ausführungen über weite Strecken wörtlich aus dieser übernimmt (die längste Wortgruppe umfasst 18 zusammenhängende Wörter).

Der Fragmentinhalt stellt eine zum größten Teil wörtliche Wiederholung des oberen Teils von Fragment 032 04 dar.

Sichter
(77.174.38.119) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20161109215124

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