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Mhe/163

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Wandel von Einstellungen und Werten unter dem Aspekt des Autoritarismus deutscher Eltern im Zeitvergleich

von Prof. Dr. Marina Hennig

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mhe/Fragment 163 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-08-21 12:21:06 Schumann
Büchner 1995, Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 163, Zeilen: 1-2, 5-12
Quelle: Büchner 1995
Seite(n): 198, 199, 200, Zeilen: 198: letzte drei Zeilen; 199: 5 ff., 200: 3 ff.
Damit verbunden war eine hohe, nahezu asketische Arbeitsmoral, die auch zu Härte gegen sich selbst zwang.(Kapitel 1)

[...] Die Altersgruppe der 1957-66 Geborenen wurde von neuen Verhaltensanforderungen geprägt, die sich aus der Entwicklung der Konsumgesellschaft vor allem in der Bundesrepublik ergaben. Wohlstand und Überflußproduktion erforderten einen konsumfreudigen und flexiblen Menschen, der sich in den Verhaltensstandards nicht mehr an der Nachkriegszeit orientierte. Im Laufe der Entwicklung setzte in der Bundesrepublik ein Wandel in den Verhaltensstandards und Umgangsnormen ein, die eine Tendenz zum „freieren“ Umgang zwischen den Älteren und den Jüngeren mit sich brachte. Die Bereitschaft zu Gehorsam allein und das Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Vorschriften ist nicht mehr selbstverständlich, so daß die Autoritätsperson zunehmend in einen Rechtfertigungsdruck gerät (s. Kapitel 1).

[Seite 198]

Eng verbunden ist damit auch eine asketische Arbeitsmoral, die vielfach zur Härte gegen sich selbst zwang, auch bei Jugendlichen:

[Seite 199]

Die meisten Beobachter der Entwicklung der Sozialisationsbedingungen seit 1945 sehen den entscheidenden Umbruch im Übergang vom Nachkriegs-Sparkapitalismus zum Konsumkapitalismus der 60er Jahre, der für das Individuum mit einer Reihe von neuen Verhaltensanforderungen verbunden ist. Wohlstandsdenken und Überflußproduktion, steigende Massenkaufkraft und hohes Konsumniveau verlangen einen flexiblen und konsumfreudigen Zeitgenossen, dessen Verhaltensstandards und Umgangsnormen — ökonomisch wie moralisch — von den Fesseln der Nachkriegszeit befreit sind.

[Seite 200]

Damit ist eine viel diskutierte Entwicklungstendenz angesprochen3, die auf den zunehmend „freieren“ Umgang zwischen Älteren und Jüngeren und insbesondere die Veränderung der Eltern-Kind-Beziehungen verweist. Gehorsamsbereitschaft allein und Vertrauen in die Richtigkeit und Berechtigung von Anordnungen und Vorschriften sind nicht mehr selbstverständlich. Die Autoritätsperson.gerät unter Rechtfertigungsdruck.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite, siehe Fragment 162 18.

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der Text befindet sich auf der zweiten Seite des Teils 7 (Schlußfolgerungen und Ausblick, S. 162-177).

Der Inhalt findet sich auch bereits auf Seite 68; siehe Fragment 068 01.

Da sich der erste Satz des zweiten Absatzes stärker von der Quelle unterscheidet, geht er nicht in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[2.] Mhe/Fragment 163 23 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-12-01 17:21:23 Schumann
Fragment, Gesichtet, Mhe, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Steinkamp 1991, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
202.73.53.22
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 163, Zeilen: 23-36
Quelle: Steinkamp 1991
Seite(n): 259; 260, Zeilen: 259: re. Sp. 34 ff.; 260: li. Sp. 4 ff., 41 ff.
Kohn geht davon aus, daß Wertvorstellungen, Gesellschaftbilder und Persönlichkeitmerkmale von Menschen eine Funktion ihrer Stellung in der Sozialstruktur sind. Als bedeutendste Dimension der Sozialstruktur sieht er die hierarchische Ordnung sozialer Schichten an, die aus der unterschiedlichen Verteilung von Macht, Privilegien und Ansehen resultiert. Die Schichtzugehörigkeit bringt, so Kohn, systematisch unterschiedliche Lebensbedingungen hervor, die die Vorstellung der Menschen über ihre gesellschaftliche Wirklichkeit tiefgehend beeinflussen. Je nach Höhe der gesellschaftlichen Position können eigene Entscheidungen und Handlungen durchgesetzt werden oder auch nicht. Selbstbestimmung, als Ausdruck des Handelns auf der Grundlage des eigenen Ich-Urteils, Aufgeschlossenheit, moralische Standards persönlich zu verantworten, ist nach Kohn nur möglich, wenn die realen Lebensbedingungen eigene Handlungsfreiheit lassen. Da in der Industriegesellschaft der sechziger Jahre, in der dieser Ansatz entstand, der Beruf eine zentrale Rolle im Leben der Menschen spielte, geht Kohn davon aus. [sic] daß die Berufsbedingungen, die die Ausübung von Selbstbestimmung [fördern oder hemmen, nicht nur Einfluß auf die Vorstellungen der Menschen von der Arbeit und ihrer Rolle in der Arbeit haben, sondern auch auf ihre Sicht von der Welt, ihrem Selbst sowie die Erziehung ihrer Kinder.] [Seite 259]

Sämtlichen Untersuchungen Kohns unterliegt die basale Annahme, daß Attitüden wie Wertvorstellungen, Ideologien, Gesellschaftsbilder, aber auch Persönlichkeitseigenschaften von Menschen einschl. ihrer (von Situationsbedingungen abhängigen) „Umsetzung“ in Verhalten eine Funktion ihrer Stellung in der Sozialstruktur ist (Steinkamp 1983, 105). Ihre bedeutsamste Dimension ist für Kohn die hierarchische Ordnung sozialer Schichten, die aus einer differentiellen Verteilung von Macht, Privilegien und Ansehen resultiert (Kohn 1981, 204). „Die Schichtzugehörigkeit ist für das menschliche Verhalten von Bedeutung, weil sie systematisch unterschiedliche Lebensbedingungen mit sich bringt, welche die Ansichten der Menschen über ihre gesellschaftliche Wirklichkeit tiefgehend beeinflussen. Das Wesen der höheren gesellschaftlichen Position besteht darin, daß die eigenen Entscheidungen und Handlungen durchgesetzt werden können;

[Seite 260]

[...] Selbstbestimmung — d. h. zu handeln auf der Grundlage des eigenen Urteils, zu achten auf die innere Dynamik sowie auf die äußeren Konsequenzen, aufgeschlossen zu sein, anderen zu vertrauen, persönlich verantwortete moralische Standards zu haben — ist nur dann möglich, wenn die realen Lebensbedingungen einige [sic] Handlungsfreiheit lassen und wenn das Gefühl der Kontrolle über das eigene Schicksal begründet ist. [...]“ (Kohn 1981, 203).

[...]

„In der Industriegesellschaft, in der der Beruf eine zentrale Rolle im Leben der Menschen spielt, machen sich die Berufsbedingungen, die die Ausübung von Selbstbestimmung fördern oder hemmen, allmählich in den Absichten der Menschen nicht nur von der Arbeit und ihrer Rolle bei der Arbeit, sondern auch von der Welt und vom Selbst bemerkbar. [...]“ (Kohn 1981, 217).


[Literaturverzeichnis S. 669]

Kohn, M.L. (1981). Persönlichkeit, Beruf und soziale Schichtung. Stuttgart: Klett-Cotta.

[Literaturverzeichnis S. 708]

Steinkamp, G. (1983). Auf der Suche nach den sozialstrukturellen Bedingungen sozialen Handelns: Melvin L. Kohn. Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungsoziologie [sic], 3 (1), 105-116.

Anmerkungen

Die Quelle wird nicht genannt.

Bei Kohn (1981) heißt es auf S. 204 im angeführten Zusammenhang:
"Das Phänomen, mit dem ich mich befasse, die hierarchische Verteilung von Macht, Privilegien und Ansehen, bestimmt ein System sozialer Schichtung."
Die Ausdrücke "bedeutsamste" bzw. "bedeutendste Dimension" und "hierarchische Ordnung sozialer Schichten" finden sich dem Wortlaut nach dort nicht; auch ist an der von Steinkamp (1991) angegebenen Stelle nicht von einer "differentiellen" bzw. "unterschiedlichen", sondern einer "hierarchische[n] Verteilung" die Rede.

Der erste Satz dieses Fragments findet sich bereits in erweiterter Form in Fragment 109 03.

Für die letzten drei Sätze des Fragments könnte man zu Gunsten der Verf.in zwar argumentieren, dass sie – wenn auch sehr wortnah und ohne Erwähnung des Titels – lediglich Inhalte aus Kohn (1981), der ihr vorliegt, referiert, die auch von Steinkamp wörtlich zitiert werden; andererseits macht die Synopse aber deutlich, dass sie hier dessen Kohn-Rezeption übernimmt. Einzig die abschließende Ergänzung "sowie die Erziehung ihrer Kinder" stammt von ihr selbst.

Sichter
(202.73.53.22) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20161201172335

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