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Mhe/Fragment 036 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 1-2, 7, 12-14, 16-20, 26-27, 30-32
Quelle: Weber-Kellermann 1996
Seite(n): 188 f., Zeilen: 188: 7 ff.; 189: 5 ff.
Die herrschenden Strukturen der Gesellschaft stehen für Fromm im engsten Zusammenhang mit der frühkindlichen Sozialisation in der Familie :

„Indem das Über-Ich schon in den früheren Lebensjahren des Kindes als eine durch die Angst vor dem Vater und dem gleichzeitigen Wunsch, von ihm geliebt zu werden, bedingte Instanz entsteht, erweist sich die Familie als eine wichtige Hilfe für die Herstellung der späteren Fähigkeiten des Erwachsenen, an Autoritäten zu glauben und sich ihnen unterzuordnen“(Fromm 1936, S. 87).

Weiterhin sagt er, und damit geht er über Freud hinaus, daß

„neben den individuellen Verschiedenheiten, die in den einzelnen Familien existieren, die Familie in erster Linie bestimmte gesellschaftliche Inhalte repräsentiert und daß in deren Vermittlung, und zwar nicht im Sinne der Vermittlung von Meinungen und Ansichten, sondern der Produktion der gesellschaftlich erwünschten seelischen Struktur, die wichtigste gesellschaftliche Funktion der Familie liegt“ (S. 87).

Die Autorität des Familienvaters ist somit nicht zufällig, sondern findet ihre Begründung in der Autoritätsstruktur der Gesamtgesellschaft. Der Familienvater erscheint dem Kind zwar als erster Vermittler dieser Autorität, ist aber „nicht ihr Vorbild, sondern ihr Abbild“ (Fromm 1936, S. 88).

Autoritätsgläubigkeit als irrationale Einstellung einerseits und autoritäres Verhalten als ebenso irrationale Haltung andererseits sind also die zwei Möglichkeiten, die sich aus der Verinnerlichung der Autorität durch das Über-Ich ergeben.

Diese Doppelfunktion von Autorität und Über-Ich eröffnet nun verschiedene Möglichkeiten :

„Indem sie auch die idealen und positiven Triebe des Individuums zum Inhalt haben, wird die triebunterdrückende Seite gleichsam vom Glanze der positiven Funktion gefärbt[...]. Die Verbote der Autorität zu übertreten, heißt eben nicht nur, die Gefahr der Bestrafung zu riskieren, sondern den Verlust der Liebe jener Instanz, welche die eigenen Ideale, den Inhalt alles dessen, was man selbst werden möchte, verkörpert“ (Fromm 1936, S. 109).

Beide Funktionen der Autorität, die negative sowie die positive, werden innerhalb der Familie wahrgenommen, denn „die Bildung zu den anspornenden Idealen ebenso wie zu de triebeinschränkenden Verboten erfolgt in der bürgerlichen Gesellschaft durch das Medium der Familie“ (Fromm1936, S. 109).

Der Autoritätsbegriff erfährt durch die Akzentuierung seiner gesellschaftlichen Immanenz eine neue Beleuchtung. Fand die Autorität früher mehr oder weniger durch die gemeinschaftlichen unternehmerischen Interessen, die die Familienmitglieder verbanden [(Handwerksbetrieb, Kaufmannskontor, Landwirtschaft) ihre Notwendigkeit, so nahm autoritäres Verhalten mit der Auflösung der „Hausfamilie“ jetzt einen irrationalen Zug an, der nur durch Konventionen und traditionelle Symbole gestützt werden konnte.]

Die herrschenden Strukturen der Gesellschaft stehen also in engstem Zusammenhang mit den frühkindlichen Erlebnissen in der Familie:
 »Indem das Über-Ich schon in den früheren Lebensjahren des Kindes als eine durch die Angst vor dem Vater und dem gleichzeitigen Wunsch, von ihm geliebt zu werden, bedingte Instanz entsteht, erweist sich die Familie als eine wichtige Hilfe für die Herstellung der späteren Fähigkeiten des Erwachsenen, an Autoritäten zu glauben und sich ihnen unterzuordnen« (S. 87).

Über Freud hinausgehend sagt er weiterhin, daß

 »neben den individuellen Verschiedenheiten, die in den einzelnen Familien existieren, die Familie in erster Linie bestimmte gesellschaftliche Inhalte repräsentiert und daß in deren Vermittlung, und zwar nicht im Sinne der Vermittlung von Meinungen und Ansichten, sondern der Produktion der gesellschaftlich erwünschten seelischen Struktur, die wichtigste gesellschaftliche Funktion der Familie liegt« (S. 87).

Damit ergibt sich, daß die Autorität des Familienvaters nicht zufällig ist, sondern ihre Begründung in der Autoritätsstruktur der Gesamtgesellschaft findet. Der Familienvater erscheint für das Kind zwar als erster Vermittler dieser Autorität, ist aber (inhaltlich gesehen) »nicht ihr Vorbild, sondern ihr Abbild« (S. 88). Autoritätsgläubigkeit als irrationale Einstellung einerseits und autoritäres Verhalten als ebenso irrationale Attitüde andererseits sind also die beiden Möglichkeiten, die sich aus der Verinnerlichung der Autorität durch das Über-Ich ergeben.

[Seite 189]

Gerade die Doppelfunktion von Autorität und Über-Ich eröffnet verschiedene Möglichkeiten:

 »Indem sie auch die idealen und positiven Triebe des Individuums zum Inhalt haben, wird die triebunterdrückende Seite gleichsam vom Glanze der positiven Funktion gefärbt... Die Verbote der Autorität zu übertreten, heißt eben nicht nur, die Gefahr der Bestrafung zu riskieren, sondern den Verlust der Liebe jener Instanz, welche die eigenen Ideale, den Inhalt alles dessen, was man selbst werden möchte, verkörpert« (S. 109).

Beide Funktionen der Autorität, die negative sowie die positive, werden innerhalb der Familie wahrgenommen, denn

 »die Bildung zu den anspornenden Idealen ebenso wie zu den triebeinschränkenden Verboten erfolgt in der bürgerlichen Gesellschaft durch das Medium der Familie« (S. 109).

Der Autoritätsbegriff erfährt hier eine neue Beleuchtung durch die Betonung seiner gesellschaftlichen Immanenz. War Autorität früher mehr oder weniger notwendig gewesen durch die gemeinschaftlichen unternehmerischen Interessen, die die Familienmitglieder verbanden (Handwerksbetrieb, Kaufmannskontor, Landwirtschaft), so nahm nach deren weitgehendem Fortfall autoritäres Verhalten im Hause jetzt einen irrationalen Zug an, der nur durch Konventionen und traditionelle Symbole gestützt werden konnte11.


11) Horkheimer, Max: Autorität und Familie, 1973, S. 81 f.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf Weber-Kellermann fast vollständig übernommen. Die wörtlichen Zitate gehen nicht mit in die Zeilenzählung ein.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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