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Mhe/Fragment 047 13

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 13-35
Quelle: Mayntz 1958
Seite(n): 78, 79, Zeilen: 78: 29 ff.; 79: 1 ff.
Diese Auffassung der Mehrdimensionalität der Schichtung oder anders gesagt, die Tatsache, daß es mehrere objektive Merkmale gibt, die Einfluß auf die Schichtenbildung haben können, warf eine Reihe von Diskussionen zu diesem Thema auf. Diese Diskussionen bezogen sich nicht auf das Vorhandensein mehrerer Schichtungen in derselben Gesellschaft, die unabhängig voneinander existieren, sich nicht überschneiden und wo keine besonders dominant ist. Im Gegenteil. Bisher ist man bei der Erkenntnis über das Vorhandensein mehrfacher Schichtung davon ausgegangen, daß die Schichtgrenzen unscharf und durchlässig sind, daß sie sich überschneiden oder wenigstens ein Merkmal dominiert.

Es zeigte sich aber, daß sich die Merkmale wie Stellung im Beruf, Grad der Ausbildung und Einkommenshöhe nicht immer in Übereinstimmung befinden, d.h. der Einzelne kann für die verschiedenen Merkmale unterschiedlich hohe Rangstufen einnehmen, ohne daß deutlich wird, welche der Merkmale seine Soziallage am wesentlichsten bestimmt. Um nun trotzdem zu einer einheitlichen Schichtungsvorstellung zu gelangen, wurde der Begriff des sozialen Status eingeführt. Jede Stellung, die der Einzelne innerhalb der verschiedenen Merkmale einnimmt, stellt die Wertschätzung dieser Stellung, den entsprechenden Status dar. Der soziale Status bezeichnet in diesem Kontext das Resultat der verschiedenen Stellungen ergänzt um ihre Wertschätzung. Dabei ergibt die Ordnung der Mitglieder einer Bevölkerung nach der Höhe ihres sozialen Status ein Statuskontinuum, nach dem die Statusgrenzen festgelegt werden und die Einzelnen anhand der festgestellten Indexwerte dem jeweiligen Status zugeordnet werden.

Eines der wesentlichen Probleme bei diesen Ansätzen besteht darin, daß eine Ordnung der Bevölkerung nach der Höhe des sozialen Status eher ein Statuskontiniuum ergibt als klar [gegeneinander abgrenzte Schichten.]

Die Tatsche, daß es mehrere objektive Merkmale gibt, die möglicherweise die Grundlage einer Schichtbildung sind, wirft ein Problem auf, das für die heutige Diskussion um dieses Thema von zentraler Bedeutung ist, und zwar handelt es sich um die Multidimensionalität8) der Schichtung. Damit ist das Vorhandensein mehrerer Schichtungen in der gleichen Gesellschaft gemeint, die nicht konvergieren und von denen auch keine allen anderen gegenüber ausgesprochen dominiert. Im Gegensatz zu dieser Auffassung hatte man bisher, soweit überhaupt das Vorhandensein mehrfacher Gliederungen erkannt wurde, entweder angenommen, daß sie konvergieren9) oder daß wenigstens eine Gliederung, ein Merkmal über alle anderen dominiert. Tatsächlich verlaufen heute jedoch Teilstrukturen wie die Berufsstruktur, die Bildungsstruktur, die Besitzstruktur und die Einkommensstruktur offensichtlich streckenweise nicht kongruent. Der Einzelne kann innerhalb verschiedener Teilstrukturen eine durchaus verschieden hohe Rangstellung einnehmen, ohne daß durchweg sicher ist, welche Teilstellung (d. h. welches Merkmal) seine Soziallage insgesamt am wesentlichsten bestimmt.

Um hier trotzdem zu einer einheitlichen und quasi eindimensionalen Schichtungsvorstellung zu gelangen, ist insbesondere von amerikanischen Soziologen der Begriff des sozialen Status benutzt worden. Jede Stellung, die der Ein-

[Seite 79]

zelne innerhalb einer der verschiedenen, je nach einem besonderen Merkmal gegliederten Schichtungen einnimmt, stellt, zusammen mit der entsprechenden Wertschätzung dieser Stellung, einen bestimmten Status dar. Als „sozialen Status“ könnte man dann die Resultante aus den verschiedenen Stellungen plus ihren Wertschätzungen bezeichnen, die der Einzelne in Personalunion in sich vereinigt. [...]

Das Hauptproblem bei diesem Ansatz liegt darin, daß eine Ordnung aller Mitglieder einer Bevölkerung nach der Höhe ihres sozialen Status eher ein Kontinuum als klar gegeneinander abgegrenzte Schichten ergibt.


8 Auf diesen Unterschied hat T. H. Marshall hingewiesen: General Survey of Changes in Social Stratification in the Twentieth Century, Transactions 1956, S. 4; siehe auch Paul K. Hatt, Occupation and Social Stratification, American Journal of Sociology, Vol. LV, 1950, S. 533-43, der vorschlägt, den verschiedenen Teilsystemen oder „social areas“ die Bezeichnung „situs“ zu geben.

9 Pitirim A. Sorokin, What is a Social Class? Wiederabdruck eines Artikels von 1947 in: Class, Status and Power, A Reader in Social Stratification, Herausg. R. Bendix und S. M. Lipset, Glencoe 1953, formulierte aufgrund dieser Annahme seine Definition der Klasse als „multi-bonded group“.

Anmerkungen

Der Inhalt ist erkennbar aus der Quelle übernommen.

Auf der Folgeseite findet sich ein unspezifischer Hinweis auf die Quelle, der sich allerdings nur auf die Kritik bezieht, dass das Vorhandensein von Prestigedifferenzen allein kein Beweis für die Existenz von sozialen Schichten ist.

Dass auch alle drei vorangegangenen Absätze aus Mayntz stammen, geht daraus nicht hervor.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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