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Mhe/Fragment 071 04

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 71, Zeilen: 4-9, 26-32.33-36
Quelle: Hurrelmann 1995
Seite(n): 115, Zeilen: 12 ff.
Nach den Untersuchungen von Kohn zu den Auswirkungen der Arbeitsbedingungen von Eltern auf deren Persönlichkeitsentwicklung und ihre Vorstellung über die Erziehung ihrer Kinder tragen Eltern diejenigen Wertvorstellungen, die sie an ihren Arbeitsplätzen entwickelt haben, auch in den familialen Erziehungsprozess hinein. Dabei orientieren sich ihre Erziehungsvorstellungen an den Erfahrungen, die sie an ihren Arbeitsplätzen gemacht haben.

[...]

Den Zusammenhang zwischen beruflichen Erfahrungen und Persönlichkeitsmerkmalen, insbesondere den Wertvorstellungen der berufstätigen Familienmitglieder, kann Kohn überzeugend nachweisen. Nicht überzeugend ist die direkte Rückkopplung von berufsbezogenen Wertvorstellungen der Eltern und ihren Erziehungsvorstellungen. Die Argumentation von Kohn, daß die Eltern diejenigen Einstellungen und Verhaltenserwartungen an die Kinder vermitteln, die ihnen aus ihrem eigenen Erfahrungshintergrund als besonders wichtig erscheinen, ist zwar nachvollziehbar und deckt sich mit den Überlegungen von Fromm in der Theorie zum Autoritarismus, aber wie diese Vermittlung funktioniert, kann Kohn in seinen Untersuchungen nicht nachweisen. Er unterstellt ebenso wie Fromm eine direkte Übertragung von Wertvorstellungen der Eltern an die Kinder.

Nach den Untersuchungen von Kohn tragen Eltern diejenigen Wertvorstellungen auch in den familialen Erziehungsprozeß hinein, die sie an ihren Arbeitsplätzen entwickelt haben. Eltern erziehen ihre Kinder für die Welt so, wie sie von ihnen selbst am Arbeitsplatz erfahren wird. [...]

Die Untersuchungen von Kohn sind insoweit überzeugend, als sie Zusammenhänge zwischen beruflichen Erfahrungen und Persönlichkeitsmerkmalen, insbesondere Wertvorstellungen, der berufstätigen Familienmitglieder nachweisen (vgl. auch Kohn/Schooler 1983). Nicht überzeugend ist der direkte Rückschluß zwischen berufsbezogenen Wertvorstellungen der Eltern und ihren Erziehungsvorstellungen. Zwar ist die Annahme plausibel, daß Eltern über ihr Erziehungsverhalten diejenigen Einstellungen und Verhaltenserwartungen an die Kinder weitergeben, die ihnen in ihrem eigenen Erfahrungshorizont besonders wichtig sind. Doch wie die Mechanismen der Vermittlung aussehen, kann Kohn in seinen Untersuchungen nicht nachweisen. Er unterstellt eine direkte, gewissermaßen mechanische Übertragung von Wertvorstellungen von Eltern an Kinder.


Kohn, M. L. & Schooler, C. (Eds.) (1983): Work and personality. Norwood: Ablex.

Anmerkungen

Der letzte Hinweis auf Hurrelmann findet sich auf S. 48. Womöglich handelt es sich hier um fachliches Allgemeinwissen. Dagegen spricht aber, dass die Verfasserin diese Passage unter der Überschrift "3. Zusammenfassende Darstellung der Untersuchungsgesichtspunkte" präsentiert.

Lediglich eine kurze Passage ("und deckt sich mit den Überlegungen von Fromm in der Theorie zum Autoritarismus") kann als inhaltliche Zutat der Verfasserin gelten.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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