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Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

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[1.] Mhg/Fragment 028 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-02-02 20:46:34 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kiss 1975, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 24-40
Quelle: Kiss 1975
Seite(n): 146, 147, Zeilen: 146: 28 ff.; 147: 1 f.
Bereits in den Analysen von Emile Durkheim wird die funktionale Bedeutung des auf „moralische Obligationen“ ausgerichteten „gewohnheitsmäßigen“ Handelns hervorgehoben und auf die Rolle der Tradition in ihrer Einbindung in das Kollektivbewusstsein für den Systemerhalt hingewiesen (vgl. Parsons 1951: 9).

Ein dritter Kritikpunkt von Parsons an Weber bezieht sich auf die Emotionalität, die bei Weber zu „Irrationalität“ tendiert und aufgrund der fehlenden Sinnhaftigkeit nicht weiter berücksichtigt wird. Parsons ist jedoch der Meinung, dass die Untersuchung der Emotionalität wichtige Aufschlüsse gibt über das menschliche Handeln im Bezugssystem der Interaktionen. Das affektuelle Handeln steht in einem Kontext zur normativ geprägten Situation, denn die sozial gesteuerten Werte führen zu einer Verdrängung bestimmter Triebe. Dabei steht das Individuum im Spannungsfeld zwischen seinen Trieben, Wünschen und Zielen (Interessen), den physikalischen Konditionen seiner Umwelt sowie den normativen Erwartungen des Kultursystems. Die durch den Sozialisierungsprozess angeschobene Anpassungsleistung kann auch zu einer Belastung der Emotionalität führen, so dass Parsons zu der Auffassung gelangt, dass emotionale [Handlungen in einen Zusammenhang mit sozialen Erscheinungen gestellt werden müssen (vgl. Parsons 1951).]

b) [...] In seinen Analysen habe Durkheim die funktionale Bedeutung des auf "moralische Obligationen" gerichteten, "gewohnheitsmäßigen" Handelns herausgestellt und damit auf die systemerhaltende Rolle der Traditionen in ihrer Verankerung im Kollektivbewußtsein hingewiesen. [...]

c) Emotionalität sei nach Weber eigentlich eine Residualkategorie (vgl. Pareto), die im Weberschen Schema zur »Irrationalität« tendiert und wegen ihrer mangelnden »Sinnhaftigkeit« nicht näher berücksichtigt wird. Parsons hingegen meint, daß die Erforschung der Emotionalität für das Verständnis menschlichen Handelns im Bezugssystem der Interaktionen auch für die Soziologie von besonderer Bedeutung ist. Das affektuelle Handeln steht auch in einem besonderen Zusammenhang mit der normativ geprägten Situation, da doch die sozial gesteuerten Werte zur Verdrängung bestimmter Triebe zwingen, wobei das Individuum im Spannungsfeld zwischen seinen Trieben, Wünschen und Interessen (= Zielen) und den physikalischen Bedingungen seiner Umwelt - aber auch zwischen seinen Zielen und den normativen Erwartungen des Kultursystems seine »Probleme« lösen muß. Dieser durch den Sozialisierungsproze eingeleitete Anpassungsvorgang verläuft nicht ohne Belastung der Sphäre der

[Seite 147]

Emotionalität. Emotionale Handlungen müssen folglich im Zusammenhang mit sozialen Erscheinungen betrachtet werden.

Anmerkungen

Die Quelle ist auf der oberen Hälfte der Seite für die dortigen Inhalte mehrfach (wenngleich unspezifisch) genannt - dass sich aber auch unten entgegen der Verweise auf Parsons tatsächlich die Übernahme aus Kiss fortsetzt, bleibt unausgewiesen und somit dem Rezipienten verborgen.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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