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Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

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[1.] Mhg/Fragment 034 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-15 14:16:09 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kiss 1975, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
167.114.118.4
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 25-35
Quelle: Kiss 1975
Seite(n): 322, 323, Zeilen: 322: 19 ff., 105 ff.; 323: 14 ff.
Hier setzt die Kritik von Luhmann an. Luhmann meint, dass aus dem Gesichtspunkt der Überbewertung des Einflusses struktureller Komponenten auf das soziale Geschehen keine befriedigende Antwort auf den tatsächlichen bzw. zeitlich zu erfassenden Verlauf zwischenmenschlicher Handlungsabläufe gegeben werden könne (vgl. Kiss 1977: 322). Er führt dieses Problem auf die Erfahrung zurück, da es neben den strukturell vorgegebenen Normen des Verhaltens auch alternative Handlungsmöglichkeiten gäbe, die nicht aus den im kulturellen System verankerten normativen Wertstrukturen erklärbar sind. So schreibt Luhmann in seinem Aufsatz „Normen in soziologischer Perspektive“:
„Die Geltung von Normen beruht auf der Unmöglichkeit, dies in jedem Zeitpunkt für jede Erwartung jedermanns faktisch zu tun“ (Luhmann 1969: 33).

Kiss, Gabor (1977) Einführung in die soziologischen Theorien II. Opladen.

Luhmann, Niklas (1969) Normen in soziologischer Perspektive. In: Soziale Welt, Nr. 20, 28-48.

[Seite 322]

An dieser Stelle meinen wir die Kritik Luhmanns sinnvoll ansetzen zu können. Luhmann meint, daß aus dem Blickwinkel des strukturellen Primats, d. h. der Überbewertung des Einflusses struktureller Komponenten, auf das soziale Geschehen keine befriedigende Antwort auf den tatsächlichen, präziser: auch zeitlich zu erfassenden Verlauf zwischenmenschlicher Handlungsabläufe gegeben werden kann1. Die problemauslösende Frage scheint auf die Erfahrung zurückführbar zu sein, daß Organisationen trotz der weitgehenden Nichtbefolgung formaler Normen nicht nur nicht, sondern sogar noch »besser« funktionieren können2.

[Seite 323]

Dieser auf dem Erleben beruhende Erfahrungs- und Entdeckungsbefund – der übrigens in der hier vorstrukturierten Reihenfolge auch methodologisch den Erkenntnisweg vom Alltagswissen zum soziologischen Wissen vorzeichnen soll – deckt zuerst auf, daß es neben den strukturell vorgegebenen Normen des Verhaltens auch alternative Handlungsmöglichkeiten gibt, die nicht so »starr« – wie im Strukturfunktionalismus4 – von den im kulturellen System verankerten normativen (Wert-)Strukturen her erklärbar sind.


1 [...]
2 So z. B. schreibt er in seinem Aufsatz „Normen in soziologischer Perspektive“ (in: Soziale Welt, 20, 1969, 1. S. 28–48): „Die Geltung von Normen beruht auf der Unmöglichkeit, dies in jedem Zeitpunkt für jede Erwartung jedermanns faktisch zu tun“ (S. 33).

4 [...]

Anmerkungen

Die Verf.in verweist lediglich zum Vergleich auf die Quelle. Tatsächlich übernimmt sie jedoch ihre Ausführungen zum Teil wörtlich aus dieser – die längsten zusammenhängenden Wortgruppen betragen (das Luhmann-Zitat nicht mitgezählt) 11 und 16 Wörter.

Dessen von der Verf.in verändert übernommene Quellenangabe ist interpretationsfähig; der Luhmann-Aufsatz ist in Heft 1 des 20. Jahrgangs der Zeitschrift erschienen.

Sichter
(167.114.118.4) Schumann


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