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Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

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[1.] Mhg/Fragment 045 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-06 22:23:12 Schumann
Donati 1989, Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 4-7
Quelle: Donati 1989
Seite(n): 252, Zeilen: 21 ff.
Habermas bestimmt auf seine Art die Mischung von gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Elementen neu, indem er der Gemeinschaft eine gewisse Priorität einräumt und von dieser Position aus den Parsonsschen Systemansatz kritisiert. [...]: Während Habermas auf seine Art die Mischung von gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Elementen neu bestimmt und verteidigt, indem er der Gemeinschaft eine gewisse Priorität einräumt und von hier aus das Parsonssche System kritisiert (14), wendet sich Luhmann insofern in radikaler Weise von der Parsonsschen Theorie ab, als er das umgekehrt proportionale Wachstumsverhältnis von «Gemeinschaft» und «Gesellschaft» zugunsten der maximalen Entwicklung der letzteren (als «System») auf die Spitze treibt und zu diesem Zweck alle dazugehörigen soziologischen Kategorien und den gesamten begrifflichen Rahmen neu formuliert (15).

(14) Vgl. J. HABERMAS, Theorie des kommunikativen Handelns, 2 Bde., Suhrkamp, Frankfurt/M. 1981.

(15) Vgl. N. LUHMANN, Soziologische Aufklärung, Westdeutscher Verlag, Opladen 1970.

Anmerkungen

Kurz, aber nicht trivial: Ungekennzeichnete Übernahme der Habermas-Rezeption Donatis.

Das Fragment befindet sich oben in einer kleinen "Lücke" von Fragment 045 08 (dort Quelle Dederichs (1999)).

Es stellt hier eine Wiederholung dar von Seite 39 (vgl. Mhg/Fragment 039 26); eine weitere Wiederholung findet sich auf Seite 49 (vgl. Fragment 049 22).

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mhg/Fragment 045 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-12-18 19:11:23 Schumann
Dederichs 1999, Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: (1-3) 8-21, 27-35
Quelle: Dederichs 1999
Seite(n): (35), 36, Zeilen: (35: 37-41); 36: 3 ff.
.
[ [Wenn die pattern-variables weiterhin mitgeführt wer-]den sollen, sind sie allenfalls als Linsen brauchbar, durch die das Licht der Systemprobleme derart prismatisch gebrochen wird, dass Handlungen im Abglanz der Systemdynamik aufscheinen können.“ (Habermas 1981 II: 367)]

[...]

In der Lebenswelt, die eine begriffliche Ähnlichkeit zur Gemeinschaft darstellt, wird verständigungsorientiert gehandelt. Dabei führt jegliche systemische Ausdifferenzierung in der Lebenswelt zu einem Zuwachs der Rationalität der Lebensweltstrukturen. Auch bei Habermas verlieren die lebensweltlichen Integrationsmuster mit zunehmender gesellschaftlicher Differenzierung an Bedeutung und man gewinnt den Eindruck, dass gesellschaftliche Einrichtungen mit systemischer Struktur ausschließlich zweckrational und emotionslos sind. Nur ein Bruch mit der Rationalitätslogik durch eine erneute Stärkung der kommunikativen Vernunft und einer kommunikativen Rationalität fuhrt zu einer Überwindung der Kolonialisierung der Lebenswelt, so Habermas. In der Theorie der rationalen Kommunikation sieht Habermas die Möglichkeit, mit Hilfe eines rationalen Diskurses zu einer Konsensbildung zu gelangen, deren „Kriterium die Gültigkeit nicht nur kognitiver Aussagen, sondern auch von ästhetischen Urteilen und moralischen Normen“ (Münch 1992 : 316) ist.

[... Zitat Honneth 1999 ...]

Jedoch bleibt es bei einem dualen Modell von Lebenswelt und System bei Habermas, da ein Penetrieren lebensweltlicher Gesichtspunkte in systemische Bereiche faktisch ausgeschlossen wird. Habermas ist sich jedoch bewusst, dass jedes Gesellschaftsmitglied „[...] auf das Entgegenkommen eines konsonenten Hintergrunds von rechtlich nicht erzwingbaren Motiven und Gesinnungen eines am Gemeinwohl orientierten Bürgers“ (Habermas 1992: 641) angewiesen ist. Für die Lösung des Problems zwischen Kolonialisierungsprozessen und Lebensweltpathologien skizziert er ein rationales Diskursmodell (vgl. Habermas 1992).

[Seite 35]

[Dazu schreibt Habermas: „Wenn die pattern variables weiterhin mitgeführt werden sollen, sind sie allenfalls als Linsen brauchbar, durch die das Licht der Systemprobleme derart prismatisch gebrochen wird, daß Handlungen im Abglanz der Systemdynamik aufscheinen können“ (1982b, S. 367).]

[Seite 36]

Die Lebenswelt ist als begriffliche Analogie zu Gemeinschaft eingeführt, in der verständigungsorientiert gehandelt wird, danach wirkt jede systemische Differenzierung in der Lebenswelt als „Rationalitätszuwachs von Lebensweltstrukturen“ (Puch 1988, S. 59). Auch Habermas nimmt einen Verlust von lebensweltlichen Integrationsmustern an und fördert den Eindruck, gesellschaftliche Einrichtungen mit systemischer Strukturierung seien ausschließlich kalt, zweckrational und emotionslos. Eine Lösung bzw. Überwindung der Kolonialisierung sieht Habermas einzig im Bruch mit der Rationalitätslogik durch den rationalen Diskurs selbst. Der „herrschaftsfreie Diskurs“ ermöglicht eine konsensuell-moralische Ordnung, die vorrangig den Kriterien der kognitiven Aussagegültigkeit, der ästhetischen Urteilskraft und der moralischen Normenrichtigkeit unterliegt (vgl. Münch 1992, S. 315ff). Von verschiedenen wissenschaftlichen Seiten ist die Konsensherstellung problematisiert und kritisiert worden (vgl. ebd.).

1.1.4 Gesellschaftstheorie und ihr Verhältnis zur Dichotomisierung von Gemeinschaft und Gesellschaft

Habermas' duales Modell von System und Lebenswelt entgeht zwar der Weberschen Einseitigkeit, aber ein Eindringen von lebensweltlichen Aspekten in systemische Bereiche wird ausgeschlossen, auch wird der ästhetisch-expressiven Kategorie nur eine lebensweltliche Dimension zugeordnet. Habermas weiß um die Angewiesenheit jedes Gesellschaftsmitglieds „[...] auf das Entgegenkommen eines konsonenten Hintergrunds von rechtlich nicht erzwingbaren Motiven und Gesinnungen eines am Gemeinwohl orientierten Bürgers“ (Habermas 1992, S. 641), eine Lösung des Dilemmas zwischen Kolonialisierungsprozessen und Lebensweltpathologien skizziert er an einem rationalen Diskursmodell.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

An diesem Fragment dürfte sich die Arbeitsweise der Verf.in bzw. die verschiedenen feststellbaren Formen bei der Auswertung zumindest dieser Quelle 'idealtypisch' illustrieren lassen:

  • Die eigentliche Quelle bleibt ungenannt.
  • Der übernommene Inhalt wird sprachlich oft sehr stark umformuliert (und manchmal noch weiter "ausgebaut").
  • Die Übernahme folgt grundsätzlich der Seitenfolge der Quelle.
  • Wörtliche Zitate werden entweder unverändert mitübernommen (Blindzitat bzw. Zitatplagiat) oder eingesehen und noch erweitert; teilweise werden weitere wörtliche Zitate hinzugefügt.

An diesem Fragment noch speziell auffällig:

  • Aneignung einer mitübernommenen Kurzzitataussage, für die in der Quelle noch Puch (1988) als Quelle referenziert worden war.
  • Münch (1992) wird nach dem Hinweis in der Quelle ("S. 315 ff.") nachgeschlagen und die referierten Aussagen Münchs durch ein Münch-Direktzitat ersetzt.
Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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