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Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

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[1.] Mhg/Fragment 046 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-12-18 19:15:05 Schumann
Dederichs 1999, Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 6-29
Quelle: Dederichs 1999
Seite(n): 48, Zeilen: 3 ff.
Gemeinschaft und Gesellschaft liegen unterschiedliche Merkmale zugrunde. So stellen Gemeinschaften eine historische Sozialform mit einer sozialintegrativen Funktion differenzierter Lebenswelten dar, während Gesellschaften durch funktionale Differenzierungsprozesse geprägt sind. Die unterschiedlichen Sozialformen, die den Begriffen zugrunde liegen, haben auch die Grundlage der sozialen Beziehungen zwischen den Individuen verändert. So hängen die Vermittlungsleistungen aufgrund der funktionalen Differenzierungsprozesse stärker von den Handlungsoptionen, die von den neu entstanden Subsystemen vorgegeben werden, ab. Je nach der Handlungssituation sind die Gründe für soziales Handeln bei Weber zweckrational, wertrational, affektuell oder traditional und liefern damit die Begründung dafür, ob eine soziale Beziehung eher gemeinschaftlichen oder gesellschaftlichen Charakter hat. Weber weist jedoch auch auf mögliche Überschneidungen hin.

Die Webersche Handlungstheorie wurde von Parsons um einige strukturell unabhängige Handlungsbestandteile angereichert. Dazu gehören Ziele, Mittel, Bedingungen und Normen. Ziele stellen bei Parsons den entscheidenden Unterschied zwischen gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Bindungen dar. Während der Zielbegriff bei gesellschaftlichen Bindungen relativ klar für Parsons ist, erscheint er in Bezug auf die gemeinschaftlichen Bindungen eher diffus. Zur Verfolgung gesellschaftlicher Ziele wird zweckrational gehandelt, d.h. die Ziele haben einen spezifischen Zweck und werden durch diesen begrenzt. Dabei orientieren sich die Individuen bei der Verfolgung ihrer individuellen Ziele an den zur Verfügung stehenden Mitteln. Bei den gemeinschaftlichen Zielen liegt keine eindeutige Handlungsstruktur vor.

Gemeinschaften und Gesellschaften sind durch unterscheidbare Merkmale kategorisierbar. Während Gesellschaften den Charakter teleologisch-evolutionärer Systeme aufweisen, gelten Gemeinschaften als historische Sozialformen, die als ausdifferenzierte Lebenswelten sozialintegrative Funktionen erfüllen. Gemeinschaft und Gesellschaft werden als unterschiedliche Sozialformen begriffen, deren Wandel auch eine veränderte Beziehungsgrundlage zwischen Menschen geschaffen hat. Werden soziale Beziehungen als Vermittlungsformen zwischen Menschen definiert, muß die Vermittlungsleistung durch die funktionalen Differenzierungsprozesse, nämlich die Entstehung spezifischer Sphären, stärker von entsprechenden subsystemischen Handlungsvorgaben abhängen. Die Handlungsvorgaben hängen mit den situativen Bestandteilen zusammen, die Bestimmungsgründe sozialen Handelns sind dementsprechend zweckrational, wertrational, affektuell oder traditional - sie folgen einer instrumenteilen oder einer evaluativen Handlungsorientierung und begründen die soziale Beziehung als gemeinschaftliche oder/und gesellschaftliche, wobei bereits Weber Überschneidungen einräumte.

Parsons erweitert die voluntaristische Handlungstheorie, indem er strukturell unabhängige Handlungskomponenten einführt: Ziele, Mittel, Bedingungen und Normen; so kann wert- und zweckrationales Handeln normativ integriert werden (vgl. Staubmann 1995a, S. 36). Bezüglich der gemeinschaftlichen und der gesellschaftlichen Beziehungen sieht Parsons den entscheidenden Unterschied im Zielbegriff: Gesellschaftliche Ziele sind durch einen spezifischen Zweck charakterisiert und begrenzt, der Handelnde orientiert sich also in der Verfolgung individueller Ziele an den verfügbaren Mitteln, was zweckrationales Handeln bedeutet. Gemeinschaftliche Ziele sind diffuser, da keine eindeutige Handlungsstruktur durch Ziele, Mittel, Bedingungen und Normen vorliegt.

Anmerkungen

Sprachliche Umformulierungen und Umstellungen bei gleichbleibendem Inhalt - und kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20161218192202

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