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Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

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[1.] Mhg/Fragment 069 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-01-28 20:06:44 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jansen 1999, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 69, Zeilen: 5-11, (12-14), 15-26
Quelle: Jansen 1999
Seite(n): 34, 35, 39, (36), Zeilen: 34: letzter Absatz; 35: 1 ff.; 39: 24 ff.; (36: 17 ff.)
Durch die Anwendung der mathematischen Graphentheorie auf das Balanceproblem durch Cartwright und Harary gelang der sozialpsychologischen Entwicklungslinie ihr entscheidender Durchbruch (vgl. Scott 1991: 12ff). Die Abbildung der Netzwerkstruktur mit Hilfe von Graphen und die Analyse graphentheoretischer Modelle gehört heute zum Standardrepertoire der Netzwerkanalyse. So konnte Harary nachweisen, dass
„falls ein mit Vorzeichen versehener Graph strukturell ausbalanciert ist, so ist es möglich, die Punkte bzw. die hiermit symbolisierten Akteure in zwei Gruppen zu zerlegen“( Jansen 1999: 34-35).

Eine eher makrosoziologisch angelegte Analyse betrieben die Forscher, die sich mit den „Contagion-Modellen“ (Scott 1991: 16) beschäftigten, welche aus der mathematischen Soziologie um Anatol Rapoport (1952, 1958) und James Coleman (Coleman et. al.1966) hervorgegangen sind. Ihnen ging es vorrangig um die Auswirkung der Struktur eines großen Netzwerkes auf die Ausbreitung von Informationen oder Krankheiten und auf die Diffusion von Neuerungen.

Die traditionelle Methode der Erstellung von Soziogrammen erwies sich für die Darstellung großer Netzwerke als unzureichend. Rapoport entwickelte statt dessen statistische Methoden für die Analyse großer Netzwerke (vgl. Scott 1991:16). Mit diesen Konkretisierungen wurde der Grundstein für die von Mark Granovetter (1973) eingefuhrte Unterscheidung zwischen den sogenannten „weak ties“ und den „strong ties“21, welche später noch näher erläutert werden, geschaffen.

3.2.4 Die amerikanische Gemeinde- und Industriesoziologie

Der Anthropologe Lloyd Warner und der Psychologe Elton Mayo übertrugen in den 30er Jahren Methoden der ethnografischen Feldforschung auf die Analysen von Gemeinden und Industriebetrieben.

Genau wie Radcliffe-Brown versuchten sie, die konkreten sozialen Strukturen in abgegrenzten Kontexten zu erfassen. Dabei stießen sie in ihren Forschun[gen auf die Bedeutung informeller Gruppenorganisation.]


[21 Weak ties, die schwachen Beziehungen, sind diejenigen, die neue Informationen und Ressourcen eröffnen und strong ties, die starken Beziehungen, konstituieren sich aus den engen Bekanntschaftsund Freundschaftsnetzwerken.( Vgl. Jansen, Dorothea 1999: 36.)]

Einen wesentlichen Durchbruch erlebte die sozialpsychologische Entwicklungslinie mit der Anwendung der mathematischen Graphentheorie auf das Balanceproblem durch Cartwright und Harary (1956; 1965). Die Abbildung von Netzwerkstrukturen in sogenannte Graphen (vgl. Kapitel 5.1) und die Analyse mit graphentheoretischen Modellen gehört heute zum Standardrepertoire der Netzwerkanalyse. Harary konnten nachweisen, was Heider erst vermutet hatte: Falls ein mit Vorzeichen versehener Graph strukturell ausba—

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lanciert ist, so ist es möglich die Punkte bzw. die hiermit symbolisierten Akteure in zwei Gruppen zu zerlegen. Diese Gruppen sind intern jeweils nur positiv verbunden. [...]

[...]

Eine eher makrosziologische Fragestellung verfolgten die sogenannten „Contagion“-Forscher aus der mathematischen Soziologie um Rapoport (Rapoport/Horvath 1960; Foster et al. 1963) und Coleman (Coleman et al. 1966). Ihnen ging es nicht um strukturelle Balance in kleinen Gruppen, sondern darum, wie die Struktur eines großen Netzwerkes sich auf die Ausbreitung von Informationen oder Krankheiten und auf die Diffusion von Neuerungen auswirkte. [...] Die traditionelle Methode des Soziogramms erwies sich für die Analyse großer Netzwerke als untauglich. Statt dessen entwickelten Rapoport und Kollegen statistische Methoden für die Analyse großer Netzwerke.

[Seite 39]

2.2.2 Die amerikanische Gemeinde- und Industriesoziologie

Der in Harvard arbeitende Anthropologe Lloyd Warner und der Psychologe Elton Mayo übertragen in den 30er Jahren die Methoden der ethnographischen Feldforschung auf die Analyse von Gemeinden und Industriebetrieben. Sie versuchten im Sinne Radcliffe-Browns die konkreten sozialen Strukturen in diesen abgegrenzten Kontexten zu erfassen. Dabei stießen sie in einer Serie von industriesoziologischen Studien in den Hawthorn-Werken auf die Bedeutung informaler Gruppenorganisation.

[Seite 36]

[Mit dieser Analyse wurde der Grundstein gelegt für die von Granovetter (1973, 1974) eingeführte Unterscheidung zwischen den sogenannten weak ties, die neue Informationen und Ressourcen eröffnen und den strong ties, die im eigenen Bekanntschafts— und Freundschaftsnetz verbleiben.]

Anmerkungen

Die Nennung der Quelle in Fn. 21 hinter zwei wörtlich zitierten Begriffen sowie oben für ein gekennzeichnetes (bei der Zeilenzählung hier unberücksichtigtes) Blockzitat lässt nicht erkennen, dass fast die ganze Seite mit leichten Umformuliereungen übernommen worden ist.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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