FANDOM


Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mhg/Fragment 086 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-03-23 21:27:20 Schumann
Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Schweizer 1996, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02, 23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 3-21, 29-36
Quelle: Schweizer 1996
Seite(n): 135, 136, 137, Zeilen: 135: 18 ff., 39 f.; 136: 1 ff.; 137: 4 ff.
Deshalb konzentriert sich die Netzwerkanalyse vorrangig auf die “constraining and enabling dimensions of pattern [sic] relationships among social actors within a system” (Emirbayer & Goodwin 1994: 1418).

So ist die Netzwerkanalyse in der Lage, wie es auch Elizabeth Bott in ihrer Studie gezeigt hat, die tiefer liegenden Beziehungsmuster, die das Handeln der Akteure beeinflussen, aufzuzeigen, und nicht durch Kategorien wie soziale Schicht oder Nachbarschaft die Arbeitsteilung in der Familie zu erklären.

Zunächst unterscheiden Emirbayer und Goodwin in Anlehnung an die Netzwerkliteratur (Burt 1982) zwei differenzierte Betrachtungsweisen. Die relationale Analyse und die positionale Analyse. Der relationale Ansatz betrachtet die direkte oder indirekte Verbundenheit der Akteure in einem Netzwerk.

„This approach explains certain behaviors or processes through the fact of social connectivity itself - as well as through the density, strength, symmetry, range, and so on, of the ties that bind. From this perspective, very strong, dense, and relatively isolated social networks facilitate the development of uniform “subcultures” and of strong collective identities [...]” (Emirbayer&Goodwin 1994: 1419).

Der Positionsansatz konzentriert sich bei seiner Betrachtung auf die Muster von vorhandenen und fehlenden Beziehungen in einem sozialen Netzwerk. Hier ist die strukturelle Äquivalenz der Akteure wichtig.

[...]

[Die [sic] positionale und der relationale Ansatz kommen in drei verschiedenen Erklärungsansätzen der Netzwerkforschung vor, die Emirbayer und Goodwin aus den Schriften und Fallstudien gegenwärtiger Netzwerkstudien rekonstruieren.]

„The first of these implicit models, that of structuralist determinism, neglects altogether the potential causal role of actors' beliefs, values, and normative commitments-or [sic], more generally, of the significance of cultural and political discourses in history. It neglects as well those historical configurations of action that shape and transform pregiven social structures in the first place. A second and more satisfactory-but [sic] still deeply problematic-approach [sic] is that of structuralist instrumentalism. Studies within this perspective accept the prominent role of social actors in history, but ultimately conceptualize their activity in narrowly utility-maximizing and in-[strumental forms.[...]” (Emirbayer und Goodwin 1994: 1425 Hervorhebungen im Original).]

Bott, Elisabeth [sic] (1971) Family and Social Networks [sic]. Roles, Norms and External Relationships in Ordinary Urban Families. London.

Burt, Ronald (1982) Toward a structural theory of action: Network models of a scoial [sic] structure, perceptions and action. New York.

Emirbayer, Mustafa/Godwin [sic], Jeff (1994) Network Analysis, Culture and the Problem of Agency. In: American Journal of Sociology, Nr. 99, 1411-1454.

[Seite 135]

Die im ersten Abschnitt dieses Kapitels besprochene Fallstudie von E. Bott (1957) begründet diesen Punkt, weil Bott darin nachweist, daß die Struktur des sozialen Netzwerks und nicht die sozialen Kategorien der sozialen Schicht oder bestimmter Nachbarschaften die häusliche Arbeitsteilung in den von ihr untersuchten Familien erklären. Die Netzwerkanalyse konzentriert sich folglich auf die „constraining and enabling dimensions of patterned relationships among social actors within a system“ (Emirbayer und Goodwin 1994: 1418, Hervorhebung im Original). [...] Auch meine Fallanalysen im Kapitel 3 versuchen, über die lokalen Kategorien der Herkunftsgebiete der !Kung und der javanischen Weiler hinaus die tieferen Beziehungsmuster aufzudecken, die das Handeln der Akteure prägen. [...]

Im ersten Schritt ihrer Untersuchung unterscheiden die beiden Autoren, im Anschluß an die übliche Differenzierung in der Netzwerklite-

[Seite 136]

ratur, zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen von Netzwerken: einen relationalen und einen positionalen Ansatz (vgl. auch Kapitel 5). Der relationale Ansatz, der im ersten Abschnitt dieses Kapitels vorgestellt wurde, hebt ab auf die Verbundenheit der Akteure in einem Netzwerk und die aus enger Interaktion entstehende soziale Kohäsion (Emirbayer und Goodwin 1994: 1419):

„This approach explains certain behaviors or processes through the fact of social connectivity itself — as well as through the density, strength, symmetry, range, and so on, of the ties that bind. From this perspective, very strong, dense, and relatively isolated social networks facilitate the development of uniform ‘subcultures’ and of strong collective identities...“

Im Gegensatz dazu blickt der Positionsansatz [...] auf das Muster der vorhandenen und fehlenden sozialen Beziehungen in einem sozialen Netzwerk. [...] Nicht die Kohäsion, sondern die strukturelle Äquivalenz der Akteure, nämlich deren gleichartige Lage im Gesamtnetz, ist für den Positionsansatz entscheidend. [...]

[Seite 137]

Emirbayer und Goodwin (1994: 1425-6) charakterisieren diese drei Erklärungsweisen wie folgt:

„The first of these implicit models, that of structuralist determinism, neglects altogether the potential causal role of actors’ beliefs, values, and normative commitments — or, more generally, of the significance of cultural and political discourses in history. It neglects as well those historical configuration [sic] of action that shape and transform pregiven social structure [sic] in the first place. A second and more satisfactory — but still deeply problematic — approach is that of structuralist instrumentalism. Studies within this perspective accept the prominent role of social actors in history, but ultimately conceptualize their activity in narrowly utility-maximizing and instrumental forms. [...]“ (Hervorhebung im Original)

Bott, E.

1971 [1957]   Family and social network. 2. Aufl. London. Tavistock Publictions

Emirbayer, M. und J. Goodwin

1994   Network analysis, culture, and the problem of agency. American Journal of Sociology 99, 1411-54.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, der die Rezeption von Emirbayer & Goodwin (1994) inkl. der Zitatauswahl erkennbar entnommen ist.

Die beiden Korrekturen im unteren, auf die nächste Seite übergehenden Emirbayer & Goodwin-Zitat deuten darauf hin, dass dort immerhin auch noch einmal nachgeschlagen wurde; trotzdem übernimmt die Verf.in lediglich in einem Fall den Hinweis auf die "Hervorhebung im Original" von Schweizer (1996) und macht in zwei Fällen die Kursivierungen selbst nicht kenntlich.

Der in eckige Klammern gesetzte Satz auf der linken Seite geht nicht in die Zeilenzählung mit ein, auch wenn man ihn lediglich als Ausschmückung der kürzeren Aussage in der Quelle auffassen könnte.

Fortsetzung auf der nächsten Seite in Fragment 087 01.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20170124235256

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.