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Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

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[1.] Mhg/Fragment 136 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-12-04 12:58:51 Schumann
Barth 1998, Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 136, Zeilen: 11-23, 28-37
Quelle: Barth 1998
Seite(n): 5, 6, Zeilen: 5: 14 ff.; 6: 13 ff.
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"Sie behauptet in ihrem Kern eine Zersetzung der tradierten Lebens- und Beziehungsformen durch die Ausbildung der modernen Industrie-gesellschaften [sic], ohne dass 'gleichwertige' neue Beziehungen an deren Stelle getreten seien. Insbesondere familiale, verwandtschaftliche und nachbarliche Beziehungen seien in ihrem Umfang eingeschränkt und in ihrer Bedeutung geschwächt worden" (Diewald 1991 : 19f).

Nach Ralf Dahrendorf (1994) wird durch die Modernisierung das Verhältnis zwischen Optionen und Ligaturen verändert. Optionen sind die "in sozialen Situationen gegebenen Wahlmöglichkeiten, Alternativen des Handelns. [...] Optionen sind die je spezifischen Kombination von Anrechten und Angebot" (Dahrendorf 1994 : 421f). Ligaturen sind "tiefe kulturelle Bindungen, die Menschen in die Lage versetzen, ihren Weg durch die Welt der Optionen zu finden" (Dahrendorf 1994 : 423). [...] Hier sieht er ein Problem, denn nur ein ausgewogenes Verhältnis von Optionen und Ligaturen schafft optimale Lebenschancen: "Optionen allein, ohne Ligaturen, bergen die Gefahr von Anomie und Entfremdung in sich. Ligaturen ohne Optionen führen dagegen zu Unfreiheit" (Diewald 1991 :29).

"In erweiterten Optionsspielräumen wächst der individuell abzuarbeitende Entscheidungsbedarf. Sein Milieu nimmt dem Einzelnen nicht einmal mehr die biographisch folgenreichsten Entscheidungen ab: welche Schule man besucht, welchen Beruf man wählt, welche Beziehungen man eingeht, ob und wann man heiratet. Kinder bekommt [...]" (Habermas 1994 : 443).
[Seite 5]

"Sie behauptet in ihrem Kern eine Zersetzung der tradierten Lebens- und Beziehungsformen durch die Ausbildung der modernen Industriegesellschaften, ohne daß 'gleichwertige' neue Beziehungen an deren Stelle getreten seien. Insbesondere familiale, verwandtschaftliche und nachbarliche Beziehungen seien in ihrem Umfang eingeschränkt und in ihrer Bedeutung geschwächt worden."34

DAHRENDORF (1994) beschreibt Modernisierung auf einer abstrakten Ebene als Veränderung des Verhältnisses zwischen Optionen und Ligaturen. Unter Optionen versteht er "in sozialen Situationen gegebene Wahlmöglichkeiten, Alternativen des Handelns. ... Optionen sind die je spezifische Kombination von Anrechten und Angebot."35 Ligaturen hingegen sind "tiefe kulturelle Bindungen, die Menschen in die Lage versetzen, ihren Weg durch die Welt der Optionen zu finden."36 [...] Nach DAHRENDORF ist nur ein ausgewogenes Verhältnis von Optionen und Ligaturen Garant für optimale Lebenschancen: "Optionen allein, ohne Ligaturen, bergen die Gefahr von Anomie und Entfremdung in sich. Ligaturen ohne Optionen führen dagegen zu Unfreiheit."37

[Seite 6]

HABERMAS (1994) beschreibt Folgen des Verlustes traditionaler Bindungen: "In erweiterten Optionsspielräumen wächst der individuell abzuarbeitende Entscheidungsbedarf. Sein Milieu nimmt dem Einzelnen nicht einmal mehr die biographisch folgenreichsten Entscheidungen ab: welche Schule man besucht, welchen Beruf man wählt, welche Beziehungen man eingeht, ob und wann man heiratet, Kinder bekommt ...".42


34DIEWALD 1991, S. 19f.

35DAHRENDORF 1994, S. 421f.

36ebd., S. 423.

37DIEWALD 1991, S. 29.

42HABERMAS 1994, S. 443.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle (die in der Arbeit an keiner Stelle genannt ist).

Da erkennbar auch die wörtlichen Zitate aus der Quelle übernommen wurden, gehen sie in die Zeilenzählung mit ein.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20161204130040

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