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Individuen und ihre sozialen Beziehungen

von Prof. Dr. Marina Hennig

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[1.] Mhg/Fragment 138 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-12-04 13:07:14 Schumann
Barth 1998, Fragment, Gesichtet, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 138, Zeilen: 1-31
Quelle: Barth 1998
Seite(n): 6, 7, Zeilen: 6: 3 ff.; 7: 1 ff.
Nach Beck (1983) wird
"die basiskulturelle Klassensolidarität auf Gemeindeebene (die in gewisser Weise das Pendant zur Dorfkultur im Industriesystem ist) ... im Zuge von Individualisierungsprozessen 'ausgedünnt' [...] Gemeinsamkeiten bestehen damit nicht mehr im unmittelbaren Lebenszusammenhang der Menschen, in ihren überschaubaren, örtlich geschlossenen Subkulturen, sondern sie können und müssen in besonderen organisatorischen Kontexten, auf überregionaler Ebene und mit besonderen Methoden gezielt 'hergestellt' werden" (Beck 1983: 63).

Rauschenbach (1994) spricht sogar von einem Zerfall gewachsener Lebenszusammenhänge wie Netzwerken des sozialen Nahraums und vertritt dabei die These, dass "die generationsübergreifenden lokalen Strukturen des dörflichen Gemeinwesens oder des Stadtteils [...] im Zeichen der räumlichen Mobilität und der gewandelten Wohnformen ebenso wie im Zeichen sozialer und zeitlicher Flexibilität sowie der Pluralisierung von Lebensformen, Beziehungskonfigurationen und Beziehungsintensitäten entscheidend geschwächt" werden (Rauschenbach 1994 : 95).

Die Bindungskraft der Familie wandelt sich im Zuge der Individualisierung immer mehr zu einer "privatisierten Insel", die sich

"gegenüber den verbleibenden lebensweltlichen Klassenbindungen mehr und mehr verselbständigt, indem Nachbarschaften, Bekanntschaften, Kollegenbeziehungen usw. ihren Charakter verändern und für die mobile, private Kleinfamilie zur austauschbaren Umwelt werden" (Beck 1983: 54).

In der Moderne komme es zu "innerfamilialen Individualisierungsschüben", deren Ursache in der

"Berufstätigkeit der Frauen und den Ausbildungsverpflichtungen der Kinder (sowie den damit notwendig werdenden, gegeneinander verselbständigten, individuellen Planungserfordernissen im Tages- und Lebensrhythmus), in der zunehmenden Austauschbarkeit der Ehebeziehung (steigende Scheidungsziffern) und schließlich in dem vollindividualisierten, mobilen 'Single-Dasein' und der Einsamkeit alleinstehender alter Menschen" (Beck 1983: 54)

liege.

[Seite 7]

Nach BECK (1983) wird "die basiskulturelle Klassensolidarität auf Gemeindeebene (die in gewisser Weise das Pendant zur Dorfkultur im Industriesystem ist) ... im Zuge von Individualisierungsprozessen 'ausgedünnt' ... Gemeinsamkeiten bestehen damit nicht mehr im unmittelbaren Lebenszusammenhang der Menschen, in ihren überschaubaren, örtlich geschlossenen Subkulturen, sondern sie können und müssen in besonderen organisatorischen Kontexten, auf überregionaler Ebene und mit besonderen Methoden gezielt 'hergestellt' werden."47 Recht dramatische Veränderungen konstatiert auch RAUSCHENBACH (1994), der von einem Zerfall gewachsener Lebenszusammenhänge wie Netzwerke des sozialen Nahraums spricht und - gerade im Hinblick auf den Gegenstand der vorliegenden Arbeit interessant - die These vertritt, "die generationsübergreifenden lokalen Strukturen des dörflichen Gemeinwesens oder des Stadtteils ... werden im Zeichen der räumlichen Mobilität und der gewandelten Wohnformen ebenso wie im Zeichen sozialer und zeitlicher Flexibilität sowie der Pluralisierung von Lebensformen, Beziehungskonfigurationen und Beziehungsintensitäten entscheidend geschwächt."48

[Seite 6]

Beschrieben wird auch ein Verlust an Bindungskraft der Familie, die sich im Zuge der Individualisierung immer mehr zu einer "privatisierten Insel" gewandelt habe und die sich "gegenüber den verbleibenden lebensweltlichen Klassenbindungen mehr und mehr verselbständigt, indem Nachbarschaften, Bekanntschaften, Kollegenbeziehungen usw. ihren Charakter verändern und für die mobile, private Kleinfamilie zur austauschbaren Umwelt werden."40 Die Bindungskraft der Familie leide unter den Bedingungen der Moderne, denn es komme zu "innerfamilialen Individualisierungsschüben", die ihre Ursache u.a. finden in der "Berufstätigkeit der Frauen und den Ausbildungsverpflichtungen der Kinder (sowie den damit notwendig werdenden, gegeneinander verselbständigten, individuellen Planungserfordernissen im Tages- und Lebensrhythmus), in der zunehmenden Austauschbarkeit der Ehebeziehung (steigende Scheidungsziffern) und schließlich in dem vollindividualisierten, mobilen 'Single-Dasein' und der Einsamkeit alleinstehender alter Menschen."41


39BECK 1983, S. 45.

40ebd., S. 54; Hervorhebung im Original.

41ebd.

47BECK 1983, S. 63; Hervorhebung im Original.

48RAUSCHENBACH 1994, S. 95.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle (die in der Arbeit an keiner Stelle genannt ist).

Da erkennbar auch die wörtlichen Zitate aus der Quelle übernommen wurden, gehen sie in die Zeilenzählung mit ein.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20161204130942

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