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22 gesichtete Fragmente: "Verdächtig" oder "Keine Wertung"

[1.] Mhg/Fragment 077 18 - Diskussion
Bearbeitet: 13. February 2017, 17:47 (Schumann)
Erstellt: 2. December 2016, 11:09 SleepyHollow02
Barth et al 2003, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 18-36
Quelle: Barth et al 2003
Seite(n): 5, 6, Zeilen: 5: letzte drei Zeilen; 6: 1 ff.
Seine Überlegungen setzten [sic] beim Wettbewerb von Unternehmen an, die mit Finanz- und Humankapital ausgestattet sind , Kompetenzen, welche die Unternehmensangehörigen erlangt haben, und die sich im wesentlichen in ihrem sozialen Kapital unterscheiden. Dabei umfasst das soziale Kapital vor allem die geschäftlichen Kontakte, aber auch alle übrigen sozialen Beziehungen, welche die Angehörigen der Unternehmen zur Außenwelt unterhalten und die ihnen ökonomische Vorteile bringen. Burt versucht nun herauszufinden, welche Bedingungen die Schöpfung und den Einsatz des sozialen Kapitals begünstigen. Bei seinen Überlegungen geht er davon aus, dass die „Players“ (Akteure) in ein soziales Netz eingebettet sind und dass dieses soziale Netz die eigentliche Ressource im Sinne des sozialen Kapitals darstellt (Burt 1992:13).

Das Ausmaß der sozialen Beziehungen als Ressource wird jedoch nicht allein aus den direkten (primären) Beziehungen bestimmt, sondern auch aus den indirekten (sekundären) Beziehungen, die unmittelbar von kontaktierenden Dritten ausgehen.

Die wichtigste Ressource, die den Geschäftserfolg bestimmt, ist die Information, d.h. der Zugang zur Information, die Schnelligkeit des Informationsflusses und die Vertrauenswürdigkeit (Referenz) der Information. Dafür sind große, weniger dichte sowie heterogene Netzwerke vorteilhafter als kleine, dichte und [homogene Netzwerke, in denen dieselbe Information nur multipliziert wird, da kaum neue Informationen hinzukommen (vgl. Burt 1992: 17).]

Dabei geht er davon aus, dass diese Unternehmen in ähnlicher Weise mit ökonomischen Kapital und Humankapital ausgestattet sind und sich im wesentlichem nur im sozialen Kapital unterscheiden. Das soziale Kapital

[Seite 6]

umfasst dabei vor allem geschäftliche Kontakte, aber auch alle übrigen Beziehungen, die die Angestellten zur Umwelt unterhalten und die ökonomischen Gewinn bringen.

[...] Die Vorteile dieser Ressourcen sieht er in den Informationen und der Kontrolle. Burt versucht in seinem Modell herauszufinden, welche Bedingungen besonders günstig sind für die Herstellung und den Einsatz von sozialem Kapital. Im Gegensatz zu Coleman geht er davon aus, dass jeder Akteur in ein soziales Netz eingebettet ist und dass dieses soziale Netz die eigentliche Ressource im Sinne des sozialen Kapitals darstellt.

Die Ressourcen bestimmen sich bei Burt allerdings nicht nur über die primären Beziehungen, sondern auch über sekundäre Beziehungen, die von dritten Akteuren ausgehen. Nicht das Vertrauen, sondern die Informationen (der Zugang zur Information, die Schnelligkeit des Informationsflusses und die Vertrauenswürdigkeit der Information) spielen in seinem Konzept die wichtigste Rolle, denn sie sind entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Burt stellt fest, dass sich große, weniger dichte, sowie heterogen [sic] Netzwerke besser eignen als kleine, dichte und homogene Netzwerke, in denen dieselbe Information nur multipliziert werden, da kaum neue Informationen hinzukommen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Die in beiden Texten referenzierte Quelle Burt (1992) ist ein englischsprachiger Text. Es fällt auf, dass die Übersetzung ins Deutsche beinahe wörtlich gleich ist.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mhg/Fragment 078 01b - Diskussion
Bearbeitet: 13. February 2017, 17:52 (Schumann)
Erstellt: 3. December 2016, 23:42 Schumann
Barth et al 2003, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 1-4
Quelle: Barth et al 2003
Seite(n): 6, Zeilen: 18 ff.
[Dafür sind große, weniger dichte sowie heterogene Netzwerke vorteilhafter als kleine, dichte und] homogene Netzwerke, in denen dieselbe Information nur multipliziert wird, da kaum neue Informationen hinzukommen (vgl. Burt 1992: 17).

Entscheidend ist nicht nur die Menge der Beziehungen, die Akteure aufbauen, sondern auch die Unterschiedlichkeit der Beziehungen.

Burt stellt fest, dass sich große, weniger dichte, sowie heterogen [sic] Netzwerke besser eignen als kleine, dichte und homogene Netzwerke, in denen dieselbe Information nur multipliziert werden, da kaum neue Informationen hinzukommen. Entscheidend ist also nicht nur die Menge an Beziehungen, die Akteure aufbauen, sondern auch die Unterschiedlichkeit der Beziehungen, das heißt, die Größe des sozialen Kapitals eines Akteurs hängt von der Struktur seines Netzwerkes und von seiner Stellung in diesem Netzwerk ab.
Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 077 18.

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[3.] Mhg/Fragment 080 07 - Diskussion
Bearbeitet: 16. March 2017, 19:13 (23.95.97.29)
Erstellt: 12. December 2016, 17:05 SleepyHollow02
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel, Windeler 2001

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 80, Zeilen: 7-19
Quelle: Windeler 2001
Seite(n): 120, 121, Zeilen: 120: 35; 121: 1, 4 ff., 14 ff.
 
[[sic] Ressourcen wollen erst wiederkehrend generiert und zur Zufriedenheit der Tauschpartner verwendet sein und die Fähigkeit [sic] zur Kontrolle sozialer Beziehungen und der individuellen oder auch kollektiven Verwertung von Informationen variieren zwischen Akteuren - durchaus auch von Situation zu Situation“ (Windeler 2001:120).

Inwieweit „Organisationen interne und externe [sic] Praktiken abstimmen und [sic] ihre Interaktionen, Beziehungen und Positionen mit Dritten zum Teil hochgradig reflexiv ausgestalten“ (Windeler 2001: 121) wird meist überhaupt nicht oder nur verkürzt diskutiert.] So bleibt bei Burt offen, ob die „strukturellen Löcher“ nicht möglicherweise bewusst geschaffen werden oder Ergebnis eines anders motivierten Handelns sind. Die Bedeutung der Netzwerkbeziehungen für die Akteure und die Form ihrer Nutzung sind wichtige und notwendige Aspekte für die Erhellung dieses Sachverhaltes. Jedoch führt eine Erklärung, die auf der Annahme von Simmel basiert, dass Formen und Strukturen sozialer Beziehungen zu Ähnlichkeiten im Verhalten führen, und die Annahme der Netzwerkforscher (z.B. Kappelhoff), dass man diese Formen und Strukturen interpretieren kann, nur zu einer lückenhaften Erklärung (vgl. Schweizer 1996). Kaum berücksichtigt wird in einer solchen strukturellen Betrachtung von Beziehungen und ihren Mustern, dass „sie durch gegenläufige Tendenzen (wie Attraktion und Abstoßung) und konträre Elemente (wie Kooperation und Kompetition, Konflikt und Harmonie) gekennzeichnet sind“ (Windeler 2001: 120).


Schweizer, Thomas (1996) Muster sozialer Ordnung. Netzwerkanalyse als Fundament der Sozialethnologie. Berlin.

Windeler, Arnold (2001) Unternehmungsnetzwerke. Konstitution und Strukturation. Opladen.

[Seite 120]

Denn die Eigenschaft, als gleich qualifizierter Konkurrent zu gelten, will immer wieder neu hergestellt, Ressourcen wollen erst wiederkehrend generiert und zur Zufriedenheit der Tauschpartner verwendet sein, und die Fähigkeiten zur Kontrolle sozialer Beziehungen und der individuellen oder auch kollektiven Verwertung von Informationen variieren zwischen Akteuren — durchaus auch von Situa-

[Seite 121]

tion zu Situation. [...] Daß Organisationen ihre internen und externen Praktiken abstimmen, ihre Interaktionen, Beziehungen und Positionen mit Dritten zum Teil hochgradig reflexiv ausgestalten, wird — wenn überhaupt — lediglich rationalistisch oder utilitaristisch verkürzt aufgenommen. Ob ‚strukturelle Löcher‘ bewußt geschaffen werden oder Resultat anders motivierten Handelns sind, ob und warum intra- und intersystemische Praktiken gerade in dieser und nicht in jener Form reguliert werden, wird nicht direkt zum Gegenstand der Untersuchung. [...] Die Bedeutung der Netzwerkbeziehungen für Handelnde und die Form ihrer Nutzung sind notwendiges Moment einer Erklärung. Auch wenn, mit Simmel, zugestanden werden kann, daß Formen und Strukturen sozialer Beziehungen ähnliche Verhaltenssequenzen beinhalten können, und man, mit Kappelhoff, die Formen und Strukturen interpretieren kann, als ob Akteure diese rational hervorbringen — eine Erklärung auf dieser Grundannahme bleibt lückenhaft (s.a. Schweizer, 1996).

Nicht (oder kaum) berücksichtigt wird in der strukturellen Betrachtung von Beziehungsmustern, daß sie durch gegenläufige Tendenzen (wie Attraktion und Abstoßung) und konträre Elemente (wie Kooperation und Kompetition, Konflikt und Harmonie) gekennzeichnet sind.


Schweizer, T. (1996): Muster sozialer Ordnung. Berlin.

Anmerkungen

Die Quelle wird dreimal referenziert (wenngleich nicht immer seitengenau), aber auch zwischen den (beinahe) wörtlichen Zitaten leicht umformuliert übernommen. Mitübernommen werden die (recht pauschalen) Quellenangaben. Kappelhoff wird in der gesamten Arbeit nur an dieser Stelle angeführt und ist im Literaturverzeichnis nicht erwähnt. Windeler (2001) dagegen zitiert sieben Texte von Kappelhoff, so dass verständlich wird, warum die Verfasserin darauf verzichtet hat, dem pauschalen Hinweis auf Kappelhoff nachzugehen.

Sichter
(SleepyHollow02), 23.95.97.29

[4.] Mhg/Fragment 053 24 - Diskussion
Bearbeitet: 16. March 2017, 18:42 (23.95.97.29)
Erstellt: 19. December 2016, 20:56 SleepyHollow02
Donati 1989, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 53, Zeilen: 24-31
Quelle: Donati 1989
Seite(n): 259, Zeilen: 1 ff.
 
„Das führt jedoch zu der Feststellung, dass sich soziales System und soziales Handeln trotz ihrer Wechselseitigkeit und verstärkenden Eigendifferenzierung gegenseitig penetrieren, und dass sie nur zwei unterschiedliche Formen einer relationalen Kombination von Möglichkeitsprofilen darstellen, die sich in ihrer sozialen „Substanz“ nicht voneinander unterscheiden, da Handeln und System nur zwei verschiedene Arten der relationalen (netzförmigen) Kombination von Möglichkeitsformen darstellen, die in den «reinen» Typen von Gemeinschaft bzw. Gesellschaft niemals vorliegen“ (Donati 1988: 259).
Dies beinhaltet nicht nur, daß sich soziales System und soziales Handeln trotz ihrer wechselseitigen und sich verstärkenden Eigendifferenzierung in hohem Maße gegenseitig durchdringen, sondern auch, daß sie sich in ihrer sozialen «Substanz» nicht unterscheiden, da Handeln und System nur zwei verschiedene Arten der relationalen (netzförmigen) Kombination von Möglichkeitsprofilen darstellen, die in den «reinen» Typen von Gemeinschaft bzw. Gesellschaft niemals vorliegen (32).

(32) Vgl. meinen Besprechungsaufsatz: J. Habermas e l'equivoca forza dei mondi vitali «razionalizzati», in: «Rassegna italiana di sociologia», 28 (1), 1987.

Anmerkungen

Ein bemerkenswertes Beispiel für ein "wörtliches" Zitat.

Sichter
(SleepyHollow02), 23.95.97.29

[5.] Mhg/Fragment 055 01 - Diskussion
Bearbeitet: 16. March 2017, 19:43 (SleepyHollow02)
Erstellt: 20. December 2016, 06:39 SleepyHollow02
Donati 1989, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: 1-7
Quelle: Donati 1989
Seite(n): 264, Zeilen: 3 ff., 21 ff.
[Die analytische Dimension des Sozialsystems ist das Netz, da es seine funktionalen Abhängigkeiten sichtbar macht und mit Hilfe von]
„Verbindungs- und Trennungsgliedern [sic] die rückwirkenden Mechanismen und die Kreisläufe, in denen sich die Erscheinungsformen des Sozialen ausdrücken, stabilisiert [...]. Anderseits [sic] ist ebenso offensichtlich, dass die sozialen Netze nicht in bloßer Spontaneität und zufälliger Intersubjektivität bestehen: Sie gleichen Pfaden, auf denen – um es mit H. Arendt auszudrücken – der Mensch nicht [sic] gleichzeitig frei und doch nicht souverän, d.h. nicht Herr darüber ist, das zu tun, wozu er die Freiheit hat.“ (Donati 1988: 264).
Das Sozialsystem stellt (i) eine analytische Dimension des Netzes dar, die (ii) dessen funktionale Interdependenzen sichtbar macht und (iii) durch Verbindungs-Trennungs-Glieder die rückwirkenden Mechanismen und die Kreisläufe, in denen sich die Erscheinungsformen des Sozialen ausdrücken, «stabilisiert».

[...]

Andererseits ist ebenso offensichtlich, daß die sozialen Netze nicht in bloßer Spontaneität und zufälliger Intersubjektivität bestehen: Sie gleichen Pfaden, auf denen – um es mit H. Arendt auszudrücken – der Mensch gleichzeitig frei und doch nicht souverän, d.h. nicht Herr darüber ist, das zu tun, wozu er die Freiheit hat» (43).


(43) Vgl. H. Arendt, La teoria, la prassi e i bisogni, Savelli, Milano 1978, S. 78 (Zitat vom Italienischen ins Deutsche rückübersetzt, Anm. d. Übers.).

Anmerkungen

Ein nur beinahe wörtliches Zitat.

Man beachte insbesondere, dass die Verfasserin bei dem rückübersetzten Arendt-Zitat ein sinnentstellendes "nicht" einfügt.

Sichter
(SleepyHollow02), 23.95.97.29

[6.] Mhg/Fragment 061 10 - Diskussion
Bearbeitet: 16. March 2017, 20:38 (SleepyHollow02)
Erstellt: 29. December 2016, 08:06 SleepyHollow02
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schenk 1984, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: 10-23
Quelle: Schenk 1984
Seite(n): 1, 11, 12, Zeilen: 1: 17 ff.; 11: 17 ff.; 12: 1 ff.
[3.2.1 Die Sozialanthropologie
„Die entscheidenden Impulse sind aber offenbar von den Arbeiten britischer Sozialanthropologen ausgegangen, die mit dem in den 30er und 40er Jahren gebräuchlichen Instrumentarium des Strukturfunktionalismus [sic] nicht mehr zufrieden waren, da es sich als wenig praktikabel für eine Analyse der fragilen und schwach integrierten sozialen Beziehungen („interpersonal relationship [sic]“) in komplexen und/oder urbanen Gesellschaften erwies.“ (Schenk 1984: 1.).

Die Abkehr vom Strukturfunktionalismus wurde durch mehrere parallele Entwicklungen gefördert.]

Michael Schenk definiert drei Entwicklungslinien für das Konzept des sozialen Netzwerkes in der Sozialanthropologie (Schenk 1984: 11):

1. In der ersten Entwicklungslinie beschäftigte man sich eingehend mit den Handlungen und Verhaltensweisen, welche sich nicht in einer aggregierten Form Gruppen, Organisationen und Institutionen zurechnen lassen.
2. Im zweiten Strang lag der Schwerpunkt auf den sozialen Beziehungen zwischen den Individuen.
3. In der dritten Entwicklungslinie wendet man sich den Entscheidungen, Manipulationen und anderen Elementen sozialer Prozesse jenseits von Deskriptionen zu, wie sie im strukturfunktionalistischen Rahmen entstanden sind.

Schenk betont, dass die sozialen Netzwerke ein Brückenkonzept darstellen, welches die Lücke zwischen dem strukturellen Rahmen und dem individuellen Handeln schließt.

[„Netzwerkanalysen können jedoch dazu beitragen, die Beziehungen zwischen der sozialen Struktur und individuellen [sic] ,choice-making’ erst einmal zu explorieren.“ (Schenk 1984: 12).]

Schenk, Michael (1984) Soziale Netzwerke und Kommunikation. Tübingen.

[Seite 1]

1.1. Sozialanthropologie

Die entscheidenden Impulse sind aber offenbar von den Arbeiten britischer Sozialanthropologen ausgegangen, die mit dem in den 30er und 40er Jahren gebräuchlichen Instrumentarium des Struktur-funktionalismus nicht mehr zufrieden waren, da es sich als wenig praktikabel für eine Analyse der fragilen und schwach integrierten sozialen Beziehungen ("interpersonal relationships") in komplexen und/oder urbanen Gesellschaften erwies.1)

[Seite 11]

Die Verwendung des Konzeptes des sozialen Netzwerkes innerhalb der Sozialanthropologie läßt sich zusammenfassend durch mindestens drei Entwicklungslinien kennzeichnen:32)

1. die Beschäftigung mit Handlungen und Verhaltensweisen, die sich nicht in einer aggregierten Form Gruppen, Organisationen und Institutionen zurechnen lassen, 2. die Konzentration auf soziale Beziehungen zwischen Individuen und 3. eine Hinwendung zu Entscheidungen, Manipulationen und anderen Elementen sozialer Prozesse jenseits von Deskriptionen, wie sie im Rahmen des Struktur-funktionalismus entstehen.

Die sozialen Netzwerke (Quasi-Gruppen, ego-zentrierte Netzwerke) werden als Brückenkonzepte verstanden, die die Lücke zwischen dem strukturellen Rahmen und individuellem Handeln schließen könnten33) , wenn auch - wie mit Recht

[Seite 12]

kritisiert wird - noch keine Theorie darüber vorhanden ist, wie individuelle Handlungsweisen mit Netzwerkeigenschaften zu verbinden sind.34) Netzwerkanalysen können jedoch dazu beitragen, die Beziehungen zwischen der sozialen Struktur und individuellem "choice-making" erst einmal zu explorieren.35)


1) [...]

32) [...]

33) [...]

34) [...]

35) [...]

Anmerkungen

Auf die Quelle wird dreimal hingewiesen; die wörtlich übernommenen Passagen hätten (ebenso wie die beiden beinahe wörtlichen Zitate) gekennzeichnet werden können.

Sichter
(SleepyHollow02), 23.95.97.29

[7.] Mhg/Fragment 141 02 - Diskussion
Bearbeitet: 28. March 2017, 20:14 (Schumann)
Erstellt: 31. January 2017, 17:20 Schumann
Diaz-Bone 1997, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 141, Zeilen: 2-4, 22, 29-30
Quelle: Diaz-Bone 1997
Seite(n): 151, 152, Zeilen: 151: 11 ff.; 152: 3 ff., 12 f., 17
Die theoretischen Positionen aus der Gemeindeforschung hat Barry Wellman dann in drei Thesen formuliert. Community lost, Community saved und Community liberated (Wellman 1979, 1988 [sic]).

[Community lost_40: [sic]]

[...] [„Die Folge [sic] sind soziale Isolation und Auflösung traditioneller Lebensformen wie Familien, Nachbarschaft und die Gemeinde als Verband von Familien” (Diaz-Bone 1997 :151).]

[Community saved:]

Entstand als Gegenthese zum Verlust der Gemeinschaft. [...] Die These geht von einer funktionierenden Integration der Individuen in ihr soziales Umfeld aus.


[40 Eine ausführliche Darstellung zu „Community lost“, „saved“ und „liberated“ findet sich bei Wellman (1979: 1204-1208)]


Diaz-Bone, Rainer (1997) Ego-zentrierte Netzwerkanalyse und familiale Beziehungssysteme. Wiesbaden.

Wellman, Barry (1979) The Community Question. The Intimate Networks of East Yorkers. In: American Journal of Sociology, Nr. 84, 1201-1231.

Wellman, Barry / Carrington, Peter J./ Hall, Alan (1988b) Networks as personal Communites [sic]. In: Wellman, Barry / Berkowitz, Stephen D. (Hg.) Social Structures: a network Approach, Cambridge; New York, 130-184.

[Seite 151]

Barry Wellman hat die theoretischen Positionen für die Folgen der Modernisierung für die Gemeinschaft, die optional vertreten werden können, in drei Thesen formuliert (Wellman 1979; Wellman / Leighton 1979).

"community lost"

[...] [Die Folgen sind soziale Isolation und die Auflösung der traditionellen Lebensformen wie Familie, Nachbarschaft und Gemeinde (community) als Verband von Familien.] [...]

[Seite 152]

"community saved"

Der skeptischen und antimodernistischen These vom Verlust der Gemeinschaft ist in der Gemeindesoziologie seit den 60er Jahren die These vom Erhalt der Gemeinschaft entgegengehalten worden. [...] Die These vom Erhalt der Gemeinschaft zeichnet ein harmonisches Bild einer funktionierenden Integration von Individuen in ihr soziales Umfeld. [...]

"community liberated"


Wellman, Barry (1979): The community question: The intimate networks of East Yorkers, in: AJS‚ 84. Jhrg.‚ Heft 5., S. 1201 - 1231.

Wellman, Barry / Leighton, Barry (1979): Networks, neighborhoods and communities, in: Urban Affairs Quarterly, 14. Jhrg., S. 363 - 390.

Anmerkungen

Die Quelle ist in der Mitte der Seite für ein wörtliches Zitat genannt.

Dieses (erheblich fehlerhaft übertragene) Zitat bleibt – ebenso wie die Fußnote und die engl. Überschriften in eckigen Klammern – bei der Zeilenzählung unberücksichtigt.

Mit Wellman (1988), was so im Literaturverzeichnis nicht vorkommt, scheinen Wellman et al. (1988b) gemeint zu sein.

Aufgrund der Kürze "keine Wertung".

Ein Großteil dieser Seite wurde direkt aus Wellman (1979) übersetzt, siehe Fragment 141 05.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann

[8.] Mhg/Fragment 073 23 - Diskussion
Bearbeitet: 9. February 2017, 17:17 (SleepyHollow02)
Erstellt: 6. February 2017, 22:55 Schumann
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel, Windeler 2001

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 73, Zeilen: 23-34
Quelle: Windeler 2001
Seite(n): 37, 98, Zeilen: 37: 25 ff.; 98: 7 ff.
Eine solche Bestimmung ist jedoch nicht unproblematisch, da die "Dialektik von Besonderem und Allgemeinem, von Form und Inhalt, von aktiver und passiver Ausgestaltung" (Windeler 2001: 98) aus dem Blick gerät und die Vermittlung der Beziehungsstrukturen mit den Handlungsweisen nicht wirklich erklärt wird. Es wird jedoch angenommen, dass der Beziehungszusammenhang zwischen Merkmalen der Struktur und Handlungsweisen eng miteinander verknüpft ist.

"Nevertheless there is no such thing as a theory of social networks; perhaps there will never be. The basic idea behind both the metaphorical and analytical uses of social networks - that the configurations of cross-cutting interpersonal bonds is in some unspecific way connected with the social institutions of their society - this remains a basic idea und [sic] nothing more" (Barnes 1972:2).

[Seite 98]

Es stellt aber die Dialektik von Besonderem und Allgemeinen, von Form und Inhalt, von aktiver und passiver Ausgestaltung vorschnell still, die Simmel bei der Begründung von Soziologie als eigenständiger Wissenschaft noch im Blick hatte (siehe nochmals die Seite 91). Die Vermittlung der Beziehungsstrukturen mit den Handlungsweisen und sozialen Institutionen bleibt ungeklärt. [...]

Strukturmerkmalen des Beziehungszusammenbangs einerseits und Verhaltensweisen andererseits werden als eng miteinander verknüpft angenommen: [...]

[Seite 37]

Die Netzwerkperspektive stellt (4.) eine Basisidee von Vernetzung bereit, aber keine Netzwerktbeorie:

„Nevertheless there is no such thing as a theory of social networks; perhaps there will never be. The basic idea behind both the metaphorical and analytical uses of social) networks - that the configuration of cross-cutting interpersonal bonds is in some unspecific way connected with the actions of these persons and with the social institutions of their society - this remains a basic idea and nothing more“ (Barnes, 1972, 2).

Anmerkungen

Der unausgewiesen übernommene Teil ist eher klein, daher ist das Fragment nicht als Plagiat eingeordnet worden.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[9.] Mhg/Fragment 150 24 - Diskussion
Bearbeitet: 11. February 2017, 14:31 (Schumann)
Erstellt: 8. February 2017, 08:57 SleepyHollow02
Feld 1981, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 150, Zeilen: 24-32
Quelle: Feld 1981
Seite(n): 1016, 1018, Zeilen: 1016: 36 ff.; 1018: 22 ff.
Foci können die Familie, Vereine, Arbeitsplatz, Spielplatz, Nachbarschaft genauso sein wie eine Religion oder politische Ansicht.

Ein sozialer Kontext kann in dieser Theorie als eine Übereinstimmung unterschiedlicher Foci und Individuen gesehen werden, wobei die Individuen mit den gleichen Foci verbunden sind. In Anlehnung an Homans (1960, 1968) geht Feld davon aus, dass zwei Individuen, die einen gemeinsamen Focus teilen, eher gemeinsame Aktivitäten ausüben werden, als zwei Individuen, die keinen gemeinsamen Focus haben.

[Seite 1018, 22 ff.]

Foci may be many different things, including persons, places, social positions, activities, and groups.

[Seite 2016, Z. 36 ff.]

In the focus theory approach, a social context can be seen as consisting of a number of different foci and individuals, where each individual is related to some foci and not to others. A group’s activities are organized by a particular focus to the extent that two individuals who share that focus are more likely to share joint activities with each other than two individuals who do not have that focus in common.

Anmerkungen

Beinahe wörtlich übersetzt. Die Quelle ist unspezifisch genannt. Das Fragment findet sich im Anschluss an ein gekennzeichnetes wörtliches (englisches) Zitat.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[10.] Mhg/Fragment 078 33 - Diskussion
Bearbeitet: 30. March 2017, 12:26 (Schumann)
Erstellt: 13. February 2017, 20:03 162.220.59.66
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel, Schweizer 1996

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
162.220.59.66
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 33-38
Quelle: Schweizer 1996
Seite(n): 126, 127, Zeilen: 126: 38 f.; 127: 1 ff.
Außer den primären Kontakten, die ein rational handelnder Akteur im Sinne von Burt als nicht-redundanten [sic] organisiert, können auch die indirekten Beziehungen strukturelle Löcher aufweisen, sogenannte „secondary holes“. Daher ist es für den lachenden Dritten von Vorteil, wenn auch seine primären Beziehungen in strukturelle Löcher zweiter Ordnung involviert sind, da er dann auch die primären Kontakte [gegeneinander ausspielen kann (vgl. Schweizer 1996: 127).]

Schweizer, Thomas (1996) Muster sozialer Ordnung. Netzwerkanalyse als Fundament der Sozialethnologie. Berlin.

[Seite 126]

Neben den primären Kontakten, die ein im Sinne der Burtschen Theorie struktureller Löcher handelnder rationaler Akteur

[Seite 127]

nicht-redundant ausrichtet, können die indirekten Beziehungen ihrerseits strukturelle Löcher zweiter Ordnung („secondary [structural] holes“) enthalten. Es ist für den lachenden Dritten vorteilhaft, wenn seine primären Kontakte ihrerseits in strukturelle Löcher zweiter Ordnung verwoben sind, weil er dann mehrere Primärkontakte gegeneinander ausspielen kann.

Anmerkungen

Die Verf.in verweist lediglich zum Vergleich auf S. 127 der Quelle, übernimmt deren Ausführungen aber mehr oder weniger wörtlich – es gibt somit nichts zu vergleichen. Darüber hinaus beginnt der übernommene Text bereits auf S. 126.

Dennoch konservativ unter "keine Wertung" kategorisiert.

Fortsetzung in Fragment 079 01 als "Bauernopfer".

Sichter
(162.220.59.66) Schumann

[11.] Mhg/Fragment 152 27 - Diskussion
Bearbeitet: 21. April 2017, 20:28 (Stratumlucidum)
Erstellt: 3. March 2017, 19:55 162.220.59.66
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel, Steinhauff Kremer 2005

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
162.220.59.66
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 152, Zeilen: 27-35
Quelle: Steinhauff Kremer 2005
Seite(n): Anhang S. 2, Anhang S. 3, Zeilen: 2: 11 ff.; 3: 1 ff.
[Bei der Entwicklung der Generatoren für die Beziehungen von Familien mit Kindern habe ich versucht, Gelegenheitsstrukturen aus dem Umfeld von Familien mit kleineren Kindern bzw. spezifische Unterstützungsleistungen zu berücksichtigen, wie sie die Generatoren 7 bis 11 widerspiegeln.

Folgende Namensgeneratoren wurden bei der Untersuchung verwendet:]

1. Mit wem besprechen Sie Dinge, die Ihnen persönlich wichtig sind?
• Welche der eben genannten Personen ist die wichtigste in dieser Situation?
2. Mit wem nehmen Sie regelmäßig gemeinsame Mahlzeiten ein?
3. Zu wem haben Sie eine enge gefühlsmäßige Bindung?
• Welche der eben genannten Personen ist die wichtigste in dieser Situation?
4. Und wer hat zu Ihnen eine enge gefühlsmäßige Bindung?
[Anhang Seite 2]

2) Mit wem besprechen sie [sic] Dinge, die Ihnen persönlich wichtig sind?
(Bitte nennen Sie nur die Nummer der jeweiligen Personen aus der Personenliste)

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand

3) Zu wem haben Sie eine enge gefühlsmäßige Bindung?

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand

[Anhang Seite 3]

4) Und nun die Gegenfrage: Wer, glauben Sie, hat zu Ihnen eine enge gefühlsmäßige Bindung?

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand

5) Mit wem nehmen Sie regelmäßig gemeinsame Mahlzeiten ein?

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand
Anmerkungen

Auf den S. 152 und 153 führt die Verf.in unter insgesamt 12 Punkten Fragen für ein Netzwerkinstrument auf, die sich bei den ersten 9 Punkten inhaltlich größtenteils mit solchen decken, die auch in der Quelle verwendet werden. Diese wird in der untersuchten Arbeit an keiner Stelle erwähnt.

Auf S. 146 gibt sie in diesem Zusammenhang an, dass ein Teil der Netzwerkgeneratoren (für "die starken Beziehungen von Familien") unter Leitung von Hans Bertram am Deutschen Jugendinstitut München und ein anderer Teil (für "die schwachen Beziehungen von Familien") neu von ihr selbst entwickelt wurde.

Wenn man voraussetzt, dass der erste Teil der Aussage zutreffend ist, beträfe eine unausgewiesene Übernahme somit lediglich die Fragen unter den Punkten 7-9. Da es sich bei der Quelle jedoch um einen Abschlussbericht zu einem von der Verf.in 2003/04 geleiteten Projektseminar "Soziale Netzwerke und interpersonale Beziehungen" an der Berliner Humboldt-Universität handelt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Fragen (vollständig bzw. zum Teil) von ihr selbst entwickelt worden sind. Daher wird das Fragment konservativ unter "keine Wertung" kategorisiert.

Fortsetzung in Fragment 153 01.

Sichter
(162.220.59.66) Schumann

[12.] Mhg/Fragment 153 01 - Diskussion
Bearbeitet: 21. April 2017, 20:30 (Stratumlucidum)
Erstellt: 3. March 2017, 20:02 162.220.59.66
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel, Steinhauff Kremer 2005

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
162.220.59.66
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 153, Zeilen: 1-14
Quelle: Steinhauff Kremer 2005
Seite(n): Anhang S. 3, Anhang S. 4, Zeilen: 3: 8 ff.; 4: 1 ff.
5. An wen geben Sie ab und zu oder regelmäßig finanzielle Unterstützung?

6. Mit wem verbringen Sie hauptsächlich Ihre Freizeit?
• Welche der eben genannten Personen ist die wichtigste in dieser Situation?
7. Kommen wir nun auf Ihre Rolle als Mutter bzw. Vater zu sprechen. Vorausgesetzt, Sie brauchen jemanden zum Babysitting oder zur Kinderbetreuung, an wen können Sie sich wenden?
8. Und wer wendet sich zur Kinderbetreuung an Sie?
9. Wenn Sie oder Ihr Kind/ Ihre Kinder krank sind, gibt es jemanden, der Ihnen in dieser Zeit hilft? Gibt es jemanden, den Sie danach fragen können oder um Hilfe bitten können?
• Welche der eben genannten Personen ist die wichtigste in dieser Situation?

[Anhang Seite 3]

6) Wen unterstützen Sie finanziell?
(in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen)

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand

7) Mit wem verbringen Sie hauptsächlich Ihre Freizeit?

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand

8) Nun interessiert uns, an wen Sie sich wenden, wenn Sie jemanden zur Kinder- oder Babybetreuung benötigen?

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand

[Anhang Seite 4]

9) Wer wendet sich zur Kinderbetreuung an Sie?

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand

10) Angenommen, sie sind krank, wer hilft Ihnen?

1. 2. 3. 4. 5.
0 Ο niemand
Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 152 27.

Auf den S. 152 und 153 führt die Verf.in unter insgesamt 12 Punkten Fragen für ein Netzwerkinstrument auf, die sich bei den ersten 9 Punkten inhaltlich größtenteils mit solchen decken, die auch in der Quelle verwendet werden. Diese wird in der untersuchten Arbeit an keiner Stelle erwähnt.

Auf S. 146 gibt sie in diesem Zusammenhang an, dass ein Teil der Netzwerkgeneratoren (für "die starken Beziehungen von Familien") unter Leitung von Hans Bertram am Deutschen Jugendinstitut München und ein anderer Teil (für "die schwachen Beziehungen von Familien") neu von ihr selbst entwickelt wurde.

Wenn man voraussetzt, dass der erste Teil der Aussage zutreffend ist, beträfe eine unausgewiesene Übernahme somit lediglich die Fragen unter den Punkten 7-9. Da es sich bei der Quelle jedoch um einen Abschlussbericht zu einem von der Verf.in 2003/04 geleiteten Projektseminar "Soziale Netzwerke und interpersonale Beziehungen" an der Berliner Humboldt-Universität handelt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Fragen (vollständig bzw. zum Teil) von ihr selbst entwickelt worden sind. Daher wird das Fragment konservativ unter "keine Wertung" kategorisiert.

Sichter
(162.220.59.66) Schumann

[13.] Mhg/Fragment 093 07 - Diskussion
Bearbeitet: 16. March 2017, 21:40 (Schumann)
Erstellt: 8. March 2017, 22:23 162.220.59.66
Fragment, Gesichtet, Giddens 1988, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
162.220.59.66
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 93, Zeilen: 7-9, 17-19, 101
Quelle: Giddens 1988
Seite(n): 77, 432, Zeilen: 77: 7 ff.; 432: 4 f.
Struktur als rekursiv organisierte Menge von Regeln und Ressourcen ist außerhalb von Raum und Zeit31, durch eine »Abwesenheit des Subjekts« charakterisiert (vgl. Giddens 1988: 77). [...]

[...] Die Struktur stellt dabei Regeln und Ressourcen dar, die in rekursiver Weise in die Reproduktion sozialer Systeme einbezogen sind.


31 Mit Ausnahmen in ihren Realisierungen und ihrer Koordination als Erinnerungsspuren


Giddens, Anthony (1988) Die Konstitution der Gesellschaft. Grundzüge einer Theorie der Strukturierung. Frankfurt/New York.

[Seite 77]

Struktur als rekursiv organisierte Menge von Regeln und Ressourcen ist außerhalb von Raum und Zeit, außer in ihren Realisierungen und ihrer Koordination als Erinnerungsspuren, und ist durch eine »Abwesenheit des Subjekts« charakterisiert.

[Seite 432]

Struktur: Regeln und Ressourcen, die in rekursiver Weise in die Reproduktion sozialer Systeme einbezogen sind. [...]

Anmerkungen

Der zum Teil in Fn. 31 ausgelagerte Satz wird so gut wie wörtlich übernommen, obwohl die Verf.in nur zum Vergleich auf die Quelle verweist.

Der im Fließtext unterste Satz auf der linken Seite wird ohne Kenntlichmachung ebenfalls fast wörtlich übernommen.

Aufgrund der Kürze "keine Wertung".

Sichter
(162.220.59.66) Schumann

[14.] Mhg/Fragment 035 01 - Diskussion
Bearbeitet: 30. March 2017, 14:27 (Schumann)
Erstellt: 12. March 2017, 11:46 167.114.102.230
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kiss 1975, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
167.114.102.230
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 1-17, 23-40
Quelle: Kiss 1975
Seite(n): 323, 325, 326, 327, Zeilen: 323: 20 ff., 30 ff.; 325: 12 ff., 36 f., 42 ff.; 326: 1 ff.; 327: 2 ff., 21 ff.
Neben dem verhaltenssteuernden Einfluss der Strukturmuster bilden sich aus den variations- und selektionsfähigen Verhaltensmustern der konkreten Interaktionssysteme Mechanismen heraus, die sich gleichzeitig auch durch zeitliche und sachliche Dimensionen hindurch strukturieren können und die Variationsmöglichkeiten in den vorgegebenen Verhaltensmustern ermöglichen. Die Grundthese von Luhmann ist somit, dass die aus der Lösung praktischer Probleme resultierenden Verhaltensweisen eine systembildende Funktion haben, welche die Struktur der allgemeingültigen Verhaltenserwartungen - je nach Notwendigkeit, Zeitpunkt und Einflüssen aus der Umwelt - in unterschiedlichem Ausmaß modifizieren oder verändern können (vgl. Kiss 1977 : 323). Es geht Luhmann bei seiner Analyse um die Bedingungen, welche die Unbeständigkeit sozialer Systeme bzw. den sozialen Wandel auslösen. Er weist darauf hin, dass der Sinn der funktionalen Analyse in der Verlagerung des theoretischen Focus [sic] von den Strukturen auf die Funktionen besteht und dadurch ein „regulatives Sinnschema“ (Kiss 1977: 325) entsteht, welches von den handelnden Systemmitgliedern im Laufe der Verarbeitung ihrer Problemlösungen von Umwelteinwirkungen selbst geschaffen wird. [...] Luhmann ordnet damit den Funktionsbegriff dem der Struktur vor und schafft die Möglichkeit, die komplexe Verknüpfung von relativer Unveränderlichkeit und Wandlungsfähigkeit der Systeme zu erklären. In diesem Theorieansatz sind Funktionen als Anpassungsleistungen an die (jeweilige) Umwelt zu verstehen (vgl. Luhmann 1974: 40ff).

Soziales Handeln im Luhmannschen Sinne ist weder die „Orientierung am Verhalten Anderer [sic]“ (Weber) noch „zielgerichtetes“ - auf Berücksichtigung der Reaktion von anderen und den Ansprüchen von Wertmustern beruhendes Streben nach Gleichgewicht (Parsons). Luhmann versteht Handeln vielmehr als Reduktionsleistung, die nur „unter Umständen“ mit Zielbezogenheit zu tun hat. Handlung als Reduktion ist bei Luhmann das Ergebnis von Selektionsleistungen. Die Gesamtheit möglicher Handlungen wird mit dem Begriff der Komplexität umschrieben, der auf die mit der gesellschaftlichen Evaluation [sic] verbundene wachsende „immense Zahl von möglichen Handlungen“ (Alternativangeboten) hinweist (vgl. Luhmann 1974: 45).

Die mit der Evaluation [sic] wachsende Zahl möglicher Handlungen wird strukturell, d.h. durch Organisationen selektiv geordnet, indem „Zulassungen“ und „Verbote“ aufgestellt werden (vgl. Kiss 1977: 327).


Kiss, Gabor (1977) Einführung in die soziologischen Theorien II. Opladen.

Luhmann, Niklas (1974) Soziologische Aufklärung. 1. Aufsätze zur Theorie sozialer Systeme. Opladen.

[Seite 323]

Der verhaltensregulierende Einfluß von Strukturmustern bildet also nur »die eine Seite der Medaille«; jene vom konkreten Interaktionssystem ausgehenden variations- und selektionsfähigen Verhaltensweisen – die sich gleichzeitig auch durch sachliche und zeitliche Dimension hindurch strukturieren können – bilden Mechanismen heraus, die zumindest die Variierbarkeit vorgegebener Verhaltensmuster ermöglichen. [...] Es ist also Luhmanns Grundthese, daß die aus experimentellen Lösungsversuchen praktischer Probleme resultierenden Verhaltensweisen systembildende Funktionen haben, die die Struktur, d. h. die »generalisierten Verhaltenserwartungen« – je nach Dringlichkeit, Zeitpunkt, Umwelteinflüssen – in verschiedener Intensität modifizieren und ändern können.

Luhmann will folglich – nicht die Ursachen, sondern – die Bedingungen analysieren, die die Unbeständigkeit von Systemen bzw. den sozialen Wandel auslösen.

[Seite 325]

Luhmann will darauf hinweisen, daß der Sinn der funktionalen Analyse darin besteht, den Bezugspunkt der theoretischen Orientierung von den Strukturen auf die Funktionen zu verlagern und diese – nicht als »zu bewirkende Wirkung«, sondern als »regulatives Sinnschema« – zu fassen, das von den Handelnden als Systemmitgliedern im Verlauf ihrer Problemlösungsverarbeitung von Umwelteinwirkungen selbst gebildet wird. Durch diese Sichtweise, die den Funktionsbegriff dem Strukturbegriff vorordnet, wird es möglich, die komplexe Verflechtung von relativer Invarianz und Wandlungsfähigkeit von Systemen zu erklären:

»[...]« (Soziologische Aufklärung, S. 40).

Funktionen sind also nach diesem Theorieansatz im wesentlichen als Anpassungsleistungen an die (jeweilige) Umwelt zu verstehen. [...]

In Erinnerung an die Webersche (oben, S. 122 ff.) und Parsonssche (oben, S. 144 f. – insbesondere S. 154) Definition sozialen Handelns fällt auf, daß bei Luhmann Handeln weder im Sinne des »Orientierens an fremdem Verhalten« (Weber) noch als »zielgerichtetes« – auf Einkalkulierung der Reaktionen von anderen und der Ansprüche von Wertmustern beruhendes – Streben nach Gleichgewicht, sondern als Reduktionsleistung verstanden wird, die nur »unter Umständen« mit Zieltendiertheit zu tun hat. Für Luhmann ist Handlung Reduktion, d. h. ein Ergebnis jener Selektionsleistungen, die sozio-

[Seite 326]

logisch nicht handlungstheoretisch, sondern immer nur systemtheoretisch – d. h. nur in Handlungssystemen – transparent gemacht werden können:

Zu seiner Konzeption der „Handlung als Reduktion“ vermerkt Luhmann in seinem Manuskript über „Soziale Systeme“ (Bielefeld 1974, S. 45): »[...]«

[Seite 327]

Der Begriff Komplexität als »Gesamtheit von möglichen Handlungen« weist auf eine mit der gesellschaftlichen Evolution wachsende »immense Zahl von möglichen Handlungen« (Alternativangeboten) hin, die aber nicht einfach mit »Kompliziertheit« oder wachsender »Verkomplizierung« gleichgesetzt werden kann. [...] Die mit der Evolution wachsende Zahl von möglichen Handlungen wird folglich strukturell – d. h. durch Organisationen — selektiv geordnet, indem für bestimmte Handlungsbereiche »Zulassungen«, für andere wiederum Verbote aufgestellt werden.

Anmerkungen

Die Verf.in verweist zweimal lediglich zum Vergleich auf die Quelle. Tatsächlich übernimmt sie jedoch die gesamten hier wiedergegebenen Ausführungen inhaltlich-strukturell vollständig (und zum Teil wörtlich) aus dieser.

Aus "Evolution" bei Kiss (1975) wird bei der Verf.in in beiden Fällen "Evaluation".

Ein Vergleich mit der 6. Aufl. (1991) von Soziologische Aufklärung 1 – Aufsätze zur Theorie sozialer Systeme, die mit der von der Verf.in angegebenen 4. Aufl. (1974) in der Gliederung und inhaltlich identisch sein dürfte, ergibt zudem, dass auf S. 45 bei Luhmann weder wörtlich noch sinngemäß von einer "immense[n] Zahl von möglichen Handlungen" die Rede ist. Hier liegt der Verdacht nahe, dass die Verf.in diese Seitenangabe von S. 326 bei Kiss entlehnt haben könnte, ohne zu berücksichtigen, dass sich Letzterer bei jenem anderen Zitat auf einen anderen Titel Luhmanns bezieht.

Dennoch konservative Kategorisierung unter "keine Wertung".

Fortsetzung in Fragment 036 01.

Sichter
(167.114.102.230) Schumann

[15.] Mhg/Fragment 036 01 - Diskussion
Bearbeitet: 28. March 2017, 21:23 (Schumann)
Erstellt: 12. March 2017, 12:24 37.187.147.158
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kiss 1975, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
37.187.147.158
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 1-16
Quelle: Kiss 1975
Seite(n): 327, 328, Zeilen: 327: 24 ff., 40 ff.; 328: 1 ff., 7 ff., 27 ff.
[In der luhmannschen Ana-]lyse sozialer Handlungen sind zwei interdependente Einflussbereiche zu unterscheiden:

1. der Reduktionsdruck für das Handeln in Systemen
2. die umweltbedingte Reorganisation von Systemen. (vgl. Kiss 1977: 327)

Der Reduktionsdruck untergliedert sich in das Daseins-Erleben, die Sinn-Selektivität und die Kontingenzen. Die erste Voraussetzung der Handlungsmöglichkeit „Dasein“ ist das Umwelterleben. Durch den Umweltdruck werden Erlebnisse ausgelöst, die im Anschluss an vorangegangene Erfahrungen handlungsrelevant verarbeitet werden müssen. Diese Verarbeitung von Erlebnissen bedeutet, aus der Fülle der tatsächlich gegebenen Handlungsalternativen die möglichen auszuwählen. Sinn ist damit eine bestimmte Selektionsweise, die sich an der Erfahrung der Wirklichkeit orientiert und Möglichkeiten durchsetzt. Da die Möglichkeiten ebenfalls eine große Fülle an Entscheidungsalternativen für Handlungen anbieten, müssen auch diese selektiv reduziert werden. Die Besonderheit der Selektionsleistung besteht auf zwei Ebenen: der des selektiv Realisierbaren und der der Möglichkeiten. Kontingenz ist nach Luhmann die negierte Notwendigkeit (vgl. Kiss 1977: 328).


Kiss, Gabor (1977) Einführung in die soziologischen Theorien II. Opladen.

[Seite 327]

Für die systemtheoretische Analyse sozialer Handlungen können dadurch zwei aufeinander einwirkende und sich in strikter Interdependenz befindliche, aber schwerpunktmäßig doch trennbare Einflußbereiche festgestellt werden:

a) Reduktionsdruck (für das Handeln in Systemen) und
b) Umweltbedingte Reorganisierung von Systemen.

ad a) Der Reduktionsdruck läßt sich aufgliedern nach:

(1) Dasein-Erleben,
(2) Sinn-Selektivität und
(3) Kontingenzen

(1) Luhmanns Überlegungen gehen davon aus, daß die allererste Voraussetzung der Handlungsmöglichkeit »Dasein«, d. h. Umwelterleben, ist. [...] Umweltdruck löst zuerst Erlebnisse aus, die dann im Anschluß an vergangene Erfahrungen handlungsrelevant verarbeitet werden müssen.

2) Die Verarbeitung von Erlebnissen heißt, aus der Fülle der wirklich gegebenen Handlungsalternativen die möglichen auszuwählen: Sinn wird hier — nicht wie bei Parsons als Eigenschaft von Handlungen, sondern – als »Selek-

[Seite 328]

tion aus einem Universum anderer Möglichkeiten«, als eine bestimmte Selektionsweise verstanden, die, an der Erfahrung der Wirklichkeit orientiert, Möglichkeiten »abtastet«. Die Möglichkeiten bieten ebenfalls eine derartige Fülle von Entscheidungsalternativen für Handlungen an, daß auch sie selektiv reduziert werden müssen. [...] Die Besonderheit dieser Selektionsleistungen besteht nun darin, daß sie sich auf zwei Ebenen: auf der des selektiv Realisierbaren und der der weiteren Möglichkeiten, abspielen. [...]

(3) Kontingenz als die Möglichkeit eines Geschehens oder Nichtgeschehens wird von Luhmann nach dem alten modaltheoretischen Begriff als negierte Notwendigkeit gebraucht1: [...]


1 [...]

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 035 01.

Die Verf.in verweist zweimal lediglich zum Vergleich auf die Quelle. Tatsächlich übernimmt sie jedoch ihre gesamten Ausführungen zum Teil wörtlich aus dieser.

Dennoch hier konservativ unter "keine Wertung" kategorisiert; für den folgenden Inhalt auf dieser Seite siehe (das als Bauernopfer eingestufte) Fragment 036 17.

Sichter
(37.187.147.158) Schumann

[16.] Mhg/Fragment 102 26 - Diskussion
Bearbeitet: 18. March 2017, 16:17 (Schumann)
Erstellt: 16. March 2017, 13:47 23.95.97.29
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel, Walgenbach 2002

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 26-29
Quelle: Walgenbach 2002
Seite(n): 371, 372, Zeilen: 371: 43 ff.; 372: 1
Der Verweis auf die Interpretationsfähigkeit der Regeln und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Ressourcen löst den Mangel, dass die Beziehungen zwischen Handlung und Struktur nicht eindeutig bestimmt werden können, auch nicht auf. [Seite 371]

Giddens verweist aber zugleich auch darauf, daß Regeln interpretationsfähig und somit grundsätzlich für verschiedene Verhaltensweisen offen sind. Auch Ressourcen betrachtet Giddens als in unterschiedlicher Weise einsatzfähig. Die Beziehungen zwischen Handeln und Struktur sind für ihn somit nicht eindeutig

[Seite 372]

(Giddens 1979: 65).


Giddens, A. 1979: Central Problems in Social Theory. London

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle, die in der gesamten Arbeit nicht erwähnt wird. Ebenso verhält es sich mit Giddens (1979).

Aufgrund der Kürze "keine Wertung".

Sichter
(23.95.97.29) Schumann

[17.] Mhg/Fragment 028 01 - Diskussion
Bearbeitet: 19. March 2017, 14:37 (Schumann)
Erstellt: 19. March 2017, 14:16 23.95.97.29
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Kiss 1975, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 1-2
Quelle: Kiss 1975
Seite(n): (144,) 145, Zeilen: (144: 1, 4;) 145: 12 ff.
[Unter rationalem Handeln versteht Parsons eine Hand-]lungsweise, die eine bestimmte und komplexe Form der Organisation aller Elemente des Handelns voraussetzt ( vgl. Parsons 1951: 549ff).

Parsons, Talcott (1951) The social System. London, New York.

[Seite 144]

3. Talcott Parsons (1902)

Hauptwerke: [...]
            The Social System (1951), New York–London 1966 (Paperback).

[Seite 145]

Unter dem Typus rationalen Handelns versteht Parsons eine Handlungsweise, die einen bestimmten und komplexen Modus der Organisation aller Elemente des Handelns voraussetzt (Social System, S. 549 f).

Anmerkungen

Kiss (1977) wird zuvor und danach zum Vergleich angeführt. Es erschließt sich aus den Ausführungen der Verf.in jedoch nicht, dass hier allem Anschein nach keine eigene Rezeption von Parsons stattgefunden hat.

Aufgrund der Kürze "keine Wertung".

Sichter
(23.95.97.29) Schumann

[18.] Mhg/Fragment 177 14 - Diskussion
Bearbeitet: 21. March 2017, 15:23 (Schumann)
Erstellt: 21. March 2017, 11:50 23.95.97.29
Donati 1989, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 177, Zeilen: 14-17
Quelle: Donati 1989
Seite(n): 260, Zeilen: 2 ff.
Dies bestätigt die eingangs in der Arbeit formulierte These, dass nur eine am „Netz“ orientierte Lesart der Tönniesschen Begriffsdichotomie zu einem der Moderne eigenen Gesellschafts- und Gemeinschaftsverständnis führt. Demzufolge kann einzig eine am Modell des «Netzes» orientierte Lesart des Tönniesschen Begriffspaares sowie der darauf bezogenen Parsonsschen Modellgrößen diese begrifflichen Rahmen in [sic] zu einem der Moderne eigenen dezentralisierten Weltverständnis hinführen.
Anmerkungen

Die nicht kenntlich gemachte, etwas abgewandelte Übernahme aus Donati (1989) findet sich in ähnlichem Wortlaut bereits auf S. 19 in Fragment 019 09.

Da diese hier weniger umfangreich ist und die Semantiken von "Gesellschafts- und Gemeinschaftsverständnis" und "dezentralisierte[s] Weltverständnis" unterschiedlich sind, wird sie unter "keine Wertung" kategorisiert.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann

[19.] Mhg/Fragment 113 24 - Diskussion
Bearbeitet: 22. March 2017, 14:22 (Schumann)
Erstellt: 22. March 2017, 11:17 23.95.97.29
Diaz-Bone 1997, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 113, Zeilen: 24-32
Quelle: Diaz-Bone 1997
Seite(n): 51, 52, Zeilen: 51: 11 f., 16 f.; 52: 1, 4 ff., 12 ff.
Bei einem Vergleich zwischen den Analyseformen für soziale Netzwerke führt Burt einige Gründe für die Verwendung ego-zentrierter Netzwerke an:
“a) Since they are anchored on specific actors, ego-networks allow the use of standard survey research designs in gathering network data. This means that inferences can be made about the typical relations in large populations from interviews with a random sample of actors. In contrast, and with few exceptions, models in the positional approach require data on all actors in the population. b) Ego-networks explicitly call attention to the coordination of relations with different contents so as to more easily address the problem of distinguishing separate contents. [The similar structure of separate networks is a concern of status/role-set models; however, there is nowhere in the positional approach a model as simply suited to the task as ego-network multiplexity.] [...]“ (Burt 1980: 131).

Burt, Ronald (1980) Models of network structure. In: Annual Review of Sociology, Nr. 6, 79-141.

[Seite 51]

Die Analyseformen vergleichend, führt Burt aber mehrere Gründe für die Verwendung ego-zentrierter Netzwerke als Analyseform an.

• [...]

• Ego-zentrierte Netzwerke sind um eine einzelne Person "verankert". Ihre Verwendung in der Umfrageforschung (standard survey research) wird dadurch ermöglicht. Netzwerkdaten

[Seite 52]

können über die Befragung einzelner Personen erhoben werden, [...].
"This means that inference [sic] can be made about the typical relations in large populations from interviews with a random sample of actors. In contrast, and with few exceptions, model [sic] in the positional approach require data on all actors in the population." (Burt 1980:131)

• [...]

"Ego-networks explicitly call attention to the coordination of relations with different contents so as to more easily address the problem of distinguishing separate contents." (Burt 1980:131)

Burt, Ronald S. (1980): Models of network structure, in: Annual Review of Sociology, 6. Jhrg.‚ S. 79 - 141.

Anmerkungen

Diaz-Bone (1997) dient der Verf.in hier anscheinend als Vorlage. Da sie das Burt-Zitat zumindest nachschlägt und inhaltlich ergänzt (Satz in großen eckigen Klammern), wird das Fragment konservativ unter "keine Wertung" kategorisiert.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann

[20.] Mhg/Fragment 124 01 - Diskussion
Bearbeitet: 28. March 2017, 20:50 (Schumann)
Erstellt: 22. March 2017, 15:25 23.95.97.29
Diaz-Bone 1997, Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 124, Zeilen: 1-3, 4-6
Quelle: Diaz-Bone 1997
Seite(n): 61, 62, Zeilen: 61: 101 f.; 62: 5 ff.
Der Aw-Index von Lieberson misst die Diversität der Kontexte, welche das ego-zentrierte Netzwerk ausmachen. Der Kontext einer Person entspricht dabei seiner Rolle für Ego.[, z.B. ob die Person ein Verwandter oder Arbeitskollege ist.] Der Aw-Index ist vor allem von Fischer (1982) in seiner Nordkalifornien-Studie auf empirische Daten angewendet worden, während der IQV von Marsden (1987) und von Campbell & Lee (1991) eingesetzt wurde.

Campbell, Karen E. / Lee, Barrett A. (1991) Name generators in surveys of personal networks. In: Social Networks, Nr. 13, 203-221.

Fischer, Claude (1982) To Dwell Among Friends. Personal Networks in Town and City. Chicago.

Marsden, Peter V. (1987) Core discussion networks of Americans. In: American Sociological Review, Nr. 52, 122-131.

[Seite 62]

Der Aw-Index nach Lieberson ist ein Maß für die Diversität der Kontexte, aus denen sich das ego-zentrierte Netzwerk zusammensetzt. [...] Operationalisiert wird der Kontext einer Person dabei mit deren Rolle für ego.

[Seite 61]


50 Der Aw-Index wird von Fischer (1982) in seiner Analyse der Northern California Community Study verwendet. Marsden (1987) und Campbell / Lee (1991) verwenden den IQV-Index.


Campbell, Karen E. / Lee, Barrett A. (1991): Name generators in surveys of personal networks, in: Social Networks, 13. Jhrg., S. 203 - 221.

Fischer, Claude S. (1982): To dwell among friends. Chicago: Chicago University Press.

Marsden, Peter V. (1987): Core discussion networks of Americans, in: ASR, 52. Jhrg.‚ S. 122 - 131.

Anmerkungen

Die Quelle wird am Ende der Vorseite und am Ende des nächsten Absatzes genannt, für diesen separaten Absatz jedoch nicht.

Campbell / Lee (1991) und Marsden (1987) werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur an dieser Stelle erwähnt.

Die in eckige Klammern gesetzte Erläuterung stammt anscheinend von der Verf.in selbst.

Da die Ausführungen eher technischen Charakter haben und ein Rezipient zumindest vermuten kann, dass diese auch aus der Quelle stammen, wird das Fragment unter "keine Wertung" kategorisiert.

Sichter
(23.95.97.29) Schumann

[21.] Mhg/Fragment 162 09 - Diskussion
Bearbeitet: 27. March 2017, 13:07 (Schumann)
Erstellt: 25. March 2017, 14:28 23.95.97.29
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, Pfenning 1996, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 162, Zeilen: 9-13
Quelle: Pfenning 1996
Seite(n): 73, Zeilen: 1 ff.
Die Variation sozialer Kontexte in den ego-zentrierten Netzwerken wird zunächst als einfache Häufigkeitsverteilung dargestellt.

[Tabelle 14: Variationen sozialer Kontexte im Netzwerk]

Die meisten Relationen gründen auf sozialen Kontakten mit Verwandten, wobei insbesondere engere Familienangehörige bedeutsam sind. Auch die Freunde bilden einen relevanten sozialen Kontext [und die Nachbarn in der Wohnumgebung].

Für einen ersten Einblick in die Variation in egozentrierten Netzwerken wird zunächst wiederum die einfache Häufigkeitsverteilung dargestellt.

[Tabelle 7: Variation sozialer Kontexte im Fischer-Basisnetzwerk]

Die meisten Relationen gründen auf sozialen Kontakten mit Verwandten, wobei insbesondere engere Familienangehörige bedeutsam sind. Auch engere Freunde bilden einen relevanten sozialen Kontext.

Anmerkungen

Unmittelbar zuvor wird die Quelle zum Vergleich genannt. Der 15 Wörter lange Satz unter Tab. 7 wird identisch übernommen.

In der Zusammenschau mit Fragment 163 03 auf der Folgeseite wird deutlich, dass auch die Gliederung der Quelle entstammt.

Aufgrund der Kürze und des eher trivialen Charakters der Aussagen "keine Wertung".

Sichter
(23.95.97.29) Schumann

[22.] Mhg/Fragment 163 03 - Diskussion
Bearbeitet: 27. March 2017, 13:18 (Schumann)
Erstellt: 25. March 2017, 14:39 23.95.97.29
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Mhg, Pfenning 1996, SMWFragment, Schutzlevel

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
23.95.97.29
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 163, Zeilen: 3-6
Quelle: Pfenning 1996
Seite(n): 74, 76, Zeilen: 74: 6 f.; 76: 1 f.
Abschließend bleibt zu klären, ob bestimmte Stimulusvorgaben mit bestimmten sozialen Kontexten verbunden sind (siehe nachfolgende Grafik).

[Abbildung 10: Verteilung sozialer Kontexte auf die Stimulusvorgaben]

Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass einzelne Stimulusvorgaben mit überproportionalen Anteilen bestimmter sozialer Kontexte einhergehen.

[Seite 74]

Abschließend bleibt zu klären, ob bestimmte Stimulusvorgaben mit bestimmten sozialen Kontexten verbunden sind.

[Seite 75]

[Abbildung 14: Verteilung sozialer Kontexte auf die Stimulusvorgaben im Fischer-Basisnetzwerk]

[Seite 76]

Im Ergebnis ist festzuhalten, daß einzelne Stimulusvorgaben mit überproportionalen Anteilen bestimmter sozialer Kontexttypen einhergehen.

Anmerkungen

Die Quelle wird zuletzt auf S. 162 oben genannt.

In der Zusammenschau mit Fragment 162 09 von der Vorseite zeigt sich, dass hier nicht nur zwei einzelne Sätze (so gut wie) wörtlich übernommen werden, sondern auch die Gliederung der Quelle entstammt.

Aufgrund der Kürze dennoch "keine Wertung".

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