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Mkl/083

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Die EU-Entwicklungspolitik zwischen Anspruch und Realität

von Martin Klever

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mkl/Fragment 083 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-20 13:03:37 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, Mair 2002, Mkl, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 83, Zeilen: 6-28, 101-104
Quelle: Mair 2002
Seite(n): 15, 16, Zeilen: 15:re.Sp:5-41; 16:li.Sp:1-20
2.2.5.2 Ansätze regionaler Kooperation in Afrika: ECOWAS und SADC im Vergleich

Sowohl die westafrikanische ECOWAS als auch die SADC (Southern African Development Community) im südlichen Afrika zählen zu den viel versprechenden Ansätzen regionaler Integration in Afrika. Ein Vergleich dieser beiden Wirtschaftskooperationen erscheint deshalb interessant, weil sie über äußerst differierende Ausgangsbedingungen verfügen und unterschiedliche Integrations- und Kooperationsstrategien verfolgen.

Während die SADC57 – formal gesehen – eine relativ junge Organisation ist, deren Gründungsvertrag aus dem Jahr 1992 stammt, kann die ECOWAS58 bereits auf eine 25jährige Existenz zurückblicken. Jedoch pflegte die ECOWAS bis zu Beginn der 1990er Jahre ein „Dornröschendasein“. Erst die verstärkte Hinwendung der EU zur SADC sowie die deutlich spürbaren Bemühungen der frankophonen Staaten Westafrikas, ihre Integration voranzutreiben, sorgten für eine Wiederbelebung der ECOWAS. Ihren Ausdruck fand die erneute Mobilisierung in der Unterzeichung eines überarbeiteten Gründungsvertrags 1993, doch hat sich dadurch die grundlegende Ratio der Existenz der ECOWAS nicht entscheidend verändert: Nach wie vor gilt sie als Versuch Nigerias, seinem regionalen Vormachtsstreben – in Konkurrenz zu Frankreich – einen institutionalisierten Rahmen zu geben (vgl. Petretto 2005: 55f. + 69f.). Unterschiedliche Ausgangsbedingungen ergeben sich für die beiden regionalen Kooperationsmodelle auch in Bezug auf ihr jeweiliges Wirtschaftspotential. Westafrika ist mit beträchtlichem Vorkommen hochwertigen Erdöls, bedeutsamen Gold-, Bauxit-, Eisenerz-, Uran- und Diamantenlagern selbst im internationalen Vergleich gut ausgestattet. Die Bevölkerungszahl des regionalen Marktes ist hoch, wenngleich die Nachfrage privater Haushalte aufgrund des geringen Einkommens relativ gering ist. Der intraregionale Handel mit einem Anteil von zehn Prozent am gesamten Außenhandel der Mitgliedsländer wird durch Ausfuhren Nigerias [und der Elfenbeinküste dominiert.]


57 Die SADC ging aus der alten „Southern African Development Co-ordination Cooperation [sic!]“ hervor, wobei der Wegfall des zweiten „C“ nicht nur eine kosmetische Änderung, sondern eine Ausweitung der Zielsetzung bedeutete: Statt ausschließlicher Sektorkooperation, um die Abhängigkeit der so genannten Frontlinienstaaten von Südafrika zu mildern, stand nun Integration im südlichen Afrika im Vordergrund der Anstrengungen. Zu den SADC-Mitgliedsstaaten zählen Angola, Botswana, DR Kongo, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Swasiland, Tansania, Südafrika, Mauritius und Madagaskar. Vgl. Berman/Sams 2000: 151ff.

58 Zu den Mitgliedsländer der ECOWAS zählen Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone und Togo.

Dieser Beitrag vergleicht zwei afrikanische Regionalorganisationen: die westafrikanische „Economic Community of West African States“2 (ECOWAS) und die „Southern African Development Community“3 (SADC) im südlichen Afrika. Beide Organisationen gehören zu den vielversprechendsten Ansätzen regionaler Integration in Afrika. Sie decken zwei verschiedene Regionen ab, verfügen über äußerst differierende Ausgangsbedingungen und verfolgen unterschiedliche Integrations- und Kooperationsstrategien.

Die SADC ist formal gesehen eine junge Organisation. Ihr Gründungsvertrag stammt aus dem Jahr 1992. Sie ging aus der alten „Southern African Development Co-ordination Conference“ (SADCC) hervor, wobei der Wegfall des zweiten „C“ nicht nur eine kosmetische Änderung, sondern eine Ausweitung der Zielsetzung bedeutete: Statt ausschließlicher Sektorkooperation, um die Abhängigkeit der so genannten Frontlinienstaaten von Südafrika zu mildern, stand nun Integration im südlichen Afrika im Vordergrund der Anstrengungen. Nach dem Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika galt es, den potenziellen Hegemon einzubinden sowie seine Wirtschaftskraft und seine wirtschaftliche Dynamik für die Mitgliedsländer der SADC nutzbar zu machen.

Die ECOWAS kann bereits auf eine 25-jährige Existenz zurückblicken, pflegte aber bis zu Beginn der neunziger Jahre ein Dornröschendasein. Die verstärkte Hinwendung der EU zur SADC sowie die deutlich spürbaren Bemühungen der frankophonen Staaten Westafrikas, ihre Integration voranzutreiben, dürften - zusätzlich zu den eingangs genannten - wesentliche Gründe der Wiederbelebung der ECOWAS gewesen sein. Formalen Ausdruck fand dies in der Unterzeichnung eines überarbeiteten Gründungsvertrags 1993. Dennoch hat sich die grundlegende Ratio der Existenz der ECOWAS nicht entscheidend verändert: Nach wie vor gilt sie als Versuch Nigerias, seinem regionalen Vormachtstreben - in Konkurrenz zu Frankreich - einen institutionalisierten Rahmen zu geben.

Westafrika ist mit beträchtlichen Vorkommen hochwertigen Erdöls, international bedeutsamen Gold-, Bauxit-, Eisenerz-, Uran- und Diamantenlagern selbst im internationalen Vergleich gut ausgestattet. Die Bevölkerungszahl des regionalen Marktes ist hoch, wenngleich die Nachfrage privater Haushalte aufgrund des geringen Einkommensniveaus relativ niedrig ist. Der intraregionale Handel mit einem Anteil von um die zehn Prozent am gesamten Außenhandel der Mitgliedsländer4 wird durch Ausfuhren Nigerias und der Elfenbeinküste sowie in geringerem Maße Ghanas und Senegals in die kleineren Nachbarländer und die Binnenstaaten dominiert.


2 Mitgliedsstaaten: Nigeria, Niger, Ghana, Elfenbeinküste, Senegal, Benin, Togo, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mali, Liberia, Sierra Leone, Burkina Faso.

3 Mitgliedsstaaten: Südafrika, Angola, Tansania, Simbabwe, Mosambik, Botswana, Namibia, Malawi, DR Kongo, Mauritius, Seychellen, Lesotho, Swasiland, Sambia.

4 Eigene Berechnungen nach IWF.

Anmerkungen

Die Quelle wird erst am Ende der nächsten Seite mit "vgl." erwähnt.

Mkl aktualisiert nicht die Altersangabe für ECOWAS. Die "25-jährige Existenz" war bei Mair einigermaßen aktuell. Bei Drucklegung der Arbeit von Mkl war die 1975 gegründete ECOWAS schon über 30 Jahre alt.

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