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Mkl/Fragment 058 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 058, Zeilen: 1-30
Quelle: Ferdowsi 1999
Seite(n): 7-10, Zeilen: 7:29-32, 8:kpl., 9:1-7.32-33, 10:4-9
[1968 konnten erste handelspolitische Resultate verzeichnet werden, als es in Arusha/Tansania zur Unterzeichnung eines gleichnamigen Ab]kommens35 mit den drei Staaten der afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Kenia, Tansania und Uganda kam. Da dieses zeitlich an den Yaoundé-Vertrag gekoppelt war, mussten wenig später neue Verhandlungen aufgenommen werden, die schließlich am 24. September 1969 in der Unterzeichnung eines neuen Vertrags, Arusha-II, mündeten. Dieser trat wie Yaoundé-II am 1. Januar 1971 in Kraft und sollte für 5 Jahre gelten (vgl. Ferdowsi 1999b: 7).

Ein ausführliches Eingehen auf die inhaltliche Ausgestaltung der Verträge und deren Ergebnisse würden den Rahmen sprengen, doch bleibt festzuhalten, dass die Bilanz dieser handelspolitischen Zusammenarbeit aus Sicht der afrikanischen Länder eher enttäuschend ausfiel. So hatten sich aufgrund der Verträge weder die Exporte in die EWG-Staaten erhöht noch zeigte die Handelsstruktur zwischen den Staaten Westeuropas und Afrikas eine Veränderung. Zwar konnten die assoziierten afrikanischen Staaten ihr Exportvolumen in die EWG bis 1974 von 914 Mio. US$ im Jahr 1958 auf eine Summe von 3,3 Mrd. US$ erhöhen, doch ging die Hälfte des Exports in die EWG alleine von den beiden Ländern Zaire und Elfenbeinküste aus, während Tschad, Obervolta und Mali zusammen gerade einmal einen Anteil von 2 % am Gesamtexport aufwiesen. Auch die gewährten Zollpräferenzen führten nicht zu einer Erhöhung der Importe der assoziierten Staaten in die EWG. Hatte deren Anteil im Jahr 1960 noch 12,6 % betragen, so verringerte er sich 1972 auf 9,06 % und 1974 gar auf 7,47 %. Eine ähnliche Tendenz weisen auch die handelspolitischen Effekte der gewährleisteten Gegenpräferenzen für EWG-Waren auf. So exportierte die EWG 1974 zwar Waren im Wert von 2,178 Mrd. US$ in die afrikanischen Staaten, doch ging der Anteil dieser Staaten am Gesamtexport der EWG in Entwicklungsländer von 12 % 1958 auf 8,4 % 1974 zurück (vgl. Gerth-Wellmann 1979: 107-117).

Aufgrund dieser Negativbilanz sowie neu aufgetretenen Entwicklungen innerhalb der EWG36 war bereits vor Ablauf der Abkommen von Yaoundé-II und Arusha-II klar, dass eine gründliche Neuordnung der Assoziierungspolitik vorgenommen werden musste. Insbesondere galt es eine Neufassung des Kooperationsmodus für die dem Commonwealth angehörenden Staaten zu finden. Schließlich ermöglichte das Protokoll 22 des Beitrittsvertrages der drei neuen Mitglieder diesen eine grundsätzliche Aufnahme in das Assoziierungssystem der EWG.37 Angesichts der Forderungen der afrikanischen Staaten galt es, die drei ursprünglich von der EG-Kommission für die Yaoundé-Nachfolge geplanten Optionen – Erweiterung der Yaoundé-[Konvention, eine losere Kooperation wie das Arusha-Abkommen oder eine reine Handelsvereinbarung mit den ehemaligen Kolonien – zu modifizieren.]


35 Das Arusha-Abkommen war ein Handelsabkommen, welches auf Gegenseitigkeit beruhende Rechte und Verpflichtungen festlegte. Es umfasste jedoch keine finanziellen und technischen Hilfen aus dem Europäischen Entwicklungsfonds. Vgl. Gruhn 1976: 245.

36 In erster Linie ist die EWG-Erweiterung durch den Beitritt Großbritanniens, Irlands und Dänemarks gemeint

37 Hierbei handelte es sich um 20 weitere Kolonien Großbritanniens in Afrika, in der Karibik und im Pazifik.


Gerth-Wellmann, Hella (1979): Die AKP-EG-Abkommen von Lomé. Bilanz und Perspektiven, München.

[Seite 7]

So kam es am 26. Juli 1968 in Arusha (Tanzania) zur Unterzeichnung eines Abkommens mit den drei Staaten der afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Kenia, Tanzania und Uganda. Da es zeitlich mit dem Jaunde II-Vertrag gekoppelt war, mußten allerdings im Juli wieder neue

[Seite 8]

Verhandlungen aufgenommen werden. Am 24. September 1969 kam es in Arusha erneut zur Unterzeichnung eines Vertrages - Arusha II -, der am 1. Januar 1971 in Kraft trat und für 5 Jahre gelten sollte.

Es würde den Rahmen sprengen wollte man hier ausführlicher auf die inhaltliche Ausgestaltung der Verträge und deren Ergebnisse eingehen. Festzuhalten bleibt aber, daß die Bilanz dieser Vorläufer der Lome-Verträge aus der Sicht der afrikanischen Länder eher enttäuschend ausfiel:7

Weder hatten sich aufgrund der Verträge die Exporte in die EWG-Staaten erhöht, noch hatte sich an der Handelsstruktur zwischen den Staaten Westeuropas und Afrikas etwas geändert.

Insgesamt konnten die Staaten zwar ihre Exporte in die EWG bis 1974 von 914 Mio. im Jahr 1958 auf eine Summe von 3,3 Mrd. Dollar erhöhen, doch es muß berücksichtigt werden, daß allein 50% der Exporte in die EWG aus Zaire und der Elfenbeinküste kamen, während Tschad, Obervolta und Mali zusammen insgesamt nur einen Anteil von 2% an diesen Exporten aufweisen konnten.

Auch die gewährten Zollpräferenzen führten nicht zu einer Erhöhung der Importe der assoziierten Staaten in die EWG, ganz im Gegenteil. Hatte deren Anteil im Jahr 1960 noch 12,6% betragen, so verringerte er sich 1972 auf 9,06% und betrug 1974 ganze 7,47%. Auch die finanzielle und technische Zusammenarbeit hinsichtlich der Diversifikation der Exportstruktur und Abbau von Monokulturen blieben ohne Folgen. Noch bis 1972 bestand der Export der assoziierten Staaten bis zu 62,8% aus Agrarerzeugnissen, der Rest setzte sich vor allem aus Kupfer, Eisenerz, Rohholz und Phosphaten zusammen.

Dasselbe gilt für die handelspolitischen Effekte der gewährleisteten Gegenpräferenzen für EWG-Waren. Zwar exportierte die EWG 1974 Waren im Wert von 2,178 M rd. in die afrikanischen Staaten, doch ging der Anteil dieser Staaten am Gesamtexport der EWG in Entwicklungsländer von 12% 1958 auf 8,4% 1974 zurück.

Schon lange vor Ablauf der auf 5 Jahre befristeten Abkommen von Jaunde II und Arusha II waren innerhalb der EWG wiederum Entwicklungen eingetreten, die eine gründliche Neuordnung der Assoziierungspolitik notwendig machten.

[Seite 9]

Am 22. Januar 1972 war die Gemeinschaft durch den Beitritt Großbritanniens, Dänemarks und Irlands erweitert worden. Insbesondere der Beitritt Englands legte eine Neufassung der Assoziierungspolitik nahe, da ein Kooperationsmodus für die dem Commonwealth angehörenden Entwicklungsländer gefunden werden mußte. Die rechtliche Grundlage hierfür war das Protokoll 22 des Beitrittsvertrages der drei neuen Mitglieder, das weiteren 20 ehemaligen Kolonien Großbritanniens in Afrika, in der Karibik und im Pazifik die Aufnahme in das Assoziierungssystem der EWG grundsätzlich ermöglichte. [...]

[...]

Daß es den AKP-Staaten gelang, den EG-Staaten wichtige Zugeständnisse abzuringen, lag nicht zuletzt an der allgemeinen internationalen Wetterlage, die sich Ende 1973 wieder [verschärft hatte.]

[Seite 10]

Denn zur Diskussion standen drei verschiedene Möglichkeiten:

• der Anschluß der neuen Commonwealth Länder an die bestehende Assoziation á la Jaunde;

• der Abschluß eines besonderen Assoziationsvertrages;

• oder schlicht ein Handelsvertrag.9


7 Ausführlicher hierzu siehe Hella Gerth-Wellmann: Die AKP-EG-Abkommen von Lomé. Bilanz und Perspektiven, München 1979, S. 107-117.

9 Zitiert nach Entwicklungspolitik. Materialien Nr. 48, Bonn 1975, S. 60.

Anmerkungen

Quellenverweis am Ende des ersten Absatzes.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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