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Mm/Bericht-20110627

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Stand des Berichts

Status

Fertiggestellt, zur Veröffentlichung freigegeben

Fertigstellung

Montag, 27. Juni 2011, 02:30 Uhr

Verwendung

Freie Verwendung bei Quellenangabe „VroniPlag Wiki“

Alternatives Datenformat

Datei:VroniPlag-Margarita-Mathiopoulos-Bericht-20110627.pdf

Einleitung

Gegenstand dieses Berichts ist die Untersuchung der im Schöningh-Verlag 1987 veröffentlichten Dissertation Amerika: Das Experiment des Fortschritts – Ein Vergleich des politischen Denkens in den USA und Europa von Margarita Mathiopoulos auf Plagiatstellen.

Geleitet wird die in diesem Bericht dokumentierte Untersuchung von Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens, die unter anderem in „Wissenschaft – organisierter Skeptizismus“ dargelegt sind. Forschung und Wissenschaft sind kooperative Prozesse, in denen die Forschungsergebnisse, Texte und Ideen anderer öffentlich, transparent und – vor allem in der Urheberschaft – nachvollziehbar weiterentwickelt werden.

Die bislang dokumentierten Fragmente erlauben es der akademischen und allgemeinen Öffentlichkeit, sich ein eigenes Bild des Falls zu machen. Eine detaillierte, kontinuierlich erweiterte Dokumentation der Projektergebnisse ist unter http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Mm zu finden.

Zur Rezeptionsgeschichte der Arbeit

Die Dissertation – nach Angaben der Autorin entstand sie in den Jahren 1981 bis 1986 – und ein damit verbundener Forschungsaufenthalt an der Universität Harvard wurde in den Jahren 1981 bis 1983 durch die Friedrich-Naumann-Stiftung mit Mitteln des damaligen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung gefördert. Die Arbeit mit dem Thema „Geschichte und Fortschritt im Denken Amerikas: Ein europäisch-amerikanischer Vergleich“ wurde 1986 an der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eingereicht und im November 1986 mit „magna cum laude“ benotet (vgl. Spiegel 13/1987). Erstgutachter war der Politologe Prof. Dr. Karl Dietrich Bracher. 1987 wurde sie im Schöningh-Verlag, Paderborn, mit einem Geleitwort Brachers veröffentlicht. 1988 erschien eine amerikanische Ausgabe bei Praeger, New York, mit einem Vorwort von Gordon A. Craig.

Zu dieser Zeit gab es noch nicht die Möglichkeiten des Internet. Die Arbeit wurde also „klassisch“ unter Verwendung gedruckter Quellen (Monographien, Aufsätze in Zeitschriften etc.) verfasst. Primärquellen wurden nicht benutzt, gelegentlich verweist die Autorin auf ausführliche Gespräche mit Fachwissenschaftlern und Zeitzeugen. Wie der Verfasserin keine elektronischen Hilfsmittel zur Verfügung standen, war damals auch die programmunterstützte und vernetzte Plagiatsuche nicht möglich.

Gleichwohl berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel bereits im Herbst 1989 (Heft 37/1989), zwei Jahre nach der Veröffentlichung, von „erstaunlichen Parallelen“ der Dissertation mit Büchern der Historiker Horst Dippel und Hans R. Guggisberg sowie des Politikwissenschaftlers Horst Mewes und hielt fest: „Sie schrieb an etlichen Stellen aus deren Arbeiten beinahe wörtlich ab, ohne die Passagen, wie es sich bei einer Dissertation ziemt, als Zitate auszuweisen“. Als Beispiele präsentierte der Spiegel drei übereinstimmende Abschnitte auf den Seiten 135-136, 217 und 260 von „Amerika“. Bracher hielt dazu fest, „daß an einigen Stellen die angewandten Arbeitsmethoden nicht wissenschaftlichen Gepflogenheiten entsprechen“, aber dadurch „der Kern der geistigen Leistung von Frau Mathiopoulos nicht beeinträchtigt“ sei (zitiert nach Spiegel 37/1989).

Zwei Jahre später erschien im Band 36 (1991) der Amerikastudien eine Rezension der Dissertation von Kurt L. Shell (S. 567-568), in der auch auf den Plagiatsverdacht Bezug genommen wird. Dieser wird aber gegenüber der inhaltlichen „grundlegenden Schwächen“ als „nebensächlich“ bezeichnet. In derselben Ausgabe findet sich eine nicht namentlich gezeichnete Dokumentation mit dem Titel Die Rezeption deutscher Amerikanisten durch Margarita Mathiopoulos (S. 545-559), in welcher die Liste der im Spiegel bereits als mögliche Quellen für Übernahmen genannten Arbeiten um ein weiteres Fachbuch (Schröder 1982), einen Fachartikel (Angermann 1979), eine politikwissenschaftliche Dissertation aus dem Jahre 1967 (Krakau 1967) und einen literaturwissenschaftlichen Aufsatz aus der Beilage Aus Politik und Zeitgeschichte (Levine 1984) ergänzt wird. In der Dokumentation werden Textpassagen aus den Quellen den entsprechenden aus der Dissertation explizit gegenübergestellt und summarisch insgesamt 33 Seiten angeführt, die Parallelen aufweisen. Diese Tatsachen waren der Universität Bonn bekannt: Der Spiegel zitiert ein inzwischen erstelltes Gutachten der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn (Spiegel 34/2002) damit, „dass in der Arbeit ‚in wörtlicher und sinngemäßer Wiedergabe mehr übernommen‘ sei, ‚als es die Zitatnachweise‘ erkennen lassen.“

Laut Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung vom 20. Februar 2011 stellte Mathiopoulos bzgl. ihrer Dissertation fest:

„Nachdem seinerzeit eine Kommission der Universität Bonn, wo ich promoviert habe, die Vorwürfe untersucht hatte, die TU Braunschweig aufgrund des Befundes der Universität Bonn und vier wissenschaftlichen Gutachten von renommierten Kollegen, die meine wissenschaftlichen Arbeiten, Bücher und Aufsätze begutachteten, mich 1995 zur ersten Honorarprofessorin in ihrer 250-jährigen Geschichte beriefen, und ich 2002 von der Historischen Fakultät der Universität Potsdam zur Honorarprofessorin ernannt wurde – aufgrund von drei weiteren wissenschaftlichen Gutachten von renommierten Kollegen, ist das Thema abschließend geklärt.“

Wiederholt reagierte Mathiopoulos in der Vergangenheit auf in den Medien geäußerte Zweifel an der Integrität ihrer Dissertation mit Gegendarstellungen. 2002 erwirkte Mathiopoulos eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung gegen die Berliner Zeitung und verlangte „von der Zeitung eine prominent aufgemachte Gegendarstellung auf der Titelseite.“ (Der Spiegel 34/2002) Diesen Antrag zog sie in der Hauptverhandlung wieder zurück.

Vorgehensweise auf VroniPlag Wiki

Auf der Plattform VroniPlag Wiki dokumentieren Benutzer Plagiate in Dissertationen. Wie auch in der Wikipedia ist die Mitarbeit grundsätzlich für jeden Internetnutzer auch ohne Anmeldung möglich.

Als Plagiat identifizierte Textpassagen werden in sogenannten Fragmenten erfasst und nach Plagiatarten kategorisiert. In den Fragmenten steht der Textabschnitt der Dissertation dem nachweislich früher erschienenen Originaltext zitatweise gegenüber, um einen direkten Vergleich der Passagen möglich zu machen. Während und neben der Erfassung der Fragmente erfolgt eine Plausibilitätsprüfung im Rahmen einer Zweitsichtung nach dem „Vier-Augen-Prinzip“.

Bei der Untersuchung der vorliegenden Arbeit wurden in einem ersten Schritt im April 2011 die seit 1991 aus den Amerikastudien bekannten Textübernahmen in solchen Fragmenten dokumentiert und statistisch erfasst. Ab Mai 2011 wurden im zweiten Schritt vor allem die in den Amerikastudien genannten Quellen komplett gesichtet und mit der Dissertation abgeglichen. In einem dritten Schritt erfolgte der Abgleich gegen andere in der Arbeit verwendete und angeführte Quellen sowie die Suche nach nicht im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen. Diese Untersuchung dauert weiterhin an.

Vorläufige Ergebnisse

Bisher wurden in der Dissertation mehr als 380 Textübernahmen auf über 130 Seiten aus Werken anderer Autoren gefunden, die als Plagiate einzustufen sind. Diese Fundstellen sind im Anhang A (Textnachweise) im einzelnen dokumentiert.

Aufschlüsselung der Fundstellen

Bei der überwiegenden Mehrheit der Plagiatsfundstellen handelt es sich um unzitierte verschleierte oder komplett kopierte Passagen aus anderen Werken (77%). Die nicht sachgemäß zitierten Übernahmen aus anderen Quellen stehen quantitativ zurück (22%).

Die große Anzahl der durch aktive Redigierung und Synonymersetzung verschleierten Textübernahmen ohne jeden Quellhinweis schließt ein nachlässiges Arbeiten aus und setzt ein bewusstes Handeln der Autorin zwingend voraus. Die unsachgemäß zitierten – aber immerhin mit einem Quellverweis versehenen – Übernahmen treten in der Anzahl der Funde zwar hinter der ersten Gruppe zurück, jedoch nicht in ihrer Bedeutung. „Bauernopfer“-Zitate und andere Falschzitierungen haben eine hohe verschleiernde Wirkung und sind zur Vortäuschung einer selbständigen wissenschaftlichen Leistung besonders geeignet. Der besonderen Verwendung der „Bauernopfer“-Zitierung im vorliegenden Werk widmet sich der Abschnitt „Verschleierung von Text und Quellenangaben“.

Anzahl Fundstellen nach Plagiatskategorie
Kategorie Anzahl
unzitiert

Verschleierungen:
umformulierte Texte, die weder als Paraphrase noch als Zitat kenntlich gemacht wurden.

286

Komplettplagiate:
Komplette Abschnitte der Quelle wurden wörtlich oder fast wörtlich und ohne Zitat übernommen.

10
mit Zitat

Bauernopfer:
ein Verweis zur Quelle ist für einen kleinen Teil der Übernahme angebracht, während größere Abschnitte in unmittelbarer Umgebung ohne Zitatnachweis übernommen werden.

75
Verschärfte Bauernopfer:
wie Bauernopfer, jedoch enthält der Fußnotentext verschleiernde Wendungen wie „vgl. ...“, „so auch ...“ mit Bezug auf den Originaltext.
9
(Stand der Tabelle: Sun, 26 Jun 2011 08:40:24 +0000)

Vergleich der Plagiatsuntersuchungen

Bereits in den Amerikastudien 1991 wurden in 33 Seiten der Dissertation Übernahmen aus sieben verschiedenen Quellen gefunden und zum Teil in einer Synopse den Originalstellen gegenübergestellt. Die dort angeführten Funde wurden im VroniPlag Wiki neu in 62 Fundstellen erfasst und die bisher nur stichprobenhaft untersuchten Quellen systematisch durchforstet. VroniPlag-Mitarbeiter konnten nochmals mehr als 200 weitere Übernahmen aus den bekannten Quellen dokumentieren.

Vergleich der Plagiatsuntersuchungen 1991 und 2011
Quelle Anzahl Fragmente auf Anzahl Seiten
Amerika-
studien

1991
VroniPlag
2011
Amerika-
studien

1991
VroniPlag
2011
Angermann 1979 10 57 6 24
Dippel 1985 14 30 6 9
Guggisberg 1979a 7 37 4 18
Krakau 1967 5 37 2 19
Levine 1984 10 10 5 5
Mewes 1986 11 55 8 29
Schröder 1982 5 59 2 14
bekannte Quellen 62 285 33 105
aus neuen Quellen 96 36
Funde insgesamt 381 141
(Stand der Tabelle: Sun, 26 Jun 2011 08:40:24 +0000)

Neu hinzugekommene Plagiatsquellen

Die Quellenanalyse förderte eine Vielzahl von Textübernahmen aus vorher nicht untersuchten Quellen zu Tage. Die Plagiatsfunde aus diesen Quellen verteilen sich wie folgt:

Fundstellen aus
neu entdeckten Quellen
Quelle Anzahl
Fragmente
auf Anzahl
Seiten
Behrmann 1984 1 1
Bracher 1964 11 6
Bracher 1978 1 1
Bracher 1981 1 1
Commager 1952 29 13
Craig 1984 5 2
Fabian 1957 10 7
Fraenkel 1959 5 2
Fraenkel 1981 1 1
Müller 1950 12 5
Pflüger 1983 19 11
Seattle 1984 1 1
(Stand der Tabelle: Sun, 26 Jun 2011 08:40:24 +0000)

Aus den neu entdeckten Plagiatsquellen sticht - auch durch den Umfang der Übernahme - die Doktorarbeit des damaligen Ehemanns von Margarita Mathiopoulos, Friedbert Pflüger, heraus. Pflüger war vier Jahre zuvor ebenfalls bei K.D. Bracher an der Universität Bonn über ein Amerika-Thema promoviert worden. Ein elf Seiten der Dissertation umfassendes Unterkapitel (Seiten 278-288) wird nahezu vollständig aus zehn Seiten von Pflügers Arbeit (dort Seiten 32-34 und 36-42) sowie Abschnitten aus einem Aufsatz von Gordon A. Craig collagiert, dem Verfasser des Vorworts zur amerikanischen Ausgabe der Dissertation.

Auch aus drei Werken des Doktorvaters Karl Dietrich Bracher wird unbelegt zitiert oder nicht sachgerecht entnommen.

Beobachtungen zum Umgang mit Quellen

Verschleierung von Text und Quellenangaben

Die hier als „Bauernopfer“ klassifizierten Textübernahmen entsprechen überwiegend nicht dem klassischen Muster eines Bauernopfers, bei dem wenigstens ein Satz der Quelle als Zitat gekennzeichnet wird, die eigentliche Übernahme aber weitaus umfangreicher ist.

Vorliegend werden systematisch mehr oder weniger lange Abschnitte (einen Satz bis zu mehreren Seiten) einer Quelle leicht verändert („verschleiert“) und ohne Anführungszeichen in den Textkörper übernommen. Innerhalb oder am Ende der adaptierten Übernahme wird dann eine Fußnote eingefügt, die auf die Quelle (evtl. sogar mit Seitenzahl) hinweist, ohne den Umfang und Ursprung der Übernahme jedoch hinreichend genau zu kennzeichnen. Neben dem eigentlichen Text wird so auch die Referenz auf die Quelle verschleiert.

Verschärft wird die Problematik durch die Anführung nicht nur einer Quelle, sondern einer Vielzahl von Quellen als mögliche Referenz für einen adaptierten Text, jeweils mit einem Hinweis wie „vgl. ..., vgl. ..., vgl, ...“.

Beispiele:

Der Leser ist so nicht in der Lage zu erkennen, ob und in welchem Maße ein formulierter Gedankengang von einem anderen Autoren übernommen wurde, und muss von einer Eigenleistung des Übernehmenden ausgehen. Erst bei genauer Beschäftigung mit den angegebenen Quellen geht im Rahmen einer Textsynopse, wie sie zum Beispiel auf VroniPlag durchgeführt wird, Art und Umfang einer tatsächlichen Autorschaft hervor.

Diese Art der Zitierung geschieht systematisch, d.h. eine versehentlich falsche oder fahrlässig unvollständige Zitierung ist ausgeschlossen. Zu erklären ist eine solche Quellenverwendung entweder mit der Absicht, Autorschaft zu verschleiern, oder mit einem grundlegend mangelhaften Verständnis für Funktion und Sinn von Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. Eine derart uneindeutige Quellenreferenzierung mag vielleicht für ein „mind map“ im Kontext eines zu bearbeitenden Konzeptes fruchtbar sein, für eine wissenschaftliche Veröffentlichung, insbesondere eine Dissertation, ist sie aber weder hinnehmbar noch geeignet.

Wörtliche Zitierung

Eine Beliebigkeit in der Zitat-Auswahl und das Versäumnis ihrer methodischen Durchdringung wurde bereits von Shell in seiner Rezension in den Amerikastudien 1991 hervorgehoben.

Diese Zitate nehmen insgesamt über 35 von 350 Seiten des Textteils in Anspruch. Dabei finden sich neben der Einbindung in den laufenden Text viele umfangreiche Zitate, die komplette Absätze umfassen und durch Einrückung und eine kleinere Schrifttype ausgezeichnet sind, jeweils mit abschließender Fußnote. Das umfangreichste Einzelzitat („Rede des Chief Seattle“, S. 245f) umfasst dabei 49 Zeilen. Zahlreiche weitere Zitate, insbesondere solche amerikanischer Präsidenten, haben einen Umfang von jeweils 10-20 Textzeilen.

Die Auswahl und Reihenfolge der Zitate entspricht vielfach derjenigen in der gerade benutzten Quelle. Neben der ausufernden Erweiterung erfolgt bei solchen Zitierungen häufig der Rückgriff auf die englischen Originaltexte. Dieses Verfahren wird jedoch nicht immer durchgehalten, was ein Indiz für ein Plagiat ist.

Beispiel:

Stilwechsel

An den eingerückten wörtlichen Zitaten lässt sich ein Stilwechsel innerhalb der Arbeit festmachen. Während – abgesehen von einem eingerückten Zitat in der Einleitung – der Teil I der Arbeit (55 Seiten) noch mit gerade mal 3 eingerückten Zitaten mit einer Gesamtlänge von 15 Zeilen auskommt, entfallen auf die Teile II bis IV (218 Seiten) über 300 eingerückte Zitate mit ca. 1700 Zeilen Umfang. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Plagiatsfunde bisher ganz überwiegend ebenfalls auf die Teile II-IV der Arbeit beschränken, in denen massiv eingerückt zitiert wird.

Dieser Stilwechsel im Text ist mit einer Änderung der Arbeitstechnik bei der Abfassung der Arbeit verbunden: ab Teil II der Arbeit wird großflächig wörtlich zitiert und in großen Abschnitten plagiiert.

Plagiatskategorien

Für eine detailliertere Analyse der Fundstellen wird zwischen verschiedenen Arten von Plagiaten unterschieden. Diese Plagiatskategorien basieren auf den Ausarbeitungen von Weber-Wulff und Wohnsdorf: „Strategien und Plagiatsbekämpfung“ (Information – Wissenschaft & Praxis (2006) 2, S. 90-98). Eine vollständige Beschreibung der hier verwendeten Kategorien ist unter http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/VroniPlag_Wiki:PlagiatsKategorien aufgeführt. Die Plagiatskategorien sind im einzelnen:

Komplettplagiat

Komplette Abschnitte der Quelle wurden wörtlich und ohne Zitat übernommen. Dabei wird unterschieden, ob die Quelle an einer anderen Stelle im Literaturverzeichnis auftaucht (und damit die Fußnote und Anführungszeichen nur evtl. „vergessen“ wurden) oder ob die Quelle überhaupt nicht erwähnt ist.

Verschleierung

Verschleierungen sind Textstellen, die erkennbar von fremden Quellen abstammen, aber umformuliert und weder als Paraphrase noch als Zitat kenntlich gemacht wurden. Gemeint sind Texte, die wegen der Umformulierung nicht mehr einfach als „Gänsefüßchen/Fußnote vergessen“ abgetan werden können. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Neuformulierung dazu dient, die Herkunft von Text und Gedanken aus fremder Quelle zu verschleiern (d.h. z.B. Suche zu erschweren, Stil und Duktus anzupassen, damit es zur restlichen Arbeit passt, etc.).

Bauernopfer

In diesem Fall wird zwar eine Fußnote angegeben, diese bezieht sich jedoch auf einen unbedeutenden Teil eines Originaltextes, während größere Abschnitte aus demselben ohne Zitatnachweis übernommen werden und damit den Eindruck einer eigenen Denkleistung erwecken.

Bei einem „Verschärften Bauernopfer“ wird zusätzlich die exakte Herkunft aus der exakten Quelle durch Zusätze in der Fußnote wie „vgl.“ oder „siehe auch“ weiter verschleiert.

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