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Mm/Fragment 144 22-47

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Senzahl
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 144, Zeilen: 22-47
Quelle: Schröder 1982
Seite(n): 176-177, Zeilen: S.176,8-11.40-42 - S.177,1-2.13-16
[...], eines „nationalen Katechismus", wie Barnave die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte genannt hat. Und so schlug in Frankreich, trotz der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, nicht zuletzt auch aufgrund der Selbstbehauptungsprobleme der Revolution nach innen wie nach außen, das Prinzip einer unbegrenzten und dogmatischen Regierungsgewalt wieder durch.[FN 335] Gewiß wurden diese Unterschiede der revolutionären Vorgänge diesseits wie jenseits des Atlantiks auch von den Zeitgenossen gesehen. So erklärte Condorcet den unterschiedlichen Verlauf der Französischen gegenüber der Amerikanischen Revolution folgendermaßen:

„Sie war umfassender als die Amerikanische, daher verlief sie im Inneren weniger friedlich; denn die Amerikaner, zufrieden mit den aus England überkommenen bürgerlichen und Strafgesetzen, hatten kein mangelhaftes Steuersystem zu reformieren, wedereine feudale Tyrannei und erbliche Klassenunterschiede noch reiche oder mächtige privilegierte Körperschaften und ein System religiöser Unduldsamkeit zu beseitigen und konnten sich deshalb darauf beschränken, neue Gewalten einzuführen und sie an die Stelle derjenigen zu setzen, durch die bislang die britische Nation über sie regiert hatte. Diese Neuerungen betrafen in keiner ihrer Einzelheiten die Masse des Volkes; nichts änderte sich an den Beziehungen, die sich zwischen den Individuen bereits herausgebildet hatten. Aus dem entgegengesetzten Grunde mußte die Revolution in Frankreich die gesamte Einrichtung der Gesellschaft erfassen, alle sozialen Beziehungen verändern und noch die letzten politischen Zusammenhänge durchdringen, bis hin zu den Individuen, die friedlich von ihrem Besitz oder ihrem Gewerbe leben und an öffentlichen Bewegungen weder durch ihre Ansichten und Beschäftigungen noch durch ihr Streben nach Vermögen, Ehre oder Ruhm Anteil nehmen."[FN 336]

Sehr ähnlich hatte bereits 1790 auch Madame d'Houdetot in einem Brief an Jefferson argumentiert:

[FN 335: Vgl. hier: K. Stern, op. cit., S. 20-23; H.-Ch. Schröder: Die Grundrechtsproblematik in der englischen und amerikanischen Revolution. Zur „Libertät" des angelsächsischen Radikalismus, in: Günter Birtsch (Hrsg.): Grund- und Freiheitsrechte im Wandel von Gesellschaft und Geschichte, Göttingen 1981, S. 89 ff.]

[FN 336: Condorcet: Entwurf einer historischen Darstellung der Fortschritte des menschlichen Geistes, (Hrsg.: Wilhelm Alff), Frankfurt/M. 1976, S. 167.]

[...] niemand wäre auf den Gedanken gekommen, sie als „nationalen Katechismus“ zu bezeichnen, wie Barnave die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte genannt hat. [...] In Frankreich schlug, trotz der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und gefördert durch die Selbstbehauptungsprobleme der Revolution nach innen und außen, die Norm einer prinzipiell unbegrenzten Regierungsgewalt wieder durch. [...]

Das ist bereits von einigen Zeitgenossen gesehen worden. So hat Condorcet den gegenüber der Amerikanischen unterschiedlichen Verlauf der Französischen Revolution auf ihre andersartigen Voraussetzungen zurückgeführt: „Sie war umfassender als die amerikanische, daher verlief sie im Innern weniger friedlich; denn die Amerikaner, zufrieden mit den aus England überkommenen bürgerlichen und Strafgesetzen, hatten kein mangelhaftes Steuersystem zu reformieren, weder eine feudale Tyrannei und erbliche Klassenunterschiede noch reiche oder mächtige privilegierte Körperschaften und ein System religiöser Unduldsamkeit zu beseitigen und konnten sich deshalb darauf beschränken, neue Gewalten einzuführen und sie an die Stelle derjenigen zu setzen, durch die bislang die britische Nation über sie regiert hatte. Diese Neuerungen betrafen in keiner ihrer Einzelheiten die Masse des Volkes; nichts änderte sich an den Beziehungen, die sich zwischen den Individuen bereits herausgebildet hatten. Aus dem entgegengesetzten Grunde mußte die Revolution in Frankreich die gesamte Einrichtung der Gesellschaft erfassen, alle sozialen Beziehungen verändern und noch die letzten politischen Zusammenhänge durchdringen, bis hin zu den Individuen, die friedlich von ihrem Besitz oder ihrem Gewerbe leben und an öffentlichen Bewegungen weder durch ihre Ansichten und Beschäftigungen noch durch ihr Streben nach Vermögen, Ehre oder Ruhm Anteil nehmen.“[EN 451] In einem Brief an Jefferson vom September 1790 hatte Madame d'Houdetot bereits sehr ähnlich geurteilt, als sie schrieb:

[EN 451 (S. 227): Condorcet, Entwurf einer historischen Darstellung des Fortschritts des menschlichen Geistes, hrsg. v. Wilhelm Alff, Frankfurt 1976, S. 167.]

Anmerkungen

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