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Mm/Fragment 146 28-44

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Frangge
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 146, Zeilen: 28-44
Quelle: Schröder 1982
Seite(n): 185-186, Zeilen: S.185,30-34.36-39 + S.186,3-12.13-20
Viertens schließlich dokumentierte sich die Andersartigkeit der Amerikanischen Revolution in einem sehr wichtigen Punkt: in der Einschätzung der menschlichen Natur. Zwar betrachteten auch die Amerikaner die Tugend als notwendige Voraussetzung einer republikanischen Staatsform, doch schlug diese Erkenntnis nicht um in eine rigorose Erzwingung der Tugend; dagegen führte die Tugendobsession der Franzosen dazu, virtus mit Gewalt durchzusetzen.[FN 347] In den USA wurde pragmatisch und realistisch einerseits das Tugenderfordernis auf eine elitäre Minderheit der geeigneten Wächter des öffentlichen Wohls reduziert und andererseits die Enttäuschung über das Fehlen an virtue produktiv in eine verfassungstheoretische Innovation umgesetzt. Anstelle des Strebens nach moralischer oder staatsbürgerlicher Perfektion trat das Streben nach institutioneller Perfektion. Die institutionellen Sicherungen bestanden vor allem in dem von John Adams in dem „Frame of Government" von Massachusetts eingebauten System der checks and balances sowie in der mit der Bundesverfassung erfolgten Beschränkung der unmittelbaren Durchsetzungskraft von Mehrheiten in den einzelnen Staaten und in dem Ausbalancieren von verschiedenen Interessengruppen.

[FN 347: Vgl. Richard Cobb: Reactions to the French Revolution, London 1972, S. 216.]

Die Andersartigkeit der Amerikanischen Revolution zeigt sich selbst noch in dem einen Punkt, wo sie die wohl stärkste Gemeinsamkeit mit der Französischen Revolution aufweist: dem Tugendproblem. Auch die amerikanischen Revolutionäre betrachteten ja die Tugend als notwendige Voraussetzung einer Republik. [...] Diese Erkenntnis schlug jedoch nicht um in den Entschluß zu einer Erzwingung der Tugend; die Tugendobsession führte nicht wie in Frankreich zu dem Versuch, „virtue" mit Terror durchzusetzen. [...] In Amerika setzte sich statt dessen eine andere Reaktion durch. Das Tugenderfordernis wurde einerseits im elitären Sinne reduziert, auf eine kleine Minderheit der „geeigneten Wächter des öffentlichen Wohls"[FN 481] bezogen und beschränkt, andererseits aber vor allem durch institutionelle Sicherungen ersetzt. Die Enttäuschung über den Mangel an „virtue" wurde in eine verfassungstheoretische Innovation produktiv umgesetzt. An die Stelle des Strebens nach moralischer oder staatsbürgerlicher Perfektion trat, wie bereits im Zusammenhang mit der Modernisierungsproblematik angedeutet, das Streben nach institutioneller Perfektion als Heilmittel. [...] Diese institutionellen Sicherungen bestanden in dem bereits in den späten einzelstaatlichen Verfassungen erkennbaren, vor allem von John Adams in den „Frame of Government" von Massachusetts eingebauten System der „checks and balances" sowie in der mit der Bundesverfassung erfolgten Beschränkung der unmittelbaren Durchsetzungskraft von Mehrheiten in den Einzelstaaten und dem Ausbalancieren von Interessengruppen durch räumliche Ausdehnung der Republik.

[FN 481: Hamilton, Jay, Madison, Federalist, S. 46.]

Anmerkungen

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