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Mm/Fragment 164 14-27

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Typus
VerschärftesBauernOpfer
Bearbeiter
Plaqueiator, 62.226.142.247, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 164, Zeilen: 14-27
Quelle: Papcke 1984
Seite(n): 16, 15, Zeilen: S.16, zweite Sp. 9-17; S.15, erste Sp. 49-52; S.15, zweite Sp. 8-16; S.16, zweite Sp. 21-26
Tatsächlich zieht sich diese Art von Verdrängung wie ein Ariadnefaden durch die deutsche Befindlichkeit. In nahezu allen gelehrten Stuben und politischen Lagern des 19. Jahrhunderts war man sich nur zu oft darüber einig, daß jenseits des großen Teichs „Zivilisationsbarbaren" zu den Klängen von Negermusik dem Dollar nachjagen, dabei über Leichen gehen und sich keinen Deut um Geist und Kultur kümmern würden. Obschon nach wie vor unbestrittener Nabel der Welt, hegten Europa und mit ihm Deutschland Animositäten, die zwischen Neid, Unsicherheit und Furcht schwankten. So wurde amerikanischer Geist von Nikolaus Lenau (immerhin mit Auswanderer - Erfahrungen) als „Krämerseele" abqualifiziert. Für Hebbel waren die Amerikaner „poesielos", für Schopenhauer „niedrige Utilitaristen", für Nietzsche „wunderliche Geistlose", für Jacob Burckhardt „bloßes business", für den Amerika-erfahrenen Thomas Mann „Schieber und Unternehmer" und für den Remigranten Karl Zuckmayer „ohne Tradition und Kultur".[FN 414]

[FN 414: Vgl . E. Fraenkel , op. cit. ; H. Wasser : Die USA - der unbekannte Partner (Kap.: Die Deutschen und Amerika - Umrisse einer Beziehung), Paderborn 1983, S. 15 ff. ; Sven Papcke: Anti-Amerikanismus - eine deutsche Tradition, EG-Magazin, 7/84 (Juli), S. 16; Alexander Ritter (Hrsg.) : Deutschlands literarisches Amerikabild, Hildesheim 1977.]

[S. 16] Anti-Amerikanismus zieht sich wie ein Ariadnefaden durch die deutsche Befindlichkeit. In allen politischen Lagern war man sich nur zu oft darin einig, daß jenseits des „großen Teiches" Zivilisationsbarbaren zu den Klängen von Negermusik dem Dollar nachjagen, dabei über Leichen gehen und sich keinen Deut um Geist und Kultur kümmern.

[S. 15] Obschon nach wie vor unbestrittener Nabel der Welt, hegte Europa Animositäten, die zwischen Neid, Überheblichkeit und Furcht schwankten. [...] Von Heine („Gleichheitsflegel") über Lenau („Krämerseelen"), Hebbel („poesielos"), Schopenhauer („niedriger Utilitarismus"), Jacob Burckhardt („bloßes business"), Thomas Mann („Schieber- und Unternehmertum") bis hin zum Remigranten Zuckmayer („ohne Tradition und Kultur") reicht die lange Liste der Autoren von Verwerfungen und Vorwürfen.

[S. 16] Schon vorher hatte Nikolaus Lenau (immerhin mit Auswanderer-Erfahrungen) die USA als eine riesige „Vermögensassekuranz" abgetan, die so stil- und herzlos sei, daß dort keine Nachtigallen gediehen.

Anmerkungen

Gut getarnt innerhalb der Fußnoten die Referenz auf den Autoren der Passage, Sven Papcke. Rekonstruiert mit Google Books. http://books.google.de/books?pg=PA0&dq=+Ariadnefaden%20&id=CQUkAQAAIAAJ http://books.google.de/books?pg=PA0&dq=%22unbestrittener%20Nabel%20der%20Welt%22&id=CQUkAQAAIAAJ http://books.google.de/books?pg=PA0&dq=+Nikolaus+Lenau+Auswanderer%20&id=CQUkAQAAIAAJ http://books.google.de/books?pg=PA0&dq=+poesielos+Schopenhauer%20&id=CQUkAQAAIAAJ http://books.google.de/books?pg=PA0&dq=+Zuckmayer+Tradition%20&id=CQUkAQAAIAAJ Original lag ebenfalls vor (G.I.)

Sichter
Graf Isolan

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