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Mm/Fragment 240 26-40

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc, Senzahl, Kannitverstan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 240, Zeilen: 26-40
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 156, Zeilen: 7-23, 103-106
Die Erfahrung der Grenze und des Pioniertums sollte sich in doppelter Hinsicht auf das amerikanische Selbstverständnis und Sendungsbewußtsein auswirken: Einmal prägte das tatsächliche Frontier-Erlebnis unmittelbar den Charakter der Amerikaner, und zwar besonders derjenigen, die der Grenze und ihrer Überlieferung im 19. Jahrhundert geographisch und zeitlich am nächsten standen. Zum anderen verschmolzen diese geschichtliche Erfahrung und die daraus resultierende Frontier-Tradition zu einem selbständigen historisch-politischen Faktor des amerikanischen Geschichtsverständnisses und Weltbildes.[FN 9] So entstand ein Grenzmythos, der zum festen Bestandteil des amerikanischen Fortschrittscredos wurde, und als solcher bis in die heutige Gegenwart in den beiden Image-Konzepten weiterlebt. Diese zu einer Variante der amerikanischen (Fortschritts-)Ideologie instrumentalisierte Grenzerfahrung des Westens beschrieb der zu den „Progressive Historians" zählende Frederick Jackson Turner mit den Worten: „American democracy is fundamentally the outcome of the experiences of the American people in dealing with the West."[FN 10]

[FN 9: Vgl. K. Krakau, op. cit., S. 156; Frederic L. Paxon: History of the American Frontier, 1763-1893, Boston 1924, passim.]

[FN 10: F. J. Turner: The Frontier in American History, a.a.O., S. 266.]

Die Erfahrung der „Grenze" wirkte in doppelter Weise auf das amerikanische geschichtliche Selbstverständnis und folglich, ihrer Bedeutung entsprechend, auch auf das amerikanische Sendungsbewußtsein. Einmal prägte das tatsächliche Grenzerlebnis unmittelbar den Charakter einzelner Menschen, und zwar begreiflicherweise um so stärker, je näher der einzelne diesem Erlebnis oder seiner Überlieferung noch stand, wie etwa ganz unmittelbar Th. Roosevelt. Zum anderen verschmolzen diese geschichtliche Situation und die auf ihr fußende geistige Tradition, die von Turner ins allgemeine Bewußtsein gehoben wurde; sie wurden durch die insistente (durch Turner begründete) historische Betrachtungsweise zur „Ideologie instrumentalisiert"; diese erlangte so ein selbständiges Leben und wirkte nun ihrerseits als selbständiger geschichtlich-politischer Faktor auf das amerikanische Geschichtsverständnis und Weltbild. Es entstand ein Grenzmythos, der zum festen Bestandteil des amerikanischen Credo wurde[FN 174] und als solcher bis in die Gegenwart hineinwirkt. „American democracy is fundamentally the outcome of the experiences of the American people in dealing with the West"[FN 175].

[FN 174: Diesen Aspekt der „Grenze" als Ideologie-Faktor entwickelt bes. Bracher, ZPol., Bd. 2, 1955, S. 228 ff.; es gehöre zu den „wichtigsten Elementen und Ausdrucksformen des amerikanischen Fortschrittsbewußtsems".]

[FN 175: Turner, S. 266.]

Anmerkungen

Das Turner-Zitat wird hier zum zweiten Mal wiedergegeben - das andere Mal erfolgte dieses innerhalb eines 20zeiligen Zitats auf Seite 108.

Sichter
Drhchc

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