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Mm/Fragment 241 20-34

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Senzahl, Drhchc
Gesichtet
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Untersuchte Arbeit:
Seite: 241, Zeilen: 20-34
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 158, Zeilen: 7-27
Vor allem aber war die Frontier ein historisches Erlebnis und als solches ein dynamischer, fließender Prozeß; es war die Erschließung des nordamerikanischen Kontinents vom Osten aus, das Vortreiben der Grenze gen Westen, was Turner dazu veranlaßte, synonym für Frontier den Begriff „Westen" zu gebrauchen.[FN 14] Das Pionierdasein der Amerikaner an der Grenze im ständigen Kampf mit der Natur und den Indianern, nur auf sich selbst und einige Nachbarn angewiesen, begünstigte Eigenschaften, die bis heute noch als typisch für die Amerikaner gelten: Selbstvertrauen, Unabhängigkeitsstreben, Mißtrauen gegen Autorität, Aktivismus, Optimismus, Individualismus und Erfolgsstreben. Ob im Sinne des Puritanismus, der Demokratie oder der Frontier interpretiert, der Erfolg wurde immer wieder als Beweis für die fundamentale Richtigkeit der amerikanischen Ideologie und ihrer Institutionen angesehen.[FN 15] Die Frontier war der eigentliche „melting pot" Amerikas; unter ihrem Einfluß wurden die Einwanderer jeder Herkunft zu „Amerikanern". Gleichzeitig rief sie eine nationalisierende Motivation hervor.

[FN 14: Vgl. Henry Nash Smith: Virgin Land: The American West as Symbol and Myth, Cambridge, Mass., 19702.]

[FN 15: Vgl. George W. Pierson: The Frontier and American Institutions, New England Quarterly, vol. 15, (1942), S. 253; K. Krakau, op. cit., S. 158 f.]

Vor allem ist sie aber ein historisches Erlebnis und als solches ein dynamischer, fließender Prozeß, nämlich die Eroberung des nordamerikanischen Kontinents vom Osten aus, das Vortreiben der Grenze gen Westen, weshalb Turner manchmal synonym dafür auch „der Westen" sagt. Das Pionierleben dieser Menschen an der Grenze im ständigen Kampf mit der Natur und den Indianern, dauernd auf sich, eigene Fähigkeit, Hilfe nur weniger Nachbarn oder Freunde angewiesen, im übrigen nur Freunde oder Feinde kennend, förderte Eigenschaften, die noch heute „typisch" für den Amerikaner sind: Selbstvertrauen, Unabhängigkeitsstreben, Mißtrauen gegenüber jeder Autorität, Fleiß, Sparsamkeit, Arbeit und dauernde Aktivität (Puritanismus), visionäre Hoffnung aller, die sich ihr anvertrauten, Optimismus des Siegers, Empfindung jener Macht, der Glaube an das „Schicksal" — „manifest destiny" oder „the nation's Continental destiny"[FN 183] —, das ihn bestimmte und instandsetzte, diese ungeheure Aufgabe zu bewältigen, ein ausgeprägter Individualismus, Respekt für Quantität und Erfolg[FN 184]. Ob im Sinne der Grenze, der Demokratie oder des Puritanismus interpretiert, wurde der Erfolg schließlich doch immer wieder als Beweis für die fundamentale Richtigkeit und Gesundheit der amerikanischen Institutionen angesehen. Die Grenze war der eigentliche „Schmelztiegel" Amerikas: unter Ihrem Einfluß wurden die Ankömmlinge jeder Herkunft zu „Amerikanern"[FN 185]. Sie übte einen „nationalisierenden" Einfluß aus.


[FN 183: Turner, S. 213.]

[FN 184: Dieselben „Pioniertugenden" sieht interessanterweise W. Willkie als Besucher der russischen „Grenzgebiete" in Sibirien während des Zweiten Weltkrieges, One World, S. 88-102.]

[FN 185: Vgl. Turner, S. 4, 22 ff.]

Anmerkungen

Das ist das zweite Mal, dass dieselbe Passage aus Krakau in der Dissertation auftaucht. Das erste Mal findet sich auf Seite 179 [1]. Die Fußnoten sind diesmal anders positioniert und mit anderen Quellenangaben aufgefüllt.<br/>Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).

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