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Mm/Fragment 257 22-41

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 257, Zeilen: 22-41
Quelle: Puhle 1983
Seite(n): 16, Zeilen: 3-26
Der Ruf nach umfassenden Wirtschafts- und Sozialreformen erschallte zunächst von den Populisten, die sich als agrarische Protestbewegung gegen die wachsenden Organisationstendenzen aller wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche seit dem Durchbruch der Hochindustrialisierung und dem Ende der Reconstruction-Periode organisiert hatten. Die populistischen Bewegungen formierten sich zunehmend nach 1867 gegen die politische Übermacht der Großstädte, gegen die Monopole und Eisenbahngesellschaften, Banken und Trusts, Zwischenhändlerprofite sowie gegen die deflationistische Währungspolitik der Regierung im Zeichen des seit 1873 dekretierten Goldstandards. Sie artikulierten die Interessen der Farmer vor allem des Mittelwestens und Südens, aber auch des Westens und Südwestens, an billigen Krediten und Eisenbahnfrachtsätzen wie höheren Erzeugerpreisen für ihre wichtigsten Produkte. Und sie forderten die Wiederherstellung des alten und vermeintlich erprobten amerikanischen Ideals der „agrarischen Demokratie" im Sinne Jeffersons und Jacksons. Mit „agrarischer Demokratie" meinten die Populisten die „grass-roots"-Demokratie, die direkte partizipatorische Demokratie, die ausging von der überschaubaren Einheit einer relativ homogenen Gesellschaft von Farmerfamilien und auf sich selbst gestellten Pioniersiedlern, die mangels ständischer Tradition keine Bauern im traditionellen europäischen Sinne waren, sondern individuelle kapitalistisch wirtschaftende Privateigentümer.[FN 73]

[FN 73: Vgl. Eric F. Goldman: Rendezvous with Destiny: A History of Modern American Reform, New York 1956, S. 24 ff.; Richard Hofstadter: The Age of Reform: From Bryan to F.D. R., New York 1955, S. 46 ff.]

1. Populism in den USA

Die nordamerikanischen Populistenbewegungen waren Protestbewegungen vom Lande gegen die zunehmenden Organisationstendenzen aller wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche seit dem Durchbruch der Hochindustrialisierung und dem Ende der reconstruction nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Sie formierten sich zunehmend seit 1867 gegen die politische Übermacht der Großstädte, die Monopole und Eisenbahngesellschaften, Banken und Trusts, Zwischenhändlerprofite sowie gegen die deflationistische Währungspolitik der Regierung im Zeichen des seit 1873 dekretierten Goldstandards. Sie artikulierten die Interessen der Farmer vor allem des Mittelwestens und Südens, aber auch des Westens und Südwestens, an billigen Krediten und Eisenbahnfrachtsätzen und höheren Erzeugerpreisen für ihre wichtigsten Produkte. Sie forderten die Wiederherstellung des alten und vermeintlich erprobten amerikanischen Ideals der »agrarischen Demokratie« im Sinne Jeffersons und Jacksons. »Agrarische Demokratie« meint »grass-roots«-Demokratie, direkte, unvermittelte, partizipatorische Demokratie, die ausgeht von der überschaubaren Einheit einer relativ homogenen Gesellschaft von Farmerfamilien und auf sich selbst gestellten Pioniersiedlern, die mangels ständischer Tradition keine Bauern im traditionellen europäischen Sinne waren, sondern individuelle kapitalistisch wirtschaftende Privateigentümer.

Anmerkungen

Passagenweise nicht vom Original zu unterscheiden - trotzdem erfolgt kein Heinweis auf dieses. Eine verschleiernde Fußnote findet sich mitten im übernommenen Gedankengang.<br/> (Der Text der Fundstelle wurde zitiert nach dem Nachdruck des Aufsatzes in Dubiel, Helmut (Hrsg.): Populismus und Aufklärung, dort S. 12-32, Suhrkamp, Frankfurt/M. 1986.)

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