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Mm/Fragment 281 01-27

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Plaqueiator
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 281, Zeilen: 1-27
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 33, 34, 35, Zeilen: S.33,25-34 + S.34,1-12 + S.35,6-9
Auch Albert Gallatin, einer der führenden amerikanischen Politiker jener Zeit, gehörte zu den Befürwortern einer isolationistischen Außenpolitik, die allein auf die Ausstrahlung des Vorbildes der amerikanischen Fortschrittsideale vertraute. Die Mission der Vereinigten Staaten bestünde darin, so Gallatin, ein „Modell für alle anderen Regierungen" darzustellen, die höchsten Prinzipien politischer Moral zu befolgen und die eigenen Institutionen zu verbessern, um damit durch das amerikanische Beispiel einen „für die Menschheit segensreichen moralischen Einfluß auszuüben."[FN 56]

Doch schon bald sollte dieses Prinzip amerikanischer Zurückhaltung in Frage gestellt werden. Im Dezember 1849 forderte Lewis Cass (Michigan) im Senat, den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Österreich zu erwägen, um damit gegen die Unterdrückung der Ungarischen Revolution durch österreichische und russische Truppen im Jahre 1848/1849 zu protestieren. Der Antrag war insofern von Bedeutung, da kurze Zeit später Ludwig Kossuth, der Führer des ungarischen Aufstandes, die USA besuchte und in mehreren Reden die Amerikaner zu aktiver Unterstützung seiner Sache aufforderte. Kossuth kritisierte die USA hinsichtlich ihrer Politik, daß sie zwar einerseits immer wieder über ihre Mission für Freiheit debattierten, aber in der Praxis nicht bereit seien, eine aktive Rolle bei der Regelung von Angelegenheiten im Ausland zu übernehmen. Amerika könne nicht nur auf die Leuchtkraft seines „Beispiels" setzen und hoffen, daß sich seine moralischen Appelle von selbst durchsetzen würden. Er, Kossuth, habe jedenfalls noch nie von einem Diktator gehört, der allein aufgrund von „moralischer Einflußnahme" zurückgewichen sei. Auch wenn der Cass-Antrag schließlich im Senat abgelehnt wurde, so hatte er doch eine Debatte über die passive Ambivalenz des amerikanischen Sendungs- und Fortschrittsbewußtseins hervorgerufen. Viele der Argumente für und gegen außenpolitische Interventionen sollten in den kommenden Jahren wieder auftauchen und bis heute Aktualität behalten.[FN 57]

[FN 56: A. Gallatin zit. in: F. Pflüger: Die Menschenrechtspolitik der USA, a.a.O., S. 33.]

[FN 57: Vgl. Congressional Globe, 31st Congress, 2nd Session vom 7. Januar 1850, S. 113-116; F. Pflüger, op. cit., S. 34 f.]

Auch Albert Gallatin, einer der großen Staatsmänner der jungen amerikanischen Republik, gehörte zu den Befürwortern einer isolationistischen Außenpolitik, die allein auf die Ausstrahlung des Vorbilds der amerikanischen Verfassung vertraute. Die Mission der USA bestünde daraus - so Gallatin - , ein «Modell für alle anderen Regierungen» darzustellen, die höchsten Prinzipien politischer Moral zu befolgen und die eigenen Institutionen zu verbessern, um damit durch «unser Beispiel» einen «für die Menschheit segensreichen moralischen Einfluß auszuüben».[FN 6]

Aber schon zwei Jahre später wurde dieses Prinzip amerikanischer Zurückhaltung in Frage gestellt. Im Dezember 1849 forderte der ehemalige Kriegsminister Senator Lewis Cass (Michigan) im amerikanischen Senat den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Österreich zu erwägen, um damit gegen die blutige Unterdrückung der ungarischen Revolution durch österreichische und russische Truppen im Jahre 1848 zu protestieren.[FN 7]

Der Antrag erhielt deshalb besondere Bedeutung, da kurze Zeit später Ludwig Kossuth, der Führer des ungarischen Aufstandes, die USA besuchte und in mehreren Reden die Amerikaner zu aktiver Unterstützung seiner Sache aufforderte. Kossuth kritisierte die Vereinigten Staaten hinsichtlich der Tatsache, daß sie zwar einerseits «endlos» über ihre Mission für Freiheit debattierten, aber in der Praxis nicht bereit seien, «eine aktive Rolle bei der Regelung von Zuständen im Ausland» zu übernehmen. Amerika könne nicht nur auf die Leuchtkraft seines «Beispiels» setzen und hoffen, daß sich sein moralischer Einfluß von selbst durchsetzen würde. Er jedenfalls - so Kossuth - habe noch nie von einem «Despoten» gehört, der allein aufgrund von «moralischer Einflußnahme» zurückweiche.[FN 8]

[...]

Auch wenn der Cass-Antrag im Senat schließlich abgelehnt wurde, so hatte er doch eine Debatte über die Frage nach einer dem amerikanischen Sendungsbewußtsein angemessenen Menschenrechtspolitik provoziert. Viele der Argumente von damals sollten in den folgenden Jahren wieder auftauchen und bis heute Aktualität behalten.


[FN 6: A. Gallatin, zit. nach: A. Schlesinger, a.a.O., S. 505.]

[FN 7: vgl. dazu: A. Schlesinger, a.a.O., S. 505ff.]

[FN 8: Louis Kossuth, Speech at Concord, 11.5.1952, in: Old South Leaflets, Nr. 111, S. 15.]

Anmerkungen

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