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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Plaqueiator, Graf Isolan, Klicken
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 287, Zeilen: 20-46
Quelle: Pflüger 1983
Seite(n): 42, Zeilen: 3-25
Unter Nixon, Ford und Kissinger waren die Vereinigten Staaten zu einer Außenpolitik zurückgekehrt, die primär Stabilität, Erhaltung des weltpolitischen Status quo, Konsolidierung eigener Einflußsphären und Friedenssicherung zum Inhalt hatte. Der außenpolitische Primat war Realismus, nicht Idealismus. Der Missionsgedanke trat zurück, Amerika beschränkte sich wieder darauf, als „city upon the hill" anderen Ländern lediglich als Vorbild zu dienen, ohne die eigenen Wertvorstellungen aktiv in die Welt hinauszutragen. Diese Haltung formulierte Henry Kissinger prägnant mit den Worten:

„... as the greatest democracy the world has ever known, we are a living reminder that there is an alternative to tyranny and oppression. The revolution that we began two hundred years ago goes on, for most of the world still lives without the freedom that has for so long been ours. To them we remain a beacon of hope and an example to be emulated."[FN 91]

Auch Kissinger bekannte sich zu der Verpflichtung der Vereinigten Staaten, die Idee von Freiheit und Selbstbestimmung zu vertreten. Doch während für die Präsidenten Wilson, Roosevelt und Kennedy diese idealistischen Zielsetzungen über weite Strecken den Kern ihrer Außenpolitiken bildeten, traten für den Pragmatiker Kissinger andere Aufgaben in den Vordergrund, für die er jedoch ebenfalls moralische Gründe geltend machte. „Was den uralten Antagonismus zwischen Freiheit und Tyrannei angeht, so sind wir nicht neutral", sagte Kissinger vor dem Senate Committee on Foreign Relations am 19. September 1974. Aber es gäbe andere zwingende Notwendigkeiten, die der Fähigkeit der USA, innere Veränderungen in anderen Ländern zu bewirken, Grenzen auferlegten. Es war nicht mehr „the principal goal of American foreign policy to transform the domestic structures of societies with which we deal". „Das Bewußtsein unserer Grenzen entspricht der Erkenntnis der Notwendigkeit des Friedens - nicht moralischer Gefühllosigkeit". Die Erhaltung des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft seien auch moralische Werte, schloß Kissinger seine Rede.[FN 92]

[FN 91: Henry Kissinger: The Moral Foundations of Foreign Policy, in: H. Kissinger: American Foreign Policy, New York 1977, S. 212f.]

[FN 92: H. Kissinger: Detente with the Soviet Union: The Reality of Competition and the Imperative of Cooperation, Erklärung vor dem Senate Committee on Foreign Relations, 19. September 1974, (dt. in: Europa Archiv, 20/1974, S. D464).]

Unter Nixon, Ford und Kissinger waren die USA zu einer Außenpolitik zurückgekehrt, die vornehmlich Stabilität, Erhaltung des weltpolitischen Status quo, Konsolidierung eigener Einflußsphären und Friedenssicherung zum Inhalt hatte. Der idealistische Missionsgedanke trat zurück, Amerika beschränkte sich wieder darauf, als «Stadt auf dem Hügel» anderen Ländern als Vorbild zu dienen, ohne die eigenen Wertvorstellungen aktiv in die Welt hinauszutragen. Diese Haltung formulierte niemand deutlicher als Henry Kissinger: «Als die großartigste Demokratie, die es je auf der Welt gegeben hat, sind wir eine lebende Erinnerung dafür, daß es eine Alternative zu Tyrannei und Unterdrückung gibt. Die Revolution, die wir vor zweihundert Jahren begannen, geht weiter, da die größten Teile der Erde noch immer ohne die Freiheit leben, die wir so lange genossen haben. Für diese werden wir ein Feuer der Hoffnung und ein Beispiel zum Nacheifern bleiben.»[FN 44]

Auch Kissinger bekannte sich zu den Menschenrechten und der Aufgabe der USA, die Idee von Freiheit und Selbstbestimmung zu vertreten. Doch während diese Zielsetzung z.B. bei Woodrow Wilson, Franklin D. Roosevelt und John F. Kennedy über weite Strecken die Seele der Außenpolitik bildeten, so traten nun andere Aufgaben in den Mittelpunkt, für die Kissinger jedoch ebenfalls moralische Gründe geltend machte: «Was den uralten Antagonismus zwischen Freiheit und Tyrannei angeht, so sind wir nicht neutral. Aber andere zwingende Notwendigkeiten legen unserer Fähigkeit Grenzen auf, innere Veränderungen in anderen Ländern zu bewirken. Das Bewußtsein unserer Grenzen entspricht der Erkenntnis der Notwendigkeit des Friedens - nicht moralischer Gefühllosigkeit. Die Erhaltung des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft sind auch moralische Werte».[FN 45]

[FN 44: H. Kissinger, The Moral Foundations of Foreign Policy, Rede vor dem «Upper Midwest Council», Bloomington (Minneapolis) 15.7.1975, in: ders., American Foreign Policy, New York 1977 (3. Auflage), S.212f.]

[FN 45: H. Kissinger, Detente with the Soviet Union: The Reality of Competition and the Imperative of Cooperation, Erklärung vor dem «Senate Committee on Foreign Relations», 19.9.1974, deutsch in: EA, 20/1974, S. D464.]

Anmerkungen

Text incl. Fußnoten übernommen. Zitate sind im Plagiat in der Originalsprache - bis auf den zweiten Teil des letzten Kissinger-Zitates. Das ist Deutsch geblieben.

Sichter
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