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  • Mm/Fragment 019 03-08
    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Schuju, Goalgetter, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 19, Zeilen: 3-8.12-13
    Quelle: Bracher 1981
    Seite(n): 30, 213, Zeilen: 15-16
    Seit dem klassischen Altertum ist die Geschichte des politischen Denkens im Spannungsverhältnis von Fortschritt und Verfall, Demokratie und Diktatur zu verstehen. Der antike Intellekt entwickelte nahezu alle historischen Problemstellungen und Denkfiguren der politischen Theorie zum ersten Mal. Dem Fortschrittsgedanken, einmal als wiederkehrende Schlüsselidee der politischen Ideengeschichte definiert (Karl Dietrich Bracher) [FN 7], (...), können bereits in der griechischen und römischen Antike erste und entscheidende gedankliche Äquivalenzen nachgewiesen werden.

    [FN 7] Vgl. Karl Dietrich Bracher: Fortschritt - Krise einer Ideologie, in: Geschichte und Gewalt. Zur Politik im 20. Jahrhundert, Berlin 1981; K. D. u. Dorothee Bracher: Schlüsselwörter in der Geschichte, Düsseldorf 1978; K. D. Bracher: Verfall und Fortschritt im Denken der frühen Römischen Kaiserzeit. Studien zum Zeitgefühl und Geschichtsbewußtsein des Jahrhunderts nach Augustus, Diss. Tübingen 1948 (Neuauflage in Vorbereitung).

    [S. 30] Die Antike entwickelt nahezu alle großen Problemstellungen und Denkfiguren der politischen Theorie zum ersten Mal[FN 3].

    [FN 3: Als erste Vorahnung kann man schon das frühe antike Asylrecht bezeichnen (vgl. O. Kimminich, a.a.O., S.18).]

    ---

    [S. 213] Seit ihrem Beginn steht die Geschichte des politischen Denkens im Zeichen einer wechselvollen Spannung. [1] Auf der einen Seite hat sie es mit einer Reihe von Grundfragen und bestimmten wiederkehrenden Schlüsselideen zum Problem des Politischen, zum Verhältnis vom Individuum und Gemeinwesen zu tun. Gedanklich wie begrifflich gehen diese größtenteils auf die griechische und römische Antike zurück: [2] Demokratie und Diktatur, Konstitution und Konsens, Natur- und Menschenrechte. [3]

    Anmerkungen

    Gleich die erste Fußnote im Textteil offenbart ein problematisches Verhältnis zur Zitiertechnik. Für einen Gedankengang, ohne ausreichende Kennzeichnung und nah an der ursprünglichen Formulierung einem Werk des Doktorvaters entnommen, werden bezogen auf den Begriff "Schlüsselidee" gleich drei Werke Brachers (inklusive des plagiierten) als weiterführende Literatur ("Vgl.") ohne Seitenzahl der konkreten Entnahme in [FN 7]angegeben und damit zwar sozusagen pauschal auf das Lebenswerk des Verehrten hingewiesen, die Herkunft des ganzen Abschnitts bleibt jedoch verschleiert.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 019 22-29


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, 62.226.139.22, Schuju, Plaqueiator, KayH
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 19, Zeilen: 22-29
    Quelle: Bracher 1978
    Seite(n): 39-40, Zeilen: S.39,17-28 + S.40,101-104
    Auch wenn im griechischen Geschichtsbild das statische Element vorherrschend war, so muß das Fehlen eines eindeutigen und konstitutiven Fortschrittsbegriffs nicht zugleich die Abwesenheit oder Negierung der Fortschrittsidee selbst bedeuten. Neuere Fachuntersuchungen über Griechenland und Rom machen deutlich, daß durchaus ein Bewußtsein der Verbesserung (auxesis, progressus) und des fortschreitenden Könnens sowie Stolz auf zivilisatorische und technische, kulturelle und politische Leistungen von bisher nicht erreichtem Niveau vorhanden waren.[FN 11]

    [FN 11: Vgl. K. D. u. D. Bracher: Schlüsselwörter in der Geschichte, a.a.O., S. 39. Vgl. auch Christian Meier: Der Wandel der politisch-sozialen Begriffswelt im 5. Jh. v. Chr., Archiv für Begriffsgeschichte 21, 1977, S. 7 ff.; Chr. Meier: Ein antikes Äquivalent des Fortschrittsgedankens, Historische Zeitschrift, Bd. 226, München 1978.]

    Dann stellt sich sogleich die Frage, ob z. B. das Fehlen eines eindeutigen und konstitutiven Fortschrittsbegriffs in der Antike schon die Abwesenheit oder Negierung der Fortschrittsidee bedeutet. Denn gleichzeitig ist nicht zu verkennen, daß genauere Untersuchungen für Griechenland und für Rom durchaus Entsprechung in der Sache nachweisen können - das Bewußtsein der Verbesserung (auxesis), das fortschreitende Können, den Stolz auf zivilisatorische und technische, kulturelle und politische Leistungen von bisher nicht erreichtem Niveau - ohne daß dafür ohne weiteres eindeutige Schlüsselwörter namhaft zu machen sind[FN 17].

    [FN 17: [...] Jetzt auch Christian Meier: »Fortschritt in der Antike«, in: Geschichtliche Grundbegriffe II, Stuttgart 1976, S.353 ff,; ders., »Ein antikes Äquivalent des Fortschrittsgedankens« (im Druck) [...]]

    Anmerkungen

    Gleich zu Beginn werden Formulierungen des Doktorvaters einszueins übernommen. Hat der das nicht gesehen, oder wurde/wird das in dieser Form als wissenschaftlich legitim angesehen? Nicht in LitVerz. aufgeführt. Die FN 11 verschleiert die Autorschaft Brachers.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 021 28-32


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 21, Zeilen: 28-32
    Quelle: Bracher 1981
    Seite(n): 31, Zeilen: 1-3, 6-10
    [...] ebenso wie die Relativierung konkreter politischer Bindungen, im Extremfall die Infragestellung jeder Staatsordnung oder gar anarchistische Auflösung des auf Macht und Herrschaftsstrukturen beruhenden Gemeinwesens, wie es ebenfalls das Ideal der Kyniker enthielt.[FN 25]

    [FN 25: Vgl. zur Entstehung der Natur- und Menschenrechte: K. D. Bracher: Menschenrechte und politische Verfassung, in: Geschichte und Gewalt, a.a.O., S. 28 ff.; Martin Kriele: Einführung in die Staatslehre, Reinbek 1975; Olof Gigon: Der Begriff der Freiheit in der Antike, München/Zürich 1977.]

    [...] bedeutet zugleich die Relativierung der konkreten politischen Bindungen, im Extremfall die Infragestellung jeder Staatsordnung, [...] Einerseits: Die radikale, negative Konsequenz des Menschenrechtspostulats konnte in einer individualistischen oder gar anarchistischen Auflösung des konkreten, auf Macht und Herrschaftsstrukturen beruhenden

    Gemeinwesens liegen, wie es das Ideal der Kyniker enthielt:

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 023 30-43


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Senzahl, Graf Isolan
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 23, Zeilen: 30-43
    Quelle: Mathiopoulos 1982
    Seite(n): 213, Zeilen: 3-14
    [...] zeigt sich beispielhaft in den Debatten der letzten Jahre über die Bedeutung des Christentums für die Herausbildung der neuzeitlichen Einstellung zur Natur und für die Entwicklung der naturwissenschaftlich fundierten Technik.

    Während in der Antike stets die Natur mit dem Werden im Gleichgewicht stand, macht der amerikanische Historiker Lynn White in seinem nicht unumstrittenen Essay „The Historical Roots of Our Ecologic Crisis“ die christliche Auffassung der Geschichte für eine skrupellose Ausbeutung und Zerstörung der Natur mitverantwortlich.[FN 33] Die Heilige Schrift und die Natur hatten beide als Quelle des Wissens von Gott gegolten, aber während in der Ostkirche die Natur als eine Art Symbolsprache Gottes gedeutet wurde, hatte sich in der Westkirche die Erforschung der Natur als Mittel zur Erkenntnis von Gott und Natur durchgestzt. Die heutige „ökologische Krise", unterstellt White, sei das Produkt einer durch Wissenschaft und Technik entfesselten Macht zur Unterwerfung der Natur, die durch das christlich-mittelalterliche Weltbild ermöglicht worden war.[FN 34]

    [FN 33: Vgl. Lynn White: The Historical Roots of Our Ecologic Crisis, in: Dynamo and Virgin Reconsidered: Essays in the Dynamism of Western Culture, Cambridge, Mass./London 1968/1976, S. 75-94.]

    [FN 34: Vgl. L. White: The Historical Roots of Our Ecologic Crisis, a.a.O., S. 88 ff. Zur gleichen Thematik siehe auch: Iring Fetscher: Überlebensbedingungen der Menschheit - Zur Dialektik des Fortschritts, München 1980<sup>2</sup>; Carl Amery: Das Ende der Vorsehung - Die gnadenlosen Folgen des Christentums, Hamburg 1974; Karl Löwith: Das Verhängnis des Fortschritts, in: H . Kuhn/F. Wiedemann (Hrsg.): Die Philosophie und die Frage nach dem Fortschritt, a.a.O.; John Passmore: Man's Responsibility for Nature: Ecological Problems and Western Traditions, London 1974.]

    [FN 11]

    Die Bedeutung des Christentums für die Herausbildung der neuzeitlichen Einstellung zur Natur und für die Entwicklung der naturwissenschaftlich fundierten Technik ist in den letzten Jahren Gegenstand heftiger Debatten geworden. Der amerikanische Historiker Lynn White macht in seinem Essay (»The Historical Roots of Our Ecological Crisis«) das Christentum für die skrupellose Ausbeutung und Zerstörung der Natur mitverantwortlich. Die Heilige Schrift und die Natur galten beide als Quelle unseres Wissens von Gott, aber während in der frühen und in der Ostkirche die Natur als eine Art Symbolsprache Gottes gedeutet wurde, begann sich im Westen die Erforschung der Natur als Mittel zur Erkenntnis des göttlichen Meisters der Natur durchzusetzen. Die heutige »ökologische Krise«, folgert White, sei das Produkt des christlich-mittelalterlichen Weltbildes, das diese Entwicklung ermöglicht habe. [...][FN 12] [...][FN 13]

    [FN 11: Vgl. I. Fetscher: Überlebensbedingungen der Menschheit - Zur Dialektik des Fortschritts, Konstanz 1976, S. 10 ff.]

    [FN 12: Vgl. C. Amery: Das Ende der Vorsehung - Die gnadenlosen Folgen des Christentums, Hamburg 1974, S. 122 ff.]

    [FN 13: Vgl. K. Löwith: Das Verhängnis des Fortschritts, in: H. Kuhn/F. Wiedemann (Hrsg.): Die Philosophie und die Fragen nach dem Fortschritt, München 1964, S. 28 ff.]

    Anmerkungen

    14 Zeilen und Literaturverweise, die größtenteils wörtlich aus einem eigenen früheren Aufsatz recycelt werden. Im direkten Umfeld ist kein Hinweis auf die frühere Veröffentlichung zu finden. Unklar, wie dies bewertet werden soll. Für ein Gesamtbild der Texterstellung ist allerdings interessant, dass auch in diesem Teil der Dissertation ältere Texte verwertet werden.

    Sichter
    Graf Isolan


  • Mm/Fragment 025 03-07


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 25, Zeilen: 3-7
    Quelle: Mathiopoulos 1982
    Seite(n): 214, Zeilen: 5-8
    Aufgrund der revolutionären Erfolge wissenschaftlichen Fortschritts nahm nunmehr die Physik die Stellung der Theologie ein, ersetzte der planbare Fortschritt die Funktion der Vorsehung, war letztlich die Definition einer modernen Progressivismusdoktrin, die die Ambivalenz des Fortschritts als aufgehoben verstand, möglich geworden. Durch diese Erfolge des wissenschaftlichen Fortschritts nimmt nun die Physik die Stellung der Theologie ein: der planbare Fortschritt hat die Funktion der Vorsehung übernommen, die neuzeitliche Entwicklung und auch den heutigen Tag noch prägend.
    Anmerkungen

    Ist zwar nur eine kurze Passage, hat sie aber schon früher einmal formuliert und in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet. Hier allerdings erfolgt kein Hinweis darauf.

    Sichter


  • Mm/Fragment 027 01-06


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 27, Zeilen: 1-6
    Quelle: Mathiopoulos 1982
    Seite(n): 214, Zeilen: 27-32
    An die Stelle des humanistischen Fortschrittsdenkens der Aufklärung, das an die Vernunft und Selbstverantwortung des Individuums appelliert hatte, trat nun ein „objektives", außermenschliches Fortschrittsprinzip: das Walten des Weltgeistes, die dialektische Selbstverwirklichung der „immanenten Vernunft", die soziale Dialektik der kapitalistischen Produktionsverhältnisse [...] Anstelle des humanistischen Fortschrittsglaubens der Aufklärung, der auf Vernunft und Selbstverantwortung des Individuums baute, tritt nun ein »objektives«, außermenschliches Fortschrittsprinzip: das Naturgesetz, die biologische Selektion, das Walten des Weltgeistes, die dialektische Selbstverwirklichung der »immanenten Vernunft« oder die soziale Dialektik der Produktionsverhältnisse.
    Anmerkungen

    Wortwörtliches "Recycling" ohne jeden Hinweis. Selbst wenn es sich um eine eigene Arbeit handelt, entspricht auch das nicht der üblichen wissenschaftlichen Praxis.

    Sichter


  • Mm/Fragment 046 26-32


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 46, Zeilen: 26-32
    Quelle: Mathiopoulos 1982
    Seite(n): 215, Zeilen: 7-11, 12-13
    Die Hauptkritik in den zum Teil in den 30er Jahren verfaßten Schriften von Adorno, Horkheimer, Marcuse und Habermas richtete sich gegen den wissenschaftlichen und technischen Fortschritts- und Vernunftbegriff des 20. Jahrhunderts, dessen Umkehrung die „Dialektik der Aufklärung" offenbart habe, nämlich als „Umschlagen in die Barbarei der Zivilisation". Der Fortschritt drohe nunmehr das Ziel zunichte zu machen, so Horkheimer, das er verwirklichen soll - die Idee des Menschen; für Adorno ereignete sich Fortschritt folglich dort, wo er endete; Die Hauptkritik der Frankfurter Schule gilt der Vernunft, denn ihre Umkehrung als die »Dialektik der Aufklärung« erweist sich zugleich auch als das »Umschlagen in die Barbarei der Zivilisation«. Der Fortschritt drohe das Ziel zunichte zu machen, das er verwirklichen soll - die Idee des Menschen (so Horkheimer). [...] Folglich ereignet sich der Fortschritt nach Adorno dort, wo er endet.
    Anmerkungen

    Hier zerhackt Mm ihren eigenen Artikel und verarbeitet die Bruchteile in ihrer Diss - wieder einmal entgegen jeglicher wissenschaftlichen Gepflogenheit ohne Quellenangabe.

    Sichter


  • Mm/Fragment 046 33.37-41


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Senzahl, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 46, Zeilen: 33, 37-41
    Quelle: Mathiopoulos 1982
    Seite(n): 216, Zeilen: 13-16
    [...] und Marcuse [...] kam zu dem Schluß, daß dieser gesellschaftliche Zustand allein durch die „Negation alles Bestehenden" (eine Theorie, die eine zerstörerische Dynamik sowohl in der Bundesrepublik wie in Italien entwickelte) zu überwinden sei. Nur so könne ein Fortschritt in Richtung auf die optimale Entfaltung menschlicher Existenz erlangt werden.[FN 116]


    [FN 116: Vgl. zur kritischen Theorie: Max Horkheimer/Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung, Frankfurt/M. 1969; Th. W. Adorno: Negative Dialektik, Frankfurt/M. 1967; Herbert Marcuse: Der eindimensionale Mensch, Neuwied/Berlin 1967; Zur Kritik der Frankfurter Schule siehe: Kurt Sontheimer: Das Elend unserer Intellektuellen, Hamburg 1976, und H. Lenk/R. Simon-Schaefer: Vernunft–Wissenschaft–Praxis. Zur Kritik der „Kritischen Theorie”, Aus Politik und Zeitgeschichte, B 50/81, 12. Dez. 1981, S. 42 ff. Eine andere Sicht dieses Problemkreises bot Ernst Topitsch bereits zu Beginn der 60er Jahre: Sozialphilosophie zwischen Ideologie und Wissenschaft, Neuwied/Berlin 1961/1971<sup>3</sup>.]

    Für Marcuse würde dieser Zustand allein nur durch die »Negation alles Bestehenden« (eine Theorie, die zerstörerische Dynamik entwickeln kann) überwunden. Nur so könne ein Fortschritt in Richtung auf die optimale Entfaltung menschlicher Existenz erlangt werden.
    Anmerkungen

    Die "Verwurstung" eigener alter Gedanken geht (ohne Hinweis) weiter, wobei Mm ihre frühere Formulierung mit einer Reihe von (hier nicht wiedergegebenen) Schlagwörtern von Marcuse aufpeppt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 070 13-23


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 70, Zeilen: 13-23
    Quelle: Reichel 1984
    Seite(n): 12-14, Zeilen: -
    ... die Verbindung von griechischer Philosophie, christlicher Religion und rationaler Aufklärung, die das Bild des modernen autonomen und selbstbestimmten Menschen prägte; die Konfessionalisierung der Politik durch Reformation und Gegenreformation; die Säkularisierung der Politik durch die Revolution der Naturwissenschaften; die Bürokratisierung und Rationalisierung der Politiken, die zu einem geregelten Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft führte; die universalen Menschheitsideale und allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte, wie sie in der Französischen Revolution proklamiert wurden; die darauffolgende Ideologisierung der Politik; die Industrialisierung und die soziale Frage; die Krise des liberalen Systems und die Entstehung von Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus; schließlich die Wiedergeburt der Demokratie auf breiter westeuropäischer Basis. [S. 12]

    a) Die Verbindung von griechisch-römischer Philosophie und christlicher Glaubenslehre, die für die ethisch-moralischen, religiösen, rechtlichen und kulturellen Grundlagen der europäischen Völker und ihrer Geschichte konstitutiv geworden ist. Sie hat das neuzeitliche Bewußtsein und das Bild des modernen Menschen geformt, vor allem durch die Idee der Autonomie oder Selbstbestimmung des einzelnen Subjekts,[...]

    b) Die aus dem Zerfall der Einheit des Christentums der mittelalterlichen Welt hervorgegangene, durch Reformation und Gegenreformation verschärfte Politisierung der Glaubens- und Kirchenfragen. Sie führte zur Konfessionalisierung der Politik und schuf so einen der zentralen gesellschaftlichen Konflikte in der europäischen Moderne. Durch fortschreitende Industrialisierung, Rationalisierung, Laizisierung und Säkularisierung der gesellschaftlichen und individuellen Lebensverhältnisse hat dieser Konflikt in der Gegenwart allerdings mehr und mehr an Bedeutung, zumindest aber an Schärfe verloren.

    c) ...

    [S. 13]Dies hat früher oder später die Bürokratisierung bzw. Rationalisierung der Politik begünstigt. ...

    d)Die von der bürgerlichen Aufklärung und Französischen Revolution proklamierten universalen Menschheitsideale und allgemeinen Menschen- bzw. Bürgerrechte. ...

    e) ... Die Geburt des modernen Nationalismus, die Entstehung liberaler, demokratischer, sozialistischer und konservativer Ideen und Ordnungsvorstellungen führte nachhaltig zur Ideologisierung der Politik.

    f) Die Krise des liberalen Systems. ... führte schließlich, begünstigt durch die politische Lähmung der längst gespaltenen und weder zur national- noch zur internationalsolidarischen Aktion fähigen Arbeiterbewegungen, in weiten Teilen Europas zur Faschisierung der Politik.

    Anmerkungen

    Nach einem Abschnitt (mit pauschalem Hinweis auf das Werk in der Fußnote), in der eine Frage formuliert ist, wird diese hier beantwortet: mit einer strukturierten Aufzählung aus genau derselben Quelle, ohne Referenz. rekonstruiert aus GoogleBooks [4]

    Sichter


  • Mm/Fragment 075 03-04


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 75, Zeilen: 3-4
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 57, Zeilen: 5-6
    Betrachtet man die amerikanische Historiographie, so läßt sich primär eine Auseinandersetzung mit der amerikanischen Geschichte erkennen. American historiography has always been preoccupied with American history.
    Anmerkungen

    Mm benutzt für dieses Kapitel denselben Einstiegssatz wie Guggisberg (1971) für seinen Artikel. Zieht man das in Betracht, was im Folgenden in der Diss zu finden ist, ist dies ein klares Übersetzungsplagiat. Aufgrund der Kürze des einzelnen Fragments und der Allgemeinheit der Aussage hier nur als "verdächtig" eingestuft.

    Sichter


  • Mm/Fragment 075 04-06


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 75, Zeilen: 4-6
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 57, Zeilen: 7-10
    Dennoch belegen die zahlreichen Arbeiten amerikanischer Historiker über Themen europäischer Geschichte das Interesse der Neuen an der Alten Welt.[FN 1]

    [FN 1: Vgl. hier Leonard Krieger: European History in America, in: J. Higham/L. Krieger/F. Gilbert: History: Humanistic Scholarship in America, The Princeton Studies, Englewood Cliffs, N.J., 1965.]

    Like other nations, too, America has always had historians who devoted themselves partly or exclusively to the study of the history of foreign lands. Within their guild they always were and still are a minority.
    Anmerkungen

    Was nicht passt, wird passend gemacht: Mm folgt auf den ersten Seiten ihres Abschnitts II.1 präzise Guggisbergs Argumentationslinie und reproduziert im Wesentlichen seinen Aufsatz von 1971, indem sie ihn fast wortgenau vom Englischen ins Deutsche übersetzt. So folgt sie zunächst auch seinem Gedankengang: 1. Amerikanische Historiker schreiben über amerikanische Geschichte; 2. Amerikanische Historiker schreiben über nichtamerikanische Geschichte. An dieser Stelle verdreht sie aber nun die Aussage des Originals in ihr Gegenteil. Die Fußnote ist Tarnung - sie ist ebenfalls von Guggisberg übernommen, findet sich dort in dessen Einleitung, dient aber (unter Nennung einer Seitenzahl) dort dem präzisen Beleg eines tatsächlichen Zitats.

    Sichter


  • Mm/Fragment 075 19-42


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 75, Zeilen: 19-42
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 58-59, Zeilen: S.58,40 - S.59,1-18.26-36
    Innerhalb der amerikanischen Europa-Historiographie lassen sich zwei Schulen unterscheiden, die die Geschichte der Alten Welt mit den historischen Erfahrungen Amerikas zu verbinden suchen. Die erste bedient sich einer chronologischen Konzeption: Europäische Geschichte wird hauptsächlich als eine Prä-Historie Amerikas gesehen, als eine Art Einführungsphase zu den späteren Ideen, Traditionen und politischen Gegebenheiten, die die Neue Welt formten. Die zweite baut auf ein Bewußtsein historischer Gemeinschaft auf, in der Amerika wie Europa als gleichberechtigte Partner und Pole derselben westlichen Geschichte und Zivilisation ihre Rolle spielen. Es scheint wohl verständlich, daß Vertreter der ersten Schule hauptsächlich die frühen Epochen europäischer Geschichte studierten und sich dabei vor allem den politischen Institutionen, der Kultur und Religion zuwandten, während Vertreter der zweiten Schule ihr Augenmerk mehr auf die zeitgenössischen Geschehnisse richteten und sich der Wirtschafts- und Diplomatiegeschichte wie den internationalen Beziehungen widmeten. Betonten die Historiker der ersten Richtung die europäisch-amerikanische Gemeinsamkeit und Einheit des kulturellen Erbes, stellten die Historiker der zweiten Richtung die abendländische Geschichte in einen atlantischen Kontext, den sie als Schicksalsgemeinschaft definierten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt das Interesse der amerikanischen Europa-Historiographen hauptsächlich der Herausarbeitung der Einheit des abendländischen Geschichtserbes. Um die Jahrhundertwende, insbesondere nach dem Eintritt der USA in den 1. Weltkrieg und ihrem Aufstieg zur Weltmacht, verlagerte sich die amerikanische Geschichtsforschung mehr und mehr auf die Herausarbeitung der Idee einer historisch-politischen Schicksalsgemeinschaft.[FN 2]

    [FN 2: Siehe Hans R. Guggisberg: The Uses of the European Past in American Historiography, in: A. N. J. Den Hollander (ed.): Diverging Parallels: A Comparison of American and European Thought and Action, Leiden 1971, S. 59.]

    If we look over the whole development of interest in European history within the general development of American historiography, we can distinguish two basically different ways of linking the history of the Old World to the historical experience of America. the first is characterized by a chronological conception: European history is considered mainly as a pre-history of America, as a kind of introductory phase in which the ideas and traditions that were to make American nation what it is, began to emerge but did not find their true and lasting fulfilment. The second approach is based on the consciousness of a historical community in which America and Europe play equal roles as parts of the same Western World. The first approach naturally led American scholars to the study of the earlier periods of European history, while the second furthered thier interests in the more recent developments. In addition to this it can be generally observed that American historians who adopted the first way of looking at the European past tended to be primarily interested in the history of political institutions, religion and culture, while the adherents of the second method showed a distinctive preference for problems of international relations, diplomatic and economic history.[...] The historians who see the European past mainly in terms of a pre-history or pre-formation of American fulfilments tend to stress the unity of cultural heritage. Those who see European history as part of an Atlantic context are more inclined to define it as a unity of fate.

    Down to the end of the nineteenth century, American scholars of European history were mainly interested in the unity of heritage. It is only natural that the idea of an historical unity of fate should have impressed them more and more at the time when the United States attained the stature of a world power and became involved in the global conflicts and problems which characterize the twentieth century.

    Anmerkungen

    Am Anfang wird präzise Wort für Wort übersetzt - am Ende wird die Übersetzung etwas freier. Nichtsdestotrotz wird auch trotz der Quellenangabe via "siehe" in der Fußnote nicht klar, dass dieser Abschnitt "purer" Guggisberg ist. Hier stammt wirklich kein einziger Gedanke von Mm. Dies wird sich auf den nächsten Seiten fortsetzen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 076 01-19


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 76, Zeilen: 1-19
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 60-61, Zeilen: S.60,1-7.13-16.18-19.21-28.108 + S.61,101
    [ [FN 2] Man begann allgemein sogar von einem Wendepunkt in der amerikanischen Geschichtsschreibung zu sprechen,] der in einer zunehmenden Professionalisierung und Verwissenschaftlichung der Arbeitsmethoden bestand. In den Worten des Historikers Leonard Krieger gar war die amerikanische Historiographie vor dem 20. Jahrhundert „amateur in authorship, romantic in tone, literary in style, nationalist in mission, and multivolumed in scope."[FN 3]

    In der Tat begannen amerikanische Historiker mit der Bearbeitung europäischer Themen erst im 19. Jahrhundert. Im 17. und 18. Jahrhundert erschien so gut wie kein Werk über die Geschichte Europas, wenngleich in der puritanischen Ära vereinzelt über Motive der göttlichen Vorsehung geschrieben wurde, die das traditionelle christliche Konzept der vier heiligen Weltreiche, den inneren Seelenkonflikt eines jeden Christen zwischen der Macht des Guten und der des Satans, die dramatischen Ereignisse der Reformation sowie die religiöse Verfolgung vieler Andersgläubiger und die Flucht nach New England miteinschloß. Zu nennen wären hier Cotton Mathers „Magnalia Christi Americana" (1702) und Thomas Princes „Chronological History of New England" (1736).

    Die Historiker der Revolutionsphase wiederum betrachteten nunmehr alle Geschehnisse aus einem säkularisierten Blickwinkel und sahen ihre Hauptaufgabe darin, die Amerikanische Revolution als Teil der Menschheitsgeschichte der übrigen (Nach-) Welt erläutern zu müssen.

    [FN 2: Siehe Hans R. Guggisberg: The Uses of the European Past in American Historiography, in: A. N. J. Den Hollander (ed.): Diverging Parallels: A Comparison of American and European Thought and Action, Leiden 1971, S. 59.]

    [FN 3: Krieger, op. cit., S. 238.]

    It is generally agreed that the great turning point in the development of historical writing in America falls into the last quarter of the nineteenth century. Prior to this period, American historiography was — in Leonard Krieger's words — "amateur in authorship, romantic in tone, literary in style, nationalist in mission, and multivolumed in scope". During the 1870s and 1880s it became increasingly professional, scientific (as the phrase was) [...][FN 1][...] In the seventeenth and eighteenth centuries when North America was still tied to Europe politically, Americans wrote practically no European history. In the first three quarters of the nineteenth century [...] American men of letters wrote a number of very important works on the history of the Old World. [...] Puritan historians wrote Providential history that included the traditional Christian concept of the Four Empires, the conflict of God and Satan for the souls of Christians, and the dramatic story of the Reformation and religious persecution as background for the narrative of New England.[FN 2] The historians of the Revolutionary generation had a more secular point of view, but many of them were convinced that the American Revolution was part of the history of mankind and had to be written as such. [...][FN 4]

    [FN 1: Ibid. p. 238.]

    [FN 2: Ibid. p. 239.]

    [FN 4: [...]. It is noteworthy only in Cotton Mather's Magnolia Christi Americana (1702) [S. 61] and in Thomas Prince's Chronological History of New England (1736).]

    Anmerkungen

    direkt nach der FN 2 (Bauernopfer) auf Guggisberg beginnt das Plagiat erst. Es zieht sich bis Seite 79.

    Sichter
    Graf Isolan


  • Mm/Fragment 076 19-23


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 76, Zeilen: 19-23
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 19, Zeilen: 6-12
    Aus dem Bedürfnis heraus, der jungen Nation einen einenden Erlebnishintergrund zu schaffen, erwuchs ein Kult der Patrioten- und Heroenverehrung, dem Historiker wie David Ramsay („History of the American Revolution", 1789) oder Mason Locke Weems („Life of George Washington", 1800) mit ihren Schriften huldigten.[FN 4]

    [FN 4: Siehe hierzu: Sydney G. Fisher: The Legendary and Myth-Making Process in Histories of the American Revolution, in: Proceedings of the American Philosophical Society, vol. 51, 1912, S. 53-75; Dixon Wecter: The Hero in America: A Chronicle of Hero-Worship, New York 1941/1963.]

    Aus dem Bedürfnis, der Nation einen einenden Erlebnishintergrund

    zu schaffen, das die Historiker mit den Politikern, Literaten und Künstlern der jungen Republik teilten, erwuchs zum einen ein von Nostalgie nicht freier Hang, die Amerikanische Revolution im engeren Sinn als eine hohe Zeit gemeinnationalen Denkens, Empfindens und Handelns im Gegensatz zur „Critical Period" und zum Parteienhader der 1790er Jahre darzustellen.

    Anmerkungen

    Fragment wäre für sich genommen unproblematisch, wenn Mm an dieser Stelle auch die Quelle genannt hätte. Offensichtlich "dampft" sie das Original ein, wobei sie Originalformulierungen beibehält (was legitim wäre), im unmittelbar folgenden Fragment wird die Übernahme dann aber endgültig augenfällig. Nochmal: weder hier noch im folgenden Fragment nennt die Autorin ihre Quelle.

    Sichter


  • Mm/Fragment 076 23-29


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 76, Zeilen: 23-29
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 19, Zeilen: 12-19
    Zum anderen ergab sich der Wunsch, sich gegenüber der Alten Welt in den ersten Jahrzehnten nach der Revolution und Gründung der Nation zu emanzipieren: Man versuchte sich gedanklich wie schriftlich vom Mutterland abzusetzen, dessen Herrschaft man abgeschüttelt hatte, wobei man gleichzeitig dem moralischen Verfall der Europäer - vor allem dem der britischen Regierung - „the rising glory" des neuen Reichs der Tugend und Freiheit entgegensetzte.[FN 5]

    [FN 5: Vgl. Erich Angermann: To steer clear of permanent alliances. Neutralität, Parteipolitik und nationale Konsolidation in der Frühgeschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, in: Vom Staat des Ancien Régime zum modernen Parteienstaat, (Festschrift für Theodor Schieder), Hrsg.: H. Berding/K. Düwell/L. Gall/W. J. Mommsen/H.-U. Wehler, München 1978, S. 133-144.]

    Zum anderen ergab sich daraus aber auch die aus Zurückweisung

    und Drang nach Anerkennung sonderbar gemischte Haltung der Amerikaner gegenüber der Alten Welt in den ersten Jahrzehnten nach der Grundlegung ihrer Nation: Man wünschte sich abzusetzen gegenüber dem Mutterland, dessen Herrschaft man abgeschüttelt hatte, und im weiteren Sinn gegenüber der Alten Welt, deren moralischem Verfall man „the rising glory" des neuen Reichs der Tugend und Freiheit entgegensetzen wollte. [...]

    [FN 10]

    [FN 10: Vgl. dazu ausführlicher Erich Angermann: To steer clear of permanent alliances. Neutralität, Parteipolitik und nationale Konsolidation in der Frühgeschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, in: Vom Staat des Ancien Régime zum modernen Parteienstaat, Festschrift für Theodor Schieder, hg. v. Helmut Berding, Kurt Düwell, Lothar Gall, Wolfgang J. Mommsen, Hans-Ulrich Wehler (München 1978), 133-144, [...]]

    Anmerkungen

    Dem einleitenden "Zum anderen" von Mm fehlt in ihrer Ausführung die Entsprechung. Diese findet man im Text von Angermann.<br/>Die nahtlose Fortsetzung der übernommenen Passage aus Angermann findet man auf Seite 97 [5]. Die Fußnote von Mm verweist auf eine andere Arbeit von Angermann, deren Angabe in der von Mm ungenannten Quelle eine Seite später zu finden ist.

    Sichter


  • Mm/Fragment 076 29-39


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 76, Zeilen: 29-39
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 60-61, Zeilen: S.60,31-33 - S.61,2-6.8.18-21.108-109
    Gewiß bleibt jedoch für die Kolonial - und Revolutionsgeschichtsschreibung der USA charakteristisch, daß kein historisches Werk sich mit europäischen Themen befaßte. Für die Entwicklung der amerikanischen Europa - Historiographie ist erst die „National" oder „Romantic Period" in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von entscheidender Bedeutung. Historiker wie Washington Irving („Columbus", 1828), William Hickling Prescott („History of the Reign of Ferdinand and Isabella, the Catholic", 1838) oder John Lothrop Motley („The Rise of the Dutch Republic", 1856 ff., 6 Bde.), die alle im Milieu des New England Unitarianism anzusiedeln sind, waren zunächst Dichter und Literaten, bis sie ihre puritanische Leidenschaft für die Geschichtsschreibung entdeckten. [FN 6]

    [FN 6: Siehe hierzu: David Levin: History as Romantic Art: Bancroft, Prescott, Motley, and Parkman, Stanford, Calif., 1959, S. 3-23.]

    But the fact remains that in the whole Colonial and Revolutionary period no historical work on a European subject was written in America.[FN 4]

    II

    Not the Colonial but what is usually called the "National" period of American historiography saw the beginning of serious and comprehensive study also in the European Field. Famous names come to one's mind at once: Washington Irving, William Hickling Prescott, John Lothrop Motley. [...] Their aims were literary. They produced romantic works of art, full of pageantry and local colour. [...][FN 1] [...] Thus Irving wrote his Columbus (1828), Prescott rose to fame with his History of the Reign of Ferdinand and Isabella, the Catholic (1838) and Motley produced his six volumes on the Netherlands' struggle for freedom and national independence (1856 ff).

    [FN 1: David Levin, History as Romantic Art: Bancroft, Prescott, Motley, and Parkman, Stanford, California, Stanford University Press, 1959, pp. 3-23.]

    Anmerkungen

    Übernahme mit Fußnote. Sie setzt sich auf den folgenden Seiten fort.

    Sichter
    Graf Isolan


  • Mm/Fragment 076 42-44


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 76, Zeilen: 42-44
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 64, Zeilen: 6-8
    Das Ziel ihrer historischen Studien lag schlicht darin, ihren Lesern die europäische Vergangenheit als „pränatale" amerikanische Geschichte zu vergegenwärtigen. For the romantic historians of America the study of European history had two main functions. Primarily, European history was "prenatal" American history [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 077 07-15


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Klicken, Graf Isolan
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 77, Zeilen: 7-15
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 62, Zeilen: 14-23.101-102
    Prescott betrachtete einerseits die spanische Geschichte und Kultur als Fortschrittsmotor der westlichen Zivilisation und pries die Entwicklung der liberalen teutonischen Traditionen und Institutionen zu herausragender nationaler Vitalität als die große Errungenschaft von Ferdinand und Isabella, die letztendlich auch die Kräfte abendländischer Energie zur Gründung der Neuen Welt freigemacht hatte, doch verschwieg er andererseits auch nicht die Durchschlagskraft klerikaler Bigotterie sowie einen heraufziehenden monarchischen Autoritarismus, die beide schließlich zur Vernichtung der individuellen Freiheiten und zum Untergang des spanischen Reichs führten.[FN 8]

    [FN 8: Vgl. H. R. Guggisberg: William Hickling Prescott und das Geschichtsbewußtsein der amerikanischen Romantik, Jahrbuch für Amerikastudien, vol. 11, 1966, S. 176-193.]

    There was still another aspect which, in Prescott's view, placed the history of the Spanish nation into the general context of the course of Western civilization: the development of liberal Teutonic traditions and institutions into fruitful national vitality. The promotion of this development was, to the American historian, the great achievement of Ferdinand and Isabella. They had unleashed the forces of cultural energy that founded the New World, but at the same time they had created the pattern of authoritarianism which ultimately led to the extinction of individual liberties and to the decline of the Spanish empire. [...][FN 1]

    [FN 1: Hans R. Guggisberg, "William Hickling Prescott und das Geschichtsbewusstsein der amerikanischen Romantik", Jahrbuch für Amerikastudien 11 (1966), 176-93: Krieger, loc. cit. pp. 241 ff.]

    Anmerkungen

    Übernahme mit Fußnote.

    Sichter
    Klicken Graf Isolan


  • Mm/Fragment 077 15-21


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 77, Zeilen: 15-21
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 62+63, Zeilen: S.62,33-35 - S.63,1-4.101-104
    Motley wiederum meinte, seine Zeitgenossen auf die „dangers which come from superstition and despotism and the blessings which flow from the maintenance of religious and political freedom"[FN 9] in Europa aufmerksam machen zu müssen. Schließlich barg für ihn diese Problematik auch den Schlüssel eines universellen Gesetzes, das alles beherrschte: „All bodies political as inexorably as Kepler' s law controls the motion of planets. The law is Progress; the result Democracy."[FN 10]

    [FN 9: John L. Motley: History of the United Netherlands from the Death of William the Silent to the Twelve Years' Truce, London 1901, vol. 1, p. iv.]

    [FN 10: John L. Motley: Democracy, the Climax of Political Progress and the Destiny of Advanced Races: An Historical Essay, London 1869, p. 6.]

    The great theme which he discussed in his weighty volumes was "the dangers which come from superstition and despotism and the blessings which flow from the maintenance of religious and political freedom".[FN 1] This theme was, to him, the expression of a universal law which governs "all bodies political as inexorably as Kepler's law controls the motion of planets. The law is Progress; the result Democracy".[FN 2]

    [FN 1: John L. Motley, History of the United Netherlands from the Death of William the Silent to the Twelve Years' Truce, vol. 1, London, 1901, p. iv.]

    [FN 2: John L. Motley, Democracy, the Climax of Political Progress and the Destiny of Advanced Races: An Historical Essay, London, 1869, p. 6.]

    Anmerkungen

    Übernahme mit Fußnoten.<br/> Allerdings wird das zweite Originalzitat durch die unzulängliche Vorgehensweise, dass es nur ausgeschnitten und identisch in die wörtliche deutsche Übersetzung des umgebenden Textes eingefügt wird, fast unverständlich, da plötzlich das Prädikat des Hauptsatzes fehlt. Hier wurde "mit ganz heißer Nadel gestrickt". Wer hat diesen Abschnitt je (Korrektur) gelesen?

    Sichter
    Graf Isolan


  • Mm/Fragment 077 21-37


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 77, Zeilen: 21-37
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 63, Zeilen: 17-30,107-112
    Gemeinsam mit George Bancroft, dem ersten berühmten Historiker der amerikanischen Geschichtsschreibung, waren Prescott und Motley von der zunehmenden Ausbreitung der Freiheitsidee in der Welt, die ihren krönenden Abschluß in der Errichtung der Vereinigten Staaten von Amerika fand, überzeugt, wobei sie gleichzeitig ihre Wurzeln in der Renaissance teutonischer Tugenden und Institutionen auszumachen glaubten, die jahrhundertelang unter der Bürde des europäischen Feudalismus verborgen geblieben waren. Motley's romantischer Fortschrittsglaube und naive Bewunderung für eine vermeintliche Kontinuität germanischer Tradition und Ideologie in der Alten wie Neuen Welt gingen so weit, daß er die gravierenden Unterschiede zwischen deutscher und anglo-amerikanischer Aufklärung und Kultur übersah und freimütig erklären konnte: „Ever since the great rising for freedom against the Roman empire, down to this hour, Germany has been the main source of European and American culture. The common mother of nations and empires - alma mater felix prole - she still rules the thought of her vast brood of children; Franks, Goths, Saxons, Lombards, Normans, Netherlanders, Americans - Germans all."[FN 11]

    [FN 11: J. L. Motley: Historic Progress and American Democracy, in: Representative Selections, with Introduction, Bibliography, and Notes, (ed. Chester P. Higby/ B. T. Schantz), New York 1939, p. 105. Siehe ebenfalls: H. R. Guggisberg: Das europäische Mittelalter im amerikanischen Geschichtsdenken des 19. und 20. Jahrhunderts, Basel/ Stuttgart 1964, S. 33.]

    This brought him close to Bancroft, who also saw the early history of the United States mainly in terms of a renaissance of Teutonic, i.e. Anglo-Saxon, traditions of freedom — traditions which had for centuries been buried under the weight of European feudalism. Motley went further than that. His admiration for the continuity of Germanic traditions both in the Old and in the New World made him overlook all the contemporary differences between German and Anglo-American culture, so that he could exclaim: "Ever since the great rising for freedom against the Roman empire, down to this hour, Germany has been the main source of European and American culture. The common mother of nations and empires — alma mater felix prole — she still rules the thought of her vast brood of children; Franks, Goths, Saxons, Lombards, Normans, Netherlanders, Americans — Germans all."[FN 4]

    [FN 4: John L. Motley, "Historic Progress and American Democracy", in Representative Selections, with Introduction, Bibliography, and Notes, ed. by Chester P. Higby and BT Schantz, New York, 1939,pp.l05 ff.; Levin, History as Romantic Art, 86 ff.; Hans R. Guggisberg, Das europäische Mittelalter im amerikanischen Geschichtsdenken des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts, Basel & Stuttgart: Helbing & Lichtenhahn, 1964, p. 33.]

    Anmerkungen

    Übernahme mit Fußnoten

    Sichter
    Graf Isolan


  • Mm/Fragment 077 42-45


    Typus
    KeineWertung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 77, Zeilen: 42-45
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 64, Zeilen: 6-7, 13-18
    Gewiß lag das Hauptanliegen der romantischen Geschichtsschreibung in der Hervorhebung des gemeinsamen ideellen Erbes Europas und Amerikas, zugleich aber auch der Einzigartigkeit Amerikas, wo sich moralischer Fortschritt als Freiheit und Demokratie unter [Gottes Führung unaufhaltsam entfalten konnte, im Gegensatz zu Europa, wo sich zunehmend eine politische Restauration und eine Stagnation fortschrittlichen Gedankenguts bemerkbar machten.] For the romantic historians of America the study of European history had two main functions. [...] The emphasis throughout lay on the common heritage of ideas. By illustrating the fruition or stagnation of these ideas in various European countries, the American historians were able indirectly to demonstrate to their readers the difference as well as the uniqueness of the American development toward democracy.
    Anmerkungen

    Die erste "main function" wurde bereits eine Seite zuvor "verwurstet". Auch wenn die Übersetzung hier etwas freier (zumindest bezüglich der Wortstellung) ist, wäre ein Hinweis auf den Ursprung dieser Passage notwendig gewesen. Dieser unterbleibt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 078 01-03


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 78, Zeilen: 1-3
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 64, Zeilen: 6-7, 13-18
    [Gewiß lag das Hauptanliegen der romantischen Geschichtsschreibung in der Hervorhebung des gemeinsamen ideellen Erbes Europas und Amerikas, zugleich aber auch der Einzigartigkeit Amerikas, wo sich moralischer Fortschritt als Freiheit und Demokratie unter] Gottes Führung unaufhaltsam entfalten konnte, im Gegensatz zu Europa, wo sich zunehmend eine politische Restauration und eine Stagnation fortschrittlichen Gedankenguts bemerkbar machten. For the romantic historians of America the study of European history had two main functions. [...] The emphasis throughout lay on the common heritage of ideas. By illustrating the fruition or stagnation of these ideas in various European countries, the American historians were able indirectly to demonstrate to their readers the difference as well as the uniqueness of the American development toward democracy.
    Anmerkungen

    wie [6]

    Sichter


  • Mm/Fragment 078 04-21


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 78, Zeilen: 4-21
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 64-65, Zeilen: S.64,20-34 - S.65,1-13.15-19.101-104
    In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und insbesondere nach Beendigung des Bürgerkriegs, entstand unter dem Einfluß des deutschen Historismus auf der einen Seite und des Darwinschen Evolutionsgedankens auf der anderen Seite die School of Scientific History. Obgleich im amerikanischen Denken der Historismus niemals wirklich integriert wurde, wuchs das Interesse der Amerikaner an der Methode deutscher Geschichtsschreibung wie auch an deutscher Geschichte selbst, nicht zuletzt aufgrund der Emigration deutscher Historiker - hauptsächlich Schüler Leopold von Rankes oder Friedrich Meineckes - gegen Ende des 19. Jahrhunderts in die USA.[FN 13] Das Studium europäischer Geschichte in Amerika blieb allerdings trotz Verwissenschaftlichung der Arbeitsmethoden und akademischen Lehrveranstaltungen auch weiterhin eine Schau interkulturellen Erbes, eine Zusammenfassung und Wiedergabe europäischer Geschichte, die als Vorzeit der Kolonialperiode Nord - Amerikas behandelt und gedeutet wurde. Unter der Leitung von Herbert Baxter Adams entwickelte sich die Johns Hopkins Universität neben Harvard und Columbia, wo Henry Adams und William Burgess lehrten, zum wichtigsten Zentrum der Scientific School. Teutonismus stand, nunmehr als „wissenschaftliche" Theorie historischer Kontinuität definiert, in seiner vollen Blüte.

    [FN 13: Siehe Jürgen Herbst: The German Historical School in American Scholarship, Ithaca, N. Y., 1965, S. 99 - 128. Ferner siehe: George G. Iggers: The Image of Ranke in American and German Historical Thought, History and Theory, vol. 2, 1962, S. 17-40.]

    III

    In the second half of the nineteenth century, and particularly after the close of the Civil War, a number of new tendencies started to dominate the general development of historical study in the United States. Together with an increasingly critical attitude toward the sources went a general acceptance of evolutionary thought. Behind this stood the influence of the German historical school on the one hand and that of Darwinism on the other. One of the most important results of the new movement was the reform of the teaching of history in American universities [...] method and the establishment of what was called "the school of scientific history". [...] German historicism was never really integrated into American historical thought. It was only in the present century that the philosophical framework of nineteenth century German historiography began to be studied and appreciated in the United States. [S. 65] Again, this happened under a foreign influence, namely under that of the German refugee historians, many of whom had come from the school of Friedrich Meinecke. By the disciples of the American "scientific school" of the late nineteenth century Ranke was very highly praised, but his works were not widely read.1 To the study of European history in America, the rise of the "scientific school" did not bring immediate changes in outlook. The emphasis on the continuity of cultural heritage persisted, and the approach remained mainly chronological. To most students of the famous seminar at Johns Hopkins which, under the leadership of Herbert Baxter Adams, became the most important centre of the "scientific school", European history was of real interest only as long as it could be seen as a development preceding the Colonial period of North America. [...] Teutonism, now as a "scientific" thesis of historical continuity, was in full bloom. It flourished not only at Johns Hopkins, but also at Harvard, where the somewhat more critical Henry Adams had introduced the new methods of teaching and research, and at Columbia, where John William Burgess became one of its most outspoken advocates.

    [FN]

    1 Jurgen Herbst, The German Historical School in American Scholarship, Ithaca, New York,Jurgen Herbst, The German Historical School in American Scholarship, Ithaca, New York, Cornell University Press, 1965, pp. 99-128. Cf. George G. Iggers, "The Image of Ranke in American and German Historical Thought", History and Theory 2 (1962)), pp. 17-40.

    Anmerkungen

    Übernahme mit Fußnote

    Sichter


  • Mm/Fragment 078 22-47


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 78, Zeilen: 22-47
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 65+66+67, Zeilen: 27-28+7-10.13-36+1-3.12-15.19-20.22-24
    Darüber hinaus boten religiöse Motive als Bindeglied zwischen der Alten und Neuen Welt immer wieder Stoff zu neuen Forschungsvorhaben. John William Drapers „ History ofthe Intellectual Development ofEurope" ( 1863) und „ History ofthe Conflict between Religion and Science" ( 1874) wie Andrew Dickson Whites „ History ofthe Warfare of Science with Theology in Christendom " ( 1896) sind z. B. Zeugnisse intellektueller Konflikte im ausgehenden 19. Jahrhundert, des Kampfes zwischen Wissenschaft und Religion, der von beiden, ein wenig anachronistisch anmutenden Historikern in Antike und Mittelalter der Alten Welt rückprojiziert wurde.

    Draper, verspäteter Enzyklopädist des 18. Jahrhunderts, Anhänger der Evolutionstheorie und des Comteschen Positivismus, setzte sich zum Ziel, mit den Methoden und Werkzeugen der „ Scientific School" den Kontrast zwischen dem „ dark age of faith", das bis zum Ende des 15. Jahrhunderts andauerte und dem „ enlightened age of reason", das für ihn in der Renaissance begann und im modernen Amerika seinen Höhepunkt fand, darzustellen. 14 White, Historiker, Diplomat und erster Präsident der Cornell Universität, sah seine Aufgabe darin, seine Leser mit der europäischen Vergangenheit zu konfrontieren, um ihnen zu helfen „ to understand our own time and its problems in the light of history." 15 Beide Historiker versuchten auf etwas umständliche Art und Weise - Draper dabei wesentlich unkritischer als White - , die Notwendigkeit kulturellen Fortschritts zu unterstreichen. Doch die Verbindung von kritischer Geschichtsschreibung und Bewahrung traditioneller Ideale fand ihren Niederschlag erst in den Werken von Henry Charles Lea. Ähnlich wie seine Kollegen der „ Scientific School" befaßte sich Lea mit der Geschichte der abendländischen Institutionen, wobei er sich vor allem auf die europäische Kirchengeschichte spezialisierte. Zu seinen wichtigsten Werken, die ihm zu internationalem Renommee wie zur Präsidentschaft der American Histori[cal Association ( 1903) verhalfen, zählen seine beiden Werke „ History of the Inquisition in the Middle Ages" ( 1888) und „ History of the Inquisition in Spain" ( 1906 - 7).]

    [FN]

    14 Vgl. H. R. Guggisberg: The Uses of the European Past in American Historiography, a. a. O., S. 65 f.

    15 Autobiography of Andrew Dickson White, New York 1905, vol. l, p. 83.

    The emphasis on European-American continuity was still in many cases based on the religious motif.

    [S. 66] Both John William Draper and Andrew Dickson White projected an intellectual conflict of their own time into the Ancient and Medieval past of the Old World: the struggle between science and religion. [...] He was an evolutionist and a firm adherent of Comtean positivism. As the author of a History of the Intellectual Development of Europe (1863) and a concise History of the Conflict between Religion and Science (1874) he appears to the modern reader in the somewhat anachronistic role of a belated eighteenth century encyclopedist. His aim was to show the contrast between the dark "age of faith", which lasted to the end of the fifteenth century, and the enlightened "age of reason" which began with the Renaissance and found its fulfilment in modern America. White was less onesided in his historical views, but their general pattern was the same. This becomes obvious already in the title of his most significant historiographical achievement, the History of the Warfare of Science with Theology in Christendom (1896). White was a professional historian who later became a leading university reformer and eventually a diplomat. He wrote on European history out of his sense of what was needed in America. As he says in his Autobiography (1905), he desired to confront his readers with the European past to help them "understand our own time and its problems in the light of history".2 In his treatment of the sources he was more critical than Draper, but like his older contemporary he sought to demonstrate the fundamental necessity of a liberal attitude in religious matters in order to secure cultural progress. Behind this pragmatic aspiration stood the conflicts which accompanied the foundation of Cornell University as a non-sectarian institution. Here, White was directly involved : he was the first president of this new American university.

    [FN]

    2 Autobiography of Andrew Dickson White, New York, 1905, vol. 1, p. 83.


    [S. 67] The conjunction of growing historical criticism with the preservation of the thematic tradition found its most impressive demonstration in the works of Henry Charles Lea. [...] As a historian of institutions and more particularly of legal institutions he became a specialist on the history of ecclesiastical law. His greatest works were the History of the Inquisition in the Middle Ages (1888) and the History of the Inquistition in Spain (1906-7). [...] Unlike most of his professional contemporaries of the "scientific school", [...] he became one of the great masters of historical criticism and rose to international renown as well as to the presidency of the American Historical Association (1903).

    Anmerkungen

    auch hier eine Bauernopfer-Fußnote (14) auf einen im Vergleich zum Umfang der Übernahme unbedeutenden Teil des Plagiats aus Guggisberg. Die FN 15 wurde wieder aus Guggisberg übernommen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 079 01-20


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 79, Zeilen: 1-20
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 67+68, Zeilen: 4-9.13-18.29-36+3-8.17-20.102-110
    [Zu seinen wichtigsten Werken, die ihm zu internationalem Renommee wie zur Präsidentschaft der American Histori]cal Association ( 1903) verhalfen, zählen seine beiden Werke „ History of the Inquisition in the Middle Ages" ( 1888) und „ History of the Inquisition in Spain" ( 1906 - 7).

    Im Gegensatz zu vielen seiner zeitgenössischen Kollegen jedoch verstand er seine Aufgabe als Historiker in der kritischen Wiedergabe von Fakten, die, wie er glaubte, für sich sprachen, und nicht in der Zelebrierung einer kulturgeschichtlichen europäisch - amerikanischen Einheit.

    Besonders beschäftigten Lea die geistig - destruktiven Kräfte bestimmter mittelalterlicher religiöser Strömungen , die sich schließlich der Institution Kirche bemächtigten und zum Hindernis jeglichen menschlichen Fortschritts wurden.

    „ Human progress" bedeutete für den Mittelalter - Experten Lea „ liberty of conscience, tolerance and democracy ". Und gerade in der Bewahrung dieser Ideale sah er die ehrenvolle Aufgabe der amerikanischen Nation verankert, um europäischen Mißverhältnissen in den USA einen Riegel vorzuschieben. 16

    Wenngleich sich unter Lea' s Zeitgenossen auch andere Historiker mit europäischer Kirchengeschichte befaßten, speziell mit den vielfältigen Ausformungen der Reformation, der Diaspora protestantischer Bewegungen oder mit geistlichen Prosopographien - zu nennen wären Henry M. Bairds „ History ofthe Rise ofthe Huguenots of France" ( 1879), Samuel M. Jacksons „ Huldreich Zwingli" ( 1900) und Williston Walkers „ John Calvin, the Organizer of Reformed Protestantism, 1509 - 1564" ( 1906) - , 17 so erreichten sie doch nicht das wissenschaftshistorische Niveau von Lea' s Werken.

    [FN]

    16 Vgl. Guggisberg, op. cit., S. 67.

    17 Zum Thema der Reformation sind heute noch vor allem die amerikanischen Zeitschriften Church History, The Mennonite Quarterly Review und das deutsch - amerikanische Archiv für Reformationsgeschichte auf dem letzten Forschungsstand.

    like his "scientific" colleagues he developed institutional history as the most reliable basis for the study of any period. In addition to this he refrained from making particular moral judgements, because he believed that the historian should insist on the priority of the facts and let the facts alone "teach their appropriate lesson".

    [...] His greatest works were the History of the Inquisition in the Middle Ages (1888) and the History of the Inquistition in Spain (1906-7). In a number of auxiliary studies which appeared before, between, or after the two magna opera, Lea investigated such themes of ecclesiastical law as auricular confession, indulgences, sacerdotal celibacy, and the persecution of witchcraft. [...] Basically, Lea was not concerned with the cultural unity and uniqueness of the Middle Ages but with the spirit that stood behind the institutions of the Church and caused these institutions to become obstacles to the development of "human progress".

    "Human progress", to him, was liberty of conscience, tolerance and democracy. Like most of his educated fellow- Americans, Lea believed that the preservation of these ideals was the sacred task of his nation.

    [S.68] Among Lea's contemporaries there were several historians who also addressed themselves to the study of European Church History. Most of them wrote on the Reformation and on the history of particular Protestant movements. Although their writings were generally less comprehensive in scope and more specialized in the treatment of their subjects, [...] That this happened is convincingly shown in Henry Baird's volumes on the history of French Protestantism, in Samuel Macauley Jackson's biography of Zwingli and in Williston Walker's book on Calvin. 2

    [FN]

    2 Henry M. Baird, History of the Rise of the Huguenots of France (1879), Huguenots and Henry of Navarre (1886), Huguenots and the Revocation of the Edict of Nantes (1895) ; Samuel M. Jackson, Huldreich Zwingli (1900); Williston Walker, John Calvin, The Organizer of Reformed Protestantism , 1509-1564 (1906).

    3 Cf. the works of Roland H. Bainton, Earl Morse Wilbur, Harold Bender, George H. Williams and many others. The significance of the present American contribution to Reformation research is easily recognized in such periodicals as Church History, The Mennonite Quarterly Review, and the German- American Archiv fur Reformationsgeschichte.

    Anmerkungen

    Erneut eine im der Satzabfolge leicht umgestellte und gekürzte Übernahme mit Fußnoten, wobei eine davon in den Fließtext übernommen wird. Sozusagen im Austausch wird eine Bauernopfer-Fußnote (16) auf einen Abschnitt der Quelle eingefügt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 079 21-43


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 79, Zeilen: 21-43
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 69+70, Zeilen: 3.5.6-8.15-18.25-34.101-103+12-20.23-33
    Um die Jahrhundertwende schlug die amerikanische Europa - Historiographie eine neue Richtung ein, die sich in der Imperial School etablierte und sich zunächst in der berühmten Trilogie des Admirals Alfred R. Mahan über den „ Einfluß der Seemacht in der Geschichte" (dt. 1896) widerspiegelte. 18 Augenfällig neu war freilich der Wechsel in der Thematik: Zum ersten Mal im 19. Jahrhundert widmete sich ein amerikanischer Autor einem bisher unerforschten Gebiet der europäischen Vergangenheit und verließ damit die traditionell belegten Felder der europäischen Historiographie wie Institutions - , Erbauungs - oder Kirchengeschichte . Sein Hauptmotiv war die Macht als bewegende Kraft der Geschichte. Und diese Macht sah Mahan von Amerika und Europa gleich verkörpert. Beide Kontinente waren zu einer ideologisch - politischen Einheit, zu gleichberechtigten Partnern einer transatlantischen Schicksalsgemeinschaft verschmolzen und gleichzeitig als weltweit dominierender Machtfaktor zu einer geschichtsbewegenden Kraft avanciert. Es ist vielleicht kein Zufall, daß zum Zeitpunkt des imperialen Ausgreifens der USA auch das historische Interesse an der sogenannten anglo - amerikanischen „ imperial tradition" wuchs und in den Schriften der Colonial Historians - Charles M. Andrews, Herbert Lewi Osgood und George Louis Beer - zum Ausdruck kam. Fast parallel zur „ Imperial School" bildete sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Kreis junger Wissenschaftler um den Columbia - Historiker James Harvey Robinson („ The New History", 1912), dem u. a. Charles A. Beard, Carl Lotus Becker, James T. Shotwell, Carlton Hayes und Lynn Thorndike zeitweise angehörten .

    [FN]

    18 A. T. Mahan: The Influence of Sea Power upon History, 1660 - 1783 ( 1890); The Influence of Sea Power upon the French Revolution and Empire, 1793 - 1812 ( 1893); Sea Power in its Relation to the War of 1812( 1905).

    It was only in the last decade of the century that the first intimation of a fundamental reorientation came into the light.

    [...] In several respects, Alfred T. Mahan's famous trilogy on the influence of sea power upon history appears to the modern reader as a traditional nineteenth century product.1 [...] The new element was first of all the subject. For the first time in the nineteenth century, an American author dealt with the European past outside the traditional fields of legal, institutional, moral or ecclesiastical history. [...] But behind his narrative lay an expanded concept of the American — European community. It was no longer only a community of continuing traditions but a community of simultaneous destinies on both sides of the Atlantic Ocean. Mahan was the first American scholar of European history who saw the Old World and his own nation as equal partners in a specific development of political involvement. With this he became the harbinger of a new American outlook on the European past — of an outlook which was eventually to be dominated by the idea of the unity of fate.

    [FN]

    1 The Influence of Sea Power upon History, 1660-1783 (1890); The Influence of Sea Power upon the French Revolution and Empire, 1793-1812 (1893); Sea Power in Its Relation to the War of 1812 (1905).


    [S. 70] Some "scientific historians", while specializing in the American Colonial period, became increasingly interested in the immediate background of British history and established the so-called "imperial tradition". We think of Charles M. Andrews and Herbert Levi Osgood, but quite particularly of George Louis Beer, who became the greatest American authority on the British Colonial System (1908-12).

    More influential than the impulses of the "scientific school", however, were those of the group of younger scholars who gathered around James Harvey Robinson at Columbia and adhered to the ideas he had laid down in his book on The New History (1912). [...] Among these scholars there were several experts in European history. [...] Charles A. Beard not only collaborated on several textbooks [...] Carl Becker had not yet published the works that were to make him well known [...] Among Robinson's first disciples, James T. Shotwell, Carlton Hayes and Lynn Thorndike were to become prominent in different areas of European history. 1

    Anmerkungen

    Wieder wird der geraffte Text mit Fußnote übernommen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 080 01-06


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 80, Zeilen: 01-06
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 70+71+76, Zeilen: 35-37+1-5.102+101-103
    19 Tatsächlich leiteten die Prämissen der New History einen neuen Abschnitt in der amerikanischen Geschichtsdeutung ein: „ History is a continuous process; its chief goal is to learn from the past in order to contribute not only to the understanding but to the improvement of the present. The historian must encompass all the varied interests and activities of man; he must try to understand conditions and institutions, and not simply reproduce the facts." 20

    [FN]

    19 Vgl. Charles Homer Haskins: European History and American Scholarship, American Historical Review, vol. 28, January 1923, S. 215 ff. ; Chester P. Higby: The Present Status of Modern European History in the United States, Journal of Modern History, vol. 1, March 1929, S. 3 - 8; Daniel Boorstin: America and the Image of Europe, New York 1960.

    20 L. Krieger: European History in America, a. a. O., S. 260 f.

    When looking upon the Old World, the New Historians emphasized the following principles with particular insistence: history is a continuous process; its chief goal is to learn from the past in order to contribute not only to the understanding but to the improvement of the present. The historian must encompass all the varied interests and activities of man ; he must try to understand conditions and institutions and not simply reproduce the facts.

    [Seite 71]

    [FN]

    2 Daniel Boorstin, America and the Image of Europe, New York, 1960, pp. 23ff.

    [Seite 76]

    [FN]

    1 Charles Homer Haskins, "European History and American Scholarship", p. 215. Cf. Chester P. Higby, "The Present Status of Modern European History in the United States", Journal of Modern History 1 (March 1929), pp. 3-8. Daniel Boorstin, America and the Image of Europe, New York, 1960, pp. 23ff.

    Anmerkungen

    zu FN 19: die FN ist eine Kompilation aus Guggisbergs Referenz für seinen Abschlußsatz auf S. 76 und einer FN aus S. 71. Warum diese FN hier steht, erschließt sich sachlich nicht. Technisch kann es ein Übertragungsfehler sein, die FN sind in der Diss an dieser Stelle durcheinander. zu FN 20: Guggisberg gibt an dieser Stelle Krieger, S. 263 paraphrasiert wieder:[7]. In der Dissertation zwar richtig bei Krieger, jedoch mit der falschen Seite referenziert, wird das wörtliche Zitat allerdings aus Guggisberg entnommen, ohne ihn zu erwähnen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 080 07-24


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    78.51.103.12, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 80, Zeilen: 7-24
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 71+72, Zeilen: 8-13.17-19.26-28.101+2-8.17-21.101-110
    Fortan sollte der amerikanische Europa - Experte ein Bewußtsein für die „ common contemporary connexions and destinies" entwickeln, die schließlich durch die Erfahrungen des 1. Weltkriegs fast vorgezeichnet waren. Zwischen 1917 und 1930 entstanden dann auch die meisten Bücher zur atlantischen Außenpolitik und Diplomatie, die die anwachsende globale Rolle der USA in der Weltgeschichte unter Beweis stellten. 21 In diesem Zusammenhang kann freilich die Kontroverse zwischen der revisionistischen und anti - revisionistischen Interpretation über die Ursprünge des 1. Weltkriegs und die amerikanische Intervention nicht unerwähnt bleiben. Der prominenteste Vertreter der Revisionisten, Harry Elmer Barnes, fand vor allem bei den Deutschen beträchtliche Zustimmung. 22

    Neben der großen Forschungsexpansion in der amerikanischen Europa - Historiographie auf den Gebieten der modernen Diplomatie - , Wirtschafts - und Sozialgeschichte , sowie in der Auseinandersetzung mit der Problematik des Nationalismus und Imperialismus, blieb das Interesse am Studium mittelalterlicher Geschichte in den 20 er Jahren nicht nur konstant, sondern erreichte sogar mit Werken wie „ Medieval Mind" ( 1911) von Henry Osborn Taylor, „ Renaissance of the Twelfth Century" ( 1927) von Charles Homer Haskins oder mit Henry Adams' „ Mont - Saint - Michel und Chartres" ( 1913) seinen Höhepunkt. 23

    [FN]

    21 Vgl. L. Krieger, op. cit., S. 263, 269 ff.

    22 Siehe hier: Günther Moltmann: Revisionist Historiography in the United States and its Importance for German - American Relations in the Weimar Period, in: Deutschland und die USA 1918 - 1933 (Schriftenreihe des internationalen Schulbuchinstituts, Bd. 13), Braunschweig 1968; Warren J. Cohen: The American Revisionists: The Lessons of Intervention in World War I, Chicago 1967.

    23 Als Zeugnis dieser Entwicklung sei die Gründung der Medieval Academy of America (1925) genannt, die seit 1926 die Zeitschrift Speculum herausgibt. Drei Jahre später, 1929, erschien dann erstmalig das Journal of Modern History für die neuzeitliche Geschichte Europas.

    This interest was firmly based on the consciousness of common contemporary connexions and common destinies. It was therefore only natural that the New Historians desired to expand the thematic horizon : they called for more intensive study also of modern European history. The experience of World War I did much to fulfil this wish.

    [...] From 1917 to the crisis of the 1930s the emphasis was primarily on the history of external relations. Thereafter one can observe a growing interest also in domestic problems of European countries. [...] It confirmed their conviction that the study of diplomatic history was of particular importance also for the determination of America's role in the history of the world.1

    [FN]

    1 Ibid. pp. 263, 269 ff.


    [S. 72]

    It was in this field also that a great national controversy erupted: the conflict between the revisionist and anti-revisionist interpretations of the origins of the war and of American intervention. This conflict was observed with particular interest in Germany, and the most prominent exponent of revisionism, Harry Elmer Barnes, could for a time enjoy the admiring appreciation of a considerable German audience. [...] 1

    Besides this great expansion of American interest in modern European history, the study of the Middle Ages and of the early modern period had by no means died out. On the contrary: American medievalism reached the high level of its quality which has remained traditional down to our day, [...]

    [FN]

    1 Warren J. Cohen, The American Revisionists: The Lessons of Intervention in World War I, Chicago, 1967. Günter Moltmann, "Revisionist Historiography in the United States and its Importance for German-American Relations in the Weimar Period", Deutschland und ie USA 1918-1933 (Schriftenreihe des internationalen Schulbuch- instituts, Bd. 13, Braunschweig, 1968).

    2 The visible symbol of this impressive development was the foundation, in 1925, of the "Mediaeval Academy of America". Since 1926 this organization of scholars published the journal Speculum. It was to be the counterpart of the Journal of Modern History which was founded three years later as the professional periodical for European history since the Middle Ages.

    Anmerkungen

    Übernahme mit Fußnoten.

    Sichter


  • Mm/Fragment 080 24-39


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    78.51.103.12, Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 80, Zeilen: 24-39
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 73+74+75+76, Zeilen: 3-8.11-22.32.101-106.110.111+1-6+18-20+1-2
    Von ganz wesentlicher Bedeutung für die Geschichtsforschung des Mittelalters war der Beitrag der beiden Amerikaner George Sarton und Lynn Thorndike, die das Burckhardtsche Renaissance - Konzept angriffen und als treue Anhänger der Idee eines linearen wissenschaftlichen Fortschritts in der Renaissance nicht ein Wiedererwachen der intellektuellen Kräfte der Menschheit sahen, sondern eine Ruhephase zwischen Mittelalter und Aufklärung, ja sogar ein Moment der Regression. 24 Daß diese Thesen eine Revolte in der Historiker - Gilde der Alten wie Neuen Welt hervorriefen , versteht sich von selbst; denn nach wie vor führten die meisten amerikanischen Mediävalisten die Argumente einer europäisch - amerikanischen „ cultural unity" auf, und sprachen immer wieder mit Stolz von dem gemeinsamen intellektuellen Erbe des Abendlandes, das nicht nur den Europäern allein gehören würde, wie es 1923 Charles Homer Haskins auf den Punkt brachte: „ Whether we look at Europe genetically as the source of our civilization, or pragmatically as a large part of the world in which we live, we cannot ignore the vital connections between Europe and America, their histories are ultimately but one." 25

    [FN]

    24 Siehe: G. Sarton: Introduction to the History of Science, Baltimore 1927 - 1948. 3 vols./ 5 parts; G. Sarton: Science in the Renaissance, in: J. W. Thompson/ G. Rowley/ F. Schevill/ G. Sarton: The Civilization of the Renaissance, Chicago 1929, S. 79; L. Thorndike: A History of Magic and Experimental Science, New York 1923 - 1958, 8 vols. Siehe ferner hierzu: Wallace K. Ferguson: The Renaissance in Historical Thought: Five Centuries of Interpretation, Boston/ New York 1948; H. R. Guggisberg: Jacob Burckhardt und Amerika, Jahrbuch für Amerikastudien, vol. 13, 1968, S. 53 - 68.

    25 Ch. H. Haskins: European History and American Scholarship, a. a. O., S. 215.

    A number of these works have become classics in their field on both sides of the Atlantic Ocean, eg Henry Osborn Taylor's Medieval Mind (1911) or Charles Homer Haskins's Renaissance of the Twelfth Century (1927), not to speak of that unique and truly "unclassifiable" masterpiece of the old Henry Adams, Mont- Saint-Michel and Chartres (1913).

    [...] Of particular importance was the American contribution to the history of medieval science, notably in the weighty volumes of George Sarton and Lynn Thorndike. Out of these works came a remarkably severe attack upon the Burckhardtian concept of the Renaissance. In their emphasis on the continuous and unbroken expansion of man's knowledge of nature, these American historians saw the Renaissance not as a new revival of intellectual forces but rather as a period of rest between the Middle Ages and the Enlightenment, or even as a period of regression.1 This "revolt of the medievalists" against the established pattern of historical periodization was parallelled by similar attempts at re-orientation in Europe, [...]

    Indeed, we observe American medievalists again and again

    [FN]

    1 George Sarton, Introduction to the History of Science, 3 vols, in 5 parts, Baltimore, 1927-1948; Lynn Thorndike, A History of Magic and Experimental Science, 8 vols. New York, 1923-1958. ee especially Sarton's essay on "Science in the Renaissance", in JW Thompson, G. Rowley, F. Schevill, G. Sarton, The Civilisation of the Renaissance, Chicago, 1929, p. 79. Hans R. Guggisberg, "Jacob Burckhardt und Amerika", Jahrbuch für Amerikastudien 13 (1968),pp. 53-68.

    4 Charles Homer Haskins, "European History and American Scholarship", American Historical Review 28, January 1923, p. 226.

    [S. 74]

    emphasizing the cultural unity of the Middle Ages in contrast to the diversity of the modem world. And in addition to this we find that the American medievalists of the 1920s and early 1930s were proudly conscious of the fact that the intellectual heritage of the Middle Ages belonged to them just as much as it belonged to the Europeans who seemed culturally closer to it.

    [S. 75]

    [...] agree with what Charles H. Haskins has already said in 1923: "Whether we look at Europe genetically as the source of our civilization, or pragmatically as a large part of the world

    [S. 76]

    in which we live, we cannot ignore the vital connections between Europe and America, their histories ultimately but one." 1

    Anmerkungen

    Übernahme mit Fußnoten; bei FN 25 wurde nicht aufgepasst beim Kopieren. Die Referenz lautet wie bei der übernommenen FN 19 auf Haskins S.215, sollte aber S.226 sein. In der Quelle ist dies richtig angegeben.

    Sichter


  • Mm/Fragment 080 40-45


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 80, Zeilen: 40-45
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 74, Zeilen: 07-15
    Während der Zwischenkriegsjahre, besonders während der Hitlerzeit, erfuhr die amerikanische Europa - Historiographie aufgrund der Emigration vorwiegend jüdisch - europäischer Wissenschaftler in die USA neuen Auftrieb. 26 Insbesondere die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus und dem 2. Weltkrieg stärkten aufs Neue die atlantische Perzeption der Amerikaner, die die westliche Schicksalsgemeinschaft nicht mehr allein als eine historisch gewachsene Geschichts - Konfigu[ration, sondern als aktuell gebotenen Zusammenschluß der Freien Welt vis ä vis dem Totalitarismusphänomen erlebten.]

    [FN]

    26 Vgl. Rudolph J. Vecoli: European Americans: From Immigrants to Ethnics, in: William H.Cartwright/ Richard L. Watson (eds.): The Reinterpretation of American History and Culture, Washington, D. C., 1973, S. 81 - 112; Donald Fleming/ Bernard Bailyn (ed.); The Intellectual Migration,Europe and America, 1930 - 1960, Cambridge, Mass., 1969; Gerald Stourzh: Die deutschsprachige Emigration in den Vereinigten Staaten: Geschichtswissenschaft und politische Wissenschaft, Jahrbuchfür Amerikastudien, vol. 10, 1965, S. 59 - 77, 232 - 266, vol. 11, S. 260 - 317; Franz L. Neumann: The Social Sciences, in: F. L. Neumann et al.: The Cultural Migration: The European Scholar in America,Philadelphia 1953, S. 4 - 26.

    If the American historian who, in the years between the two world wars, devoted himself to the study of modern Europe, emphasized the American-European unity of fate, his colleague in the medieval field quite naturally tended to stress the conception of the unity of heritage. [...] The American contribution to European history has continued to receive fruitful impulses, first of all from the refugee scholars who came to the United States as victims of National Socialist persecution, and then again from the experience of the Second World War.

    [S. 75]

    [FN]

    1 On the influence exerted by refugee scholars, notably from Germany and Austria cf. Gerald Stourzh, "Die deutschsprachige Emigration in den Vereinigten Staaten: Geschichtswissenschaft und politische Wissenschaft", Jahrbuch für Amerikastudien 10 (1965), pp. 59-77, 232-66; 11 (1966), pp. 260-317. Cf. also Leonard Krieger and Fritz Stern, "Editors' Introduction", The Responsibility of Power, Historical Essays in Honor of Hajo Holborn, Garden City, NY, 1967; Franz L. Neumann, "The Social Sciences", in Neumann et al., The Cultural Migration: The European Scholar in America, Philadelphia, 1953, pp. 4-26; Donald Fleming & Bernard Baylin (eds.), The Intellectual Migration, Europe and America, 1930-1960 Cambridge, Mass., 1969.

    Anmerkungen

    willkürliche Durchmischung 2er Fußnoten

    Sichter


  • Mm/Fragment 081 02-09


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 81, Zeilen: 2-9
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 74+75, Zeilen: 15-19.22-24
    Wie sehr die emigrierten Wissenschaftlerdie Entwicklung der amerikanischen Europa - Forschung beeinflußt haben, istfreilich schwer zu beantworten. Sicherlich aber haben die amerikanischen Vertreterder Atlantic History - Carl Becker, Louis Gottschalk oder Crane Brinton - wieauch ihre europäischen Vertreter - Fritz Stern, Gordon A. Craig, Hajo Holborn oder Henry Kissinger - mit ihren zahlreichen Büchern und Artikeln dazu beigetragen, den transatlantischen politischen wie intellektuellen Kosmos engerzusammenzuführen. 27

    [FN]

    27 Siehe hierzu allg. L. Krieger: European History in America, a. a. O., S. 288 ff. Siehe ferner dieFestschrift zu Ehren des deutschstämmigen Yale - Professors für Deutsche Geschichte, Hajo Holborn,der 1966 zum Präsidenten der American Historical Association gewählt wurde: L. Krieger/ F. Stern:„ Editors' Introduction", The Responsibility of Power: Historical Essays in Honor of Hajo Holborn,Garden City, N. Y., 1967. [...]

    As a consequence of all this, the American awareness of the community of destinies within the Western or Atlantic world has become more and more distinct.1 It stands behind the works of such scholars of "Atlantic history", as Preserved Smith, Carl Becker, Louis Gottschalk and Crane Brinton.

    [...] The extent of the refugee scholars' influence upon the development of the study of European history in the United States is still very difficult to characterize and to evaluate.

    [FN]

    1 Krieger, loc. cit. pp. 288 ff.


    [S. 75]

    It became impressively manifest when, in December 1966, Hajo Holborn, the great German-born teacher of the history of Germany at Yale, was elected president of the American Historical Association.1

    [FN]

    1 On the influence exerted by refugee scholars, notably from Germany and Austria cf. Gerald Stourzh, "Die deutschsprachige Emigration in den Vereinigten Staaten: Geschichtswissenschaft und politische Wissenschaft", Jahrbuch für Amerikastudien 10 (1965), pp. 59-77, 232-66; 11 (1966), pp. 260-317. Cf. also Leonard Krieger and Fritz Stern, "Editors' Introduction", The Responsibility of Power, Historical Essays in Honor of Hajo Holborn, Garden City, NY, 1967; Franz L. Neumann, "The Social Sciences", in Neumann et al., The Cultural Migration: The European Scholar in America, Philadelphia, 1953, pp. 4-26; Donald Fleming & Bernard Baylin (eds.), The Intellectual Migration, Europe and America, 1930-1960 Cambridge, Mass., 1969.

    Anmerkungen

    wirre Mischung von Fließtext und Fußnote

    Sichter


  • Mm/Fragment 081 12-15


    Typus
    ÜbersetzungsPlagiat
    Bearbeiter
    Plaqueiator, Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 81, Zeilen: 12-15
    Quelle: Guggisberg 1971
    Seite(n): 75, Zeilen: 5-7
    Freilich hatten die aus dem 2. Weltkrieg hervorgegangenen politischen Machtkonstellationen und historischen Umwandlungsprozesseden amerikanischen Geschichtswissenschaftlern neue Forschungshorizonte und Perspektiven auch in der asiatischen und afrikanischen Welt eröffnet. World War II expanded the horizon of American historians also beyond the geographical border lines of Europe. It has opened to them new vistas in the Asian and African world.
    Anmerkungen
    Sichter


  • Mm/Fragment 081 33-34.37-38


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 81, Zeilen: 33-34, 37-38
    Quelle: Bracher 1981
    Seite(n): 221, Zeilen: 14-19
    Die besondere Bedeutung des Calvinismus in seiner amerikanischen Ausprägung als Puritanismus lag, wie sich zeigen wird, darin, daß er [...] schließlich zum Träger einer heilsbegründeten Überzeugung von providentieller Fortschrittsmission der neuen Welt Amerikas wurde. [...] [FN 29]

    [FN 29: Siehe hier: Alan Heimert/Andrew Delbanco (eds.): The Puritans in America, Cambridge, Mass., 1985; K. D. Bracher: Geschichte und Gewalt, Berlin 1981, S. 221; Knud Krakau: Missionsbewußtsein und Völkerrechtsdoktrin in den Vereinigten Staaten von America, Frankfurt/M./Berlin 1967, S. 30; Perry Miller/Thomas H. Johnson (eds.): The Puritans, New York 1938/1963; Edmund S. Morgan: The Puritan Family, New York 1966.]

    Im Protestantismus wurde neben der eher geschichtspessimistischen Tradition des Luthertums der Kalvinismus in seiner englischen und besonders in seiner amerikanischen Ausprägung zum Träger der Überzeugung von der heilsbegründeten, providentiellen Fortschrittsmission der Neuen Welt Amerikas.
    Anmerkungen

    Fußnote mit Hinweis (u.a.) auf die Quelle erfolgt erst am Ende des Absatzes sechs Zeilen später

    Sichter


  • Mm/Fragment 081 38-43


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 81, Zeilen: 38-43
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 30-31, Zeilen: S.30,14-17; S.31,25-26
    Was die ersten puritanischen Siedler nach New England zog, war das geistig-moralische Ziel religiöser Freiheit, der Glaube, sie seien die Auserwählten Gottes, diese historische Mission zu übernehmen; was sie zu seiner Realisierung in der praktischen Welt schufen, war anfangs die politisch-autoritäre Theokratie von Massachusetts.[FN 29]

    [FN 29: Siehe hier: Alan Heimert/Andrew Delbanco (eds.): The Puritans in America, Cambridge, Mass., 1985; K. D. Bracher: Geschichte und Gewalt, Berlin 1981, S. 221; Knud Krakau: Missionsbewußtsein und Völkerrechtsdoktrin in den Vereinigten Staaten von America, Frankfurt/M./Berlin 1967, S. 30; Perry Miller/Thomas H. Johnson (eds.): The Puritans, New York 1938/1963; Edmund S. Morgan: The Puritan Family, New York 1966.]

    Was die ersten puritanischen Siedler nach Amerika zog, war ein geistig-religiöses Ziel; was sie zu seiner Realisierung in der praktischen Welt schufen, war eine neue politische Wirklichkeit.

    [...]

    Das führte zur Theokratie von Massachusetts[FN 7].

    [FN 7: Vgl. P. Miller, New England Mind, S. 119 ff.]

    Anmerkungen

    Die Herkunft ist unverkennbar. Siehe auch das nächste Fragment.

    Sichter


  • Mm/Fragment 082 01-11


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Klicken, Drhchc, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 82, Zeilen: 01-11
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 31, Zeilen: 13-25
    Bereits während der Überfahrt im Jahre 1620 ins „gelobte Land" formulierte John Winthrop, der spätere Gouverneur der Massachusetts Bay Colony, die puritanische Ideologie eines religiös-politischen Gemeinwesens:

    „The work we have in hand, it is by a mutuall consent through a special overruleing providence... to seeke out a place of Cohabitation and Consorteshipp under a due forme of Government both civill and ecclesiasticall."[FN 30]

    Doch war das Politische zunächst dem religiösen Ziel

    „... to improve our lives to do more service to the Lord... that ourselves and posterity may be the better preserved from the common corruptions of this evil world to serve the Lord and work out our Salvation under the power and purity of his holy ordinances",[FN 31]

    untergeordnet.

    [FN 30: „A Modell of Christian Charity", zit. nach Perry Miller: Errand into the Wilderness, Cambridge, Mass., 1956, S. 5.]

    [FN 31: John Winthrop, op. cit., zit. nach Oscar Handlin (ed.): American Principles and Issues: The National Purpose, New York 1961, S. 33.]

    Schon während der Seereise im Jahre 1630 nach Neu-England schrieb John Winthrop (1588-1649), späterer Gouverneur der Massachusetts Bay Colony: „The work we have in hand, it is by a mutuall consent through a special overruleing providence ... to seeke out a place of Cohabitation and Consorteshipp under a due forme of Government both civill and ecclesiasticall"[FN 5].

    Aber die neu-englischen Puritaner sahen doch zunächst den Sinn ihres „errand into the wilderniss" in der Verwirklichung und Vervollkommnung ihres Glaubens. Ausgehend von der unbedingten menschlichen Sündhaftigkeit war es das Ziel „ ... to improve our lives to do more service to the Lord ... that ourselves and posterity may be the better preserved from the common corruptions of this evil world to serve the Lord and, work out our Salvation under the power and purity of his holy ordinances"[FN 6].

    Diesem religiösen Ziel war zunächst das Politische untergeordnet.

    [FN 5: A Modell of Christian Charity, in: P. Miller, Errand, S. 5;[...]]

    [FN 6: J. Winthrop, Modell, zit. bei Handlin, Principles, S. 33, auch bei P. Miller, Errand, S. 5-6;[...]]

    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Klicken


  • Mm/Fragment 082 11-29


    Typus
    VerschärftesBauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator, KayH
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 82, Zeilen: 11-29
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 318-319, Zeilen: S.318,7-23.28-32 - S.319,1
    Schließlich hatten diese glühenden Calvinisten England fluchtartig verlassen, der Alten Welt und ihrer monarchisch-feudalen Gesellschaftsstruktur bewußt den Rücken gekehrt, um in Amerika, dem Neuen Jerusalem der Menschheit, die Verwirklichung eines christlichen Gemeinwesens (im Bund mit Gott: covenant), das von Gottes Heilsplan im alttestamentarischen Sinne, von Gottes Führung und Vorsehung im Sinne des auserwählten Volkes getragen werden sollte, zu erleben. Freilich war ihre englische Herkunft im neugegründeten New England unübersehbar: Ihr Selbstbewußtsein entsprach dem englisch-protestantischen Sendungsbewußtsein des größten damaligen Dichters, John Miltons: „Let not England forget her precedence in teaching nations how to live."[FN 32] Vor allem war es dieser praktische und zugleich moralische Grundton, der das angelsächsische Nationalbewußtsein von anderen nationalen Ausprägungen der Sendungsidee unterschied und dadurch viel früher als das kontinentale Europa mit dem Ideenkreis demokratischer, parlamentarischer, konstitutioneller Politik- und Gesellschaftstheorien konfrontiert wurde.[FN 33] Vor diesem Hintergrund ist das calvinistische Ethos der Puritaner zu verstehen, wenngleich die ersten Belege amerikanischen Eigenbewußtseins nicht von Demokratie und politischer Freiheit, sondern von harten Lebensumständen und gottgewollten Missionsaufgaben zeugten, [...]

    [FN 32: Vgl. K. D. Bracher: Demokratie als Sendung: Das amerikanische Beispiel, in: Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur, Bern/München/Wien 1964, S. 318 (Miltons Zitat ebenfalls S. 318). Siehe ferner Ralph Barton Perry: Amerikanische Ideale, Bd. 1, Nürnberg 1947, S. 87 ff. (engl. New York 1944); Charles L. Sanford: The Quest for Paradise: Europe and the American Moral Imagination, Urbana, 111., 1961.]

    [FN 33: Vgl. K. D. Bracher, op. cit.. Vgl. auch Ralph Henry Gabriel: The Course of American Democratic Thought, New York 1940/1956, S. 30 ff.]

    [...][FN 5]

    Sie waren in der Mehrzahl Flüchtlinge, Engländer und glühende Protestanten. Sie kehrten bewußt der Alten Welt und ihrer monarchisch-feudalen Gesellschaftsstruktur den Rücken und träumten von der Verwirklichung eines christlichen Gemeinwesens, das von Gottes Heilsplan und Providenz im alttestamentarischen Sinne, von Gottes Führung und Vorsehung im Sinne des auserwählten Volkes getragen werde. Aber sie waren zugleich Engländer, ihr neues Land war Neu-England, und ihr Selbstbewußtsein entsprach dem englisch-protestantischen Sendungsbewußtsein des größten zeitgenössischen Dichters, John Miltons: »Let not England forget her precedence in teaching nations how to live.« Es war dieser praktische und zugleich moralische Grundton, der das angelsächsische Nationalbewußtsein von anderen nationalen Ausprägungen der Sendungsidee unterschied: England war dadurch früher als das kontinentale Europa in die Gedankenwelt demokratischer, parlamentarischer, konstitutioneller Politik- und Gesellschaftstheorien hineingezogen worden.[...]

    Aber stärker und bestimmender noch war das religiöse Selbstbewußtsein, das die verfolgten und verdrängten Puritaner in diese neue Umgebung mitbrachten. Nicht von Demokratie und politischer Freiheit, sondern von der gottgewollten Missionsaufgabe kündeten die ersten Zeugnisse amerikanischen Eigenbewußtseins im Neu-England des 17. Jahrhunderts.

    [FN 5: Ralph Barton Perry, Puritanism and Democracy, New York 1944;[...]]

    Anmerkungen

    die Fußnoten verschleiern die wörtlichen Übernahmen aus Bracher.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 083 05-08


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 83, Zeilen: 5-8
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 32, Zeilen: 18-22
    Eindeutig stand das religiöse Moment zu Beginn der neuenglischen Existenzbegründung im Vordergrund und stellte die Puritaner in den größeren Zusammenhang von Gottes Heilsplan zur Erneuerung der Kirche und schließlich der Menschheit.[FN 36]

    [FN 36: Vgl. S. E. Morison: The Oxford History of the American People, a.a.O., S. 102; Herbert Wallace Schneider: The Puritan Mind, Ann Arbor, Mich., 1958, S. 33 ff.]

    Wenn auch das religiöse Moment zunächst im Vordergrund stand, so transzendierte der eigentliche Lebenssinn der kleinen Gemeinde in Neu-England von vornherein diesen begrenzten Bereich und stellte die Puritaner in den größeren Zusammenhang von Gottes Heilsplan, zur Erneuerung der Kirche und schließlich der Menschheit.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 083 11-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 83, Zeilen: 11-14
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 33, Zeilen: 1-4
    [...] die Pflicht, anderen Menschen und Nationen Beispiel zu sein, entsprach der Überzeugung, daß man selbst von Gott über andere erhöht war - „For wee must Consider that wee shall be as a Citty upon a Hill, the eies of all people are upon us."[FN 38]

    [FN 38: J. Winthrop: A Modell of Christian Charity, zit. nach P. Miller: Errand into the Wilderness, a.a.O., S. 11. Siehe ferner hierzu: E. S. Morgan: The Puritan Dilemma: The Story of John Winthrop, Boston 1958.]

    Die Pflicht, anderen Menschen und Völkern Beispiel zu sein und zu verkünden, ist die natürliche Folge der Überzeugung, daß man selbst von Gott über andere erhöht war — „For wee must Consider that wee shall be as a Citty upon a Hill, the eies of all people are uppon us"[FN 17].

    [FN 17: J. Winthrop, A Modell of Christian Charity, zit. bei P. Miller, Errand, S. 11.[...]]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 083 15-21.24-31


    Typus
    VerschärftesBauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator, KayH
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 83, Zeilen: 15-21, 24-31
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 319-320, Zeilen: S.319,27-37 - S.320,1-6
    Von Anfang an hatte sich der amerikanische Puritanismus vor zwei große Aufgaben gestellt gesehen: Einmal die Realisierung eines christlichen Gemeinwesens im protestantisch-calvinistischen Selbstverständnis der rigorosen Einheit von Glaube und Politik zu erreichen (letztendlich war dies ja auch das Motiv für die Auswanderung aus Europa gewesen) und zum anderen den Beweis zu erbringen, daß dieses religiöse Unterfangen ganz in Analogie zu der jüdisch-biblischen Geschichte einen einzigartigen Platz in Gottes Providentia einnehme -

    [...]

    und schließlich als Vorbild und Epochenereignis für die gesamte Menschheit diene.[FN 39] In diesem Sinne ist die puritanische Publizistik als einzige Quelle der damaligen Zeitgeschichtsschreibung zu verstehen, die die Absicht verfolgte, die „History of New England, or Wonder-Working Providence of Sions Saviour" (Edward Johnson, 1654) in der Wildnis der Neuen Welt zu verfolgen und den Zeitgenossen wie der Nachwelt zu verkünden.[FN 40] So schrieb Johnson:

    „Know this is the place where the Lord will create a new Heaven, and a new Earth in new Churches, and a new Commonwealth together."[FN 41]

    [FN 39: Siehe K. D. Bracher: Demokratie als Sendung: das amerikanische Beispiel, a.a.O., S. 319-321; Edwards-Zitat S. 321); P. Miller/Th. H. Johnson (eds.): The Puritans, a.a.O., S 243 ff.; P. Miller: Jonathan Edwards, New York 1949.]

    [Fn 40: Vgl. K. D. Bracher, op. cit., S. 319 f.; Knud Krakau: Missionsbewußtsein und Völkerrechtsdoktrin in den Vereinigten Staaten von Amerika, a.a.O., S. 32.]

    [FN 41: Zitat in: H. W. Schneider: The Puritan Mind, a.a.O., S. 8.]

    Vor zwei große Aufgaben also sah sich der amerikanische Puritaner dieser ersten Periode gestellt: Verwirklichung eines christlichen Gemeinwesens in dem protestantisch-kalvinistischen Sinne der rigorosen Einheit von Glaube und Politik (das eben war ja das Motiv für den Auszug aus Europa gewesen) und überzeugender Nachweis, daß dies Unternehmen ganz in Analogie zu der jüdisch-biblischen Geschichte einen einzigartigen Platz in Gottes Providentia einnehme, ja, als Vorbild und Epochenereignis für die ganze Welt gelten müsse. In diesem Zeichen steht die puritanische Publizistik, sie ist Zeitgeschichtsschreibung mit der Absicht, die »Wonder-Working Providence of Zion's Saviour« in Neu-England in der besonderen Umwelt des neuen Kontinents zu verfolgen und Zeitgenossen und Nachwelt zu verkünden[FN 8]. Die Flucht über den Ozean ist ihr eine Flucht zu Gott, wie es derselbe Autor (Johnson) formuliert. Neu-England ist der Platz, wo Gott »einen neuen Himmel und eine neue Erde, neue Kirchen und ein neues Gemeinwesen schaffen wird. [...]«.

    [FN 8: So der Titel einer Schrift des Siedlers und Politikers Edward Johnson (1654).]

    Anmerkungen

    Das in der Diss. an dieser Stelle stehende, hier nicht wiedergegebene Zitat von Edwards kommt bei Bracher tatsächlich eine Seite später, allerdings dort in zwei Teilen. Die FNen verschleiern die Autorschaft Brachers.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 083 22-23


    Typus
    KeinPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 83, Zeilen: 22-23
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 321, Zeilen: 14-22
    „The most glorious renovation of the world shall originate from the new continent. ... The latter day glory, is probably to begin in America" (Jonathan Edwards) -

    [...][FN 39]

    [FN 39: Siehe K. D. Bracher: Demokratie als Sendung: das amerikanische Beispiel, a.a.O., S. 319-321; Edwards-Zitat S. 321); [...]]

    [...] Jonathan Edwards (1703 bis 1758) formulierte wenige Jahrzehnte später den puritanischen Glauben, Amerika sei berufen, die herrlichste Erneuerung der Welt zu bewirken: »The most glorious renovation of the world shall originate from the new continent.« Und in den religiösen Erweckungsbewegungen seiner Zeit sah er ein Zeichen dafür, daß die Herrlichkeit der letzten Tage, das himmlische Glück, wohl in Amerika beginne: »The latter day glory, is probably to begin in America.«
    Anmerkungen

    Zur Demonstration, wie Mm das Original zusammenschneidet. Formal einigermaßen korrekt, obwohl auch nicht 100%ig (kamen die Zitatteile im Original auch in dieser Reihenfolge?).

    Sichter


  • Mm/Fragment 083 32-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator, KayH
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 83, Zeilen: 32-44
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 320, Zeilen: 8-22
    Um die Wende zum 18. Jahrhundert erschien das ebenfalls als zeitgeschichtlicher Überblick zu verstehende Werk des Bostoner Theologen Cotton Mather „Magnalia Christi Americana" (1702), in dem er die Wundertaten Christi in Amerika unter bewußter Einbeziehung der christlich-abendländischen Geschichte und ihrer Auswirkungen auf die amerikanische Gegenwart, die als entscheidender Fortschritt in der Erfüllung des göttlichen Heilsplans von der übrigen Welt abgehoben wurde, beschrieb.[FN 42] Erstaunlicherweise sind in Mathers Werk Reflexionen über die Antike nachzuweisen, die daher rühren, daß er sich als Vergil der Neuen Welt fühlte und wie viele seiner Zeitgenossen das Kommen eines neuen Goldenen Zeitalters in New England erwartete - „The God of Heaven had carried a nation into a wilderness upon the designs of a glorious reformation." Er belegte seine Thesen mit Zitaten des römischen Dichters und verglich die Mayflower-Überfahrt mit der Gründung Roms und der Flucht des Äneas aus [Troja.]

    [FN 42: Vgl. K. Krakau, op. cit., S. 34; Max Lerner: America as a Civilization, New York 1957, S. 705; Erich Voegelin: Über die Form des amerikanischen Geistes, Tübingen 1928.]

    Und um die Jahrhundertwende hat der führende Kopf dieser Bestrebungen, der einflußreiche Bostoner Prediger Cotton Mather, seinem dicken Werk über die kurze Geschichte Neu-Englands (1702) den sprechenden Titel gegeben: »Magnalia Christi Americana« - Die Wundertaten Christi in Amerika, mit einem bewußten Bezug der ganzen christlich-abendländischen Geschichte auf die amerikanische Gegenwart, die als entscheidender Fortschritt in der Erfüllung des göttlichen Heilsplans von der übrigen Welt abgehoben wird. Mather fühlt sich geradezu als Vergil der neuen Welt, der wie viele seiner Zeitgenossen das Kommen eines neuen Goldenen Zeitalters in Neu-England erwartet. Er belegt dies mit Zitaten des römischen Dichters und vergleicht das Mayflower-Unternehmen geradezu mit der Gründung Roms und der Flucht des Äneas aus Troja.
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 084 01-04.06-09


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator, KayH, Drhchc
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 84, Zeilen: 1-4, 6-9
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 320, 321, Zeilen: S.320,22-27 + S.321,2-3.22-34.101-102
    Ähnlich wie Vergil seine Äneis begann: „arma virumque cano", eröffnete auch Mather sein Buch mit Sätzen wie: „In short, The First Age was the Golden Age: To return unto That, will make a Man a Protestant, and I may add, a Puritan."[FN 43] Diese längerfristige Entwicklung puritanisch-messianischer Fortschrittsideologie spiegelte sich einige Jahre später auch in der bedeutenden Schrift Jonathan Edwards „Thoughts Concerning the Present Revival of Religion in New England" wider, in der die amerikanische Zeitgeschichte abermals als die Erfüllung der biblischen Verheißungen der Propheten interpretiert wurde. Edwards war davon überzeugt,

    „daß Amerika die heilsgeschichtliche Erbschaft Israels, des Orients und schließlich Europas übernommen und sie für Europa und die übrige Welt neu zu entfalten und zu übermitteln (hätte), daß sich der Gang der Dinge im geistlichen wie im weltlichen Bereich von der Alten zur Neuen Welt gewendet (hätte), daß von der Wildnis Amerikas ausgehend, Gottes Providenz die Erde wieder in ein Paradies verwandeln (würde), daß die Sonne des neuen Himmels und der neuen Erde also im Westen aufgehen (würde)."[FN 44]

    [FN 44: Zitat in: K. D. Bracher, op. cit., S. 321. Vgl. hierzu auch: Brian Klunk: The American Mission, in: Kenneth W. Thompson (ed.): Political Traditions and Contemporary Problems (American Values Projected Abroad Series, vol. II), Lanham, New York, London 1982; Edward McNally Burns: The American Idea of Mission, New Brunswick, N.J., 1957; Clinton Rossiter: The American Mission, The American Scholar, vol. 20, 1950/51, S. 19-28.]

    Wie Vergil seine Äneis beginnt (arma virumque cano), so eröffnet er sein Buch mit dem Satz: »Ich beschreibe die Wunder der christlichen Religion, die vor den Verderbtheiten Europas an den Strand Amerikas flieht.« Und einige Seiten weiter: »Ins Goldene Zeitalter zurückzukehren, macht einen Menschen zum Protestanten und, ich darf hinzufügen, zum Puritaner.« [...]

    Der Stolz auf eine große Sendung findet im puritanischen Schrifttum starken Ausdruck.[...]

    Auch Jonathan Edwards, diesem wohl bedeutendsten Geist der kolonialen Periode, galt die amerikanische Zeitgeschichte als die Erfüllung der biblischen Verheißungen der Propheten; auch er war überzeugt - um nur einige seiner Formulierungen anzuführen -, daß Amerika die heilsgeschichtliche Erbschaft Israels, des Orients und schließlich Europas übernommen und sie für Europa und die übrige Welt neu zu entfalten und zu übermitteln habe, daß sich der Gang der Dinge im geistlichen wie im weltlichen Bereich von der Alten zur Neuen Welt gewendet habe, daß von der Wildnis Amerikas ausgehend, Gottes Providenz die Erde wieder in ein Paradies verwandeln werde, daß die Sonne des neuen Himmels und der neuen Erde also im Westen aufgehen werde[FN 10].

    [FN 10: Thoughts on the Revival, II, 2. Dazu auch Perry Miller, Jonathan Edwards, New York 1949.]

    Anmerkungen

    Die Formulierung "längerfristige Entwicklung puritanisch-messianischer Fortschrittsideologie" ist wahrscheinlich genuin und spiegelt die wissenschaftliche Kernthese der Dissertation wider. Zum Vergleich ist die entsprechende (nicht übernommene) Formulierung bei Bracher aufgeführt.<br/>Die letzten sechs Zeilen wurden nicht zum Bauernopfer dazugezählt, da Mm hier ein Zitat (ausnahmsweise) explizit kenntlich macht. Dass sie allerdings Brachers deutsche Formulierung Edwardscher Aussagen in dieser Form (via Text und Fußnote) Edward direkt zuschreibt - wobei sie an anderen Stellen in der Regel solche Passagen durch die ursprünglichen (amerikanischen) Formulierungen ersetzt - ist nicht unproblematisch. Der Zusatz in FN 44 "Zitat in:" will von der Autorschaft Brachers auch der vorherigen Texte ablenken.

    Sichter
    Plaqueiator Drhchc


  • Mm/Fragment 084 19-22


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 84, Zeilen: 19-22
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 322, Zeilen: 6-11
    Vom Orient über Rom, Mittelalter und Moderne ging der imperiale wie geistig-kulturelle Auftrag und abendländische Sendungsgedanke der Welt scheinbar endgültig und abschließend auf die Neue Welt über. Der alte Gedanke von der Abfolge der Weltreiche, der Antike und Mittelalter beherrscht hatte[FN 12], erscheint hier wie in anderen Zeugnissen auf die Weltsendung des neuen Kontinents angewendet: vom Orient über Rom, Mittelalter und Europa geht der imperiale wie der geistig-kulturelle Auftrag der Welt endgültig und abschließend auf Amerika über.
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 085 02-16


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 85, Zeilen: 2-16
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 37, Zeilen: 3-16, 114-116
    Am deutlichsten vollzog sich der Übergang vom amerikanischen saeculum theologicum zum saeculum politicum (Vernon Louis Parrington), von der biblischen Begründung des religiös-kirchlichen Heilsauftrages des 17. Jahrhunderts zur naturrechtlichen, rationalistischen und optimistischen Begründung der Demokratie und ihrer Menschheitsaufgabe im 18. Jahrhundert in dem Werk des Geistlichen und Harvardabsolventen von Massachusetts John Wise „Vindication of the Government of New England Churches" (1717), das sich auf den Gedanken des Naturrechts und natürlichen Freiheiten, der demokratischen Regierungsform und der natürlichen Gleichheit der Menschen gründete.

    „The End of all good Government is to Cultivate Humanity, and Promote the happiness of all, and the good of every Man in all his Rights, his Life, Liberty, Estate, Honor, etc., without injury or abuse done to any."[FN 50]

    In diesen Sätzen nahm Wise gewissermaßen die berühmte Jeffersonsche Prägung der amerikanischen Unabhängigkeits- und Demokratieformel „Life, liberty, and the pursuit of happiness" vorweg.

    [FN 50: Zitat in: P. Miller/Th. A. Johnson (eds.): The Puritans, a.a.O., S. 268 + 269. Siehe auch K. Krakau, op. cit., S. 37.]

    Der Übergang von der biblischen Begründung des religiös-kirchlichen Heilsauftrages zur naturrechtlichen, rationalistischen und optimistischen Begründung der Demokratie und ihrer Menschheitsaufgabe vollzieht sich am deutlichsten in John Wise (1675-1725) in Massachusetts, besonders in seiner „Vindication of the Government of New England Churches" (1717)[FN 30]. Sie gründet sich auf Gedanken des Naturrechts und natürlicher Freiheiten — „The first formulation of secular republicanism"[FN 31]: die demokratische Regierungsform entspreche dem „Right of Nature", denn nur sie berücksichtige die „natürliche Gleichheit der Menschen", während unter anderen Staatsformen durch den Akt der Unterwerfung der Freie zum Sklaven werde; „The End of all good Government is to Cultivate Humanity, and Promote the happiness of all, and the good of every Man in all his Rights, his Life, Liberty, Estate, Honor, etc., without injury or abuse done to any"[FN 32]. Das nimmt Jeffersons „Life, liberty and the pursuit of happiness" vorweg[FN 33].

    [FN 30: Größtenteils abgedruckt in Miller-Johnson, S. 257-269, und bei Welzel, in: Fschr. Smend, 1952, S. 393 ff.; vgl. dazu P.Miller, Errand, S. 151 f.; Bracher, in: Fschr. Voegelin, S. 37f.]

    Anmerkungen

    Mm wird dieselbe Passage aus Krakau 1967 noch einmal auf Seite 175 "verbraten", siehe [8].

    Sichter


  • Mm/Fragment 085 16-24


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 85, Zeilen: 16-24
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 38, Zeilen: 21-29, 104
    Freilich auch in dieser säkularisierten Wendung des puritanischen Staatsdenkens behielt der Gedanke des Auserwähltseins, des amerikanischen „exceptionalism", seine gleichbleibende Bedeutung, nur basierte er nicht mehr unmittelbar auf göttlicher Providenz, sondern auf dem einzigartigen Wirken der Vernunft:

    „For if we should make a new Survey of the Constitution before named under the brightest hight of Nature, there is no greater Example of natural Wisdom in any settlement on Earth; for the present and future security of Humane Beings in all that is most Valuable and Grand, than in this."[FN 51]

    [FN 51: Wise-Zitat in: P. Miller/Th. A. Johnson, op. cit., S. 257.]

    Jedoch auch in dieser säkularisierten Wendung des puritanischen Staatsdenkens hat der Gedanke des Auserwähltseins, der amerikanischen Einzigartigkeit, seine gleichbleibende Bedeutung, nur gründet er sich nicht mehr unmittelbar auf göttliche „Providence", sondern auf das einzigartige Wirken der Vernunft: „For if we should make a new Survey of the Constitution before named under the brightest Light of Nature, there is no groater Example of natural Wisdom in any settlement on Earth; for the present and future security of Humane Beings in all that is most Valuable and Grand, than in this"[FN 39].

    [FN 37: D. h. göttliche Billigung, in Miller-Johnson, S. 257.]

    [FN 38: Ibid., S. 256.]

    [FN 39: Ibid., S. 257.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 085 25-39.41-44


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 85, Zeilen: 25-39, 41-44
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 327-328, Zeilen: S.327,9-12.14-25.29-32.38-41 + S.328,13-16
    Aber schon bei Thomas Hooker, dem Geistlichen aus Connecticut, hatte sich vorher eine Überschneidung puritanischen und demokratischen Gedankenguts vollzogen. Er arbeitete an den „Fundamental Orders of Connecticut" (1639) mit, die sich von der Massachusetts-Theokratie abwendeten und eine quasi-demokratische Ordnung der Selbstverwaltung befürworteten, die nicht mehr nach dem Vorbild der Kirche das Gemeinwesen formen sollte, sondern die Beteiligung am politischen Leben gegebenenfalls auch von der religiös-kirchlichen Bindung unabhängig machen würde. Trotz aller dogmatischen Vorschriften bewies Hookers politisches Denken, daß der Puritanismus nicht nur die Wurzeln des amerikanischen Sendungs- und Providenzgedankens, sondern gleichzeitig auch Ansätze freiheitlich-demokratischen Denkens, ja „die Verbindung von religiöser Auserwähltheit und politischer Emanzipationsidee" (Karl Dietrich Bracher) beinhaltete. Seine vor der gesetzgebenden Hauptversammlung in Hartford am 31. Mai 1638 gehaltene Rede, die mit den berühmten Sätzen „because the foundation of authority is laid firstly, in the free consent of the people" schloß, wurde von dem englischen Historiker G. P. Gooch sogar als die erste geschriebene Verfassung der modernen Demokratie bezeichnet, da sie den Covenant-Gedanken vom Bund mit Gott zugleich zum Vertrag zwischen freien Individuen interpretierte, den Gedanken der Volkssouveränität wie die Begrenzung und Kontrolle der politischen Autorität und Macht miteinbezog.[FN 52]

    [FN 52: Vgl. R. B. Perry: Amerikanische Ideale, a.a.O. , S. 231; K. D. Bracher: Demokratie als Sendung: das amerikanische Beispiel, a.a.O., S. 325-328; A. Heimert/A. Delbanco: The Puritans in America, a.a.O., (John Wise-Kapitel).]

    Wir erwähnen hier Thomas Hooker (1586-1647), den bedeutendsten Kopf in Connecticut, in dem sich puritanische und demokratische Ideen schon deutlich überschneiden und zugleich ergänzen. Auch er ein hochgebildeter Geistlicher, der [...] ins benachbarte Connecticut übersiedelte und dort führend an einer halbdemokratischen Ordnung der Selbstverwaltung mitarbeitete (»Fundamental Orders 1639«), die sich von der Massachusetts-Theokratie schon wesentlich dadurch unterschied, daß sie die Beteiligung am politischen Leben nicht mehr ausschließlich von der religiös-kirchlichen Bindung abhängig machte. Hookers politisches Denken beweist, daß der Puritanismus nicht nur die Wurzeln des amerikanischen Sendungs- und Providenzgedankens, sondern trotz aller orthodoxen Strenge der religiös-alttestamentarischen Überzeugung zugleich auch den demokratischen Grundgedanken der innenpolitischen Freiheit enthält.

    [...] die Verbindung von religiöser Auserwähltheits- und politischer Emanzipationsidee. Wir finden sie in einer Wahlpredigt vor dem General Court von Connecticut 1638, [...]: [...] Das sei so, weil die Begründung der Autorität in der freien Zustimmung des Volkes liege (»because the foundation of authority is laid, firstly, in the free consent of the people«),[...]

    [...] der Covenant wird vom Bund mit Gott zugleich zum Vertrag zwischen freien Menschen; er ruht auf dem Gedanken der Volkssouveränität; und er schließt die Begrenzung und Kontrolle der politischen Autorität und Macht ein.

    Anmerkungen

    Patchwork aus Bracherschen Passagen mit einem anderthalb zeiligen eingeschobenen Gedanken von Gooch, dessen Quelle nicht explizit kenntlich gemacht wird. Die Quelle Bracher 1964 wird zwar angegeben - nicht aber, in wie starkem Maße Formulierungen übernommen wurden; sie sind wieder nicht als Zitate gekennzeichnet.<br/> Das Gooch-"Zitat" wurde in der Zählung nicht mitaufgenommen.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 086 01-10


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 86, Zeilen: 1-10
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 328-329, Zeilen: S.328,22-28.34-37 - S.329,1-9.10-11
    Diesen Prozeß der Säkularisierung des puritanischen Sendungsbewußtseins zur demokratischen Ideologie setzte dann Roger Williams, der bedeutende liberale Calvinist, politische Geistliche und Kritiker des theokratischen Autoritarismus, fort. Er wurde aufgrund seines demokratischen, toleranten und anti-autoritären Gedankenguts aus Massachusetts ausgewiesen und floh nach Rhode Island, wo er ein Gemeinwesen gründete, das er charakteristischerweise „Providence" nannte. Hier etablierte Williams ein liberal-christliches „Think Tank", ein „laboratory for a democratic future" (Clinton Rossiter), in dem Prinzipien wie Toleranz und Demokratie, Gleichheit und Freiheit, Individualismus und Pragmatismus zum frühamerikanischen Selbst- und Fortschrittsbewußtsein verschmolzen.[FN 53]

    [FN 53: Siehe hierzu C. Rossiter: Seedtime of the Republic, a.a.O., S. 185; P. Miller: Roger Williams: His Contribution to the American Tradition, Indianapolis/New York 1953.]

    Im politischen Denken anderer Repräsentanten des frühesten Amerika vollzieht sich jedoch schon der volle Durchbruch zur Säkularisierung des neu-englischen Sendungsgedankens und zur demokratischen Ideologie noch vor der Wende zum 18. Jahrhundert. Die bedeutendste Gestalt dieses Prozesses ist Roger Williams (1603-1683), der große Rebell gegen die puritanische Theokratie [...]. Williams [...] wurde fünf Jahre später wegen seiner Kritik an dem theokratischen Absolutismus aus Massachusetts ausgewiesen. Nach strapaziöser Flucht ließ er sich mit anderen Häretikern im benachbarten Rhode Island an einem Ort nieder, den er beziehungsreich »Providence« nannte. Fast ein halbes Jahrhundert wirkte er in diesem kleinen, doch so bedeutsamen »Laboratorium für die demokratische Zukunft«[FN 22] [...]

    Als rastloser Siedler, Politiker und Geistlicher zugleich verband Williams hier die Grundkräfte frühamerikanischen Selbstbewußtseins zu einer demokratischen Philosophie der Gleichheit und der Freiheit gegenüber Intoleranz und Autokratie. Es war eine Philosophie der nüchternen Erfahrung und Praxis, aber auch sie enthielt [...] die Glaubens- und Uberzeugungskraft des sendungsbewußten Kalvinisten.

    [FN 22: Rossiter, Seedtime, a. a. O., S. 185.]

    Anmerkungen

    Trotz einiger Eingriffe in den Text (z.B. der fast schon unvermeidliche eingefügte Hinweis auf ein vermeintliches "Fortschrittsbewußtsein") ist die Herkunft aus dem Original unverkennbar.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 086 10-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 86, Zeilen: 10-14
    Quelle: Guggisberg 1979a
    Seite(n): 19, Zeilen: 30-35
    Wenngleich

    die weitgehend demokratisch selbstverwaltete Kolonie Rhode Island zum ersten Gemeinwesen Amerikas wurde, in dem das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat („no bishop, no king") und damit die uneingeschränkte Glaubensfreiheit zur Verwirklichung gelangte,[...]

    So entstand die Kolonie Rhode Island, die sich ebenfalls weitgehende Selbstverwaltungsrechte sichern konnte und zum ersten Gemeinwesen Amerikas wurde, in dem das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat und damit die uneingeschränkte Glaubensfreiheit zur Verwirklichung gelangte.
    Anmerkungen

    Das am Ende des Abschnitts in einer Fußnote erwähnte Gespräch der Autorin scheint einzig und allein zur Einfügung der Floskel "no bishop, no king" geführt zu haben. Schade eigentlich.

    Sichter


  • Mm/Fragment 086 14-22


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 86, Zeilen: 14-22
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 329, Zeilen: 7-8, 26-30
    [...], wenngleich sich die Williamsche Philosophie der nüchternen Erfahrung und täglichen Praxis des Zusammenlebens gegenüber der puritanisch-traditionalistischen Theokratie durchsetzte, so blieben doch parallel der Gedanke des Auserwähltseins, des Sendungsglaubens und der Vorsehung, die Überzeugung einer untrennbaren Verbindung von politischem und religiösem Denken, die Idee der Volkssouveränität und eines auf freier Zustimmung basierenden Regierungssystems als Wille, Befehl und Ordnung Gottes, in dem 1644 veröffentlichten Pamphlet „The Bloody Tenent" von Williams unangefochten erhalten.[FN 54]

    [FN 54: Viele Anregungen zum amerikanischen Prinzip der Trennung von Kirche und Staat verdanke ich dem Gespräch, das ich mit Professor Don K. Price am 16. Mai 1984 an der J. F. Kennedy School der Harvard Univ. führen konnte. Siehe hier auch K. Krakau, op. cit., S. 36 u. 37.]

    Es war eine Philosophie der nüchternen Erfahrung und Praxis, aber auch sie enthielt zugleich trotz aller Rebellion gegen puritanische und traditionalistische Orthodoxie die Glaubens- und Überzeugungskraft des sendungsbewußten Kalvinisten, der sich von God's providence erwählt und bestimmt weiß.[...]

    In allen Fällen aber auch hier die untrennbare Verbindung von politischem und religiösem Denken. Das in Volkssouveränität und freier Zustimmung wurzelnde Regierungssystem ist Befehl und Ordnung Gottes, »an Ordinance of God«. In einer 1644 veröffentlichen Schrift (»The Bloody Tenent«) leitet Williams von diesem Willen Gottes die Axiome ab, [...]

    Anmerkungen

    In der Fußnote, die diesen Abschnitt abschließt, wird auf KEINE der hier benutzten Quellen verwiesen. Dafür findet sich aber der Hinweis auf ein "Gespräch, das ich mit Professor Don K. Price am 16. Mai 1984 an der J. F. Kennedy School der Harvard Univ. führen konnte.", welches offensichtlich keinen Eingang in den Text gefunden hat. Hier liegt also ein besonderes Maß der Verschleierung vor.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 086 23-28


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 86, Zeilen: 23-28
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 329, Zeilen: 12-18
    Das liberal-puritanische Providence in Rhode Island, dem auch John Locke seine Bewunderung zollte, verkörperte par excellence den optimistischen Zukunftsglauben der experimentierfreudigen Amerikaner und bereitete gleichzeitig den Boden für die Säkularisierung des neuenglischen Sendungsbewußtseins und den Siegeszug des humanistisch-fortschrittsgläubigen Deismus wie demokratischen Rationalismus im 18. Jahrhundert vor.[FN 55]

    [FN 55: Über Lockes Einfluß auf Williams, den man gelegentlich auch Lockes Vorläufer nannte, siehe James Ernst: Roger Williams, New York 1932, S. 205 ff.; R. B. Perry: Amerikanische Ideale, a.a.O., S. 233: „... wenn Locke der Vater der modernen Demokratie war, so war er nicht weniger ein Nachkomme Calvins. Durch direkte und indirekte Einflüsse - sowohl orthodoxer wie liberaler Art - wurde Locke ... ein Träger des Calvinismus von der Reformation bis zu den Revolutionen von 1688 und 1776". Siehe ferner: K. D. Bracher, op. cit., S. 329.]

    Hier, in Williams' Rhode Island, eben in Providence, tritt die Verbindung der beiden Elemente amerikanischen Zukunftsglaubens so deutlich wie nirgends zutage; im Säkularisationsprozeß des folgenden Jahrhunderts und im Siegeszug des humanistisch-fortschrittsgläubigen Deismus wird diese Begründung des demokratischen Glaubens dann neu aufgenommen und fortgeführt.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 086 28-34


    Typus
    VerschärftesBauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 86, Zeilen: 28-34
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 326, Zeilen: 6-13
    Aber wesentlich für die Entwicklung des demokratischen Gedankens in Amerika blieb seine Verflechtung mit der religiösen Sendungsidee - „religion is an important, perhaps an indispensable clue to what America is like" (William Lee Miller) -, durch die der amerikanische Begriff der Demokratie jenen universalen Missions- und Fortschrittscharakter erhielt, der deutlich von den Formen des europäischen Demokratiebegriffs abwich.[FN 56]

    [FN 56: Vgl. K. D. Bracher, op. cit., S. 326; E. L. Tuveson: Redeemer Nation, a.a.O.; A. Schlesinger: Experiment or Destiny?, a.a.O.]

    Denn in der Tat waren die Grundaxiome des demokratischen Gedankens zu diesem Zeitpunkt schon lange ausgebildet und auch in Amerika verkündet worden. Aber erst durch die Verbindung mit der religiösen Sendungsidee hat er jenen eigentümlich lebensumfassenden und weltverpflichtenden Missionscharakter empfangen, der den amerikanischen Begriff der Demokratie so deutlich von älteren Formen des europäischen Demokratiebegriffs abhebt.
    Anmerkungen

    Das eingeschobene Originalzitat wird später noch mal präsentiert, vgl. Mm/Fragment 174 25-29. Die FN 56 verschleiert die Autorschaft Bachers.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 087 38-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 87, Zeilen: 38-44
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 13, Zeilen: 5-10
    Wie keine andere unter den großen Revolutionen der Neuzeit war die Amerikanische zugleich auch die Geburtsstunde der Nation. Mit ihr begann ein neuer Abschnitt der Geschichte des amerikanischen Volkes, ja, sie begründete regelrecht auch die nationale Identität der Amerikaner und wurde somit unweigerlich zum existentiellen Bezugspunkt, zur progressiven Ideologie für das historische Selbstverständnis der Vereinigten Staaten von Amerika.[FN 62]

    [FN 62: Zur Bedeutung der Amerikanischen Revolution für das historische Selbstverständnis der Amerikaner siehe aus der uferlosen Literatur: Daniel J. Boorstin: The Genius of American Politics, Chicago 1953, S. 10-22; Richard B. Morris: The American Revolution Reconsidered, New York 1967; Bernard Bailyn: The Central Themes of the American Revolution: An Interpretation, in: Stephen G. Kurtz/James H. Hutson (eds.): Essays on the American Revolution, New York 1973, S. 3-31; Edmund S. Morgan: The Birth of the Republic, 1763-89, Chicago 1977<sup>2</sup>; Michael Kammen: A Season of Youth: The American Revolution and the Historical Imagination, New York 1978; Erich Angermann: Die Amerikanische Revolution im Spiegel der Geschichte, (Hrsg. E. Angermann), München 1979, S. 13 (Historische Zeitschrift, Beiheft 5); Seymour Martin Lipset: The First New Nation: The United States in Historical and Comparative Perspective, (Kap.: Revolution as the Source of National Identity), New York 1979<sup>2</sup>, S. 74ff.; Hans-Christoph Schroder: Die Amerikanische Revolution, München 1982, S. 147ff.; Horst Dippel: Die Amerikanische Revolution 1763-1787, Frankfurt/M. 1985, S. 112ff.]

    WIE keine andere unter den großen Revolutionen der Neuzeit ist die amerikanische zugleich die Geburtsstunde der Nation. Mit ihr beginnt nicht einfach ein neuer Abschnitt der Geschichte des amerikanischen Volkes; vielmehr hat sie dessen nationale Identität recht eigentlich erst begründet und ist deshalb zum fixen Bezugspunkt für das historische Selbstverständnis der Vereinigten Staaten von Amerika geworden.[FN 1]

    [Fn 1: Vgl. Daniel J. Boorstin: The genius of American politics (Chicago 1953), bes. 10-22; s.a. Richard B. Morris: The American Revolution reconsidered (New York 1967), Bernard Bailyn: The central themes of the American Revolution. An interpretation, in: Stephen G. Kurtz, James H. Hutson (eds.): Essays on the American Revolution (New York 1973), 3-31, und - schon vom Titel her charakteristisch - Edmund S. Morgan: The birth of the Republic, 1763-89 (Chicago <sup>3</sup>1977). Aus der Perspektive seiner früheren Arbeiten und unter dem Einfluß kulturanthropologischer Vorstellungen kommt auch Michael Kammen: A season of youth. The American Revolution and the historical imagination (New York 1978),[...]]

    Anmerkungen

    Unglaublich - Mm übernimmt bereits die ersten beiden Sätze des Angermann-Artikels fast wortwörtlich. In der angegebenen Fußnote [FN 62] werden dann folgerichtig auch die Literaturangaben, die Angermann in seiner Fußnote [FN 1] auflistet, identisch übernommen. Dieser Liste fügt Mm dann auch - "unauffällig" - den vorliegenden Angermannaufsatz hinzu.

    Sichter


  • Mm/Fragment 088 08-11


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 88, Zeilen: 8-11
    Quelle: Bracher 1964
    Seite(n): 334, Zeilen: 23-27
    [...] die Gründungsväter der nordamerikanischen Republik [...]. Ihr historisches Weltbild wie ihre rational-pragmatische Fortschrittsdeutung waren von dem Glauben bestimmt, daß die Zukunft von Freiheit und Demokratie weltweit von Amerikas einzigartigem Experiment abhinge („that we are acting for all mankind").[FN 63]

    [FN 63: Vgl. A. Schlesinger: America: Experiment or Destiny?, a.a.O. , S. 507-509, 511-513; Robert Nisbet: History of the Idea of Progress (Kap.: The Founding Fathers), New York 1980, S. 193-206.]

    Die Zukunft von Freiheit und Demokratie hängt von Amerikas Experiment ab: Das war der Tenor der Verfassungsväter bis hin

    zu Washington und Jefferson, der überzeugt war, Amerika handle damit für die ganze Menschheit (»that we are acting for all mankind«);

    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Drhchc


  • Mm/Fragment 088 33.35-42


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 88, Zeilen: 33, 35-42
    Quelle: Koch 1961
    Seite(n): 18, Zeilen: 17-18, 25-29, 31
    Für Benjamin Franklin [...] war Sokrates der ideale Philosoph, mit dem er sich identifizierte. Gerade die natürliche Weisheit des griechischen Gelehrten symbolisierte für Franklin gleichzeitig die Tugend menschlichen Glücklichseins, ja, Weisheit schien ihm sogar regelrecht die Voraussetzung für ein glückliches Leben zu sein. So verarbeitete er dieses stoische und epikureische Element sokratischer Weisheit - „tranquillity, modesty, temperance, order, social intercourse, sleep, eating and drinking, and a host of other activities and qualities" - zu einer eigenen philosophischen Weisheit in der Formel: „To be happy even in Paradise requires a happy dispositon."[FN 67]

    [FN 67: Zitate in: A. Koch, op. cit., (Kap.: Franklin and Pragmatic Wisdom), S. 18 + 19. Siehe ferner hierzu auch: Benjamin Franklin, Collected Works, (The Library of America Series), New York/London 1985; Ronald W. Clark: Benjamin Franklin: A Biography, New York 1983; Catherine Drinker Bowen: The Most Dangerous Man in America: Scenes from the Life of Benjamin Franklin, Boston 1974; Leonard W. Labaree et al. (eds.): The Autobiography of Benjamin Franklin, New Haven, Conn., 1964; Frank Donovan: The Benjamin Franklin Papers, (The Papers of the Founding Fathers), New York 1962.]

    [...] one should ponder Franklin's early identification of the ideal philosopher as Socrates and the fact that he couples Socrates with the humane Jesus. [...] Natural wisdom is made synonymous with human happiness and the human goods that result in happiness: tranquillity, modesty, temperance, order, social intercourse, sleep, eating and drinking, and indeed a host of other activities and qualities. The basic formula is that wisdom is the prerequisite to happiness, and virtuous living (and a long life)are the means. [...] There is a Stoic element present [...]
    Anmerkungen

    Wie immer unterdrückt Mm die christliche Komponente in den Motivationen der von ihr betrachteten historischen Persönlichkeiten (hier Franklin), selbst wenn die Vorlage explizit darauf hinweist. Desweiteren unterläuft ihr hier ein kleiner Fehler in der Wiedergabe des Zitats, und die zusammenfassende nett klingende aber nichtssagende "Formel" (im Vergleich zum Original) findet sich in dieser Form nicht in der Quelle. <br/> Trotz der offensichtlichen Nähe zur Quelle nur als "verdächtig" eingestuft.

    Sichter


  • Mm/Fragment 091 02-05


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 91, Zeilen: 2-5
    Quelle: Koch 1961
    Seite(n): 75, Zeilen: 20-23
    Und Abigail Adams, die von Hamiltons Versuchen, sich selbst 1798 zum Commander in Chief der Armee zu ernennen, entsetzt war, schrieb: „That man would in my mind become a second Buonaparty if he was possessed of equal power." [FN 80]

    [FN 80: Abigail Adams in: A. Koch, op. cit., S. 75.]

    Abigail Adams, much disturbed at Hamilton's tactics in his efforts to get himself appointed commander in chief of the army in 1798 wrote: "That man would in my mind become a second Buonaparty [sic!] if he was possessed of equal power."
    Anmerkungen

    Nicht nur das Zitat von Abigail Adams sondern auch die einbettende Sentenz von A. Koch wurde übernommen, wobei Letzteres Wort für Wort ins Deutsche übersetzt wird. Das Zitat nach Koch ist auch nicht 100%ig korrekt, da das "[sic!]" unter den Tisch gefallen ist.

    Sichter


  • Mm/Fragment 095 11-16


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 95, Zeilen: 11-16
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 16-17, Zeilen: S.16,18-23 und S.17,3-7
    Ihr Anliegen dokumentierte sich in einer Geschichtsauffassung, die der englische Historiker Herbert Butterfield als „Whig Interpretation of History" bezeichnete, „in which the idea of progress is a central tenet", und die sich an den vermeintlichen Bedürfnissen und Aufgaben der jeweiligen Gegenwart orientierte, sowie die vielfältigen historisch-politischen Geschehnisse auf einfache, leicht dramatisierbare moralische Stellungnahmen reduzierte.[FN 103]

    [FN 103: Vgl. hier Herbert Butterfield: The Whig Interpretation of History, Harmondsworth/Middlesex 1973 (London 1931); R. Hofstadter: The Progressive Historians, (Kap.: Historical Writing Before Turner), a.a.O., S. 7; E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte, a.a.O., S. 16 f.]

    Der englische Historiker Herbert Butterfield hat vor bald einem halben Jahrhundert die Gefahren einer solchen am angeblichen Fortschritt und an den vermeintlichen Bedürfnissen und Aufgaben der jeweiligen Gegenwart ausgerichteten Geschichtsauffassung als „Whig Interpretation of History" einer ebenso treffenden wie beißenden Kritik unterzogen.6)

    [...]

    In Verbindung damit beobachtete Butterfield eine Reduktion des vielfältigen historischen Geschehens auf einfache, leicht dramatisierbare, zeitlose Grundfragen, die eine moralische Stellungnahme zu erheischen und leicht zu machen scheinen.

    [FN 6: Herbert Butterfield: The Whig interpretation of history (London 1931), Ndr. Harmondsworth/Middlesex (1973)]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 096 05-07


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 96, Zeilen: 5-7
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 21-22, Zeilen: 21,28-30 und 22,1f
    George Washington bot sich aufgrund seiner tatsächlichen,

    aber auch selbststilisierten staatsmännischen Weisheit und Würde wie republikanischen Bürgertugend als besonders ideales Heldenobjekt an.

    Mit seinem würdig-steifen, unnahbaren Wesen und

    seiner auf staatsmännische Weisheit und republikanische Bürgertugend hin stilisierten Selbstdarstellung hatte er den Zugang zu seiner durchaus dynamischen, von starken Emotionen bewegten Persönlichkeit selbst erschwert.

    Anmerkungen

    Eine bemerkenswerte Stelle: Mm benutzt offensichtlich - wieder ohne Quellenangabe - Formulierungen der Vorlage, verdreht den Sinn aber ins Gegenteil. Ist das nun eine Eigenleistung?

    Sichter


  • Mm/Fragment 096 07-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 96, Zeilen: 7-14
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 22, Zeilen: 2-9, 101-108
    Der Oberste Bundesrichter John Marshall nahm den biographischen Rahmen für seinen Washington-Mythos zum Anlaß, um parallel auch eine allgemeine Geschichte seiner Zeit und seines Landes vom Standpunkt der Federalists - ein fünfbändiges Kompendium „geschwätzig-stumpfer Gelehrsamkeit" (1804-1807) - zu schreiben.[FN 109] Indessen, der eigentliche Schöpfer der Washington-Legende als Kernstück der politischen Folklore Amerikas war Parson Weems, Wanderprediger und Buchhausierer.[...][FN 110]

    [FN 109: Vgl. John Marshall: The Life of George Washington, Philadelphia 1804-1807, 5 vols.. Dazu kritisch E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte, a.a.O., S. 22.]

    [FN 110: Vgl. Mason Locke Weems: The Life of George Washington. With curious anecdotes, equally honourable to himself and exemplary to his young countrymen, Philadelphia 1808 (new ed. M. Cunliffe, Cambridge, Mass., 1962).]

    So nahm denn auch sein überzeugter Mitstreiter, der Oberste Bundesrichter John Marshall, in seinem Lebenshild den biographischen Rahmen nur zum Vorwand für eine allgemeine Geschichte seiner Zeit und seines Landes vom Standpunkt der Federalists - ein fünfbändiges Grab geschwätzig-stumpfer Gelehrsamkeit.17) Der eigentliche Schöpfer des Washington-Mythos als Kernstück der politischen Folklore Amerikas wurde indessen ein cleverer Wanderprediger und Buchhausierer, „Parson" Weems.18)

    [FN 17: Vgl. John Marshall: The life of George Washington ... , 5 vols. (Philadelphia 1804—07), deutsch: Lebensbeschreibung G. Washingtons, nach den Originalpapieren zusammengetragen ..., 4 Teile (Hamburg 1805-06), vgl. aber auch David Ramsay: The life of George Washington (Baltimore,Md., 1807).]

    [FN 18: Vgl. Mason Locke Weems: The Life of George Washington. With curious anecdotes, equally honourable to himself and exemplary to his young countrymen (Philadelphia <sup>6</sup>1808, zuerst u.a.T.a 1800, <sup></sup>1826, <sup></sup>1921). new ed. by Marcus Cunliffe (Cambridge, Mass., 1962) [...]]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 096 47-48


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 96, Zeilen: 47-48
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 17, Zeilen: 27-29
    Erst in jüngster Zeit hat sich die amerikanische Forschung eingehender mit den

    Werken und Absichten der frühnationalen Historiker beschäftigt.115 Dabei tre-[ten, wie Erich Angermann herausgearbeitet hat, vier ineinanderübergreifende Merkmale in den Vordergrund:]

    Erst in jüngster Zeit hat sich die Forschung eingehender und verständnisvoller mit Werk und Absichten dieser

    frühen Historiker der Amerikanischen Revolution beschäftigt.8) Dabei [schälen sich vier ineinandergreifende Aspekte als für die hier zu verfolgende Fragestellung besonders bedeutsam heraus.]

    Anmerkungen

    In der Fußnote werden dann auch die Quellen der Vorlage eins zu eins aufgelistet.<br/> Auf der folgenden Seite erwähnt Mm, wie man sehen kann, den Autor der Vorlage (E.Angermann), allerdings ohne irgendeine der nachstehenden wortwörtlichen Übernahmen zu kennzeichnen.<br/>Man achte auf Mms kreativen Beitrag "ineinanderübergreifende".

    Sichter


  • Mm/Fragment 097 02-04


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 97, Zeilen: 2-4
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 18, Zeilen: 3-5
    Erstens waren es nicht die politischen Akteure

    ersten Ranges, die die Geschehnisse vor und nach der Amerikanischen Revolution beschrieben [...]

    Zunächst und vor allem waren es nicht die politischen und militärischen

    Akteure ersten Ranges, die die Geschichte der Amerikanischen Revolution mit der Authentizität derer schrieben, die sie gemacht hatten.

    Anmerkungen

    Das Fragment an sich wirkt vielleicht "harmlos". Dieses und die folgenden Fragmente auf Mm, S.97, enthalten aber eine Vielzahl aus Angermann 1979 <b>wörtlich</b> übernommener Formulierungen, welche sämtlich nicht als Zitate gekennzeichnet sind. Auf die Vorlage wird im einleitenden Satz und in einer abschließenden Fußnote 116) kurz hingewiesen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 097 05-11


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 97, Zeilen: 5-11
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 18, Zeilen: 12-19
    [...] sondern Mitstreiter des dritten oder vierten Gliedes wie Jeremy Belknap, William Gordon,

    David Ramsay, Mercy Otis Warren oder auch Noah Webster und Jedidiah Morse. Als nicht unmittelbar Beteiligte an den politischen Entscheidungen waren diese Geschichtsschreiber fast ausschließlich auf das „British Annual Register" angewiesen, da ihnen Primärquellen kaum zur Verfügung standen.

    So blieben Mitstreiter des dritten oder vierten Gliedes wie Jeremy Belknap, William

    Gordon, David Ramsay, Mercy Otis Warren, aber auch Noah Webster, Jedidiah Morse und manche anderen, die ihre Kenntnis der Hergänge nur sehr zum Teil unmittelbarem Erlebnis verdankten und schon deshalb auf das ,Annual Register' als die einzige leicht zugängliche Faktensammlung angewiesen waren. Primärquellen waren derzeit nur sehr beschränkt verfügbar.

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 097 13-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 97, Zeilen: 13-14
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 18, Zeilen: 27-28
    Unter diesem Prisma stellten sie ihre Geschichtsschreibung

    bewußt in den Dienst nationaler Einheit und Konsolidation [...]

    Ihre Geschichtsschreibung stand daher ganz bewußt im

    Dienst der nationalen Einigung und Konsolidation [...]

    Anmerkungen

    Und wieder eine (wenn auch kleine) Passage, wo Mm auf eigene Worte verzichtet und sich (ohne Kennzeichnung) der Formulierungen von Angermann 1979 bedient.

    Sichter


  • Mm/Fragment 097 15-21


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 97, Zeilen: 15-21
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 19, Zeilen: 19-26
    In diesen Zusammenhang gehörten auch die Whig-Interpretationen der Amerikanischen

    Revolution mit ihrer moralischen Abwertung der britischen Regierung und die Ideologie der auf Tugend gründenden Einzigartigkeit Amerikas, ja schließlich das Sendungsbewußtsein der jungen Nation, das die Neue Welt als Avantgarde der Freiheit in aller Welt sah und sich späterhin zur Idee einer „Manifest Destiny" verdichtete.

    In diesen Zusammenhang gehört die Whig-Interpretation der

    Amerikanischen Revolution mit ihrer moralischen Abwertung der britischen Regierung, gehört auch die ganze Ideologie des Republikanismus und der auf Tugend gründenden Einzigartigkeit Amerikas; hierher gehört endlich das halb puritanische, halb aufklärerische Sendungsbewußtsein der jungen Vereinigten Staaten, das die Neue Welt als Avantgarde der Freiheit in aller Welt sah und sich späterhin zum Gedanken einer „Manifest Destiny" verdichtete,

    Anmerkungen

    in den Amerikastudien nicht erwähnt

    Sichter


  • Mm/Fragment 097 22-28


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 97, Zeilen: 22-28
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 20, Zeilen: 16-22
    Mit Appellen an den Patriotismus und das einende, identitätsstiftende Moment

    der Amerikanischen Revolution sollten alle Zweifel kompensiert und ein historischer Konsensus hergestellt werden. Die demokratischen Errungenschaften und moralisch-politischen Grundwerte waren so gut wie unumstritten, im Grunde genommen ging es bei allem Parteienhader nur darum, wie man „the rising glory" am besten bewahren, ausbauen und festigen konnte.

    [...] und das Bewußtsein der eigenen Schwäche wurden überkompensiert mit lautstarken Appellen an den Patriotismus und das einende, Identität stiftende Erlebnis der Amerikanischen Revolution. Deren moralisch-politische Grundwerte und demokratische Errungenschaften waren selbst in den hitzigen 1790er Jahren so gut wie unumstritten, und es ging bei allem Parteienhader im Grunde nur darum, wie man sie am besten bewahren, ausbauen, festigen konnte.
    Anmerkungen

    (ohne Worte)

    Sichter


  • Mm/Fragment 097 28-31


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 97, Zeilen: 28-31
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 21, Zeilen: 5-9
    So stand an vierter Stelle die Überlegung, zur Übermittlung der amerikanischen Ideologie sich der Form der Popularisierung der heroischen Taten zu bedienen, und zwar mittels der Biographie.[...][FN 116]

    [FN 116: Vgl. E. Angermann, op. cit., S. 17-23. Siehe hierzu auch: Richard Buel: Securing the Revolution: Ideology in American Politics, 1789-1815, Ithaca, N.Y., 1972.]

    An vierter Stelle steht die folgende Überlegung: Eine besonders geeignete Form der Popularisierung dieser nationalen Geschichtslegende mußte an sich die Biographie sein, zumal die Poeten, Prediger und Publizisten nicht müde wurden, die Heldentaten der Revolution zu feiern, und die Zeit mit dem Plutarch noch wohl vertraut war.
    Anmerkungen

    Die Zuordnung des Literaturverweises bleibt vollständig im Dunkeln.

    Sichter


  • Mm/Fragment 098 01-03


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 98, Zeilen: 1-3
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 23, Zeilen: 15-18
    [... so war der einflußreichste und wichtigste romantische Geschichtsschreiber]

    des demokratischen Gedankens und seiner Verwirklichung in den von der göttlichen Providenz dazu auserwählten Vereinigten Staaten von Amerika eindeutig George Bancroft.[FN 118]

    Der Wichtigste und Wirkungsvollste war ohne alle Frage George

    Bancroft, der große romantische Geschichtsschreiber des demokratischen Gedankens und seiner Verwirklichung in den von der göttlichen Vorsehung dazu auserkorenen Vereinigten Staaten von Amerika.12)

    Anmerkungen

    Fußnoten 118 und 119 von Mm geben einige der in Angermann, Fußnote 12 gegebenen Quellen wieder (mit den dort genannten Bezugnahmen).

    Sichter


  • Mm/Fragment 098 07-12


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 98, Zeilen: 7-12
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 23-24, Zeilen: S.23,18 - S.24,7
    Aus seiner Quellenkenntnis zeichnete er mit demokratischer Leidenschaft, theologisch fundierter Einsicht in den Heilsplan Gottes und enthusiastischem Nationalismus ein Bild der amerikanischen Geschichte bis zur Annahme der Verfassung, das im Sinne der Whig-Tradition den Fortschritt der Freiheit unter Gottes Führung betonte und keinen Zweifel an der moralischen Überlegenheit der Amerikaner aufkommen ließ.[FN 120]

    [FN 120: Vgl. E. Angermann: Die Amerikanische Revolution im Spiegel der Geschichte (Kap.: Romantik und Realismus), a.a.O., S. 23 f.]

    Aus schier unerschöpflicher Ouellenkenntnis schuf er mit demokratischem

    Pathos, problemloser Einsicht in den Heilsplan Gottes und unreflektiertem Nationalismus ein Tableau der amerikanischen Geschichte bis zur Annahme der Verfassung, das ganz im Sinne der Whig-Tradition den Fortschritt der Freiheit unter Gottes Führung nachzeichnete und keinerlei Zweifel an der moralischen Überlegenheit der Amerikaner aufkommen ließ.

    Anmerkungen

    Fußnote 120 verweist auf Angermann - identische Sentenzen sind allerdings nicht als Zitate gekennzeichnet/erkennbar.

    Sichter


  • Mm/Fragment 098 33-35.39-42


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 98, Zeilen: 33-35 und 39-42
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 24, Zeilen: 18-23
    Seine reichen Erfahrungen aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie schärften seine historisch-politische Urteilskraft und führten den nicht unkritischen Bewunderer Andrew Jacksons -

    „he would endorse Jackson and cry out for democracy and egalitarianism, but was quickly disgusted with the coarseness of Jackson's levees where he saw ,all the refuse that Washington could turn forth from its workshop and stables'" -

    nicht zuletzt auch unter dem Eindruck des Bürgerkrieges im Laufe seines Lebens von einer demokratischen Überzeugung Jeffersonscher Prägung zu einer eher konservativen Einschätzung der bewahrenden und konsolidierenden Kräfte Amerikas.[FN 123]

    Reiche Erfahrung in Politik und Diplomatie schärfte seine politische Urteilskraft und führte den Bewunderer Andrew Jacksons, nicht zuletzt unter dem Eindruck des Bürgerkrieges, im Lauf eines langen Lebern von einem enthusiastischen

    Demokrtismus Jeffersonscher Prägung zu eher konservativer Einschätzung der bewahrenden und konsolidierenden Kräfte.

    Anmerkungen

    Fußnote 123 enthält einzig einen Hinweis auf das eingeschobene englische Zitat - die Vorlage Angermann wird an dieser Stelle nicht erwähnt.<br/> (* Das englische Zitat wurde nicht in die Zeilenzählung mitaufgenommen *)

    Sichter


  • Mm/Fragment 100 39-42
    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 100, Zeilen: 39-42
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 25-26, Zeilen: S.25,31 - S.26,1-4
    <br/>

    <br/>

    Anders als Bancroft und Parkman war Richard Hildreth, äußerlich ganz der Tradition der neuenglischen Federalists verpflichtet, ein radikal-romantischer Reformer: Temperenzler, Abolitionist, Gegner der von den Whigs unterstützten Nationalbank, Antiklerikaler, aber auch kein Fürsprecher der Nativists.

    Diese Auffassung der frühnationalen Phase war so ziemlich das einzige,

    das Bancroft mit seinem allerdings sehr viel weniger erfolgreichen Gegenspieler Richard Hildreth teilte.23) Äußerlich ganz in der Tradition der neuenglischen Federalists wurzelnd, war er unter dem Einfluß Jeremy Benthams zugleich ein eifriger Reformer: Temperenzler, Abolitionist, Gegner der von den Whigs unterstützten Nationalbank, Antiklerikaler, aber auch kein Freund der Nativists.

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 101 01-03


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 101, Zeilen: 1-3
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 25, Zeilen: 4-6, 10-14
    [Sein unattraktiver, schwerfälliger Stil, bar aller Eleganz und Eloquenz, aber vor allem sein sozialkritischer Blickwinkel, der ihn veran-]laßte, gesellschaftliche Prozesse weitgehend im Zeichen materieller Interessenkonflikte und ökonomischer Determination zu sehen, waren nicht das, was das amerikanische Publikum lesen wollte.[FN 135]

    [FN 135: Vgl. hierzu: Donald E. Emerson: Richard Hildreth, Baltimore, Md., 1946, S. 133, 140,162; E.Angermann, op. cit., S. 24 ff.]

    Als Sozialkritiker sah er gesellschaftliche

    Prozesse weitgehend im Zeichen materieller Interessenkonflikte und ökonomischer Determination - [...] Seine Sprache ist in Übereinstimmung damit sachlich unterkühlt, sein Urteil oft scharf, ja schneidend kalt, kritisch analysierend, sein Stil klar und verständlich, aber schwerfällig und bar aller Anmut und Eleganz. Das war nicht, was das amerikanische Publikum lesen wollte.

    Anmerkungen

    Trotz (unscharfer) Quellenangabe sind zitierte Formulierungen als solche nicht erkennbar.

    Sichter


  • Mm/Fragment 101 12-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 101, Zeilen: 12-14
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 25-26, Zeilen: S.25,30 - S. 26,1
    [...] während er Alexander Hamilton als Helden und Vorkämpfer einer starken nationalen Regierung gegenüber dem regionalen oder einzelstaatlichen Partikularismus darstellte. Sein Held, mit dem er sich nach Weltansicht und politischer Zielsetzung weitgehend, wenn auch keineswegs unkritisch identifizierte, war Alexander Hamilton, der Vorkämpfer einer starken nationalen Regierung gegenüber dem regionalen oder einzelstaatlichen Partikularismus.
    Anmerkungen

    Nur wenige Zeilen, aber die sehr spezielle Wortwahl zur Charakterisierung von A.Hamilton verrät die an dieser Stelle nicht angegebene Vorlage.

    Sichter


  • Mm/Fragment 102 03-07


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 102, Zeilen: 3-7
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 30, Zeilen: 13-18
    Seine deutsche Gelehrsamkeit und sein Rigorismus, bis hin zu einer taktlosen Überheblichkeit, verprellten oft seine amerikanischen Leser. Gleichwohl paßte er mit seinem Nationalismus und ausgeprägten Sozialkonservativismus gut in die geistige Landschaft der Vereinigten Staaten des ausgehenden 19. Jahrhunderts.[FN 139]

    [FN 139: Siehe hierzu: Eric F. Goldman: Hermann E. von Holst: Plumed Knight of American Historiography, Mississippi Valley Historical Review, vol. 23 (1936/37), S. 511-532; R. Hofstadter: The Progressive Historians, (Kap.: Historical Writing Before Turner), a.a.O., S. 24-30. E. Angermann: DieRevolution im Spiegel der Geschichte, (Kap.: Nationalismus nach dem Bürgerkrieg), a.a.O., S. 28ff.; Jürgen Herbst: The German Historical School in American Scholarship: A Study in the Transfer of Culture, Ithaca, N.Y., 1965.]

    Holst war ein Außenseiter, der bei allem Respekt, den man seiner Gelehrsamkeit zollte, durch seinen Rigorismus und seine taktlose Überheblichkeit seine amerikanischen Leser nicht selten verprellte. Gleichwohl paßte er mit seinem krassen Nationalismus und ausgeprägten Sozialkonservativismus nicht schlecht in die geistige Landschaft der Vereinigten Staaten des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts.
    Anmerkungen

    Der zweite Satz könnte schon als Komplettplagiat gewertet werden.<br/> In Fußnote 139 erwähnt Mm ihre Quelle - allerdings wieder verborgen unter verschiedenen anderen Literaturangaben und ohne die konkrete Seite zu nennen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 102 14-39


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 102, Zeilen: 14-39
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 136-138, Zeilen: S.136,22-27.118-120, S.137,1-10.25-38.101-104, S.138,1-2.101-104
    Beeinflußt von Darwins Evolutionstheorie, Hegels nationalem Idealismus und Gobineaus Rassenideologie folgerte Burgess,

    daß nur die „arischen" Nationen die höchsten Fähigkeiten zur politischen Organisation hätten, Fähigkeiten, die in der Welt ungleich verteilt seien; daß der Nationalstaat eine Errungenschaft des teutonischen Geistes, die vollkommenste Lösung der Probleme politischer Organisation darstellte und deshalb den teutonischen Nationen die Führungsrolle in der Errichtung und Verwaltung auch fremder Staaten zukommen würde.[FN 141] Da „history as the revelation of Providence, ...intends national states as the prime organs of human development" und es die „highest duty of the state" sei, „to preserve and strengthen... its own national character", und da die Überlegenheit der teutonischen Nationen in dieser Hinsicht für ihn feststand, ergab es sich für Burgess als eine Schlußfolgerung für die praktische Politik, daß diese teutonischen Nationen „are intrusted, in the general economy of history, with the mission of conducting the political civilization of the modern world."[FN 142] Aus der

    „manifest mission of the Teutonic nations ... it follows that interference in the affairs of populations not wholly barbaric ... but with manifest incapacity to solve the problem of political organization with any degree of completeness, is a justifiable policy ... it is in the interest of the world's civilization that law and order and the true liberty ... shall reign everywhere ... A permanent unability on the part of any state or semi-state to secure this status is a threat to civilization everywhere. Both for the sake of the half-barbarous state and in the interest of the rest of the world a state or states endowed with the capacity for political organization, may righteously assume sovereignty over, and undertake to create state order for, such politically incompetent population ... the civilized states themselves are the best organs ... in history ... for determining the proper time and occasion for intervening in the affairs of unorganized or not sufficiently organized populations, for the execution of their great world duty."[FN 143]

    [FN 141: Siehe K. Krakau: Missionsbewußtsein und Völkerrechtsdoktrin in den Vereinigten Staaten von America, a.a.O., S. 136 f.]

    [FN 142: Vgl. J. W. Burgess: op. cit., S. 44.]

    [FN 143: J. W. Burgess, op. cit., S. 46-48.]

    Seine daraus folgenden Einsichten gingen dahin,

    daß nur die „arischen" Nationen die höchsten Fähigkeiten zur politischen Organisation hätten, Fähigkeiten, die in der Welt ungleich verteilt seien[FN 54]; daß der Nationalstaat, eine Errungenschaft des „teutonischen" Geistes, die vollkommenste Lösung des Problems politischer Organisation darstelle und deshalb den „teutonischen" Nationen die Führungsrolle in der Errichtung und Verwaltung der Staaten obliege[FN 55]. Da „history as the revelation of Providence, ... intends national states as the prime organs of human development" und es die „highest duty of the state" sei, „to preserve and strengthen ... its own national character" (das verrät einen starken Einfluß Hegels — Burgess hatte lange in Deutschland studiert), und da weiter die Überlegenheit der „teutonischen" Nationen in dieser Hinsicht für ihn feststand, ergab es sich für Burgess als eine „conclusion for practical politics", daß diese „teutonischen" Nationen „are intrusted, in the general economy of history, with the mission of conducting the political civilization of the modern world"[FN 56]. [...] Aus der „manifest mission of the Teutonic nations ... it follows that interference in the affairs of populations not wholly barbaric ... but with manifest incapacity to solve the problem of political organization with any degree of completeness, is a justifiable policy ... it is in the interest of the world's civilization that law and order and the true liberty ... shall reign everywhere ... A permanent inability on the part of any state or semi-state to secure this status is a threat to civilization everywhere. Both for the sake of the half-barbarous state and in the interest of the rest of the world a state or states endowed with the capacity for political organization, may righteously assume sovereignty over, and underluke to create state order for, such politically incompetent population ... the civilized states themselves are the best organs ... in history ... for determining the proper time and occasion for intervening in the affairs of unorganized or not sufficiently organized populations, for the execution of their great world duty. Indifference on the part of the Teutonic nations (would, indeed, be) disregard of duty ..."[FN 58].

    [FN 54: Political Science and Comperative Constitutional Law, Bd. 1, Kap. 3 über „National Political Character". Als Vorläufer vgl. etwa Gobineau: Essai sur l'Inégalité des Races Humaines, 4 Bde. Paris, 1853-1855.] [FN 55: Burgess, vorige Anm., S. 39. Nach der Definition von R. Schmidt, S. 362-4, ist das (Verallgemeinerung, Propagierung der für überlegen gehaltenen kulturellen, u. a. politischen Formen) bezeichnend für den klassischen Imperialismus.]

    [FN 56: Burgess, S. 44.]

    [FN 58: Burgess, S. 46-48. — Es erschien nützlich, so ausführlich zu zitieren, weil die bloß gedankliche Wiedergabe keinen genügenden Eindruck von jener Mischung von Naivität und Arroganz vermitteln kann, mit der diese Autoren aus Manifest Destiny und Darwinismus ihre Welt-Mission herleiten.]

    Anmerkungen

    Der einleitende Hauptsatz wurde verändert, einige minimale Abänderungen im Fließtext, und bei der Übernahme des Originalzitats macht Mm "inability" fälschlicherweise zu "unability". Die Art und Weise wie Krakau die Originalaussagen Burgess referiert wird einszueins übernommen.<br/>Übrigens wird in der Vorlage in Fußnote 58 demonstriert , wie man die Wiedergabe langer Originalzitate wissenschaftlich begründet. Bei Mm sucht man so etwas vergeblich.

    Sichter


  • Mm/Fragment 102 40-47


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 102, Zeilen: 40-47
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 135-136, Zeilen: S.135,27-32 - S.136,3-5
    Darwin selbst hatte viel dazu beigetragen, diese Ansichten und ihre Anwendung auf die amerikanische Nation zu ermutigen:

    „There is apparently much truth in the belief that the wonderful progress of the United States, as well as the character of the people, are the results of natural selection; the more energetic, restless, and courageous men from all parts of Europe having emigrated ... to that great country, and having there succeeded best."[FN 144]

    Für Darwin war es wissenschaftlich erwiesene Tatsache, daß die Amerikaner „the heir of all the ages, in the foremost files of time" waren.[FN 145]

    [FN 144: Charles Darwin: The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex, New York 1871, S. 179. Siehe ferner zu Darwins Einfluß in den USA: George Daniels (ed.): Darwinism Comes to America, Waltham, Mass., 1968.]

    [FN 145: Ch. Darwin, op. cit.]

    Darwin selbst trug viel dazu bei, diese Ansicht und ihre Anwendung auf die amerikanische Nation zu ermutigen: „There is apparently much truth in the belief that the wonderful progress of the United States, as well as the character of the people, are the results of natural selection; the more energetic, restless, and courageous men from all parts of Europe having emigrated ... to that great country, and having there succeeded best.[...]"[FN 48]. Für Darwin war es wissenschaftlich erwiesene Tatsache, daß die Amerikaner „the heir of all the ages, in the foremost files of time" waren[FN 49].

    [FN 48: Darwin, The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex, Bd. 1, S. 179; die Stelle von Zincke: Last Winter in the United States, S. 29 — beide zit. in Pratt, Expansionists, S. 3-4.]

    [FN 49: Zit. in Pratt, ibid., S. 4.]

    Anmerkungen

    Einziger kreativer Beitrag von Mm an dieser Stelle: die Transformation des ersten Satzes vom Präteritum ins Plusquamperfekt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 103 04-06


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 103, Zeilen: 4-6
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 33, Zeilen: 9-12
    Sie alle einte ihr Nationalismus und Konservativismus,

    eine Abneigung gegen radikal-demokratische Formen und die Vorstellung von der gemeinsamen Mission der Amerikaner („Jingoismus").[FN 146]

    Sie alle verbindet ihr Nationalismus

    und Konservativismus, eine Abneigung gegen radikal-demokratische Formen und, last but not least, die Vorstellung von der gemeinsamen Mission der angelsächsischen Völker.

    Anmerkungen

    Man achte auf die Verschiebung des Sinns ("Amerikaner" statt "angelsächsischen Völker") bei sonst identischer Formulierung.

    Sichter


  • Mm/Fragment 103 19-26


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 103, Zeilen: 19-26
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 30, Zeilen: 24-33
    Den Ausgangspunkt dieses Denkens bildeten bis zu einem gewissen Grad ein gestärktes Machtbewußtsein und nostalgisches Unbehagen an den Begleiterscheinungen der modernen, urban-industriellen Gesellschaft sowie das beispiellose, aber mit immer größeren Schwierigkeiten verbundene wirtschaftliche Wachstum, die krasse, verantwortungslose Bereicherung der robber barons, fremdstämmige Masseneinwanderung, Elend und Verwahrlosung, Korruption, Kriminalität und Gewalttaten, die Desintegration alter gesellschaftlicher Formationen und der Verfall herkömmlicher Verhaltensnormen. Er äußerte sich namentlich bei den gebildeten Fuhrungseliten und in den konservativen ländlichen Bevölkerungsteilen in einer seltsamen Mischung aus gestärktem Machtbewußtsein und nostalgischem Unbehagen an den Begleiterscheinungen der modernen, städtisch-industriellen Gesellschaft: beispielloses, aber mit immer größeren Schwierigkeiten verbundenes wirtschaftliches Wachstum, krasse, verantwortungslose Bereicherung, „fremdstämmige“ Masseneinwanderung, Elend und Verwahrlosung, soziale Spannungen, Korruption, Kriminalität und Gewalttaten, Desintegration alter gesellschaftlicher Formationen, Verfall herkömmlicher Verhaltensnormen [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 103 26-30


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 103, Zeilen: 26-30
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 31, Zeilen: 1-5
    Es handelte sich im Grunde genommen um eine Reaktion des traditionellen Amerika der White Anglo-Saxon Protestants (WASPs), die sich als die eingesessenen, rechtmäßigen, wahren Amerikaner fühlten, gegen die materialistische, unsolide, amoralische Moderne, die das Gilded Age eingeleitet hatte.[FN 148]

    [FN 148: Siehe hier: James C. Malin: Confounded Rot about Napoleon: Reflections upon Science and Technology, Nationalism, World Depression of the Eighteen-Nineties, and Afterwards, Lawrence, Kans., 1961; H. Wayne Morgan (ed.): The Gilded Age, Syracuse, N.Y., 19702; Paul C. Nagel: This Sacred Trust: American Nationality 1798-1898, New York 1971; Morton Keller: Affairs of State: Public Life in Late Nineteenth Century America, Cambridge, Mass., 1977; E. Angermann, op. cit., S. 30 f.]

    Bis zu einem gewissen Grad handelte es sich also um eine Reaktion

    des alten, zusehends aus den Fugen geratenden Amerika der White Anglo- Saxon Protestants (,,WASPs"), die sich als die eingesessenen, rechtmäßigen, wahren Amerikaner fühlten, gegen die materialistische, unsolide, amoralische Moderne, die das „Gilded Age" eingeleitet hatte.

    Anmerkungen

    Der Hinweis auf die Quelle in Fußnote 148 bleibt unspezifisch - zitierte Formulierungen sind nicht erkennbar.

    Sichter


  • Mm/Fragment 103 38-45


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 103, Zeilen: 38-45
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 140, Zeilen: 18-27, 105-106
    [...] betonte der einflußreiche Marine-Historiker Mahan, der besonders auf Theodore Roosevelt einwirkte, die protagonistische Rolle der USA als Hüter der westlichen Zivilisation und den göttlichen Willen in der Geschichte, der den Aufbau einer starken amerikanischen Seemacht verlangte. Er wies warnend darauf hin, daß Religionen, die keine Mission betrieben, verfallen müßten - „may it not be so with nations?" Aber Mahan fügte gleich, offener als manch einer seiner Zeitgenossen, unverbrämte Erwägungen nationalen Interesses hinzu: wirtschaftliche Motive, Prestige und Einflußnahme.[FN 150]

    [FN 150: Vgl. H. L. Osgood: The American Colonies in the Eighteenth Century, New York 1924, 4 vols.; G. L. Beer: The English-speaking People, New York 1918; A. T. Mahan: The Interest of America in Sea Power, Present and Future, London 1898. Allg. zur „Imperial School": Lawrence H. Gipson: The Imperial Approach to Early American History, in: Ray Allen Billington (ed.): The Reinterpretation of Early American History, San Marino, Calif., 1966, S. 185-199.]

    Der einflußreiche Marine-Historiker A. T. Mahan, der besonders auf Th. Roosevelt eingewirkt hat, sah zwar ebenfalls in den Vereinigten Staaten den Hüter westlicher Zivilisation[FN 77], entdeckte den göttlichen Willen in der Geschichte, der den Aufbau einer starken amerikanischen Seemacht verlangte[FN 78], oder wies warnend darauf hin, daß Religionen, die keine Mission betreiben, verfallen müßten — „may it not be so with nations?"[FN 79] — und ließ an den für die Vereinigten Staaten daraus zu ziehenden Folgerungen keinen Zweifel. Aber er fügte, offener als andere, unverbrämte Erwägungen nationalen Interesses hinzu: wirtschaftliche Motive, Prestige und Einflußnahme zu deren Förderung.

    [FN 77: S. Pratt, Expansionists. S. 17.]

    [FN 78: Mahan, The Interest of America in Sea Power, Present and Future, 1898, H. 307 f.]

    [FN 79: Zit. bei Griswold, S. 10; vgl. auch Clement, S. 170.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 103 45-47


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 103, Zeilen: 45-47
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 140-141, Zeilen: S.140,29-33 - S.141,1.101
    Doch kam Richard Hofstadter in seiner Monographie über den „Social Darwinism in American Thought" zu dem Ergebnis:

    [„Although concrete economic and strategic interests, such as Chinese trade and the vital necessity of sea power, were the prominent issues in the imperial debate, the movement took its rationale from more general ideological conceptions."[FN 151]]

    [FN 151: R. Hofstadter, op. cit., S. 179.]

    In seiner Monogrophie über den Social Darwinism kommt R. Hofstadter zu dem Ergebnis, daß, „although concrete economic and strategic interests, such as Chinese trade and the vital necessity of sea power, were the prominent issues in the imperial debate, the movement took its rationale from more general ideological conceptions"[FN 81].

    [FN 81: Darwinism, S. 179.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 104 04


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 104, Zeilen: 4
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 125, Zeilen: 11-12
    John Fiske, der amerikanische Statthalter Darwins und Spencers in Amerika,[...] Darwin und Spencer herrschten gemeinsam so souverän über Amerika, wie es Georg III. nie getan hatte. Fiske war ihr Statthalter.
    Anmerkungen

    Klingt originell, ist es aber nicht ...

    Sichter


  • Mm/Fragment 104 08-11


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 104, Zeilen: 8-11
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 32, Zeilen: 11-13
    Als gläubiger Darwinist

    war er zutiefst durchdrungen von der moralischen und zivilisatorischen Überlegenheit der „Anglo-Saxon Teutonic and Germanic Race" und überzeugt von ihrer providentiellen Sendung.

    Gläubiger Darwinist, zutiefst durchdrungen von der moralischen und

    zivilisatorischen Überlegenheit der „Anglo Sason ( Teutonic, Germanic) Race" und überzeugt von ihrer providentiellen Sendung, [...]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 104 11-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 104, Zeilen: 11-14
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 138, Zeilen: 4-9, 105-107
    So sprach er unter Bezugnahme auf die „Doctrine of Evolution" in seinem Essay „Manifest Destiny" mit großem Selbstvertrauen über die „English race": „the spirit of English liberty is alike indomitable in every land where men of English race have set their feet as masters."[FN 153]

    [FN 153: J. Fiske: Manifest Destiny, in: American Political Ideas Viewed from the Standpoint of Universal History, New York 1885, S. 121.]

    So spricht er unter Bezugnahme auf die „Doctrine of Evolution" in einer Arbeit über „Manifest Destiny"[FN 59] mit Selbstvertrauen von diesem „manifest destiny" der „English race"[FN 60], das, da „the spirit of English liberty is alike indomitable in every land where men of English race have set their feet as masters"[FN 61],[...]

    [FN 59: In: Political Ideas, S. 107.]

    [FN 60: Ibid., S. 105.]

    [FN 61: Ibid., S. 121.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 104 14-21


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 104, Zeilen: 14-21
    Quelle: Krakau 1967
    Seite(n): 138, Zeilen: 17-23, 112-114
    Amerika hätte nunmehr die Rolle Englands übernommen; die amerikanischen Errungenschaften seien der größte Beitrag zur Entwicklung der Menschheit. Dieses Werk des Fortschritts, war für Fiske

    „destined to go on until every land on the earth's surface that is not already the seat of an old civilization shall become English in its language, in its political habits and traditions, and to a predominant extent in the blood of its people",[FN 154]

    wobei „English" als Sprache Amerikas gemeint war.

    [FN 154: J. Fiske, op. cit., S. 143.]

    Amerika habe die Rolle Englands übernommen; die amerikanischen Errungenschaften seien der größte Beitrag zur Entwicklung der Menschheit[FN 64]. Dieses Werk sei „destined to go on until every land on the earth's surface that is not already the seat of an old civilization shall become English in its language, in its political habits and traditions, and to a predominant extent in the blood of its people"[FN 65], wobei „English" als Sprache Amerikas gemeint ist.


    [FN 63: Fiske, Manifest Destiny, in: Polit. Ideas, S. 127.]

    [FN 64: Ibid., S. 134, 144-6, 151.]

    [FN 65: Ibid., S. 143.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 105 30-39


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 105, Zeilen: 30-39
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 128, Zeilen: 9-16
    Daß die Evolutionslehre auf den amerikanischen Zeitgeist des ausgehenden 19. Jahrhunderts eine gewisse Faszination ausgeübt hatte, lag an ihren Begriffen wie Veränderung, Wachstum, Entwicklung, natürliche Selektion und Manifest Destiny, die das Ambiente dieser Periode im Kern trafen. Die Amerikaner konnten aber folgerichtig, wenn sie sich treu bleiben wollten, langfristig gesehen den Determinismus eines Spencer nicht annehmen. Sie glaubten an Fortschritt: Ihre eigene Geschichte war ihnen der überzeugendste Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung. Es war ihnen jedoch auf Dauer logisch und psychologisch unmöglich, an einen evolutionistischen Fortschrittsbegriff zu glauben, zu dem sie nichts beitragen und auf den sie keinen Einfluß haben konnten.[FN 161]

    [FN 161: Vgl. auch: H. S. Commager: Der Geist Amerikas. Eine Deutung amerikanischen Denkens und Wesens von 1880 bis zur Gegenwart, (Kap.: John Fiske und die Evolutions-Philosophie), Zürich/Wien/Konstanz 1952, S. 127 f. (engl. New Haven, Conn., 1950); D. Hull: Darwin and his Critics, Cambridge, Mass., 1973; J. White: The Americans on Herbert Spencer: Some Reaction to his Social and Evolutionary Thought, 1860-1940, Doctoral Diss., Hull Univ. 1975. Zum amerikanischen Atheismus siehe ferner: James Turner: Without God, Without Creed: Origins of Unbelief in America, Baltimore, Md., 1985.]

    Sie konnten mit gutem Anstand die Evolutionslehre unterschreiben, denn die Begriffe Veränderung, Wachstum, Entwicklung von der Gleichförmigkeit zur Verschiedenheit waren ein Teil ihres Erfahrungsschatzes. Sie konnten aber folgerichtig nicht den Determinismus annehmen, nicht einmal den großen, sich über ganze Zeitalter hin erstreckenden Determinismus Spencers. An den Fortschritt konnten sie glauben: ihre eigene Geschichte war der überzeugendste Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung; es war ihnen jedoch logisch und psychologisch unmöglich, an einen Fortschritt zu glauben, zu dem sie nichts beitrugen und auf den sie keinen Einfluß hatten.
    Anmerkungen

    Am Anfang bemüht sich die Autorin noch um ergänzende eigene Formulierungen; zum Schluss ist es purer Commager. Alles zusammen wird mit einem dürren "Vgl." und einer pauschalen unscharfen Seitenangabe "127f." gekennzeichnet. Dazu noch eine Reihe weiterer Verweise, welche die Fundiertheit dieses Abschnitts auf mehreren Quellen und damit die Rechercheleistung und Reflektionsfähigkeit der Autorin demonstrieren sollen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 105 39-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 105, Zeilen: 39-44
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 128, Zeilen: 116-121
    Der vorübergehende Nutzen, den Spencers Sozialphilosophie dem Geschichtsbewußtsein einzelner Interessengruppen in Amerika brachte, lag auf der Hand; aber jede weitere Verbreitung und jedes längere Festhalten an sozialdarwinistischer Fortschrittsideologie mußte, nicht zuletzt auch wegen des Verstoßes gegen das Gleichheitsprinzip, als eine Verirrung gewertet werden. Der vorübergehende Nutzen, den Spencers Sozialphilosophie den herrschenden Interessengruppen in Amerika brachte, liegt auf der Hand, und ihre Beliebtheit ist bis zu einem gewissen Grade verständlich, aber jede weitere Verbreitung und jedes längere Festhalten an Spencers Philosophie muß als eine Verirrung gewertet werden.
    Anmerkungen

    Ohne jegliche Quellenangabe schließt die Autorin diesen Abschnitt mit denselben Worten wie Commager (1952) sein Kapitel IV.

    Sichter


  • Mm/Fragment 106 05-12


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 106, Zeilen: 5-12
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 376, Zeilen: 10-19
    Doch obwohl keine herausragende Historikergestalt zu benennen wäre, so beeinflußten doch drei Gelehrte sehr nachhaltig die

    amerikanische Geschichtsschreibung, so wie Lester Frank Ward der Soziologie, Thorstein Veblen den Wirtschaftswissenschaften und Oliver Wendell Holmes dem Rechtswesen den Stempel ihrer Persönlichkeit aufgedrückt hatten. Das politisch-ökonomische Gedankengut der Historiker Frederick Jackson Turner, Vernon Louis Parrington und Charles A. Beard fand in breitesten Kreisen Amerikas Unterstützung, [...]

    Doch obwohl keine prominente Gestalt auf dem Plan erschien, um für die Geschichte das zu tun, was Ward für die Soziologie, Vehlen für die Wirtschaftswissenschaft und Holmes für das Rechtswesen getan hatten, gab es doch drei Gelehrte, die der Geschichte den unauslöschlichen Stempel ihrer Persönlichkeit aufdrückten und deren Gedankengut in breitesten Kreisen Unterstützung fand und einen Einfluß weit über die Grenzen der Geschichtswissenschaft hinau ausübten: Frederick Jackson Turner, Vernon Louis Parrington und Charles A. Beard.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 106 17-21


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 106, Zeilen: 17-21
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 38-39, Zeilen: S.38,23 - S.39,6
    <br />

    [...] zum anderen setzte sich im Zeitalter des Populismus und im intellektuellen Klima des Progressive Movement ein „muckraking spirit" durch, jener damals fast zwanghafte Drang, konspirative Machenschaften zu entlarven und so, direkt oder auf Umwegen, auf Reformen im öffentlichen Leben hinzuwirken.

    Schwerer nachzuweisen, aber darum nicht weniger real und wirkkräftig war das in mancher Hinsicht

    vom Populismus gefärbte intellektuelle Klima des Progressive Movement - uberspitzt ausgedruckt: der in die Geschichte zurückgewandte „muckraking spirit", jener damals so starke, fast zwanghafte Drang, konspirative Machenschaften zu entlarven und so, direkt oder auf Umwegen, auf Reformen im öffentlichen Leben hinzuwirken.

    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Drhchc


  • Mm/Fragment 106 21-28


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 106, Zeilen: 21-28
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 39, Zeilen: 10-18
    Zweierlei war diesen Anstößen und Erfahrungen gemeinsam: Erstens die Konfliktorientierung als durchgängiges Erklärungsmuster für historisch-gesellschaftliche Prozesse (Parrington), und zweitens die Präokkupation mit ökonomischen Interessen (Beard). Als Reaktion auf die vorangegangene, allzusehr zum Mythologisieren und Idealisieren neigende Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts war diese neue Sicht verständlich. Als geschichtliche Interpretation bot dieser Blickwinkel allerdings nur eine neue Verzerrung der Perspektive an, setzte eine Einseitigkeit gegen eine andere.[FN 163]

    [FN 163: Siehe hierzu: E. Angermann: Die Revolution im Spiegelder Geschichte, (Kap.: „New History", Progressive Historians), a.a.O., S. 38 ff.; H. R. Guggisberg: Sozialpolitisches Engagement in der amerikanischen Historiographie des 20. Jahrhunderts, in: H. R. Guggisberg: Alte und Neue Welt in historischer Perspektive: Sieben Studien zum amerikanischen Geschichts- und Selbstverständnis, Bern/Frankfurt/M. 1973, S. 120-150; Lee Benson: Turner and Beard: American Historical Writing Reconsidered, Glencoe, 111., 1960; James Harvey Robinson: The New History: Essays Illustrating the Modern Historical Outlook, New York 1912, (Springfield, Mass., 1958; Nachdruck).]

    Zweierlei war allen diesen Anstoßen und Erfahrungen gemeinsam:

    erstens die Präokkupation mit wirtschaftlichen Interessen, seien sie persönlich oder klassenbedingt, und zweitens die Konfliktorientierung als durchgängiges Erklärungsmuster für historisch-gesellschaftliche Prozesse. Beides war verständliche Reaktion auf die vorangegangene, allzusehr zum Mythologisieren, Idealisieren, Schönen neigende Geschichtsschreibung des neunzehnten Jahrhunderts; es war damit notwendige Korrektur und Bereicherung. Auf kürzere Sicht war es aber auch ungute Verzerrung der Perspektive, setzte eine Einseitigkeit gegen eine andere.

    Anmerkungen

    Besser läßt sich fast nicht demonstrieren, was Verschleierung ist: Mm übernimmt die Punkte der ursprünglichen Aufzählung wortwörtlich, vertauscht dabei einfach nur die Reihenfolge. <br/> Fußnote 163 verweist unter vielen anderen auf die Quelle, ohne aber zu spezifizieren, woher die aktuellen Ausführungen genau stammen - Kennzeichnungen der wortwörtlich übernommenen Passagen unterbleiben.<br/>Ein Spezifikum von Mm: "Name-dropping" - das Ergänzen von Personennamen, welche in der Vorlage nicht genannt werden. Hier besteht noch weiterer Klärungsbedarf.

    Sichter
    Drhchc


  • Mm/Fragment 106 29-44


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Klicken
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 106, Zeilen: 29-44
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 376-377, Zeilen: S.376,18-28 - S.377,1-9
    Oberflächlich betrachtet, schienen Turner, Parrington und Beard an Charakter und Interessen grundverschieden. Turner, der aus Wisconsin stammte, war schlicht, gelehrt, vorsichtig, schrieb fragmentarisch über die Grenze und den Partikularismus und bildete ein Heer von Schülern heran, die die gesamte amerikanische Geschichte auf die Formel der Frontier (Grenze) brachten. Parrington lehrte an der University of Oklahoma, war wohlhabend, wählerisch, aristokratisch, ein Moralist, der die Geschichte als einen Kampf zwischen den Mächten der Finsternis und denen des Lichtes ansah. Er schrieb im Laufe seines Lebens ein einziges Monumentalwerk: „Main Currents in American Thought"(1927). Beard, Professor der Columbia Universität, scharfsinnig, forschend und kritisch, dessen Verstand auf fast allen Gebieten der Geschichte ausgebildet war, dessen Energie die Grenzen der Geisteswissenschaften durchbrach und sich über weite Gebiete des öffentlichen Lebens ergoß, verwarf schließlich seine ursprüngliche Überzeugung und Idee einer historischen Wissenschaft und nahm Zuflucht zu einer Art Neotranszendentalismus. Allen drei Historikern gemeinsam war jedoch ihre Herkunft aus dem Mittelwesten,[...] [FN 164]

    [FN 164: In Anlehnung an: The Progressive Historians, Turner, Beard, Parrington, a.a.O., S. 41-43, und H. S. Commager, op. cit., S. 376-378.]

    Oberflächlich betrachtet, schienen Turner, Parrington und Beard an Charakter und Interessen grundverschieden. Turner - schlicht, gelehrt, vorsichtig, der Historiker der Historiker, wie Veblen der Ökonom der Ökonomen war - schrieb fragmentarisch über die Grenze und den Partikularismus und bildete ein Heer von Schülern heran, welche die gesamte amerikanische Geschichte auf die Formel der Grenze brachten. Parrington - wohlhabend, wählerisch, aristokratisch und zurüchgezogen, ein Moralist, der in der Geschichte einen Kampf zwischen den Mächten der Finsternis und denen des Lichtes sah, errichtete im Laufe seines ganzen Lebens ein einziges Monumental mit wohlausgewogenen Umrissen, verschlungener und reicher Verzierung, strahlenden und leuchtenden Farben. Beard - scharf, forschend, herrisch und gebieterisch-, dessen forschender Verstand sich auf fast allen Gebieten der Geschichte ausgebildet hatte, dessen überschäumende Energie die Grenzen der Sozialwissenschaften durchbrach und sich über weite Gebiete des öffentlichen Lebens ergoß, verwarf schließlich die Idee einer historischen Wissenschaft und nahm Zuflucht zu einer Art Neotranszendentalismus.

    Dennoch hatten diese drei Gelehrten vieles gemeinsam. Sie stammten alle aus demselben Mittelwesten, [...]

    Anmerkungen

    Ein völlig neuer Zitiertypus: "In Anlehnung an" - in der Interpretation der Autorin heißt das wohl: "wortwörtliche Übernahme mit einigen wenigen Auslassungen und alternativen Formulierungen und einem leicht abgewandelten Satzbau." Die Eigenleistung besteht lediglich im Hinzufügen der Universitäten, an denen zwei der drei Historiker gelehrt haben, bzw. des Bundesstaats, in welchem Turner geboren wurde.

    Sichter


  • Mm/Fragment 107 02-06


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 107, Zeilen: 2-6
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 229-230, Zeilen: S.229,41-42 - S.230,1-4
    [...] mit der Hervorhebung der eigentümlichen Bedingungen der Neuen Welt, die die geschichtliche Entwicklung und besonders das historische Bewußtsein der Amerikaner geprägt hatten. Dazu zählten das Erlebnis des pionierhaften Vordringens und der dynamischen Expansion der Zivilisation in den offenen Westen. Daß sie ungleich stärker, unmittelbarer und nachhaltiger als in Europa das politische und soziale Bewußtsein durchdrang, hing mit der Rolle zusammen, die ein dritter, ganz in den eigenständigen Bedingungen der Neuen Welt verwurzelter Faktor der geschichtlichen Entwicklung spielte: das Erlebnis des pionierhaften Vordringens, der dynamischen Expansion der Zivilisation in den offenen Westen.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 107 15-23


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 107, Zeilen: 15-23
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 230, Zeilen: 4-12
    [...] doch die unübersehbare Frontierliteratur, die daraus erwachsen war und auch das europäische Bild von der Neuen Welt beeinflußt hatte, ist in sich ein politisch-ideologischer Faktor ersten Ranges geworden. Besonders in Turners Werk fand das Doppelkonzept der Aufklärung Rousseauscher Prägung in seiner durchaus zwiespältigen Profilierung Ausdruck: Auf der einen Seite als Ausbreitung der durch die Vernunft geleiteten und vollendeten Zivilisattion im Dienste des Fortschritts der Menschheit, auf der anderen Seite als romantisch-agrarische Idee einer Rückkehr zur reinen, unverdorbenen Natur als dem tiefsten Quell progressiver Vitalität.[FN 168]

    [FN 168: Vgl. K. D. Bracher: Der „Frontier-Gedanke": Motiv des amerikanischen Fortschrittsbewußtseins. Ein ideologienkritischer Versuch, Zeitschrift für Politik, vol. 2, (1955), S. 230.]

    Die unübersehbare Frontierliteratur, die daraus erwuchs und auch das europäische Bild von der Neuen Welt beeinflußte, ist in sich ein politisch-ideologischer Faktor von erster Bedeutung geworden. In ihr gewann das Doppelkonzept der Aufklärung Rousseauscher Prägung in seiner durchaus zwiespältigen Profilierung Ausdruck: Ausbreitung der durch die Vernunft geleiteten und vollendeten Zivilisation im Dienste des Fortschritts der Menschheit, auf der anderen Seite die romantisch-sentimentale Idee von einer Rückkehr zur reinen, unverdorbenen Natur als dem tiefsten Quell fortschrittsträchtiger Vitalität.
    Anmerkungen

    Es handelt sich um ein fettes Zitat mit unwesentlichen Abänderungen - die Frage stellt sich natürlich, warum Mm diese durchgeführt hat; die Quelle wird auch in einer Fußnote angegeben. Aber: das Zitat ist nicht als solches gekennzeichnet, Passagen des Originalwerks werden im Wortlaut auch vorher und nachher gebracht, dann allerdings ohne (oder nur mit unzulänglichem) Quellenverweis. Fazit: die Gedanken des Doktorvaters sind für den Leser/die Leserin nicht mehr von denen der Autorin zu unterscheiden.

    Sichter


  • Mm/Fragment 107 23-27


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 107, Zeilen: 23-27
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 230-231, Zeilen: S. 230, 37-40 - S. 231, 4-6
    [FN 168] Auf seinen aufsehenerregenden Vortrag „The Significance of the Frontier in American History", 1893)[FN 169] gründen sich schließlich Ruhm und Einfluß Turners auf eine ganze Generation von Historikern, die seine These dann erst in eine konkrete Darstellung der Frontierbewegung umsetzten.

    [FN 168: Vgl. K. D. Bracher: Der „Frontier-Gedanke": Motiv des amerikanischen Fortschrittsbewußtseins. Ein ideologienkritischer Versuch, Zeitschrift für Politik, vol. 2, (1955), S. 230.]

    [FN 169: Der Vortrag ist abgedruckt in: F. J. Turner: The Frontier in American History, New York 1920.]

    Am wichtigsten bleibt Turners aufsehenerregender Vortrag vor der amerikanischen Historikervereinigung: „The Significance of the Frontier in American History"[FN 2]. Auf diesen Essay von 1893 gründen sich sein Ruhm und sein fortwirkender Einfluß. [...] vermochte, eine ganze Generation von Historikern, die seine These dann erst in eine konkrete Darstellung der Frontierbewegung umsetzten.

    [FN 2: Zitiert wird im folgenden nach dem Sammelband: Frederick Jackson Turner, The Frontier in American History. New York 1920.]

    Anmerkungen

    Hinweise auf die Quelle sind im Umfeld vorhanden, aber nicht da, wo sie "hingehören". Die zitierten Sätze sind hier nicht als solche kenntlich gemacht.

    Sichter


  • Mm/Fragment 107 37-39


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 107, Zeilen: 37-39
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 379, Zeilen: 34-36
    Gleichzeitig interpretierte Turner aber das Vorrücken der Grenze als eine fortlaufende Abkehr vom europäischen Einfluß, ein ständiges Wachstum der Unabhängigkeit nach amerikanischen Begriffen. „[...] Das Vorrücken der Grenze bedeutete eine fortlaufende Abkehr vom europäischen Einfluß, ein ständiges Wachstum der Unabhängigkeit nach amerikanischen Begriffen. [...]"
    Anmerkungen

    Auch das entspricht wieder wortwörtlich der deutschen Übersetzung eines amerikanischen Autors, welche sich in Commager (1952) findet. Wieder ohne Quellenverweis oder Kenntlichmachung des Zitats.

    Sichter


  • Mm/Fragment 107 39-43


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 107, Zeilen: 39-43
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 231, Zeilen: 12-17
    Hierbei wurde freilich des öfteren kritisch angemerkt, daß seine Frontierthese durch eine innere Zwiespältigkeit und Widersprüchlichkeit gekennzeichnet sei: zentralistische und föderalistische, idealistische und ökonomistische, progressivistische und zivilisationskritische Anschauungen würden unvermittelt nebeneinander stehen, die theoretisch-philosophisch ungenügend abgestützt seien.[FN 171]

    [FN 171: Vgl. K. D. Bracher, op. cit., S. 231,233,235. Siehe ferner: Warren I. Susman: The Useless Past: American Intellectuals and the Frontier Thesis, 1910-1930, Bucknell Review, vol. 11, (1963), S. 1-20.]

    Da Turner sein Leben lang um dieses sein einziges Erklärungsprinzip amerikanischer Geschichte gerungen hat, stößt eine Analyse seiner Frontierhypothese auf Schwierigkeiten. Kennzeichnend ist ihre innere Zwiespältigkeit und Widersprüchlichkeit: zentralistische und föderalistische, idealistische und ökonomistische, progressivistische und zivilisationskritische Anschauungen stehen unvermittelt nebeneinander.
    Anmerkungen

    Hier wird zwar der Autor des Gedankens genannt - die übernommenen Passagen sind aber nicht gekennzeichnet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 108 01-03


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 108, Zeilen: 1-3
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 231, Zeilen: 20-26
    [Auch Turners Terminologie gab Anlaß zu Kritik durch die definitorische Gleichsetzung eines Konglomerats von] Begriffen wie: progress, development, evolution, process, expansion, advance, movement, rise, mobility, fluidity, waves, adaptation, adjustment, transformation, consolidation, stages, civilization, [...] Auch eine Zusammenstellung der Schlüsselworte der Turnerschen Terminologie gibt einen Eindruck von den verschiedenartigen

    traditionellen und theoretischen Elementen, von der synthetischen Schwäche jener These. In fast auswechselbarer Folge dominieren hier Begriffe wie: progress, development, evolution, process, expansion, advance, movement, rise, mobility, fluidity, waves, adaptation, adjustment, transformation, consolidation, stages, an der Spitze der schillernde Terminus „civilization" selbst.

    Anmerkungen

    ... eine identische Liste ...

    Sichter


  • Mm/Fragment 108 04-07


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 108, Zeilen: 4-7
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 231, Zeilen: 32-35
    Turner setzte Entwicklung einfach mit Fortschritt gleich, identifizierte das Gesetz der Kontinuität und Entwicklung als die spezifisch-progressive Erfahrung von Frontier zu Frontier und definierte blindlings den amerikanischen Fortschrittsprozeß als Fortführung des Weltfortschritts:[FN 172]

    [FN 172: Siehe R. Hofstadter: The Progressive Historians, (Kap.: Frontier and Section and the Usable Past, und: The Frontier as an Explanation), a.a.O., S. 84-164; K. D. Bracher, op. cit., S. 231.]

    Hier wird Entwicklung einfach mit Fortschritt identifiziert: das Gesetz der Kontinuität und Entwicklung, das Turner in der Übertragung der Erfahrungen von Frontier zu Frontier wie in aller Geschichte wirksam sieht, bedeutet Fortschritt, im besonderen amerikanischen Fall Fortführung des Weltfortschritts.
    Anmerkungen

    Auch wenn Bracher in der Fußnote erwähnt wird, bleibt unklar, dass der vorwiegende Anteil dieser Passage von ihm stammt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 108 28-33


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 108, Zeilen: 28-33
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 232, Zeilen: 37-43
    Turner erkannte den europäischen Einfluß nur für die frühe amerikanische Geschichte an. In der Eigenart der amerikanischen Grenze sah er auch die Eigenart des amerikanischen Fortschritts verwurzelt. Eindeutig haftete der Turnerschen Frontierideologie ein nationalistischer Akzent an, gestützt auf das Gefühl des Pionierdaseins, mehr selbst geschaffen als ererbt zu haben, auf eine Wendung also gegen die Alte Welt wie gegen die ihr näher verbundenen Oststaaten. [...][FN 174]

    [FN 174: In Anlehnung an H. S. Commager, op. cit., S. 380 f.; K. D. Bracher, op. cit , S. 234-236.]

    Die Eigenart der amerikanischen Frontier ist die Eigenart des amerikanischen Fortschritts. Der Frontierideologie bis zum

    wissenschaftlichen Endpunkt Turner ist ein nationalistischer Akzent eigen. Sie stützt sich auf das Gefühl des Westpioniers, mehr selbst geschaffen als ererbt zu haben — auf eine Wendung also gegen die Alte Welt wie gegen die ihr näher verbundenen Oststaaten. Turner erkennt den europäischen Einfluß nur für die frühe amerikanische Geschichte an.

    Anmerkungen

    Die Reihenfolge der Sätze ist umgestellt - sie sind aber gegenüber der Vorlage kaum verändert. Eine Kennzeichnung, dass es sich um ein Zitat handeln könnte, fehlt. Der - kryptische - Hinweis auf die Quelle erfolgt erst auf der nächsten Seite.

    Sichter


  • Mm/Fragment 108 37-39


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 108, Zeilen: 37-39
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 234, Zeilen: 7-8
    Andererseits war der Frontieridealismus auch eine demokratische Ideologieformel: über die Frontierideologie konnten alle Amerikaner ohne Unterschied an den Fortschritten ihres Landes beteiligt werden, [...] Es war eine demokratische Ideologieformel: über die Frontier wurden alle Amerikaner ohne Unterschied an den Fortschrittsakten ihres Landes beteiligt [...]
    Anmerkungen

    Wieder eine fast wörtlicher Übernahme einer Aussage des Doktorvaters K. D. Bracher ohne Nennung der Herkunft. Die nachfolgende (Teil-)These wird auch übernommen, allerdings in paraphrasierter Form (wobei die Paraphrasierung dann auch wieder nicht von Mm, sondern von Commager stammt)

    Sichter


  • Mm/Fragment 108 39-41


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 108, Zeilen: 39-41
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 381, Zeilen: 2-5
    [...] sie gab jeder neuen Generation die gleiche Chance, machte aus jedem Amerikaner einen Mitarbeiter und die Mitarbeit zur beständigen Mentalitätsausrichtung. [...][FN 174]

    [FN 174: In Anlehnung an H. S. Commager, op. cit., S. 380 f.; K. D. Bracher, op. cit., S. 234-236.]

    Sie gab jeder neuen Generation die gleiche Chance, machte aus jedem Amerikaner einen Mitarbeiter und die Mitarbeit zur beständigen Einrichtung.
    Anmerkungen

    Passage ist nicht als Zitat gekennzeichnet, eine "unscharfe" Literaturangabe erfolgt erst am Ende des Absatzes auf der nächsten Seite.

    Sichter


  • Mm/Fragment 108 41-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 108, Zeilen: 41-44
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 234, Zeilen: 14-17
    Frontier ermöglichte als Sicherheitsventil die wirtschaftliche Unruhe, war gleichzeitig Soziallaboratorium, Demokratisierungsfaktor und Antrieb für individuelle, soziale, psychologisch-geistige Eigengestaltung. Frontier bedeutete Sicherheitsventil für die wirtschaftliche Unruhe, Soziallaboratorium, Demokratisierungsfaktor, Antrieb für individuelle, soziale, psychologisch-geistige Eigengestaltung.
    Anmerkungen

    ... und jetzt wieder ein bisschen Bracher im Originalwortlaut ... (das "Patchworking" wird fortgesetzt)

    Sichter


  • Mm/Fragment 108 47-49


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 108, Zeilen: 47-49
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 235, Zeilen: 6-12
    Gewiß muß aber bei einer Beurteilung der Turnerschen Geschichtsinterpretation betont werden, daß die klassische Frontierperiode endgültig vorbei war. 1890, drei Jahre vor Turners berühmtem Vortrag, hatte bereits der offizielle Zen[susbericht festgestellt, daß bis einschließlich 1880 das Land eine Siedlungsgrenze besessen habe, daß aber nunmehr das unbesiedelte Gebiet von einzelnen Siedlungsinseln derartig durchbrochen wäre, daß man kaum noch von einer Grenzlinie sprechen könnte.] Eine Gesamtbeurteilung muß aber vor allem bedenken, daß Turner zu einem Zeitpunkt hervortrat, als die klassische Frontierperiode endgültig Vergangenheit war. Hatte doch 1890, drei Jahre vor Turners Vortrag, der offizielle Zensusbericht festgestellt, daß „bis einschließlich 1880 das Land eine Siedlungsgrenze besessen habe, daß aber gegenwärtig das unbesiedelte Gebiet von einzelnen Siedlungsinseln derartig durchbrochen wird, daß man kaum noch von einer Grenzlinie sprechen kann".
    Anmerkungen

    Ohne Kennzeichnung wörtlich aus einer Jahrzehnte alten Arbeit des Doktorvaters übernommen. Auf der nächsten Seite geht es weiter.

    Sichter


  • Mm/Fragment 109 01-08


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 109, Zeilen: 1-8
    Quelle: Bracher 1955
    Seite(n): 235, Zeilen: 8-15
    [1890, drei Jahre vor Turners berühmtem Vortrag, hatte bereits der offizielle Zen]susbericht festgestellt, daß bis einschließlich 1880 das Land eine Siedlungsgrenze besessen habe, daß aber nunmehr das unbesiedelte Gebiet von einzelnen Siedlungsinseln derartig durchbrochen wäre, daß man kaum noch von einer Grenzlinie sprechen könnte. Das Werk Turners und seiner Schüler resümierte im Grunde genommen eine zu Ende gegangene Phase inneramerikanischer Expansion und sollte sich fortan ernsten Übergangskrisen und einer Zukunft gegenübersehen, die eine neue Interpretation des Fortschritts- und Kontinuitätsprinzips fordern würde.[FN 174]

    [FN 174: In Anlehnung an H. S. Commager, op. cit., S. 380 f.; K. D. Bracher, op. cit , S. 234-236.]

    Hatte doch 1890, drei Jahre vor Turners Vortrag, der offizielle Zensusbericht festgestellt, daß „bis einschließlich 1880 das Land eine Siedlungsgrenze besessen habe, daß aber gegenwärtig das unbesiedelte Gebiet von einzelnen Siedlungsinseln derartig durchbrochen wird, daß man kaum noch von einer Grenzlinie sprechen kann". Das Werk Turners und seiner Schüler resümierte eine zu Ende gegangene Periode inneramerikanischer Expansion und sah sich ernsten Übergangskrisen und einer Zukunft gegenüber, die eine neue Interpretation des Fortschritts- und Kontinuitätsprinzips fordern würde.
    Anmerkungen

    Wörtlich übernommen, aber nicht kenntlich gemacht. Die Quelle wird in der Fußnote eher versteckt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 109 17-19


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 109, Zeilen: 17-19
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 382, Zeilen: 32-35
    Er war aber keineswegs davon überzeugt, daß jene Ideale aus der amerikanischen Umgebung und geschichtlichen Erfahrung entstanden seien; ebensowenig von ihrer Widerstandsfähigkeit gegen die Einflüsse der Alten Welt. Er war aber keineswegs überzeugt, daß jene Ideale aus der amerikanischen Umgebung und geschichtlichen Erfahrung entstanden waren; ebensowenig von ihrer Widerstandsfähigkeit gegen die Einflüsse der Alten Welt.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 109 26-35


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 109, Zeilen: 26-35
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 383, Zeilen: 12-27
    Doch war Parrington ungeachtet seines scheinbaren Provinzialismus, seiner Treue zum Mittleren Westen in jeder Hinsicht ein kultivierter Gelehrter. Vertraut nicht nur mit dem literarischen und philosophischen Gedankengut Amerikas, sondern auch Englands und des europäischen Kontinents, verfiel er nicht dem Irrtum, die geistige Entwicklung Amerikas als Einzelerscheinung für sich selbst zu interpretieren. Als Historiker wußte er, daß Ideen eine weit zurückreichende Entstehungsgeschichte haben; wie schöpferisch auch die amerikanische Frontier an Praktiken und Einrichtungen sein mochte, wie sehr auch die Frontier politischen oder wirtschaftlichen Druckmitteln widerstehen mochte, Ideen waren letztendlich unaufhaltsam.[FN 177]

    [FN 177: Nach H. S. Commager, op. cit., S. 383 f.]

    Doch war Parrington ungeachtet seines scheinbaren Provinzialismus, seiner Identität mit und seiner Treue zum Mittleren und Fernen Westen in jeder Hinsicht ein feinsinnigerer und kultivierterer Gelehrter als der schlichte Historiker der Grenze. Er war nicht nur mit dem Gesamtverlauf des Denkens und der Literatur Amerikas, sondern auch Englands und des europäischen Kontinents vertraut, in Philosophie und Kunst, Soziologie und Wirtschaft ebenso gründlich eingedrungen wie in Geschichte und Literatur, und verfiel nie dem Irrtum, die geistige Entwicklung Amerikas als Einzelerscheinung für sich selbst zu interpretieren. Er war der Historiker der Ideen, und er wußte, daß Ideen eine weit zurückreichende Entstehungsgeschichte haben, wie schöpferisch auch die Grenze an Gewohnheiten, Praktiken und Einrichtungen sein mochte; wie sehr auch die Grenze politischen oder wirtschaftlichen Druckmitteln widerstehen mochte, Ideen verbreiten sich wie der Wind.
    Anmerkungen

    Diesmal soll ein "Nach" die wortwörtlichen Übernahmen vertuschen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 109 41-45


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 109, Zeilen: 41-45
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 384, Zeilen: 11-15, 18-19
    Er war aufgeschlossener als viele andere bedeutende Historiker für die Wechselwirkung zwischen europäischem und amerikanischem Denken und widmete sich sowohl der Amerikanisierung importierter Ideen wie auch dem Einfluß dieser Ideen auf den amerikanischen Geist. Entscheidend für ihn war, das Prinzip der natürlichen [Auswahl und die Folge der Ideenverpflanzung zu verstehen; [...][FN 179]]

    [FN 179: Vgl. Robert A. Skotheim/Kermit Vanderbilt: Vernon Louis Parrington: The Mind and Art of a Historian of Ideas, Pacific Northwest Quarterly, vol. 53, (1962), S. 102 ff.; H. S. Commager, op. cit., S. 384.]

    Aufgeschlossener als alle anderen bedeutenden Historiker für die Wechselwirkung zwischen europäischem und amerikanischem Denken, widmete er sich ebenso sehr der Amerikanisierung importierter Ideen als dem Einfluß dieser Ideen auf den amerikanischen Geist. [...] wichtig war, das Prinzip der natürlichen Auswahl und die Folge der Ideenverpflanzung zu verstehen; [...]
    Anmerkungen

    Die Stelle ist nicht als Zitat gekennzeichnet, der Literaturnachweis erfolgt am Ende des Absatzes auf der folgenden Seite und wird dann noch durch die Nennung eines weiteren Werks verschleiert.

    Sichter


  • Mm/Fragment 110 01-09


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 110, Zeilen: 1-9
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 384, Zeilen: 18-28
    [Entscheidend für ihn war, das Prinzip der natürlichen] Auswahl und die Folge der Ideenverpflanzung zu verstehen; denn einmal in amerikanischen Boden verpflanzt, würden die europäischen Ideen an verschiedenen Orten Wurzeln schlagen und das Denken der Amerikaner anregen, würden sie Gedankenspiele für neue utopische Abenteuer und geistige Fortschritte für neue politische Experimente liefern. Von „eminent liberalisierender" Wirkung erschienen sie Parrington dem heimischen Idealismus Auftrieb und Gestalt zu verleihen und zur Summe der sozialen Erfahrungen beizutragen. Amerika sah er als das Kind zweier Kontinente an, das in seiner spezifischen Art und Weise durch keinen von beiden ausschließlich erklärt werden könnte.[FN 179]

    [FN 179: Vgl. Robert A. Skotheim/Kermit Vanderbilt: Vernon Louis Parrington: The Mind and Art of a Historian of Ideas, Pacific Northwest Quarterly, vol. 53, (1962), S. 102 ff.; H. S. Commager, op. cit., S. 384.]

    [...]; wichtig war, das Prinzip der natürlichen Auswahl und die Folge der Ideenverpflanzung zu verstehen; denn

    „in amerikanischen Boden verpflanzt, schlugen diese kräftigen Schößlinge aus europäischen Baumschulen Wurzel und gediehen an geeigneten Orten, regten das amerikanische Denken an, lieferten Programme füt neue utopische Abenteuer und die geistige Sanktion neuer staatspolitischer Experimente. Von eminent liberalisierender Wirkung, verliehen sie unserem heimischen Idealismus Auftrieb und Gestalt und trugen viel, zur Summe unserer sozialen Erfahrung bei. Amerika, das Kind zweier Kontinente, kann in seinen bezeichnenden Zügen durch keinen von beiden ausschließlich erklärt werden."

    Anmerkungen

    Zwei Worte im gesamten Abschnitt sind als echtes Zitat gekennzeichnet. Dass der Rest aus wörtlichen Übernahmen aus einer deutschen Übersetzung eines Parringtonschen Textes besteht, welche sich in Commager (1952) finden lassen (dort allerdings zwar als Zitat gekennzeichnet aber auch ohne Angabe der Quelle), wird nirgends ersichtlich. Die Leistung von Mm besteht in der Neuzusammensetzung der einzelnen Textbausteine.

    Sichter


  • Mm/Fragment 110 10-13


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 110, Zeilen: 10-13
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 385, Zeilen: 1-6
    Parrington zählte zu den wenigen amerikanischen Historikern, die eine Geschichtsphilosophie entwickelten, die Rankes Auffassung ablehnte, daß die Aufgabe des Historikers sich auf die Ansammlung von Tatsachen beschränke und man diese Aufgabe vollkommen unparteiisch erfüllen könne. Parrington war einer der wenigen amerikanischen Historiker, der eine Geschichtsphilosophie entwickelt hatte; sein ganzes Werk war eine Ablehnung jener auf von Ranke zurückgehenden Auffassung, daß die Aufgabe des Historikers sich auf die Ansammlung von Tatsachen beschränke und man diese erbauliche Aufgabe vollkommen unparteiisch erfüllen könne.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 110 14-16


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 110, Zeilen: 14-16
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 385, Zeilen: 13-16
    Er interpretierte die amerikanische Ideengeschichte als einen Kampf zwischen den Kräften der Freiheit und den Verfechtern von Vorrechten, und er ergriff in dieser Auseinandersetzung eindeutig Partei: Er interpretierte die amerikanische Geistesgeschichte als einen Kampf zwischen den Kräften der Freiheit und den Verfechtern von Vorrechten, und er ergriff in diesem Kampfe entschieden Partei.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 110 18-24


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 110, Zeilen: 18-24
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 385, Zeilen: 22-27, 31-33
    In seinen Büchern wurden alle Entscheidungsschlachten der amerikanischen Geschichte noch einmal geschlagen: der ideologische Fortschrittsdisput zwischen Theokratie und Unabhängigkeit, Föderalismus und Republikanern, Sklaverei und Freiheit, Frontier und Küste, Populisten und Kapitalisten, Arbeiterschaft und Industrie. Von Anfang an hatte Parrington die Tradition des Liberalismus, Progressivismus und der Rebellion als die politisch-philosophische Tradition des amerikanischen Denkens deklariert.[FN 181]

    [FN 181: Nach H. S. Commager, op. cit.. Vgl. auch A. A. Ekirch: Parrington and the Decline of American Liberalism, American Quarterly, vol. 3, (1951), S. 295-308.

    [...]; in seinen Büchern wurden alle Entscheidungsschlachten der amerikanischen Geschichte noch einmal geschlagen: der Kampf zwischen Theokratie und Unabhängigkeit, Föderalismus und Republikanern, Sklaverei und Freiheit, Grenze und Küste, Agrariern und Kapitalisten, Arbeiterschaft und Industrie.

    [...]

    Die große Tradition des amerikanischen Denkes war nach Parrington die Tradition des Liberalismus und der Rebellion; [...]

    Anmerkungen

    Jetzt endlich erwähnt Mm einmal die Quelle, aus der sie hier geschöpft hat.

    Sichter


  • Mm/Fragment 111 18-22


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 111, Zeilen: 18-22
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 38, Zeilen: 17-23
    Die Anregungen kamen zum Teil aus Europa und führten auf den historischen

    Materialismus zurück; zum Teil waren sie aber auch amerikanischen Ursprungs, geprägt von philosophischem Antiformalismus (William James), progressivem Instrumentalismus (John Dewey) und einem extremen Populismus (Henry George).[FN 190]

    Die Anregungen kamen zum Teil aus Europa und führten auf den Historischen Materialismus,

    aber auch auf Karl Lamprecht zurück, zum Teil waren sie amerikanischen Ursprungs, wobei die sozial-, politik- und rechtswissenschaftlichen Nachbardisziplinen eine kaum geringere Rolle gespielt zu haben scheinen als der Aufweis sozialer und regionaler Konflikte durch die Historikerschule Frederick Jackson Turners

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 111 23-43


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Klicken, NablaOperator, Drhchc, Nerd wp, Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 111, Zeilen: 23-43
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 41-42, Zeilen: S.41,11-29.103-109 - S.42,1-7
    Viel nachdrücklicher als bei allen Progressive Historians wurde der dem Progressive Movement kongeniale Trend zu einer einseitig ökonomischen, an einem konstruierten Klassenkonflikt orientierten Betrachtungsweise 1913 verstärkt, als Beards aufsehenerregendes Buch „An Economic Interpretation of the Constitution of the United States" erschien.[FN 191] Im wesentlichen lief Beards These darauf hinaus, daß die Mitglieder des Verfassungskonvents von 1787 — fast ausnahmslos Angehörige der besitzenden Schichten und Verwalter von Staatspapieren — aus Klassenmotiven heraus eine eigentumsfreundliche, freiheitlich-demokratischen Bestrebungen eher fernstehende, sozial-konservative Verfassung verabschiedet hätten, die eine kleine grundbesitzende Elite auf Kosten der Masse der agrarischen Bevölkerung begünstigte. Indem er die Besitz- und Klassenvorstellung radikaler Progressivisten und Populisten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in die Revolutionszeit zurückprojizierte, entging Beard freilich die für die Gründungsphase so gut wie selbstverständliche Identifikation von Eigentums- und Freiheitsrechten. Aus dieser historisch-politischen Verzerrung heraus konnte er in der Verfassung von 1787 statt einer Erfüllung und Konsolidierung der in der Revolution erstrittenen, Freiheit und Eigentum sichernden nationalen Rechtsordnung nur eine Art konterrevolutionäres Instrument zur Unterdrückung demokratischer Bestrebungen sehen.[FN 192] Mit stichhaltigen Argumenten hat die spätere Forschung Beards Voraussetzungen, Quellengrundlagen und Deutungsmuster widerlegt.

    [FN 191: Charles A. Beard: An Economic Interpretation of the Constitution of the United States, New York 1913 (Neuausgabe: 1935 mit eigenen Standpunkt revidierender Einführung). Zur Kritik siehe: R. Hofstadter: Progressive Historians, a.a.O., S. 207 ff.; Robert E. Brown: Charles Beard and the Constitution: A Critical Analysis of „An Economic Interpretation of the Constitution", Princeton, N.J., 1956.]

    [FN 192: Siehe hierzu auch: E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte, (Kap.: „New History", Progressive Historians), a.a.O., S. 43 f. Ferner hierzu: Howard K. Beale (ed.): Charles A. Beard: An Appraisal, Lexington, Ky., 1954.]

    Viel nachdrücklicher als durch Becker wurde der dem Progressive Movement kongeniale Trend zu einer einseitig ökonomischen, an einem konstruierten Klassenkonflikt orientierten Betrachtungsweise 1913 verstärkt durch Charles Austin Beards aufsehenerregendes Buch 'An Economic Interpretation of the Constitution of the United States'.[FN 59] Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und einer etwas eigenwilligen Deutung von James Madisons politischer Interessenlehre (in Nummer 10 der 'Federalist Papers') läuft Beards These im wesentlichen darauf hinaus, daß die Mitglieder des Verfassungskonvents von 1787 — fast ausnahmslos Angehörige der besitzenden Schichten und Eigner "aufwertungsverdächtiger" Staatspapiere — aus klassen-, wenn schon nicht individualegoistischen Motiven eine eigentumsfreundliche, freiheitlich-demokratischen Bestrebungen eher abträgliche, sozialkonservative, eine kleine merkantile und grundbesitzende Elite auf Kosten der Masse der agrarischen Bevölkerung begünstigende Verfassung verabschiedet hätten. Indem er die Besitz- und Klassenvorstellungen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts in die Revolutionszeit zurückprojizierte, entging ihm die damals so gut wie selbstverständliche Identifikation von Eigentums- und Freiheitsrechten. Nur deshalb konnte er in der Verfassung von 1787 statt einer Erfüllung und Konsolidierung der in der Revolution erstrittenen, Freiheit und Eigentum sichernden Rechtsordnung im nationalen Rahmen eine Art von konterrevolutionärem Instrument zur Unterdrückung genuin demokratischer Bestrebungen sehen. Die spätere Forschung hat Beards Voraussetzungen, Quellengrundlagen und Interpretationen bis zur Unkenntlichkeit zerpflückt, ja mit guten Argumenten selbst seine intellektuelle Redlichkeit in Zweifel gezogen.

    [FN 59: Das Buch erschien zuerst 1913 in New York; die Neuausgabe von 1935 enthält eine für Wirkungsgeschichte und Revision seines Standpunktes wichtige Einführung Beards. Vgl. im übrigen Hofstadter: Progressive historians (s. Anm. 5), Pt. III, pp. 167-346, und Howard K. Beale (ed.): Charles A. Beard. An appraisal (Lexington, Ky., 1954); zur Kritik Robert E. Brown: Charles Beard and the Constitution. A critical analysis of „An economic interpretation of the Constitution" (Princeton, N.J., 1956) [...]]

    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 545-546.<br/> In Fußnote 192 erwähnt Mm die Vorlage, nimmt aber Bezug auf S.43 und nicht auf die hier benutzten Passagen der Seiten 41 und 42.

    Sichter


  • Mm/Fragment 112 01-07


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 112, Zeilen: 1-7
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 391, Zeilen: 16-23
    Vor allem der populistisch-progressive Hintergrund, daß die politischen Hauptfragen ökonomischer Natur und das Wesen der Politik Erwerb und Ausbeutung seien, daß Parteiversammlungen, Wahlreden und Kongreßdebatten sich nur vom Standpunkt von Klassen und Interessengruppen erklären ließen, bestätigte weitgehend jenes Festhalten an den wirtschaftlichen Grundlagen der Politik und an der ökonomischen Geschichtsauslegung, mit denen Beards Wirkungskreis eng verknüpft war. Dieser progressive Hintergrund erklärt weitgehend jenes Festhalten an den wirtschaftlichen Grundlagen der Politik und an der wirtschaftlichen Geschichtsauslegung, mit denen Beards Ruhm verknüpft ist. Daß die politischen Hauptfragen wirtschaftlicher Natur und das Wesen der Politik Erwerb und Ausbeutung waren; daß Parteiversammlungen, Wahlreden und Kongreßdebatten sich nur vom Standpunkt von Klassen und Interessengruppen erklären ließen - [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 113 18-22


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 113, Zeilen: 18-22
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 396, Zeilen: 20-24
    Freilich, Geschichte und Geschichtsschreibung war immer mehr oder weniger subjektiv, bruchstückhaft und nicht endgültig - wie fast alles im Leben - , aber wenn Geschichte überhaupt geschrieben werden sollte, so mußte man die Positionen Beards unberücksichtigt lassen und weitergehen. Daß die Geschichte subjektiv, bruchstückhaft und nicht endgültig war - wie fast alles im Leben - würde man gerne anerkennen, aber sollte Geschichte überhaupt geschrieben werden, so mußte man von hier aus weitergehen. Und Beard schien ebenso unfähig wie Henry Adams, weiterzugehen [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 113 29-37


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 113, Zeilen: 29-37
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 165, Zeilen: 4-12
    In seiner Essaysammlung „Winds of Doctrine" (1913), die die Evolutionstheorie und den Pragmatismus, den Determinismus und Irrationalismus gleichermaßen angriff, schrieb der in die USA emigrierte Philosoph und Literat George Santayana u.a., daß seine Zeitgenossen ihre Intelligenz versklavt hätten, und statt sie zu befreien, versuchen würden, ihr zu entgehen. Und da sie nicht moralisch unabhängig wären, könnten sie sich auch nicht zu einer leidenschaftslosen Betrachtung irdischer Dinge, des Lebens selbst und der Ambivalenz des technologischen Wandels und wissenschaftlichen Fortschritts durchringen. [...][FN 205]

    [FN 205: Vgl. George Santayana: Winds of Doctrine, New York 1913, passim.]

    In jenem bemerkenswerten Essay über „Die geistige Haltung der Zeit", der Evolution und Pragmatismus, Determinismus und Irrationalismus gleichermaßen angriff, schrieb George Santayana: „Da unsere Zeitgenossen ihre Intelligenz versklavt sahen, glaubten sie, die Intelligenz sei ihrem Wesen nach knechtisch; statt sie zu befreien, versuchen sie, ihr zu entgehen. Da sie selbst nicht genügend moralisch frei sind ... können sie sich nicht zu einer leidenschaftslosen Betrachtung irdischer Dinge, des Lebens selbst und der Evolution erheben; [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 116 01-06


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 116, Zeilen: 1-6
    Quelle: Müller 1950
    Seite(n): 320-321, Zeilen: S.320,36-37 - S.321,1-5
    Wie Bruder Brooks und später Oswald Spengler unterschied auch Henry Adams zwischen Kultur und Zivilisation. Kultur verkörperte für ihn die aufbauende, gestaltende, gläubige Phase der Geschichte, die gefolgt wurde von dem destruktiven Gegenlauf der Zivilisation, der sinnlosen, rohen Entfesselung stofflicher Energien, der Verwüstung, Verschwendung, Entformung, Entheiligung des Lebens.[...][FN 221]

    [FN 221: Vgl. Henry Adams: The Tendency of History, (Kap.: The Rule of Phase Applied to History), New York 1919, S. 172. Ferner siehe: Howard M. Munford: Henry Adams and the Tendency of History, New England Quarterly, vol. 32, (March 1959), S. 88.]

    Henry Adams (1838-1918), der pessimistische Geschichtsphilosoph, unterscheidet wie später Spengler zwischen Kultur und Zivilisation. Kultur ist die aufbauende, gestaltende, gläubige Phase der Geschichte, die gefolgt wird von dem destruktiven Gegenlauf der Zivilisation, der sinnlosen, rohen Entfesselung stofflicher Energien, der Verwüstung, Verschwendung, Entformung, Entheiligung des Lebens.
    Anmerkungen
    Sichter


  • Mm/Fragment 116 11-18


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 116, Zeilen: 11-18
    Quelle: Müller 1950
    Seite(n): 321, Zeilen: 9-19
    Er sah sich ganz und gar als Fremdling in einer Welt, wo die Verdichtung, Konzentration und konsequente Entwicklung gewaltiger mechanischer Energien, Kohle, Eisen, Dampfkraft, aber nicht der Seele, unaufhaltsam schienen und sich eine entscheidende Überlegenheit über die alten Elemente des Fleißes, Landwirtschaft, Handwerk, Bildung, verschafft hatten. Adams wand sich umsonst, um wieder einen Anknüpfungspunkt zu sehen; er konnte seine eigene Spur nicht mehr finden; er war ein unzeitgemäßer Träumer, ein versponnener Gelehrter geworden.[FN 222]

    [FN 222: Vgl. W. Ch. Ford (ed.), op. cit., S. 279.]

    Er [...] beschreibt seinen Eindruck nach der Rückkehr nach Amerika wie folgt: „Man konnte ahnen, wo die Macht lag, denn diese zehn Jahre hatten den großen mechanischen Energien - Kohle, Eisen, Dampfkraft - eine entscheidende Überlegenheit verschafft über die alten Elemente des Fleißes - Landwirtschaft, Handwerk, Bildung; die Wirkung dieser Revolution auf einen Überlebenden aus den 50er Jahren glich dem Benehmen eines getretenen Wurmes; er wand sich umsonst, um wieder einen Anknüpfungspunkt zu finden; er war ein Fremdling, ein Findling oder Bruchstück aus einem gescheiterten Schiff; ein unzeitgemäßer Träumer oder ein zigeunerhafter Gelehrter ... [...]"
    Anmerkungen

    Die Autorin übernimmt für ihre Charakterisierung eine Reihe von Formulierungen wörtlich, die sich in einer deutschen Übersetzung eines Textes von H.Adams in Müller (1950) finden lassen. Sie verweist dabei weder auf Müller noch auf Adams.

    Sichter


  • Mm/Fragment 116 40-45


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 116, Zeilen: 40-45
    Quelle: Müller 1950
    Seite(n): 275, Zeilen: 12-13, 15-22
    Seinen eigentlichen Ruhm erwarb Adams vor allem durch seine zwei außergewöhnlichen Werke „Mont-Saint-Michel and Chartres" (1904) und „The Education of Henry Adams: A Study in Twentieth Century Complexity" (1907). Beide zusammen bilden eine polare Einheit, die man seine Geschichtsphilosophie nennen dürfte (er selbst würde „Touristenphilosophie" sagen). Die „Education", eine rätselhaft anziehende Selbstbetrachtung in dritter Person, könnte mit Goethes [„Dichtung und Wahrheit" verglichen werden. [...][FN 229]]

    [FN 229: Vgl. G. E. Müller: Amerikanische Philosophie, (Kap.: Henry Adams), a.a.O., S. 274 ff.]

    So vergehen sechzig Jahre, da erscheinen die berückend schönen Werke, die seinen Ruhm begründen: [...] „Mont-Saint-Michel and Chartres", das andere „The Education of Henry Adams, A Study in Twentieth Century Complexity". Beide zusammen bilden eine polare Einheit, die man seine Geschichtsphilosophie nennen dürfte; er selbst würde sagen „Touristenphilosophie".

    Die „E r z i e h u n g", eine rätselhaft anziehende Selbstbetrachtung in dritter Person, ließe sich mit Goethes „Dichtung und Wahrheit" vergleichen.

    Anmerkungen

    Stelle ist nicht als Zitat gekennzeichnet. Quellennachweis erfolgt am Ende des langen Absatzes mit "Vgl.". Ist das noch als Bauernopfer zu werten?

    Sichter


  • Mm/Fragment 117 01-12


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 117, Zeilen: 1-12
    Quelle: Müller 1950
    Seite(n): 275, 276, 277, Zeilen: S.275,20-28 + S.276,10-13.17-19 + S.277,1-3.5-6
    [Die „Education", eine rätselhaft anziehende Selbstbetrachtung in dritter Person, könnte mit Goethes] Dichtung und Wahrheit" verglichen werden. Aber während Goethes Leben groß und breit seinen Wert entfaltend dargelegt wird, findet man bei Adams eine ironische Selbstentfremdung und einen sprunghaften Stil. Er behandelt sich selbst wie ein Chemiker ein Element, das er bald in diesen, bald in jenen Verbindungen auf seine Reaktionen hin beobachtet. Sein Ziel ist die Sinnfrage - wozu lebt der moderne Mensch? In jeder seiner Lebensphasen sucht er eine Antwort, und jeder Versuch endet mit einer Niederlage, einer Nichtantwort. Das Ganze liest sich wie eine Satire auf die planende Vernunft, die von einem Unergründlichen listig benutzt wird, um sich zu offenbaren. Hier findet die Umkehrung Hegels statt. Das ironische Schicksal der Erkenntnis im modernen, wirren 20. Jahrhundert besteht in einem Zerfall der intellektuell faßbaren abendländischen Kultureinheit, in einer progressiven Beschleunigung des Chaos.[FN 229]

    [FN 229: Vgl. G. E. Müller: Amerikanische Philosophie, (Kap.: Henry Adams), a.a.O., S. 274 ff.]

    Die „E r z i e h u n g", eine rätselhaft anziehende Selbstbetrachtung in dritter Person, ließe sich mit Goethes „Dichtung und Wahrheit" vergleichen. Aber während Goethes Leben in breiter, behaglicher Rundung wächst, in seinem Dasein zugleich und davon untrennbar seinen Wert entfaltend, findet man bei Adams eine ironische Selbstentfremdung und einen eigentümlich zackigen, sprunghaften Stil. Er behandelt sich wie ein Chemiker ein Element, das er bald in diesen, bald in jenen Verbindungen auf seine Reaktionen hin beobachtet. [...]

    Das Leben wird gewogen von einer Sinnfrage. Wozu lebt der moderne Mensch? Jede Lebensphase sucht eine Antwort, und jeder Versuch endet mit einer Niederlage, einer Nichtantwort. [...] Das Ganze liest sich wie eine Satire auf die planende Vernunft, die von einem Unergründlichen listig benutzt wird, um sich zu offenbaren. Die Umkehrung Hegels. [...]

    Das ironische Schicksal der Erkenntnis besteht in einem Gewirr vieler Zungen, in einer Beschleunigung des Chaos. Die Geschichte erzählt [...] von geheimnisvollen Kraftströmen, die seine Einheit zerreißen.

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 117 15-16


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 117, Zeilen: 15-16
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 180, Zeilen: 30-32
    Adams widmete seine Arbeitskraft unermüdlich der Aufhellung der Geschichte seines Landes und des Charakters seines Volkes, [...] Jahrelang widmete er seine ungeheure Arbeitskraft der Aufhellung der Geschichte dieses Landes und des Charakters seines Volkes, [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 117 19-21


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 117, Zeilen: 19-21
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 183, Zeilen: 34-37
    Die Zukunft des Denkens und damit der Geschichte lag seiner Meinung nach fortan in der Hand der Physiker, und der Historiker mußte sich seine Bildung aus der Welt der mathematischen Physik holen.[FN 231]

    [FN 231: Siehe: William H. Jordy: Henry Adams: Scientific Historian, New Haven, Conn., 1952.]

    Von der alten Geschichtsauffassung, wie sie der „Geschichte Amerikas unter Jefferson und Madison" zugrunde lag, war nichts mehr zu erwarten; „die Zukunft des Denkens, und damit der Geschichte, liegt in der Hand der Physiker ... und der Historiker muß sich seine Bildung aus der Welt der mathematischen Physik holen".
    Anmerkungen

    Hier wird die deutsche Übersetzung eines Adamszitats in indirekter Rede wiedergegeben. Warum verweist Mm weder auf das Original noch auf die Quelle der Übersetzung?

    Sichter


  • Mm/Fragment 117 22-31


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 117, Zeilen: 22-31
    Quelle: Müller 1950
    Seite(n): 277, Zeilen: 8-13, 16-19
    Diese dynamisch-physikalische Theorie der Geschichte verdüsterte sich in dem von seinem Bruder herausgegebenen Sammelband „The Degradation of the Democratic Dogma" (1919), der die berühmten Aufsätze „The Tendency of History", „A Letter to American Teachers of History" und „The Rule of Phase Applied to History" enthielt, zu einem naturalistischen Pessimismus. Hier wurde die Geschichte als ein Teilgeschehen eines kosmischen Prozesses verstanden auf der Basis des „thermodynamischen Gesetzes". Adams verband seine dynamische Geschichtstheorie in der Weise mit der physikalischen, daß die Geschichte die vorhandenen Kräfte des Fortschritts und der Natur verschleudern half, ihre Verschleuderung regelrecht beschleunigte: Diese „dynamische Theorie der Geschichte" verdüstert sich in dem von seinem Bruder herausgegebenen Nachlaßwerk „The Degradation of the Democratic Dogma" zu einem naturalistischen Pessimismus. Hier wird die Geschichte als ein Teilgeschehen eines kosmischen Prozesses verstanden auf Grund des „thermodynamischen Gesetzes". [...] Adams verbindet seine dynamische Geschichtstheorie in der Weise mit der physikalischen, daß die Geschichte die vorhandenen Kräfte verschleudern hilft, ihre Verschleuderung beschleunigt.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 118 22-26


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 118, Zeilen: 22-26
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 187, Zeilen: 1-9
    [...] - als da waren: [...], der Übergang vom evolutionären Optimismus zum naturalistischen Pessimismus, die Aufgabe des theologischen zugunsten eines mechanistischen Universums, der Ersatz der Philosophie durch die Naturwissenschaft, des Menschen durch die Maschine, der Jungfrau durch den Dynamo - [...] Im geistigen Bereich stellt er den Übergang vom evolutionären Optimismus zum mechanistischen Pessimismus dar, von der Einheit zur Vielfalt, von der Ordnung zum Chaos. Er illustriert die Ablehnung des viktorianischen Fortschrittsgedankens zugunsten der Theorie vom reduzierten Wärmeinhalt, die Aufgabe des theologischen zugunsten eines mechanistischen Universums, den Ersatz der Philosophie durch die Naturwissenschaft, des Menschen durch die Maschine, der Jungfrau durch den Dynamo.
    Anmerkungen

    Patchwork mit Commager (1952) als Zettelkasten: Originalformulierungen werden eins zu eins übernommen und an genehmer Stelle (ohne Verweis auf die Quelle) eingebaut. Interessanterweise lässt Mm das Gegensatzpaar "Ablehnung des viktorianischen Fortschrittsgedankens zugunsten der Theorie vom reduzierten Wärmeinhalt" weg.

    Sichter


  • Mm/Fragment 118 28-32


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 118, Zeilen: 28-32
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 187-188, Zeilen: S.187,33-38 + S.188,4-5
    Die alten Glaubensbekenntnisse waren verschwunden: Der puritanische Calvinismus des 17. Jahrhunderts, der aufgeklärte Deismus des 18. Jahrhunderts, der romantische Transzendentalismus, der die Gegenwart zugunsten einer unbestimmten Zukunft verdammte, waren für ihn unannehmbar. Polymorphie, Chaos und Stagnation kennzeichneten das Zeitalter des „Dynamo", das für Henry Adams mit der Schließung der Frontier 1890 begonnen und das Zeitalter der „Virgin" abgelöst hatte: Die alten Glaubensbekenntnisse waren verschwunden: der kraftstrotzende Kalvinismus des siebzehnten, der aufgeklärte Deismus des achtzehnten, der romantische Transzendentalismus des neunzehnten Jahrhunderts. Spencers Determinismus verdammte die Gegenwart zugunsten einer unbestimmten Zukunft, [...]

    Vielfalt, Chaos, Stagnation - das waren die Antworten auf die hochgespannten Erwartungen der Vergangenheit, wie Adams sie sah.

    Anmerkungen

    Hier beginnt die Autorin mit der wortwörtlichen Übernahme und geht dann zu Paraphrasierungen über. Die Originalquelle wird wieder nicht genannt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 118 38-39


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 118, Zeilen: 38-39
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 188, Zeilen: 6-8
    Adams Auflehnung gegen das Chaos der modernen Naturwissenschaft führte ihn zur Einheit der Kirche zurück. Seine Auflehnung gegen das Chaos der modernen Naturwissenschaft führte ihn zur Einheit der Kirche zurück.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 118 39-41


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 118, Zeilen: 39-41
    Quelle: Müller 1950
    Seite(n): 280, Zeilen: 20-24
    Man könnte sagen, daß im „Mont-Saint-Michel" sich Adams die Synthese wieder erbaute, die schon seinem Großvater zu zerfallen drohte, aber er erbaute sie aus dem Bewußtsein seiner Zeit heraus, als „Tourist". Man könnte auch sagen, im „Mont-Saint-Michel" erbaut sich Adams die Synthese wieder, die schon seinem Großvater zu zerfallen drohte, aber er erbaut sie aus dem Bewußtsein seiner Zeit heraus, als „Tourist";
    Anmerkungen

    Reines Patchwork: ein Satz aus Commager (1952), der nächste aus Müller (1950) ...

    Sichter


  • Mm/Fragment 119 01-03


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 119, Zeilen: 1-3
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 188, Zeilen: 12-15
    [Glücklich, endlich eine] „Geliebte" gefunden zu haben, die nicht auf das Alter ihrer Liebhaber sah, wandte er sich einer außergewöhnlich menschlichen, gewissermaßen avantgardistischen Verehrung der Jungfrau zu. So wandte er sich, „glücklich bei dem Gedanken, daß er endlich eine Geliebte gefunden hatte, die nicht auf das Alter ihrer Liebhaber sah", der Verehrung der Jungfrau zu.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 119 15-24


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 119, Zeilen: 15-24
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 188, Zeilen: 27-38
    Für ihn vereinigte Maria in sich die gesamte Auflehnung des Menschen gegen das Schicksal; den ganzen Protest gegen das göttliche Gesetz; die ganze Verachtung für das menschliche Gesetz als dessen Ergebnis; die ganze unaussprechliche Raserei der Menschennatur, die gegen die Gefängnismauern anrennt und plötzlich Hoffnung schöpft, daß der Mensch in der Jungfrau eine Tür ins Freie gefunden habe. Sie stand über dem Gesetz und fand ein weibliches Vergnügen daran, aus der Hölle einen Ort der Freude zu machen. Sie trat alle sozialen Unterschiede diesseits wie jenseits mit Füßen. Sie wußte, daß das Universum ihr unter jeder Moraltheorie unverständlich blieb, genau wie ihren Verehrern, und sie war, gleich jenen, nicht sicher, ob sein Schöpfer es besser verstand.[FN 241]

    [FN 241: Siehe H. Adams: Mont-Saint-Michel and Chartres, (1904), Boston o.J., S. 213.]

    „Maria vereinigte in sich die gesamte Auflehnung des Menschen gegen das Schicksal; den ganzen Protest gegen das göttliche Gesetz; die ganze Verachtung für das menschliche Gesetz als dessen Ergebnis; die ganze unaussprechliche Raserei der Menschennatur, die gegen die Gefängnismauern anrennt und plötzlich Hoffnung schöpft, daß der Mensch in der Jungfrau eine Tür ins Freie gefunden habe. Sie stand über dem Gesetz; sie fand ein weibliches Vergnügen daran, aus der Hölle einen Ort der Freude zu machen; sie trat entzückt alle sozialen Unterschiede hier und im Jenseits mit Füßen. Sie wußte, daß das Universum ihr unter jeder Moraltheorie unverständlich blieb, genau wie ihren Verehrern, und sie war, gleich jenen, nicht sicher, ob sein Schöpfer es besser verstand." (Mont-Saint-Michel und Chartres, p. 213.)
    Anmerkungen

    Erneut gibt Mm einfach nur die deutsche Übersetzung eines amerikanischen Originals, welche in Commager (1952) zu finden ist, wörtlich wieder. Eine Kennzeichnung als Zitat erfolgt nicht. Der Verweis auf die amerikanische Quelle des Originalzitats dient nur zur Verschleierung.

    Sichter


  • Mm/Fragment 119 27-37


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 119, Zeilen: 27-37
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 189, Zeilen: 1-13
    Entwurzelt und demoralisiert, gequält von einer Ratlosigkeit, die im Denken keine Ruhe fand und im Handeln kein Ziel sah, überzeugt vom Bankrott der Vernunft und der Eitelkeit allen Wissens, enttäuscht von Fortschritt und Evolution, versöhnt mit der Verminderung der Kraft, der Erschöpfung der Gesellschaft und dem Fall des Menschen, verloren in einem für ihn unverständlichen mechanistischen und chaotischen Universum, fand Adams nur in dem einzigen Symbol der Einheit Trost, das für ihn die Jungfrau personifizierte. Im Geiste der modernen katholischen Kirche fernstehend, schwelgte einer der größten amerikanischen Historiker in dem, was seiner Auffassung nach die Jungfrau einem unkomplizierten Zeitalter bedeutet hatte. Ihr Mitleid, das wußte er, hatte keine Grenzen. Entwurzelt und demoralisiert, gequält von einer Rastlosigkeit, die im Denken keine Ruhe fand und im Handeln kein Ziel sah, ergeben in den Bankrott der Vernunft und die Eitelkeit allen Wissens, enttäuscht von Fortschritt und Evolution, versöhnt mit der Verminderung der Kraft, der Erschöpfung der Gesellschaft und dem Fall des Menschen, verloren in einem mechanistischen und chaotischen Universum, wandte sich Adams in seiner Verzweiflung dem einzigen Symbol der Einheit zu, das anscheinend Sinn und Schönheit besaß, und tröstete sich damit, so gut er konnte. Im Geiste der modernen katholischen Kirche fernstehend, schwelgte er in dem, was seiner Auffassung nach die Jungfrau einem einfacheren Zeitalter bedeutet hatte. „Ihr Mitleid", das wußte er, „hatte keine Grenzen."
    Anmerkungen

    Minimale Abänderungen, sodass die Passage nicht mal mehr als "verschleiert" aufgefasst werden kann. Weder als Zitat gekennzeichnet noch mit Quellenangabe versehen - so beendet Mm diesen Abschnitt "ihrer" Arbeit. Unglaublich.<br/> (Übrigens hat Mm bei der Übernahme dieses Absatzes einen Tippfehler fabriziert und aus "Rastlosigkeit" sinnentstellend "Ratlosigkeit" gemacht.)

    Sichter


  • Mm/Fragment 120 01-04


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 120, Zeilen: 1-4
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 167, Zeilen: 12-17
    [Die amerikanische Irrationalität war] zum großen Teil modernen und fast ausschließlich europäischen Ursprungs. Es ist

    bezeichnend, daß in der amerikanischen Literatur dort, wo sie am meisten der europäischen ähnelt, auch die meiste Unklarheit, Unreife und Dekadenz herrschte.

    Die neue Irrationalität war zum großen Teil modernen und ausschließlich europäischen Ursprungs, und es ist bezeichnend, daß in der amerikanischen Literatur dort, wo sie am meisten von der europäischen abhängig war, auch die meiste Unklarheit zu finden war, und daß mit der größten Unreife auch die ausgesprochenste Dekadenz Hand in Hand ging.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 120 04-15


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 120, Zeilen: 4-15
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 167, Zeilen: 17-33
    Sie verdankte einiges den Franzosen: den symbolistischen Dichtern Mallarmé, Verlaine, Rimbaud, Valéry, Laforgue und Paul Fort, Kritikern wie Remy de Gourmont und Philosophen wie Henry Bergson mit seiner Verherrlichung des élan vital, Schriftstellern wie André Gide und vor allem Marcel Proust. Mehr verdankte sie dem Wiener Freud, dem Züricher Jung und dem Russen Pavlow, die das Wesen des Unterbewußten nicht nur bewußt, sondern überbewußt machten. Am meisten verdankte sie jedoch, zweifellos auch aufgrund der gleichen Sprache, den Philosophen, Dichtern und Schriftstellern von den britischen Inseln: Pionieren der Sexualwissenschaft wie Edward Carpenter und dem dogmatischen Havelock Ellis; Romanschriftstellern wie Dorothy Richardson, Aldous Huxley, D. H. Lawrence und Virginia Woolf; den irischen Experimentalisten William Butler Yeats, George Moore, Oscar Wilde und vor allem James Joyce. Sie verdankte einiges den Franzosen: den symbolistischen Dichtern Mallarmé, Verlaine, Rimbaud, Valéry, Laforgue und Paul Fort, Kritikern wie Remy de Gourmont und Philosophen wie Henry Bergson mit seiner Verherrlichung des élan vital, Schriftstellern wie André Gide und vor allem Marcel Proust. Mehr verdankte sie dem Wiener Freud, dem Zürcher Jung und dem Russen Pavlov, die den Westen des Unterbewußten nicht nur bewußt, sondern überbewußt machten. Am meisten verdankte sie - zweifellos auf Grund der gleichen Sprache - den Philosophen, Dichtern und Schriftstellern von den britischen Inseln: Pionieren der Sexualwissenschaft wie Edward Carpenter und dem diktatorischen Havelock Ellis; Romanschriftstellern wie der unermüdlichen Dorothy Richardson, dem glänzenden Aldous Huxley, dem grüblerischen D. H. Lawrence und Virginia Woolf, die nicht nur ausübende Künstlerin, sondern auch Kritikerin war; den irischen Experimentalisten William Butler Yeats, George Moore, Oscar Wilde und vor allem James Joyce [...]
    Anmerkungen

    Am Ende des Abschnitts kürzt Mm - ansonsten aber identisch, ohne als Zitat gekennzeichnet oder mit Quellenangabe versehen zu sein.

    Sichter


  • Mm/Fragment 120 16-18


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 120, Zeilen: 16-18
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 166, Zeilen: 10-12
    Der Angriff auf die Vernunft, auf jeglichen Sinn in der Geschichte, auf Klarheit, Normalität, Grammatik und Moral war das kennzeichnende Merkmal dieser neuen amerikanischen literarischen Schule, [...] Der Angriff auf die Vernunft, den Sinn, die Klarheit, das Normale, die Grammatik und die Moral war das kennzeichnende Merkmal dieser neuen literarischen Schule.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 120 18-21


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 120, Zeilen: 18-21
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 165, Zeilen: 21-23, 24-28
    [...] dieser neuen amerikanischen literarischen Schule, der Naturalisten wie London, Crane, Norris und Dreiser - Theodor Dreiser zählte zu den letzten Naturalisten, dessen Determinismus noch von Darwin und Haeckel herstammte, und der sich bewußt zu Nietzsches Einfluß auf sein Werk bekannte -, [...] Allgemein gesprochen gehörte diese Richtung derselben Philosophie an, der sich London, Norris, Crane und Dreiser verschrieben hatten; [...]. Dreiser, dessen „Amerikanische Tragödie" 1925 erschien, war wahrscheinlich der letzte Naturalist, dessen Determinismus noch von Darwin und Haeckel herstammte, und auch der letzte, der sich bewußt zu Nietzsches Einfluß bekannte.
    Anmerkungen

    Und wieder wird collagiert - diesmal mit Partikeln aus Commager (1952).

    Sichter


  • Mm/Fragment 120 24-25


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 120, Zeilen: 24-25
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 166, Zeilen: 14-15
    [...] Konservative wie W. C. Brownell, Humanisten wie Irving Babbitt oder Klassizisten wie Paul Elmer More [...] [...] Konservative wie W. C. Brownell, Humanisten wie Irving Babbitt und Klassizisten wie Paul Elmer More [...]
    Anmerkungen

    Wie wahrscheinlich ist es, dass drei Schriftsteller von zwei verschiedenen Autoren unabhängig voneinander mit identischen Charakterisierungen versehen werden? Die Vermutung liegt nahe, dass Mm hier Commagers Formulierungen übernimmt - als Zitat jedenfalls nicht gekennzeichnet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 120 42-47


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 120, Zeilen: 42-47
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 167-168, Zeilen: S.167, letzte Z. - S.168,1-6
    Erstens fand eine pseudowissenschaftliche Ablehnung von Vernunft, Sinn, Normalität, Moral, historischer Kontinuität und Zusammenhang, ja, die Ablehnung der amerikanischen Zivilisation selbst, als exzentrisch und dekadent statt. Zweitens hatte sich ein leidenschaftliches Interesse am Unterbewußten und Unbewußten, ein Enthusiasmus für Gefühl, Instinkt und Anarchie im Gegensatz zu Denken, Ratio und Disziplin entwickelt. [...][FN 244]

    [FN 244: In Anlehnung an H. S. Commager, op. cit., S. 168.]

    Erstens die - pseudowissenschaftliche - Ablehnung von Vernunft, Sinn, Normalität, Moral, Kontinuität und Zusammenhang, die Ablehnung der Zivilisation selbst als exzentrisch und dekadent. Zweitens ein leidenschaftliches Interesse am Unterbewußten und Unbewußten, ein Enthusiasmus für Gefühl, Instinkt und Anarchie im Gegensatz zu Denken, Vernunft und Disziplin.
    Anmerkungen

    Die Autorin sagt es nicht nur "nach Commager", wie sie es einige Zeilen vorher nennt, oder "in Anlehnung an", wie in der Fußnote (auf der folgenden Seite) behauptet wird, sondern <b>exakt wie</b> Commager. Die "Eigenleistung" besteht darin, vollständige Sätze zu formulieren und das Wort "Vernunft" durch "Ratio" zu ersetzen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 121 04-17


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 121, Zeilen: 4-17
    Quelle: Commager 1952
    Seite(n): 168, Zeilen: 6-20
    Viertens entstand eine Affinität zum Geschlechtlichen, besonders in seinen abnormalen Erscheinungsformen, als dem mächtigsten und allgegenwärtigsten Instinkt und als Erklärung allen menschlichen Verhaltens. Fünftens kristallisierte sich in der literarischen Themenauswahl eine Schwäche für das Primitive heraus, für „primitive" Kulturen wie die der Afrikaner und Indianer, für Mythen, für kindliche Folklore, für primitive Gefühle und Tätigkeiten wie Essen, Trinken, Schlafen, Kämpfen und Lieben - und, in enger Verbindung damit, eine Vorliebe für Gewalt, Anarchie und Revolte, wo und wie immer sie auch auftraten. Sechstens wurden alle orthodoxen Moralbegriffe, alle Gleichförmigkeit und Konvention negiert, während man sich einer perversen Amoralität, in der die Unterwerfung unter die Instinkte als höchste Tugend galt, hinab. Und siebtens schließlich formte man eine neue Sprache und Grammatik, um die launenhaften Impulse, die aus dem Unterbewußtsein entsprangen, besser ausdrücken zu können.[FN 244]

    [FN 244: In Anlehnung an H. S. Commager, op. cit., S. 168.]

    Drittens eine Besessenheit vom Geschlechtlichen, besonders in seinen abnormalen Erscheinungsformen, als dem mächtigsten und allgegenwärtigsten Instinkt, und die Erklärung allen Verhaltens vom Geschlechtlichen her. Viertens eine Schwäche für das Primitive, für primitive Menschen wie Afrikaner, Indianer, Bauern und Kinder, für primitive Gefühle und Tätigkeiten wie Essen, Trinken, Schlafen, Kämpfen und Lieben - und, in enger Verbindung damit, eine Vorliebe für die Gewalt, wo und wie immer sie auch auftrat. Fünftens die uneingeschränkte Ablehnung aller orthodoxen Moralbegriffe, aller Gleichförmigkeit und Konvention, und die Ergebung in eine perverse Amoralität, in der die Unterwerfung unter die Instinkte zur höchsten Tugend wurde. Und schließlich die Ausbildung einer neuen Sprache und Grammatik, um die launenhaften Impulse, die aus dem Unterbewußtsein entsprangen, besser ausdrücken zu können.
    Anmerkungen

    Gegenüber Commager ergänzt die Autorin einen Punkt in ihrer Aufzählung, den sie diesem so durch die Art ihrer Referenzierung "unterschiebt". Ansonsten übernimmt sie fast alle Formulierungen ihrer Quelle im Wortlaut - das als "in Anlehnung" zu bezeichnen und nicht als Reihe von Zitate zu kennzeichnen, entspricht ihrer persönlichen Interpretation aber nicht wissenschaftlichem Usus.

    Sichter


  • Mm/Fragment 121 36-41


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 121, Zeilen: 36-41
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 51, Zeilen: 9-13
    Den eigentlichen Umschwung von der Progressive History über Pessimismus

    und Realismus zur Consensus History, einer neuen „konservierenden", das gemeinsame, zusammenführende Erleben in der amerikanischen Geschichte betonenden Haltung der Historiographie verursachte erst die Erfahrung der Auseinandersetzung mit dem Totalitarismusphänomen des 20. Jahrhunderts im 2. Weltkrieg und dann im Kalten Krieg.

    Der Umschwung zu einer konservativeren, das gemeinsame, zusammenführende Erleben in der amerikanischen Geschichte betonenden Haltung der Geschichtswissenschaft kam offenbar aus der Erfahrung der Auseinandersetzung mit den totalitären Mächten des zwanzigsten Jahrhunderts im Zweiten Weltkrieg und dann im Kalten Krieg.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 122 19-23


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 122, Zeilen: 19-23
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 51-52, Zeilen: S.51,25 - S.52,4
    Samuel Eliot Morison plädierte für eine zwar der kritischen Wahrheitssuche gewidmete, aber auch die Traditionen wahrende, über ein Entmythologisieren („debunking") die positiven Seiten der Vergangenheit nicht vernachlässigende Geschichtswissenschaft: „We need a United States history written from a sanely conservative point of view."[FN 251]

    [FN 251: S. E. Morison: Faith of a historian, American Historical Review, vol. 56, (1950/51), S. 273. Ferner hierzu: E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte, (Kap.: Consensus History), a.a.O., S. 51 f.]

    Ein Jahr spater plädierte Samuel Eliot Morison für eine ganz der kritischen Wahrheitssuche gewidmete, aber auch die Traditionen achtende, über dem „debunking" die positiven Seiten der Vergangenheit nicht vernachlässigende Geschichtswissenschaft: „We need a United States history written from a sanely conservative point of view.78)

    [FN 78) Vgl Samuel Elliot Morison: Faith of a historian, in AHR, 56 (1950/51), 261-275, das Zitat S.273]

    Anmerkungen

    Die Setzung der Literaturangabe in Fußnote 251 impliziert beim Leser, den Eindruck, dass sie sich nur auf die zitierte Stelle bezieht.

    Sichter


  • Mm/Fragment 122 28-46


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Drhchc, Nerd wp, Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 122, Zeilen: 28-46
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 53, Zeilen: 8-25
    Ein weiteres, bis heute sehr einflußreiches Werk der Consensus History, das weitgehend den Zeitgeist und die Geschichtsschreibung der 50er Jahre bestimmen sollte, war Richard Hofstadters "The American Political Tradition and the Men Who Made It" (1948). Seine Analyse von zehn repräsentativen amerikanischen Politikern, den Founding Fathers der Revolutionszeit und den "Spoilsmen" nach dem Bürgerkrieg, lief darauf hinaus, daß eine "reinterpretation of our political traditions" notwendig sei,

    "which emphasizes the common climate of American opinion. The existence of such a climate has been much obscured by the tendency to place political conflict in the foreground of history."[FN 253]

    Hofstadter versuchte hier nachzuweisen, daß alle maßgeblichen amerikanischen Präsidenten und Politiker sich gerade auf einen für alle verbindlichen, konsensübergreifenden ideologischen Rahmen geeinigt hätten, der sich aus den definierten politisch-ideellen Werken der Nation: Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Eigentum, Wirtschaftsindividualismus und Wettbewerb zusammensetzte und ihnen bei allen vordergründigen Meinungsverschiedenheiten stets auch wieder eine Übereinkunft garantierte. "In these pages I have tried", schrieb der pluralistische Historiker in der Einführung seines Buches, "without neglecting significant conflicts, to keep sight of the central faith and to trace its adaptation to vary[ing times and various interests." [FN 254]]

    Den gleichen Grundton, der dann so weitgehend Geisteshaltung und Geschichtsschreibung der 1950er Jahre bestimmen sollte, schlug - wohl ohne programmatische Absicht — Richard Hofstadter in seinem bis heute überaus einflußreichen Buch 'The American Political Tradition' an.[FN 83] Sein Studium von zehn repräsentativen amerikanischen Politikern und zwei wichtigen Gruppen (den Founding Fathers der Revolutionszeit und den "Spoilsmen" nach dem Bürgerkrieg) überzeugte ihn von der Notwendigkeit einer "reinterpretation of our political traditions which emphasizes the common climate of American opinion. The existence of such a climate of opinion has been much obscured by the tendency to place political conflict in the foreground of history." Seine Vorstellung war, daß alle maßgeblichen amerikanischen Politiker sich in einem für alle verbindlichen, auf Eigentum, Wirtschaftsindividualismus und Wettbewerb beruhenden ideologischen Rahmen bewegt hätten, der ihnen bei allem vordergründigen Streit stets auch wieder zusammenzuwirken erlaubt habe. "In these pages I have tried", so schreibt er in der Einführung zu seinem Buch, "without neglecting conflicts, to keep sight of the central faith and to trace its adaptation to varying times and various interests."

    [FN 83: Vgl. Richard Hofstadter: The American political tradition and the men who made it (New York 1948), die im Text folgenden Zitate aus der Einleitung S.vii-ix. Die bei Higham: History (s, Anm. 32), 213 n. 2, angeführte Bemerkung Hofstadters, er habe das Vorwort erst nachträglich auf Bitten seines Verlegers geschrieben, kontrastiert mit dem späteren Bekenntnis zur Consensus History (wenn auch als einer Inzwischen weitgehend überwundenen Haltung) bei Hofstadter: Progressive historians (s. Anm. 5), 444 n.3, 452 ff.]

    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 546.<br />Fußnoten 253 und 254 beziehen sich wieder nur auf die englischen Zitate. Die Vorlage Angermann wird auf derselben Seite in Fußnote 251 erwähnt; es wird aber nicht klar, in welchem Umfang Inhalte und Formulierungen übernommen wurden.

    Sichter


  • Mm/Fragment 123 01-04


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 123, Zeilen: 1-4
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 54, Zeilen: 1-4
    Dieser historische Ansatz kam nicht nur bei seiner Herausarbeitung der politischen Tradition Amerikas zur Geltung, sondern auch immer wieder bei der Behandlung bestimmter anderer Epochen und Phänomene. Dieser Ansatz kam nicht allein bei der Herausarbeitung einer zeitübergreifenden politischen Tradition Amerikas, sondern auch bei der Behandlung auf bestimmte Epochen beschränkter Erscheinungen zur Geltung.
    Anmerkungen

    Setzt den langen Abschnitt der vorangegangenen Seite nahtlos fort.

    Sichter


  • Mm/Fragment 123 04-06


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 123, Zeilen: 4-6
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 55, Zeilen: 3-6
    Niemals hat er die Konflikte in der amerikanischen Geschichte verharmlost; seine Bücher über Anti-Intellektualismus, Gewalttätigkeit und paranoide Züge in der amerikanischen Geschichte sind beredte Zeugnisse dafür.[FN 255]

    [FN 255: Siehe hierzu: Stanley Elkins/Eric McKitrick: Richard Hofstadter: A Progress, in: St. Elkins/E. McKitrick (eds.): The Hofstadter Aegis: A Memorial, New York 1974, S. 300-367; Arthur M. Schlesinger: Richard Hofstadter, in: Marcus Cunliffe/Robin W. Winks (eds.): Pastmasters: Some Essays on American Historians, New York 1969, S. 278-315.]

    Hofstadter hat niemals die Konflikte in der amerikanischen Geschichte verharmlost; seine Arbeiten über den Antiintellektualismus, Beeinträchtigungen der akademischen Freiheit, Gewalttätigkeit und paranoide Züge in der amerikanischen Geschichte zeugen dafür.85)

    [FN 85: Vgl. zusammenfassend Stanley Elkins, Eric McKitrick: Richard Hofstadter. A progress, in iid. (eds ): The Hofstadter aegis. A memorial (New York 1974, 300-367, sowie Arthur M. Schlesinger, Jr.: Richard Hofstadter, in Cunliffe, Winks: Pastmasters (s. Anm. 59), 278-315.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 123 06-09


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 123, Zeilen: 6-9
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 57, Zeilen: 16-19
    Doch sah Hofstadter auch in späteren Jahren nach wie vor in der Consensus History ein wichtiges Korrektiv zu der in simplen Gegensätzen denkenden progressivistischen Geschichtsschreibung, [...] Hofstadter selbst sah nach wie vor in der „Consensus History" ein wichtiges Korrektiv der in simplen Gegensätzen denkenden progressivistischen Geschichtsschreibung,[...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 123 11-29


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Fiesh, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 123, Zeilen: 11-29
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 58, Zeilen: 10-17, 103ff.
    „If there is a single way of characterizing what has happened in our historical writing since the 1950's, it must be, I believe, the rediscovery of complexity in American history: an engaging and moving simplicity, accessible to the casual reader of history, has given way to a new awareness of the multiplicity of forces. To those who find things most interesting when they are simple, American history must have come to seem less interesting in our time; but to those who relish complexity, it has taken on a new fascination. When we look at the diffuseness of what has taken their place, we may appreciate once again the allure of the progressive schematizations, but we can hardly continue to believe in them."[FN 256]

    Von Anfang an bedeutete für ihn das Studium der Geschichte gleichzeitig die Erneuerung eines gesellschaftlichen Verantwortungs- und Fortschrittsbewußtseins, freilich nicht ohne die dem Historiker vertraute Unvermeidlichkeit von Scheitern und Versagen einzukalkulieren. Geschichtsschreibung als romantischdialektische Belehrung oder Kampfinstrument, wie Bancroft oder Beard sie verstanden, lehnte Hofstadter als tragischen historischen Trugschluß ab. Seine Hoffnung war, daß die Geschichtswissenschaft als menschlichste Kunst erhalten bliebe: „In an age when so much of our literature is infused with nihilism, and other social disciplines are driven toward narrow positivistic inquiry, history may remain the most humanizing of the arts."[FN 257]

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    [...] er bejahte gleichermaßen das durch das Studium der Geschichte erzeugte gesellschaftliche Verantwortungsbewußtsein und die dem Historiker vertraute Unvermeidlichkeit von Scheitern und Versagen; und er schöpfte eben aus der Unbrauchbarkeit der Geschichte als Kampfwissenschaft die Hoffnung, daß sie „in an age when so much of our literature is infused with nihilism, and other social disciplines are driven toward narrow positivistic inquiry, history may remain the most humanizing of the arts."92)

    [92) Hofstadter Progressive historians (s Anm 50, 466, zum Vorangehenden ib. 442: „If there is a single way of characterizing what has happened in our historical writing since the

    Anmerkungen

    Das in der Vorlage in einer Fußnote nachfolgende Zitat stellt Mm an den Anfang des Abschnitts.

    Sichter


  • Mm/Fragment 123 30-35


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 123, Zeilen: 30-35
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 55, Zeilen: 15-20
    Diese längerfristige historische Bewußtseinsentwicklung ist vor allem jedoch mit den Urhebern der These von einem die ganze amerikanische Geschichte prägenden Konsensus, der den Amerikanern eine „wirkliche" Revolution und damit einhergehend ideologische Konflikte erspart habe, eng verknüpft zu sehen: Daniel J. Boorstin und Louis Hartz waren die „Homogenisierer" der amerikanischen Geschichte par excellence. Die eigentlichen Urheber der These von einem die ganze amerikanische Geschichte durchziehenden und sie prägenden Konsensus, der dem amerikanischen Volk eine wirkliche Revolution und damit auch die Ausbildung einer ideologisch

    scharf konturierten Konfliktstruktur erspart habe, sind indessen Daniel J. Boorstin und Louis Hartz.

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 123 38-44


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 123, Zeilen: 38-44
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 56, Zeilen: 7-14
    Die Einzigartigkeit der amerikanischen politisch-demokratischen

    Entwicklung und des amerikanischen sozialökonomischen Fortschritts führte Boorstin auf die besonders glücklichen Umstände und besonders förderlichen Umweltverhältnisse, die historische Kontinuität der idealistischen Tradition auf die tragfähigen, weil flexiblen amerikanischen Institutionen und Verhaltensweisen, auf den pragmatisch-konservativen American Way of Life, zurück: Die Genialität der Neuen Welt, bekannte Boorstin aufrichtig, [„comes not from any special virtue of the American people but from the unprecedented opportunities of this continent and from a peculiar and unrepeatable combination of circumstances."[FN 259]]

    [FN 259: D. Boorstin: The Genius of American Politics, a.a.O., S. 162. Siehe ferner hierzu: E. Angermann, op. cit., S. 56.]

    Boorstin führte zuerst 1953 in seinem bis heute ebenso einflußreichen wie umstrittenen Buch ,The Genius of American Politics' die Einzigartigkeit der amerikanischen Entwicklung auf das Zusammenwirken besonders glücklicher Umstände mit besonders förderlichen Umweltverhältnissen, die Bruchlosigkeit der amerikanischen Geschichte auf die Tragfähigkeit der in Amerika entwickelten Institutionen und Verhaltensweisen, auf den pragmatisch-konservativen American Way of Life, zurück.87)

    [FN 87: Vgl. Boorstin: Genius of American politics (s Anm. 1), 8ff. [...]]

    Anmerkungen

    Mm läßt auf die hier wiedergegebene Passage (auf der nächsten Seite) ein Originalzitat des erwähnten Boorstin folgen, zu dem sie als Quelle in einer Fußnote (259) u.a. die hier benutzte Stelle aus Angermann angibt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 124 17-24


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Drhchc, Nerd wp, Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 124, Zeilen: 17-24
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 56, Zeilen: 14-22
    Gerade die Gegebenheit (givenness) besonderer historischer und umweltbedingter Faktoren in Verbindung mit einem ausgeprägten "belief in the continuity or homogeneity of our history" hatte scheinbar bei den Amerikanern niemals das den Europäern eigene Bedürfnis nach einer expliziten, über die von den Founding Fathers definierten Grundwerte hinausgehenden politischen Theorie geweckt. Selbst die Amerikanische Revolution wertete Boorstin nicht als solche und von daher konnte sie für ihn auch weder als Träger einer politischen Theorie noch als Initiator ideologischer Konfrontation fungieren. [FN 262]

    [FN 262] Vgl. E. Angermann, op.cit., S. 56f.; J. R. Pole: Daniel J. Boorstin, in: M. Cunliffe/R. W. Winks (ed.): Pastmasters, a.a. O., S. 210-238.

    Die "Gegebenheit" (givenness) besonderer historischer und umweltbedingter Faktoren in Verbindung mit einem ausgeprägten "belief in the continuity or homogeneity of our history" habe bei den Amerikanern niemals das den Europäern eigene Bedürfnis nach einer expliziten und durchgebildeten, über die von den Founding Fathers überkommenen Grundwerte hinausgehenden politischen Theorie geweckt. Selbst die Amerikanische Revolution — nach Boorstins Meinung kaum als solche zu werten — habe daher dem Land keine ausgeprägte politische Theorie gebracht und ihm folglich eine harte ideologische Konfrontation erspart.
    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 547.

    Sichter


  • Mm/Fragment 124 24-38


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 124, Zeilen: 24-38
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 57, 59, Zeilen: S.57,1-3.4-5.7-8; S.59; S.59,103-115
    Hier widersprach Hofstadter allerdings ganz vehement Boorstin und stellte die wahrhaft revolutionären Aspekte der Amerikanischen Revolution dieser Ansicht entgegen:

    „Certainly the pattern of the American Revolution was different from that of the Puritan, French, and Russian revolutions. But will it do to conclude that since Americans were in this sense born free, they had no revolution at all? .. If we conclude that the American Revolution lacked a true revolutionary character because of the traditionalism of its ideas, we may miss a vital point. This Revolution represented the inheritance of the most radical ideas in Western civilization ... it took the demand for popular government out of the realm of slogans and rallying cries and showed that it was actually susceptible to being translated into living institutions and being made to work. If our test for a revolution is the formation of a radically new ideological system, or regicide, or a widespread lethal terror, the American Revolution will not qualify. But if our criterion is the accelerated redistribution of power among social classes or among various social types, a pragmatic disrespect for vested interests, the rapid introduction of profoundly important constitutional changes, we must reconsider it." [FN 263]

    [FN 263: R. Hofstadter, op. cit., S. 459-460.]

    Die wesentliche Kritik an Boorstins und Hartz` Versionen der „Consensus History" ist [...] überhaupt von Hofstadter vorgebracht worden [...]

    Mit Recht hat er beiden Autoren vorgeworfen, grundlegende Konfliktmuster [...] übergangen zu haben - so die wahrhaft revolutionären Aspekte der Amerikanischen Revolution, [...]

    [FN 95: Bezeichnend dafür ist eine Passage wie die folgende aus Hofstadter: Progressive historians (s. Anm. 5), 459f.: „Certainly the pattern of ihe American Revolution was different from that of the Puritan, French, and Russian revolutions. But will it do to conclude that since Americans were in the sense born free, they had no revolution at all? Oddly enough, I believe our answer to this question will be clearer and more exact if it is properly equivocal. If we conclude that the American Revolution lacked a true revolutionary character because of the traditionalism of its ideas, we may miss a vital point. This Revolution represented the inheritance of the most radical ideas in Western civilization ... it took the demand for popular government out of the realm of slogans and rallying cries and showed that it was actually susceptible to being translated into living institutions and being made to work. If our test for a revolution is the formation of a radically new ideological system, or regicide, or a widespread lethal terror, the American Revolution will not qualify.]

    Anmerkungen

    Das Original wurde "zerhackt", Originalformulierungen neu zusammengestellt und ein im Original befindliches Zitat erneut zitiert. Inwieweit dies eine Eigenleistung von Mm darstellt, muss jeder selbst beurteilen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 125 01-08


    Typus
    KeinPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 125, Zeilen: 1-8
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 70-71, Zeilen: S.70,34-35 - S.71,1-11
    [Bezeichnend für Bailyn's Verständnis der Amerikanischen] Revolution war schließlich sein 1975 zum Internationalen Historikerkongreß in San Francisco gehaltener Beitrag:

    „It developed into a revolution shaped to the broader ideals of the enlightenment and of Anglo-American libertarianism. its ultimate aim nothing less than to perfect the condition of mankind by those lights at least in this one land, so highly endowed with natural wealth and so naturally free from the burdens of ancient institutions. ... So idealism has mingled with realism, brutality with the loftiest aspirations; and while there has always been cynicism, there has always also been hope."[FN 265]

    [FN 265: B. Bailyn: Lines of Force in Recent Writings on the American Revolution. Paper, 14.International Congress of Historical Sciences, San Francisco, August 22-29, 1975, hektographiertes Manuskript. Dazu: E. Angermann, op. cit., S. 70f.]

    Angesichts der anhaltenden Unfähigkeit der amerikanischen Gesellschaft, inmitten unermeßlichen Reichtums zu einem erträglichen Ausgleich der krassesten sozialen Ungerechtigkeiten zu gelangen, fragt man sich, wie er am Ende seines Beitrages zum Internationalen Historikerkongreß in San Francisco (1975) zu einer Bewertung wie der folgenden kommen konnte: „it developed into a revolution shaped to the broader ideals of the enlightenment and of Anglo-American libertarianism, its ultimate aim nothing less than to perfect the condition of mankind by those lights at least in this one land, so highly endowed with natural wealth and so naturally free from the burdens of ancient institutions."

    Und wie er zu dem Ausblick kommen konnte: „So idealism has mingled with realism, brutality with the loftiest aspirations; and while there has always been cynicism, there has always also been hope."125)

    [FN 125: Ib. 33 und 34.]

    Anmerkungen

    Dieses Fragment - die wohl einzige korrekt dokumentierte Übernahme aus Angermann 79 - dient nur zur Dokumentation, dass auch die vorliegende Passage der Dissertation von Mm (inkl. des wiedergegebenen Originalzitats) sich bereits in Angermann wiederfinden lässt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 125 09-16


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 125, Zeilen: 9-16
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 56, Zeilen: 23-29
    Während nun nach Boorstins Meinung - die Richard Hofstadter als anti-intellektualistisch,

    und von daher als spezifisch Amerikanisch einstufte - der politische Genius der Amerikaner in der Praxis eine politische Theorie überflüssig machte, beklagte der brillante Intellektuelle Louis Hartz dieses Phänomen als Mangel. Wie Tocqueville leitete auch Hartz den politischen Grundkonsens der Amerikaner vom Fehlen eines Feudalsystems und - nach Ausschaltung der Loyalisten - vom Fehlen einer konservativen Opposition als eines intellektuellen Widersachers her.

    Wahrend nach Boorstins Ansicht ihr politischer Genius die Amerikaner

    in der Praxis auch ohne eine echte politische Theorie recht gut auskommen ließ, beklagt Louis Hartz diesen Mangel.68) Gleichfalls im Anschluß an Tocqueville leitet er den politischen Grundkonsens vom Fehlen eines Feudalsystems und - zumal nach der Ausschaltung der Loyalisten - vom Fehlen einer konservativen Opposition als eines geistigen Widerparts her.

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 125 16.28-31


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 125, Zeilen: 16, 28-31
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 56-57, Zeilen: S.56,31 - S.57,5
    Die Hartzschen Thesen:

    [...]

    kritisierte Hofstadter gewissermaßen als Beschränkung auf die reine politische Ideengeschichte, losgelöst von der realgeschichtlichen Entwicklung, und sah gerade hierin die eigentümliche Schwäche von Hartz's Interpretation: „It is a highly rationalist and intellectual approach to the ways of a nonintellectual people. ... [...]

    So geistvoll und gelehrsam diese Thesse durchgezogen wird, hegt doch - wie Richard Hofstadter treffend beobachtet hat - gerade in dieser Beschränkung auf die reine politische Ideengeschichte, losgelöst von der realgeschichtlichen

    Entwicklung, die eigentümliche Schwäche von Hartz' Interpretation: „It is a highly rationalist and intellectual approach to the ways of a nonintellectual people."89)

    Anmerkungen

    An den durch [...] gekennzeichneten Stellen ergänzt Mm den Originaltext durch weitere englische Originalzitate.

    Sichter


  • Mm/Fragment 125 37-39


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 125, Zeilen: 37-39
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 55, Zeilen: 7-9, 105-106
    [...], die vor allem von John Higham 1959 in seiner Attacke gegen den „Cult of the ,American Consensus'" als „pure Homogenisierung" der amerikanischen Vergangenheit vorgebracht wurde,[FN 268][...]

    [FN 268: Vgl. J. Higham: The Cult of the „American Consensus". Homogenizing Our History, Commentary, vol. 27, (1959), S. 93-100.]

    [...], daß John Higham, der 1959 die erste Attacke gegen den „Cult of the ,American Consensus'" als eine „Homogenisierung"' der amerikanischen Vergangenheit ritt,[...]86)

    [FN 86: Vgl. John Higham: The cult of the „American consensus". Homogenizing our history, in. Commentary, 27 (1959), 93-100, [...]]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 126 07-10


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 126, Zeilen: 7-10
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 76, Zeilen: 2-6
    In den 60er und teilweise auch in den 70er Jahren wandte sich die amerikanische Historiographie wieder deutlicher der Rolle wirtschaftlicher und sozialer Interessenkonflikte zu, wenn auch auf eine wesentlich radikalere Weise als ehemals die Progressive Historians. Ein deutlicheres Bewußtsein der Rolle wirtschaftlicher und sozialer Interessenkonflikte, wenn auch auf einer meist sehr viel höheren Reflexionsstufe als bei den Progressives, dürfte indessen dieser Epoche kaum abzusprechen sein.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 126 13-16


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 126, Zeilen: 13-16
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 76, Zeilen: 7-11
    [...], begann eine Gruppe jüngerer Historiker unter dem Eindruck der scharfen ideologischen Gegensätze der 60er Jahre in bewußter Anknüpfung an die konfliktorientierten Erklärungsmuster der Progressive History einen neuen Revisionismus zu proben.[FN 270] Für niemanden gilt dies in höherem Grade als für jene Gruppe meist jüngerer Historiker, die unter dem Eindruck der scharfen sozialen und ideologischen Gegensätze der 1960er Jahre in bewußter Anknüpfung an die konflikt-orientierten Erklärungsmuster der Progressives einen neuen Revisionismus inauguriert haben.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 126 17-28


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Drhchc, Nerd wp, Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 126, Zeilen: 17-28
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 76, Zeilen: 11-24
    Vor allem widmeten sich diese Historiker den politischen, sozialen und rassischen Spannungen in der amerikanischen Geschichte und erhoben diese zum repräsentativen Merkmal ihrer Untersuchungen. Eine große Rolle hierbei spielten die zeitgenössischen Bürgerrechtsbewegungen, Rassen- und Minderheitenfragen, Armutsprobleme, die soziale Desintegration in den Slums, die Privilegierung des „Establishments", vermeintliche Repression unter dem Schlagwort „Law and Order", die Enttäuschung einer zur New Frontier aufgebrochenen Jugend über die Ermordung John F. und Robert Kennedys wie Martin Luther Kings, der studentische Radikalismus wie der Protest gegen den Vietnamkrieg — alles Problemfelder und Bewegungen, zu deren Sprechern sich viele New Left-Historiker machten und deren Ziele sie nicht zuletzt auch durch ihre historischen Forschungsanalysen praktisch förderten. [FN 271]

    [FN 271: Vgl. E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte (Kap.: "New Left"), a.a.O., S. 76ff.]

    Sie nahmen die politischen, sozialen und rassischen Spannungen und Konflikte in der amerikanischen Geschichte insgesamt wieder stärker in den Blick und begannen, gerade auch in der Revolutionsgeschichte, manchen bisher vernachlässigten Winkel zu durchleuchten. Bürgerrechtsbewegung, Rassen- und Minderheitenfragen, Armutsprobleme, soziale Desorganisation in den Slums, Privilegierung des „Establishments", Repression unter dem Schlagwort „Law and Order", die Enttäuschung einer vergebens zur „New Frontier" aufgebrochenen Jugend und dergleichen spielten dafür ebenso eine Rolle wie der studentische Radikalismus und der Protest gegen den Vietnamkrieg—Probleme und Bewegungen, zu deren Sprechern sich viele dieser Historiker auch unmittelbar politisch gemacht haben und deren Ziele manche nicht zuletzt durch ihre historische Arbeit praktisch zu fördern unternahmen.
    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 547.

    Sichter


  • Mm/Fragment 126 28-36


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 126, Zeilen: 28-36
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 77, Zeilen: 3-13, 103-110
    Zu nennen wären hier Staughton Lynd oder Howard Zinn, die an ein etwas undifferenziertes Verständnis der New History sowie eines meist an den Frühschriften orientierten Marxismus anknüpften und dementsprechend ihre radikal-demokratischen Konzeptionen einseitig-selektiv und instrumentalistisch im Sinne der von ihnen angestrebten Gesellschaftsveränderung der Zeitgeschichte aufdrängten. Ohne Zögern bekannten sie sich zu einer Radical History als Anstoß zum sozialen Handeln und entwickelten dabei ein Programm, das die historischen Fragestellungen ganz an den politischen Tagesinteressen ausrichtete.[FN 272]

    [FN 272: Vgl. St. Lynd: Intellectual Origins of American Radicalism, New York 1968; H. Zinn: Politics of History, (Kap.: „What is Radical History"?), Boston 1970, S. 35-55; H. Zinn: A People's History of the United States, New York u.a. 1980. Lynd und Zinn waren auch in der Bürgerrechtsbewegung, im Protest gegen den Vietnamkrieg und für den Aufbau professioneller Gegeninstitutionen sehr aktiv. Vgl. hierzu auch: E. Angermann, op. cit., S. 77.]

    [...], die anknüpfend an ein etwas undifferenziertes Verständnis der New History und eines meist an den Frühschriften orientierten Marxismus ihre radikal-demokratischen Konzeptionen einseitig-selektiv und instrumentalistisch im Sinne der von ihnen angestrebten Gesellschaftsveränderung der Geschichte aufgeprägt haben. Noch weniger von ihnen haben sich dazu so offen ausgesprochen wie etwa Staughton Lynd oder Howard Zinn, die natürlich den Vorwurf der Geschichtsklitterung weit von sich weisen, sich aber zugleich zu einer „Radical History" als Anstoß zum sozialen Handeln bekennen und dabei ein Programm entwickeln, das die historischen Fragestellungen ganz an den Tagesinteressen ausrichtet.135)

    [FN 135: Vgl z.H. Staughton Lynd: Intellectual origins of American radicalism (New York 1968), 9 f., der darüber in einen interessanten Streit mit einem anderen „radikalen" Historiker, dem erklärten Neo-Marxisten Eugene Genovese, geriet, und Zinn: Politics of history (s. Anm. 5), bes. chap. 3: What is radical history?, 35-55; zu beiden Guggisberg: Sozialpolitisches Engagement (s. Anm. 52), 139ff., 144ff., sowie Sternsher: Consensus(s. Anm. 86), 284 ff., 292ff.. 335f, Lynd und Zinn waren auch in der Bürgerrechtsbewegung, im Protest gegen den Vietnamkrieg und für den Aufbau professioneller Gegeninstitutionen sehr aktiv.]

    Anmerkungen

    Hier werden bis in den Fußnotentext hinein fleißig Formulierungen des Originals übernommen - die Bedeutung des u.a. angegebenen Angermann für die "Herstellung" dieses Abschnitts bleibt absolut unklar.

    Sichter


  • Mm/Fragment 126 37-43


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 126, Zeilen: 37-43
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 77, Zeilen: 16-23, 111-117
    Die meisten New Left-Historiker-größtenteils aus der sogenannten Wisconsin School, verbunden mit Namen wie Fred Harvey Harrington und William Appleman Williams - verschrieben sich jedoch ausschließlich der „imperialistischen" Außenpolitik der Vereinigten Staaten.[FN 273] Andere wiederum schrieben Bücher über die Geschichte der Minderheiten, vor allem der Schwarzen und Indianer, den Abolitionismus, die Geschichte der industriellen Arbeiterbewegung oder die Reformbewegungen des 20. Jahrhunderts.[FN 274]

    [FN 273: Siehe hierzu: Lloyd C. Gardner/Walter La Feber/Thomas J. McCormick: Creation of the American Empire: U.S. Diplomatic History, Chicago 1976<sup>2</sup>; W. A. Williams: The Tragedy of American Diplomacy, New York 1962.]

    [FN 274: Vgl. Barton J. Bernstein (ed.): Towards a New Past. Dissenting Essays in American History, New York 1968; Alfred F. Young (ed.): Dissent: Explorations in the History of American Radicalism, De Kalb, Ill., 1968.]

    Die weitaus meisten New Left-Historiker - großenteils aus der sogenannten Wisconsin School von Fred Harvey Harrington und William Appleman Williams - haben sich der nach Meinung von Williams von jeher imperialistischen Außenpolitik der Vereinigten Staaten verschrieben.[FN 136] Andere wandten sich der Geschichte der Minderheiten, namentlich der Schwarzen, dem Abolitionismus, der Geschichte der industriellen Arbeiterbewegung oder den Reformphasen des zwanzigsten Jahrhunderts zu.[FN 137]

    [FN 136: Vgl. als jüngste Zusammenfassung ihrer Vorstellungen das Gemeinschaftswerk von Lloyd C. Gardner, Walter LaFeber, Thomas J. McCormick: Creation of the American empire, U.S. diplomatic history (Chicago <sup>2</sup>1976).]

    [FN 117: Einen ganz guten Überblick über diese Interessen geben die Sammelbände von Barton J. Bernstein (ed.): Towards a new past. Dissenting essays in American History (New York I968), und Alfred F. Young (ed.): Dissent: Explorations in the history of American radicalism (DeKalb, Ill., 1968).]

    Anmerkungen

    Dokumentiert in Amerikastudien 36 (1991) S. 547-548.<br />Kein Hinweis auf die Vorlage.

    Sichter


  • Mm/Fragment 127 01-13


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 127, Zeilen: 1-13
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 78-79, Zeilen: S.78,28 - S.79,13
    [Einen Frontalangriff auf die gesamte bisherige amerikanische Geschichtsschreibung unternahm 1968 Jesse] Lemisch mit seinen Thesen, daß die Geschichte der Elite und Sieger in den entscheidenden historischen Prozessen durch eine Geschichte der immer nur „getretenen" kleinen Leute, der Arbeiter, Handwerker, kleinen Farmer, Matrosen und Sklaven, durch eine „History from the Bottom Up", abgelöst werden sollte. Lemisch polemisierte gegen die Tendenz der herkömmlichen Historiographie, die Geschichte nur unter dem Gesichtspunkt der Führungsschichten betrachtet zu haben, und wies auf die von ihm als positiv dargestellte radikalisierende Funktion der Unterschichten hin, die den "wahren" Fortschritt in der Geschichte bewirken würden. Inspiriert von Herbert Marcuse, forderte er mehr Mitgefühl für die Machtlosen, das erst die „historische Objektivität" gewährleisten könnte:

    "In practice, it (this sympathy) leads the historian to describe past societies as they appeared from the bottom rather than from the top, more from the point of view of the inarticulate than of the articulate. [...]"[FN 275]

    [FN 275: J. Lemisch: The American Revolution Seen from the Bottom Up, in: B. J. Bernstein, op. cit., S. 6. Hierzu auch: E. Angermann, op. cit., S. 79.]

    Einen grundsätzlichen Angriff auf die gesamte bisherige Geschichtsschreibung — auf schmaler Grundlage überdies sehr umstrittener eigener Arbeiten zur Rolle der amerikanischen Seeleute in der Amerikanischen Revolution — hat 1967 Jesse Lemisch vorgetragen. In grundlegender Ubereinstimmung mit Lynd und anderen Radical Historians geht es ihm darum, die Geschichte der Sieger in den entscheidenden historischen Prozessen durch eine Geschichte der immer nur getretenen Kleinen Leute, der Handwerker, Arbeiter, Matrosen, kleinen Farmer, Sklaven usw. abzulösen — "History from the Bottom Up", wie man sie dann in Anlehnung an einen programmatischen Aufsatz genannt hat.[FN 140] Dort polemisiert er gegen die Tendenz der herkömmlichen Historiographie, die Geschichte stets nur unter dem Aspekt der Führer und Eliten zu betrachten, verweist auf die häufig radikalisierende Funktion der Unterschichten, während es die Bessergestellten oft an revolutionärem Eifer hätten fehlen lassen, bestreitet die Anerkennung gesellschaftlicher Rangunterschiede im Revolutionszeitalter (deference) und fordert, inspiriert von Herbert Marcuse, mehr Mitgefühl mit den Machtlosen, wodurch man der Objektivität näherkomme: "in practice, it [this sympathy] leads the historian to describe past societies as they appeared from the bottom rather than from the top, more from the point of view of the inarticulate than of the articulate."

    [FN 140: Vgl. Jesse Lemisch: The American Revolution seen from the bottom up, in Bernstein: Towards a new past (s. Anm. 137), 3-45, die im Text folgenden Zitate S. 6;[...]]

    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 548. In der Fußnote wird zunächst auf Lemisch 1968 verwiesen, mit "Hierzu auch:" dann auf Angermann S. 79. Dass die Passage weitestgehend direkt aus Angermann übernommen wurde, ist durch den Verweis nicht erkennbar.

    Sichter


  • Mm/Fragment 127 13-14


    Typus
    KeinPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 127, Zeilen: 13-14
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 79, Zeilen: 16-19
    „[...]... A small part of the necessary work has been done, and a radically new view is just now becoming visible: it is hoped that some of the readers of this essay will do more." „A small part of the necessary work has been done, and a radically new view is just now becoming visible: it is hoped that some of the readers of this essay will do more."
    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 548.<br/>Der Vollständigkeit halber mit aufgelistet: an und für sich unproblematisch - aber das Zitat findet sich bei Angermann auf derselben Seite aber an anderer Stelle des Textes. Fragment belegt (mit den anderen zusammen) eigentlich nur, dass hier seitenweise Originaltext von Angermann fast vollständig übernommen wird.

    Sichter


  • Mm/Fragment 127 15-16


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 127, Zeilen: 15-16
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 79, Zeilen: 15-16
    Daß ein solches Bemühen bereits methodisch kaum durchführbar ist, schien Lemisch nicht weiter zu bedenken. [...]; doch hält sich Lemisch nicht lange damit auf, die in der Tat großen methodischen Schwierigkeiten solchen Bemühens zu bedenken.
    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 548.<br /> Wieder ein Minifragment, aber es setzt die Textübernahme aus Angermann lückenlos fort.

    Sichter


  • Mm/Fragment 127 16-43


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, 129.217.132.38
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 127, Zeilen: 16-43
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 79-80, Zeilen: S.79,23 - S.80,37
    Allerdings war den New Left-Historikern ohnehin nicht lange Ruhm beschert. Zunächst litten sie an einer Art Verfolgungswahn, daß das akademische historische Establishment ihre Forschungsarbeit einfach abblocken würde.[FN 276] Doch ihr Mißerfolg war wohl eher darauf zurückzuführen, daß die New-Left-Bewegung seit 1969 und erst recht seit dem Ende des Vietnamkrieges Einheit und Stoßkraft verlor; zum anderen trat gleichzeitig eine Ernüchterung bei den amerikanischen Geschichtswissenschaftlern zutage, die nun wieder größeres Gewicht auf methodisch sorgfältige Ausarbeitung von Forschungsergebnissen statt auf ideologisch motivierte Studien legten.[FN 277] Von daher erwies sich William Appleman Williams 1976 erschienenes Buch „American Confronts A Revolutionary World, 1776-1976" nicht nur als linker Anachronismus, sondern regelrecht als geschichtsphilosophische Groteske. In seiner Analyse erklärte Williams nämlich die Verfassung von 1787 als regressiv, als das Ende jeglicher strukturellen Veränderungsmöglichkeit in dem neuen Staatswesen:

    „It established the foundation of a superstate, a political giant that had the power to override any single state (or culture). It did so by making population the bedrock of power: a majority could impose its will upon any minority."[FN 278]

    Das in der Unabhängigkeitserklärung niedergelegte Prinzip der Selbstbestimmung sei aufgegeben und die Erhaltung des Status quo zum Wegweiser gemacht worden. Gleichzeitig hätte das Founding-Fathers-Establishment einen Kurs ständiger Expansion eingeschlagen, um die inneren Spannungen des neuen fortschrittsfeindlichen Systems in außenpolitische Aktivitäten abzuleiten. Amerika wäre also entgegen seinen anfangs formulierten Idealen zu einer konterrevolutionären Macht avanciert und hätte seine eigene Weltanschauung auch den Nachbarn, ja der ganzen Welt aufzuzwingen versucht. Freilich, ist man mit dem politisch-rechtlichen Machtgefüge der Union bis hin zum Bürgerkrieg auch nur annähernd vertraut, so kann man solche Thesen nur als „Phantasmagorie" bezeichnen.[FN 279]

    [FN 276: Hierzu besonders die wehleidige Studie von Jesse Lemisch: On Active Service in War and Peace: Politics and Ideology in the American Historical Profession, Toronto 1975.]

    [FN 277: Vgl. E. Angermann, op. cit., S. 79 f.]

    [FN 278: W. A. Williams: America Confronts a Revolutionary World, 1776-1976, New York 1976, S. 17.]

    [FN 279: Vgl. E. Angermann, op. cit., S. 80.]

    Seither ist es wissenschaftlich um Lemisch ebenso still geworden wie um Lynd.[FN 142] Der Grund kann schlechterdings nicht in dem gesehen werden, was viele Neu Left-Historiker in einer Art Verfolgungswahn immer wieder als ihre Furcht zum Ausdruck gebracht hahen, daß nämlich das akademische Establishment ihre Arbeit einfach abblocken würde. Das Gegenteil war vielfach der Fall. Der Mißerfolg ist also wohl zum einen darauf zuruckzuführen, daß die ganze New Left-Bewegung seit 1969 und vollends seit dem Ende des Vietnamkrieges Einheit und Stoßkraft verloren hat, zum anderen auf die gleichzeitige Ernüchterung in der amerikanischen Geschichtswissenschaft, die nun wieder größeres Gewicht auf methodische Solidität und sorgfältige Ausarbeitung von Forschungsergebnissen als auf kühne, aber mehr ideologisch motivierte als wissenschaftlich fundierte Entwürfe zu legen begann.<br />

    Ein neues Buch des Altmeisters der New Left History, William Appleman Williams, wurde daher gewissermaßen durch die innere Entwicklung der amerikanischen Geschichtswissenschaft überholt und zu einer geschichtsphilosophischen Groteske gemacht.[FN 143] In seinen Augen bedeutete nämlich die Verfassung von 1787 das Ende jeder strukturellen Veränderungsmöghchkeit in dem neuen Staatswesen: „It estahlished the foundation of a superstate [sic!], a political giant that had the power to override any Single state (or culture). It did so by making population the bedrock of power: a majority could impose its will upon any minority." Damit habe man das in der Unahhängigkeitserklärung niedergelegte Prinzip der Selbstbestimmung aufgegeben, durch Festschreibung der jeweiligen Gegenwart - das heißt, Verdrängung von Vergangenheit und Zukunft - die Erhaltung des Status quo zur Richtschnur gemacht und zugleich einen Kurs ständiger Expansion eingeschlagen, um die inneren Spannungen des neuen Systems in außenpolitische Aktivität abzuleiten. Entgegen dem Gesetz, nach dem es angetreten, sei also Amerika von Anfang an zur konterrevolutionären Macht par excellence geworden und habe sein eigenes Konzept auch den Nachbarn, ja der ganzen Welt aufzuzwingen versucht. Kennt man den Zustand des Machtgefüges der Union bis hin zum Bürgerkrieg auch nur rudimentär, so kann man einer solchen Phantasmagorie nur mit fassungslosem Staunen gegenüberstehen - ganz abgesehen davon, daß ja wohl kein in normalen Kategorien denkender Mensch in der sogenannten States' Rights-Bewegung, die doch in der Regel nur der Zementierung regionaler oder lokaler Herrschaftsstrukturen diente, einen Ausdruck echter demokratischer Selbstbestimmung sehen wird.

    [FN 142: Von beiden sind siether m.W. keine größeren Beiträge zur historischen Forschung mehr erschienen, auch nicht das 1968 angekündigte Buch von Jesse Lemisch: Jack Tar vs. John Bull. Merchant seamen in the politics of Revolutionary Mareica; dafür hat er seinen Bewunderern eine ebenfalls auf das Jahr 1969 zurückgehende Anklage gegen die Zunft geschenkt, die Selbstmitleid und Verfolgungswahn in peinlicher Weise zur Schau stellt, vgl. Jesse Lemisch: On active service in war und peace. Politics und ideology in the American historical profession (Toronto 1975).]

    [FN 143: Vgl. William Appleman Williams: America Confronts a Revolutionary World, 1776-1976, (New York 1976), das im Text folgende Zitat S. 17.]

    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991) S. 548-549.<br />In zwei gegenüber der Vorlage ergänzten Fußnoten wird mit "Vgl." auf Angermann verwiesen. In welcher Form von dort übernommen wird (teils wörtlich, teils Paraphrase, aber stets ohne substanzielle Bearbeitung) wird verschleiert.

    Sichter


  • Mm/Fragment 128 08-19


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 128, Zeilen: 8-19
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 21, Zeilen: li.Spalte 20-40
    Die kreative Überarbeitung von Geschichte ist eigentlich Teil einer in den letzten Jahren umfassenderen historisch-literarischen Strömung in den USA mit dem Ziel der Rekonstruktion der amerikanischen Vergangenheit. In den 60er Jahren hatten revisionistische Historiker begonnen, die herkömmliche Sicht der amerikanischen Geschichte, die Konsens, Assimilation und Fortschritt in den Mittelpunkt rückte, in Frage zu stellen. In diesem Prozeß eröffneten sie zwar sehr interessante neue, bisher nicht behandelte Bereiche der Geschichte von den sogenannten „schweigenden" Gruppen wie den Schwarzen, den Frauen und den Arbeitern; doch beruhte diese neue Geschichtsschreibung zum größten Teil auf quantitativer Forschung und mikro-historischen Studien, die dazu neigten, das Verständnis der amerikanischen Geschichte zu fragmentieren und deren Verständlichkeit für ein breiteres Publikum zu mindern.[...][FN 280]

    [FN 280: Vgl. Paul Levine: Der neue Realismus in der zeitgenössischen nordamerikanischen Literatur, Aus Politik und Zeitgeschichte, B 39-40/1984,29. Sept. 1984, S. 21; E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte, (Kap.: Neue Interessengebiete), a.a.O., S. 82.]

    Diese kreative Überarbeitung von Geschichte, auch für Doctorows übriges Werk kennzeichnend, ist eigentlich Teil einer in den letzten Jahren umfassenderen Strömung mit dem Ziel der Rekonstruktion der amerikanischen Vergangenheit. Schon in den sechziger Jahren begannen „revisionistische" Historiker die herkömmliche Sicht der amerikanischen Geschichte, die Konsens, Assimilation und Fortschritt in den Mittelpunkt rückte, in Frage zu stellen. In diesem Prozeß eröffneten sie sehr interessante neue Bereiche der Geschichte von vordem „schweigenden" Gruppen wie den Schwarzen, den Frauen und den Arbeitern. Viel von dieser „neuen Geschichtsschreibung beruhte jedoch auf quantitativer Forschung und mikro-historischen Studien, die dazu neigten, das Verständnis der amerikanischen Geschichte zu fragmentieren und deren Verständlichkeit für ein breiteres Publikum zu mindern.
    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter
    Drhchc


  • Mm/Fragment 128 19-22


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 128, Zeilen: 19-22
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 82, Zeilen: 15-18
    In vielen dieser Untersuchungen war die Neigung unverkennbar, moderne Erwartungsmaßstäbe an historisches Geschehen anzulegen, Rand- und Einzelerscheinungen grob zu verallgemeinern und im Sinne der New Left zu moralisieren.[FN 280]

    [FN 280: Vgl. Paul Levine: Der neue Realismus in der zeitgenössischen nordamerikanischen Literatur, Aus Politik und Zeitgeschichte, B 39-40/1984,29. Sept. 1984, S. 21; E. Angermann: Die Revolution im Spiegel der Geschichte, (Kap.: Neue Interessengebiete), a.a.O., S. 82.]

    Auch in vielen der zuletzt genannten Untersuchungen ist die Neigung unverkennbar, moderne Erwartungsmaßstäbe an historisches Geschehen anzulegen, Rand- und Einzelerscheinungen unzulässig zu verallgemeinern und im Sinne der New Left zu moralisieren.
    Anmerkungen

    Mm erwähnt zwar die Quelle (wobei sie sich beim Titel auch noch vertut) - dass sie den Satz zu 95% übernommen hat, wird nicht ersichtlich.

    Sichter
    Drhchc


  • Mm/Fragment 128 23-29


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Klicken
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 128, Zeilen: 23-29
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 83, Zeilen: 14-22, 101-105
    Einen prominenten Platz in den neuesten historischen Forschungsansätzen nehmen freilich ohne Zweifel Arbeiten zur Rassenfrage und zur Geschichte der Sklaverei ein. Zu nennen sind hier die weit ausgreifende Geschichte der Suprematie von „White over Black" in Amerika vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert von Winthrop D. Jordan sowie die Untersuchungen zur Problematik der Sklaverei im Revolutionszeitalter und den Auseinandersetzungen um ihre Abschaffung, die Thematik „Slavery and the Idea of Progress" von David Brion Davis.[FN 281]

    [FN 281: Siehe hierzu: W. D. Jordan: White over Black: American Attitudes toward the Negro, 1550-1812, Chapel Hill, N. C., 1968; D. B. Davis: The Problem of Slavery in the Age of Revolution, 1770-1823, Ithaca, N.Y., 1975; D. B. Davis: Slavery and the Idea of Progress, in: Oceans Apart? Comparing Germany and the United States, (ed. E. Angermann/M.-L. Frings), Stuttgart 1981, S. 13-28.]

    Es liegt nahe, daß unter den Arbeiten dieser Richtung solche zur Rassenfrage und zur Geschichte der Sklaverei einen prominenten Platz einnehmen. Neben denen von Edmund S. Morgan und Staughton Lynd sind hier namentlich zu nennen die weit ausgreifende, großartige Geschichte der Suprematie von ,White over Black' in Amerika vom sechzehnten bis zum frühen neunzehnten Jahrhundert von Winthrop D. Jordan sowie die großen Untersuchungen zur Problematik der Sklaverei im Revolutionszeitalter und den Auseinandersetzungen um ihre Abschaffung von David Brion Davis und dem Engländer Duncan J. MacLeod.149)

    [FN 149: Zu Morgan und Lynd vgl. Anm. 104 bzw. 138; im übrigen Winthrop D. Jordan: White over black, American attitudes toward the Negro, 1550-1812 (Chapel Hill, N.C., 1968); David Brion Davis: The problem of slavery in the age of Revolution. 1770-1823 (Ithaca, N Y., 1975); Duncan J. MacLeod: Slavery, race, and the American Revolution (Cambridge 1974).]

    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Klicken


  • Mm/Fragment 128 29-36


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 128, Zeilen: 29-36
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 84-85, Zeilen: S.84,16-24.113-118; S.85,1-5
    Darüber hinaus ist die zunehmende Forschung auf dem Gebiet der Frauengeschichte zu erwähnen. Zwar bestand auch früher Interesse für die Frauen des Revolutionszeitalters, die „Founding Mothers", aber fast durchweg nur im Hinblick auf so berühmte Persönlichkeiten wie Abigail Adams, Mercy Warren oder Martha Washington, die alle der gesellschaftlichen Führungsschicht angehörten.[FN 282] Unter dem Einfluß der Women's Lib-Bewegung hat seit den 60er Jahren die Frauenforschung in den Vereinigten Staaten großen Aufwind erfahren.[FN 283]

    [FN 282: Siehe: Elizabeth F. Ellett: The Woman of the American Revolution, New York 1853-54,3 vols.; Linda Grant De Pauw: Founding Mothers: Woman in America in the Revolutionary Era, Boston 1975; L. Grant De Pauw: Conover Hunt, Miriam Schneir: Remember the Ladies. Woman in America, 1750-1815, New York 1976; Paul Engle: Woman in the American Revolution, Chicago 1976; E. Angermann, op cit.]

    [FN 283: Siehe: Betty Friedan: Der Weiblichkeitswahn oder Die Selbstbefreiung der Frau. Ein Emanzipationskonzept, Reinbek 1975 (engl.: The Feminine Mystique, 1966); Jean E. Friedman/William G. Shade: Our American Sisters: Woman in American Life and Thought, Boston 1976; Carol Berkin (ed.): Woman of America, Boston 1979; Sheila Ruth: Issues in Feminism: A First Course in Woman's Studies, Boston 1980. Auch in der amerikanischen Literatur wurde zunehmend die Frauenproblematik behandelt. Siehe hierzu: Marge Piercy: Small Changes, Garden City, N.Y., 1973; M. Piercy: Vida, London 1980; Gail Godwin: The Odd Woman, New York 1974; Alice Walker: Meridian, New York 1976.]

    Nicht übergangen werden darf endlich als ein unverkennbar durch zeitgeschichtliche Faktoren ausgelöstes Interesse, daß seit einigen Jahren natürlich auch die Frauengeschichte auf die Forschung zur Amerikanischen Revolution durchgeschlagen hat. Nicht als ob man sich früher gar nicht für die Frauen des Rcvolutionszeitalters interessiert hatte. Es geschah aber doch fast durchweg nur im Hinblick auf so bemerkenswerte Gestalten wie Abigail Adams. Mercy Warren oder Martha Washington, die sämtlich der gesellschaftlichen Fuhrungsschicht angehörten.152) Dieses bei aller Tendenz zur Heldinnenverehrung durchaus legitime historische Interesse hält selbstverständlich auch weiterhin an. Doch hat es unter dem Einfluß der „Women's Lib"-Bewegung seit den sechziger Jahren durch die Verbindung mit der Erforschung minderprivilegierter Gruppen insgeheim eine ganz wesentliche sozialhistorische Verbreiterung erfahren.

    [FN 152: Das gilt auch für Elizabeth F. Ellet: The women the American Revolution, 3 vols. (New York 1853-54), zum folgenden auch die eher volkstümliche Darstellung von Linda Grant De Pauw: Founding Mothers: Women in America in the Revolutionary era (Boston 1975), eadem, Conover Hunt, Miriam Schneir: Remember the ladies. Women in America 1750-1815 (New York 1976), sowie Paul Eagle: Women in the American Revolution (Chicago 1976)]

    Anmerkungen

    "E. Angermann, op cit." in Fußnote 282 liefert nach den üblichen Zitierregeln keinen Verweis auf die hier benutzte Stelle.<br/> Übrigens verwendet Mm in derselben Fußnote konsequent die nicht korrekte Schreibweise "woman" für die Mehrzahl.

    Sichter


  • Mm/Fragment 128 37-42


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 128, Zeilen: 37-42
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 85-86, Zeilen: S.85,30-35 - S.86,1-3
    Für die Entwicklung der zeitgenössischen amerikanischen Historiographie bleibt allerdings auch weiterhin die Deutung der Amerikanischen Revolution als historisches Selbstverständnis ein wesentliches Merkmal. Laufend erscheinen Untersuchungen über die Amerikanische Revolution, ihre geistigen und gesellschaftlichen Grundlagen und ihr Einwirken auf die Existenz und Identität des amerikanischen Volkes, [...] Denn die Frage nach dem Einfluß bestimmter zeitgeschichtlicher Wechsellagen auf das Geschichtsbild - in diesem Fall auf das durch die Amerikanische Revolution geprägte historische Selbstverständnis der Vereinigten Staaten - geht schließlich in der Gegenwart auf, wird von dieser gewissermaßen eingeholt. Wohl erscheinen laufend hochinteressante Untersuchungen über die Amerikanische Revolution, ihre geistigen und gesellschaftlichen Grundlagen und ihr Wirken auf die Existenz und Identität des amerikanischen Volkes.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 129 05-14


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 129, Zeilen: 5-14
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 86, Zeilen: 14-27
    [...] Morton Whites Buch „The Philosophy of the American Revolution", das die philosophischen Grundlagen des Ideenguts der Amerikanischen Revolution im abendländischen Denken erläutert und in dem White zu dem Ergebnis kommt, daß die Founding Fathers zwar keine neuen, originellen Gedanken über das menschliche Zusammenleben entwickelten, aber in hohem Maße doch philosophische Weisheiten ihres Zeitalters tatsächlich in praktische Politik umsetzten. In überzeugender Weise überprüft White diese These anhand zentraler Begriffe der Revolution wie „self-evident truth", „nature", „progress" oder „essence of man" und belegt sie aufgrund ihrer Tradition, ihrer zeitspezifischen Aussagekraft und ihrer überzeitlichen Relevanz.[FN 286]

    [FN 286: Vgl. Morton White: The Philosophy of the American Revolution, New York 1978; E. Angermann, op. cit., S. 86.]

    Morton White geht in einem überaus anregenden Buch den philosophischen Grundlagen der Gedankenwelt der Amerikanischen Revolution im abendländischen Denken nach und kommt zu dem Ergebnis, daß die Founding Fathers zwar - was ihnen selbst durchaus bewußt war - keineswegs neue, originelle Ideen über das menschliche Zusammenleben entwickelten, aber in ungewöhnlichem Maße philosophische Schulmeinungen ihres Zeitalters in praktische Politik umsetzten. Diese in ihrer Generalität nicht verwunderliche Feststellung erhält dadurch ihr Gewicht, daß White in uberzeugender Weise zentrale Begriffe der Revolution wie „self-evident truth", „nature" oder „essence of man", Gottes Absichten für die Menschheit oder „natürliche Rechte und Pflichten" auf ihre Tradition, ihre zeitspezifische Aussagekraft und ihre überzeitliche Relevanz hin überprüft und mit präzisem Sinn für historische Perspektive einordnet.154)

    [FN 154: Vgl. Morton White: The philosophy of the American Revolution (New York 1978); [...]]

    Anmerkungen

    Trotz Hinweis auf die Quelle sind wortwörtlich übernommene Passagen als solche nicht zu erkennen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 129 14-22


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 129, Zeilen: 14-22
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 86-87, Zeilen: S.86,28 - S.87,3
    Auch die Studie des englischen Historikers J. R. Pole „The Pursuit of Equality in American History", eine breit angelegte analytische Geschichte der Gleichheitsidee, die seit der Revolution eine so wichtige Rolle im politischen Denken der USA gespielt hat, ist erwähnenswert. Pole gelingt es bei seiner Definition der Auswirkungen des Gleichheitsprinzips in Wechselwirkung mit dem komplementären Freiheitsgedanken auf fast alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens bis in die sozio-kulturellen Beziehungen und die politische Praxis der Gegenwart hinein eine überzeugende Verbindung von Ideengeschichte und allgemeiner Historiographie herzustellen. [...][FN 287]

    [FN 287: Vgl. J. R. Pole: The Pursuit of Equality in American History, Berkeley, Calif., 1978; M. Kammen: A Season of Youth: The American Revolution and the Historical Imagination, New York 1978; E. Angermann, op. cit., S. 86f.]

    Der englische Historiker J R Pole, einer der besten Kenner der Materie, legt als Ergebnis langjähriger Studien eine breit angelegte analytische Geschichte der GIeichheitsidee vor, die seit der Revolution eine so zentrale Rolle im politischen Denken Amerikas gespielt hat. Auch er beschäftigt sich eingehend mit den philosophischen Grundlagen und ihren Implikationen. Doch verfolgt er viel stärker als White die Auswirkungen des Gleichheitsprinzips in Wechselwirkung mit dem komplementären Freiheitsgedanken auf beinahe alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens bis in die sozio-kulturellen Beziehungen und die politische Praxis der Gegenwart herein - eine besonders glückliche Verbindung von Ideengeschichte und allgemeiner Geschichtsschreibung.155)

    [FN 155: Vgl J.R. Pole: The pursuit of equality in American history (Berkeley, Cal.,1978).]

    Anmerkungen

    In einer unmittelbar vorangegangenen Fußnote (286) und in einer 11 Zeilen späteren Fußnote (287) verweist Mm auf die Quelle Angermann. Der Bezug zum aktuellen Abschnitt wird allerdings nicht hergestellt. Benutzte Originalformulierungen sind als solche nicht erkennbar.

    Sichter


  • Mm/Fragment 129 35-47


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 129, Zeilen: 35-47
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 21, Zeilen: li.Spalte 45-54.101-102 - re.Spalte 1-12
    In Herbert G. Gutmans Worten ist eine neue Synthese nötig, eine, die die neue Geschichte in sich aufnimmt und dann über sie hinausweist. Semiologen und Historiker fangen an, die traditionellen Unterscheidungen zwischen Geschichtsschreibung und Literatur (fiction) in Frage zu stellen.[FN 288] Bereits Roland Barthes und Hayden White hatten den besonderen Status von Geschichte als Repräsentation von Wirklichkeit angegriffen, indem sie auf die Ähnlichkeit zwischen den Sprachstrukturen und den rhetorischen Strategien in historischen und fiktiven Texten hinwiesen. Eine privilegierte Sicht der Vergangenheit schien es für sie nicht zu geben, und somit auch keine „objektive" Geschichte. Ebenso waren Tatsachen nicht aus sich heraus eindeutig, sondern ausgewählt und gegliedert, entsprechend der spezifischen erzählerischen Vision, die der Historiker an seinen Gegenstand herantrug.[FN 289] Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur wurde von Schriftstel[lern registriert.]

    [FN 288: Vgl. H. G. Gutman: Whatever Happened to History?, The Nation, Nov. 21,1981, S. 554. Ferner siehe hierzu: John Higham/Paul K. Conkin: New Directions in American Intellectual History, Baltimore, Md., 1980.]

    [FN 289: Vgl. P. Levine, op. cit., S. 21; Michael Kämmen (ed.): The Past before US: Contemporary Historical Writing in the United States, (Foreword by John Hope Franklin), Ithaca, N.Y., 1980.]

    Daher kam Gutman zu dem Schluß: „Eine neue Synthese ist nötig, eine, die die neue Geschichte in sich aufnimmt und dann über sie hinausweist."[FN 14]

    Zur gleichen Zeit fingen Semiologen und Historiker an, die traditionellen Unterscheidungen zwischen Geschichtsschreibung und Literatur ("fiction") in Frage zu stellen. Auf verschiedene Weise griffen Roland Barthes und Hayden White den besonderen Status von Geschichte als Repräsentation von Wirklichkeit an, indem sie auf die Ähnlichkeit zwischen den Sprachstrukturen und den rhetorischen Strategien in historischen und fiktiven Texten hinwiesen. Eine privilegierte Sicht der Vergangenheit schien es nicht zu geben, somit keine „objektive" Geschichte. Tatsachen waren nicht aus sich heraus eindeutig, sondern ausgewählt und gegliedert, entsprechend der besonderen narrativen Vision, die der Historiker an seinen Gegenstand herantrug.

    Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur blieb von den Schriftstellern nicht unbeachtet.

    [FN 14: H. G. Gutman, ,Whatever Happened to History?', in: The Nation vom 21. November 1981, S. 554.]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 130 01-29


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 130, Zeilen: 1-29
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 21-22, Zeilen: S.21, re.Spalte 13-63 - S.22, li.Spalte 1-10.101-104
    [Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur wurde von Schriftstel]lern registriert. Schon in den 60er Jahren hatten Autoren wie John Barth („The Sot-Weed Factor"), Thomas Berger („Little Big Man") und William Styron („Confessions of Nat Turner") begonnen, amerikanische Geschichte in ihren Romanen schöpferisch neu zu gestalten. Noch näher zur Gegenwart hin richtet sich das wiedererwachte Interesse an der Geschichte mehrfach auf politische Themen, z.B. E. L. Doctorows „Ragtime", Gore Vidals „Burr" oder John A. Williams „Captain Blackman".[FN 290] 1978 erklärte Doctorow in einem Interview, warum die amerikanischen Romanciers sich der Geschichte als eines Themas ihrer Arbeit annehmen würden:

    „Nun, zunächst einmal ist Geschichte, wie sie von Historikern geschrieben wird, klar unzureichend. Dabei sind die Historiker die ersten, die Skepsis hinsichtlich der ,Objektivität' ihrer Disziplin äußern. Eine Menge Leute entdeckten nach dem Zweiten Weltkrieg und in den fünfziger Jahren, daß vieles von dem, was die jüngere Generation als Geschichte betrachtete, tatsächlich in hohem Maße interpretierte Geschichte war. Und gerade als wir durch die Anleitung und die Weisheit von Zeitschriften wie ,Time' über die Manipulation der Russen hinsichtlich ihrer eigenen Geschichte lachen konnten - worin sie sich technologische Fortschritte gutschrieben, die eindeutig in anderen Ländern erzielt worden waren, und worin Führer, denen die Gunst entzogen worden war, plötzlich aus ihrer Geschichte herausgefallen waren - , gerade um diese Zeit in etwa begannen wir, uns über unsere eigenen Geschichtstexte und unsere eigenen Schulbücher Gedanken zu machen. Und dabei stellte sich heraus, daß nicht allein einzelne Menschen, sondern ganze Völker aus unseren Geschichtstexten herausgefallen waren - die Schwarzen, die Chinesen, die Indianer. Gleichzeitig bietet ein Land von dieser Größe so wenig an Zusammengehörigkeits- und Identifikationsmustern, auf die wir uns alle beziehen und durch die wir uns gegenseitig erkennen können. Da stellt sich heraus, daß die Geschichte, so unzureichend und schlecht sie auch aufbereitet sein mag, eines der wenigen Dinge ist, die uns hier gemeinsam sind.... Für alle von uns wird das Lesen über das, was uns vor fünfzig oder hundert Jahren passierte, ein Akt von Gemeinschaft. Und die Person, die das, was sich vor fünfzig oder hundert Jahren abspielte, darstellt, hat die Chance, Dinge über unsere heutige Situation zu sagen. Diese Möglichkeit ist eine Entdeckung der Schriftsteller."[FN 291]

    [FN 290: Vgl. P. Levine, op. cit.]

    [FN 291: P. Levine: The Writer as Independent Witness: An Interview with E. L. Doctorow, in: R. Trenner (ed.): E. L. Doctorow: Essays and Conversations, Princeton, N. J., 1983, S. 58-59. Siehe hierzu auch: Dominick LaCapra: History and Criticism, Ithaca, N.Y., 1985.]

    Diese Auflösung der traditionellen Unterscheidung zwischen Historie und Literatur blieb von den Schriftstellern nicht unbeachtet. Schon in den sechziger Jahren begannen Autoren wie John Barth, thomas Berger und William Styron amerikanische Geschichte in Romanen wie The Sot-Weed Factor, Little Big Man und Confessions of Nat Turner schöpferisch neu zu gestalten. Noch näher zur Gegenwart hin richtete sich das wiedererwachte Interesse an der Geschichte ausdrücklicher auf politische Themen, z.B. E. L. Doctorows Ragtime, Gore Vidals Burr oder John A. Williams Captain Blackman. In einem 1978 aufgenommenen Interview erklärte Doctorow, warum die Romanciers sich wieder einmal der Geschichte als eines Themas ihrer Arbeit zuwandten:

    „Nun, zunächst einmal ist Geschichte, wie sie von Historikern geschrieben wird, klar unzureichend. Dabei sind die Historiker die ersten, die Skepsis hinsichtlich der ,Objektivität' ihrer Disziplin äußern. Eine Menge Leute entdeckten nach dem Zweiten Weltkrieg und in den fünfziger Jahren, daß vieles von dem, was die jüngere Generation als Geschichte betrachtete, tatsächlich in hohem Maße interpretierte Geschichte war. Und gerade als wir durch die Anleitung und die Weisheit von Zeitschriften wie ,Time' über die Manipulation der Russen hinsichtlich ihrer eigenen Geschichte lachen konnten - worin sie sich technologische Fortschritte gutschrieben, die eindeutig in anderen Ländern erzielt worden waren, und worin Führer, denen die Gunst entzogen worden war, plötzlich aus ihrer Geschichte herausgefallen waren - , gerade um diese Zeit in etwa begannen wir, uns über unsere eigenen Geschichtstexte und unsere eigenen Schulbücher Gedanken zu machen. Und dabei stellte sich heraus, daß nicht allein einzelne Menschen, sondern ganze Völker aus unseren Geschichtstexten herausgefallen waren - die Schwarzen, die Chinesen, die Indianer. Gleichzeitig bietet ein Land von dieser Größe so wenig an Zusammengehörigkeits- und Identifikationsmustern, auf die wir uns alle beziehen und durch die wir uns gegenseitig erkennen können. Da stellt sich heraus, daß die Geschichte, so unzureichend und schlecht sie auch aufbereitet sein mag, eines der wenigen Dinge ist, die uns hier gemeinsam sind.... Für alle von uns wird das Lesen über das, was uns vor fünfzig oder hundert Jahren passierte, ein Akt von Gemeinschaft. Und die Person, die das, was sich vor fünfzig oder hundert Jahren abspielte, darstellt, hat die Chance, Dinge über unsere heutige Situation zu sagen. Diese Möglichkeit ist eine Entdeckung der Schriftsteller."[FN 15]

    [FN 15: P. Levine, ,The Writer as Independent Witness: An Interview with E. L. Doctorow', in: R. Trenner (Ed.): E. L. Doctorow: Essays and Conversations, Princeton (N. J.) 1983, S. 58-59.]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 130 30-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 130, Zeilen: 30-44
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 22, Zeilen: li.Spalte 10-37
    Dieses erneute Interesse an der Geschichte, teilweise eine Reaktion auf die übermäßige Subjektivität der Literatur in den 50er und teilweise eine Reaktion auf die politischen und kulturellen Vorgänge in den 60er Jahren, ist von einer Reihe sehr unterschiedlicher Autoren aufgegriffen worden: von orthodoxen Modernisten wie William Styron und Gore Vidal bis hin zu den unorthodoxen Postmodernisten wie Thomas Pynchon und Ishmael Reed. In diesen Romanen sind Wirklichkeit und Dichtung, konventionelle und experimentelle literarische Formen vereinigt, um sowohl die Vorstellung von historischer Objektivität in Frage zu stellen als auch die Annahme zu zerstören, daß es eine nachweisbare Ordnung in der Geschichte gibt. In Reeds „Mumbo Jumbo" und Doctorows „Ragtime" z.B. wird die traditionelle Interpretation der modernen amerikanischen Geschichte umgestoßen und „von unten herauf" neu geschrieben. In diesen Büchern erweisen sich gerade jene Menschen als Persönlichkeiten der modernen amerikanischen Kultur, die in den Geschichtsbüchern nicht vorkamen: die Schwarzen, die Frauen, die Immigranten und die Arbeiter.[FN 292]

    [FN 292: Vgl. E. L. Doctorow: Ragtime, New York 1975 (dt. Reinbek); Ishmael Reed: Mumbo Jumbo, New York 1972.]

    Dieses erneuerte Interesse an der Geschichte, teilweise eine Reaktion auf die übermäßige Subjektivität der Literatur in den fünfziger und teilweise eine Reaktion auf die politischen und kulturellen Vorgänge in den sechziger Jahren, ist von einer Reihe sehr unterschiedlicher amerikanischer Autoren aufgegriffen worden: von den orthodoxen Modernisten wie William Styron und Gore Vidal bis hin zu den unorthodoxen Postmodernisten wie Thomas Pynchon und Ishmael Reed. Die interessantesten dieser neuen Romane vereinigen Wirklichkeit und Dichtung ("fact and fiction"), konventionelle und experimentelle literarische Formen, um sowohl die Vorstellung von historischer Objektivität in Frage zu stellen, als auch die Annahme zu zerstören, daß es eine nachweisbare Ordnung in der Geschichte gibt. In Reeds Mumbo Jumbo und Doctorows Ragtime zum Beispiel wird die traditionelle Interpretation der modernen amerikanischen Geschichte umgestoßen und dann „von unten herauf" neu geschrieben. In diesen Romanen erweisen sich gerade jene Menschen als Gestalter der modernen amerikanischen Kultur, die in den Geschichtsbüchern nicht vorkamen: die Schwarzen, die Immigranten und die Arbeiterklasse
    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.<br/> So wenig abgewandelt, dass es schon als KomplettPlagiat aufgefasst werden könnte.<br />"Putzig" ist, dass Mm - obwohl sie sonst nichts Neues beiträgt - meint, die Liste der "neuen" Akteure in der amerikanischen Literatur gegenüber der Vorlage um "Frauen" erweitern zu müssen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 130 45-49


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 130, Zeilen: 45-49
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 22, Zeilen: li.Spalte 44-54
    Wahrscheinlich würde es zu weit gehen zu behaupten, daß die Geschichte zum Gliederungsprinzip der neueren amerikanischen Literatur geworden ist, so wie der Marxismus in den 30er und der Existentialismus in den 50er Jahren. Freilich bemühen sich einige amerikanische Autoren jene neue Synthese zu liefern, die Herbert Gutman in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung vermißt. Es mag zu weit gehen zu behaupten, daß die Geschichte zum Gliederungsprinzip der neueren Literatur geworden ist, so wie der Marxismus in den dreißiger und der Existentialismus in den fünfziger Jahren. Doch mit Berechtigung kann darauf hingewiesen werden, daß einige amerikanische Schriftsteller jene neue Synthese zu liefern suchen, die Herbert Guttman in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung vermißte.
    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Mm korrigiert einen Tippfehler der Vorlage ("Gutman" statt "Guttman")

    Sichter


  • Mm/Fragment 131 01-15


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 131, Zeilen: 1-15
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 22, Zeilen: re. Spalte 3-29, 101
    [Doch] beschäftigen sich neuerdings auch einige Schriftsteller mit dem Ende der Geschichte. Bis hin zur Gegenwart der 80er Jahre schlägt die amerikanische Literatur einen apokalyptischen Ton an, wie Jonathan Schells vieldiskutierte Untergangsapotheose „The Fate of the Earth", Norman Mailers Beschreibung des Niedergangs eines Großreiches in „Ancient Evenings" oder Jayne Anne Philipps' Abrechnung mit dem American Dream in ihrem jüngsten Buch „Machine Dreams"[FN 293]

    Bernard Malamuds „God's Grace" malt eine Welt der Katastrophe, kündigt gar das Ende der Welt an. Auf den ersten Seiten seines Romans z.B. spricht Gott zu dem einzigen Überlebenden eines nuklearen Holocaust in der Sprache eines puritanischen Sermons aus dem 17. Jahrhundert:

    „They have destroyed my handiwork, the conditions of their survival: the sweet air I gave them to breathe; the fresh water I blessed them with, to drink and bathe in; the fertile green earth. They tore apart my ozone, carbonized my oxygen, acidified my refreshing rain. Now they affront my cosmos. How much shall the Lord endure?"[FN 294]

    [FN 293: Vgl. J. Schell: The Fate of the Earth, New York 1982 (dt. München 1982); N. Mailer: Ancient Evenings, New York 1983 (dt. München 1983); J. A. Phillips: Machine Dreams, New York 1984 (dt. Frankfurt 1985).]

    [FN 294: B. Malamud: God's Grace, London 1982, S. 5.]

    In ähnlicher Weise beschäftigen sich neuerdings einige Romanciers mit dem Ende der Geschichte. Bis hin zur Gegenwart der achtziger Jahre schlägt die amerikanische Literatur einen apokalyptischen Ton an, ein Echo auf die Dringlichkeit von Jonathan Schells vieldiskutiertem Klagelied The Fate of the Earth. Ob sie sich mit dem Niedergang eines Großreiches, wie Norman Mailers Ancient Evenings, mit dem Mißlingen einer Revolution, wie Robert Stones A Flag for Sunrise, oder mit dem Ende der Welt, wie Bernard Malamuds God's Grace befaßt - die neuere amerikanische Literatur entwirft eine Welt der Katastrophe. Auf den ersten Seiten in Malamuds Romans - zum Beispiel - spricht Gott zu dem einzigen Überlebenden eines nuklearen Holocaust in der Sprache eines puritanischen Sermons aus dem 17. Jahrhundert:

    „They have destroyed my handiwork, the conditions of their survival: the sweet air I gave them to breathe; the fresh water I blessed them with, to drink and bathe in; the fertile green earth. They tore apart my ozone, carbonized my oxygen, acidified my refreshing rain. Now they affront my cosmos. How much shall the Lord endure?"[FN 16]

    [FN 16: B. Malamud, God's Grace, London 1982, S. 5. [...]]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Eine Kürzung, eine Ergänzung - das war's mal wieder. Diesmal hat Mm nicht einmal das amerikanische Originalzitat selbstständig besorgt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 131 21-26


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 131, Zeilen: 21-26
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 22, Zeilen: re. Spalte 30-38, 111
    Wenn man sich dem Bild der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft in der neueren Literatur zuwendet, stößt man unwillkürlich auf das gleiche Endzeitgefühl. Über Geschichte denkt der Held in John Updikes „Rabbit is Rich":

    „The more of it you have the more you have to live it. After a little while there gets to be too much of it to memorize and maybe that's when empires start to decline."[FN 295]

    [FN 295: J. Updike: Rabbit is Rich, London 1982, S. 229.]

    Wenn wir uns dem Bild der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft in der neueren Literatur zuwenden, stoßen wir auf das gleiche Endzeitgefühl. "History", denkt die Hauptfigur in John Updikes Rabbit is Rich, "The more of it you have the more you have to live it. After a little while there gets to be too much of it to memorize and maybe that's when empires start to decline."[FN 17]

    [FN 17: J. Updike, Rabbit is Rich, London 1982, S. 229.]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 131 27-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 131, Zeilen: 27-44
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 23, Zeilen: li.Spalte 5-38
    Das Thema des Niedergangs spielt auch in Saul Bellows neuestem Buch „The Dean's December" über das gegenwärtige Leben in Chicago und Bukarest eine zentrale Rolle. Bellows Roman ist ein Porträt zweier Gesellschaften, die von unterschiedlichen Verfallserscheinungen bedrängt sind: der liberalen Gesellschaft des Westens, die auf dem Lustprinzip aufgebaut ist, aber an einem Autoritätsverlust leidet und von einer anarchischen Unterschicht bedroht ist, die ins Abseits gedrängt wurde, und der autoritären Gesellschaft des Ostens, die auf dem Leidensprinzip basiert, aber durch Apathie ausgehöhlt ist und von einer zynischen Neuen Klasse regiert wird. Für Bellow sind das Gegensätze zwischen dem „weichen" Nihilismus des Westens, wo Permissivität die Gemeinschaft unterminiert, und dem „harten" Nihilismus des Ostens, wo Terror sich der gesetzesmäßigen Autorität bemächtigt hat.[FN 296] „The Dean's December" beschreibt die Möglichkeit der letzten Tage der Zivilisation, mit Begriffen, die ähnlich den von Christopher Lasch in seiner kontroversen Studie „The Culture of Narcissism: American Life in an Age of Diminishing Experience"[FN 297] verwendeten sind:

    „In these last days we have a right and even a duty to purge our understanding. In the general weakening of authority, the authority of the ruling forms of thought also is reduced, those forms which have done much to bring us into despair and into the abyss. I don't need to mind [them anymore. [...]"[FN 298]]

    [FN 296: Vgl. S. Bellow: The Dean's December, London 1982.]

    [FN 297: Ch. Lasch: The Culture of Narcissism, American Life in An Age of Diminishing Experience, New York 1979 (dt. München 1982).]

    [FN 298: S. Bellow, op. cit., S. 278,123.]

    Das Thema des Niedergangs spielt auch eine zentrale Rolle in „The Dean's December", Saul Bellows neuestem Roman über das Leben der Gegenwart in Chicago und Bukarest. Bellows Geschichte von den beiden Städten ist ein Porträt zweier Gesellschaften, von unterschiedlichen Verfallserscheinungen bedrängt: den liberalen Gesellschaften des Westens, die auf dem Lustprinzip aufgebaut sind, aber an einem Autoritätsverlust leidet und von einer anarchischen Unterklasse bedroht sind, die brutal ins Abseits gedrängt ist, und den autoritären Gesellschaften des Ostens, die auf dem Leidensprinzip basieren, aber durch Apathie ausgehöhlt sind und von einer zynischen Neuen Klasse regiert werden. So schildert Bellow die Gegensätze zwischen dem „weichen" Nihilismus des Westens, wo Permissivität die Gemeinschaft unterminiert, und dem „harten" Nihilismus des Ostens, wo Terror sich der gesetzesmäßigen Autorität bemächtigt hat. The Dean's December" beschreibt die Möglichkeit der letzten Tage der Zivilisation, wie wir sie kennen, mit Begriffen, die den von Christopher Lasch in seiner kontroversen Studie The Culture of Narcissism: American

    Life in an Age of Diminishing Experience verwendeten nicht unähnlich sind:

    „In these last days we have a right and even a duty to purge our understanding. In the general weakening of authority, the authority of the ruling forms of thought also is reduced, those forms which have done much to bring us into despair and into the abyss. I don't need to mind them anymore.[...][FN 19]

    [FN 19: S. Bellow, The Dean's December, London 1982, S.278. [...]]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 132 01-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 132, Zeilen: 1-14
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 23, Zeilen: li.Spalte 38-40.46.102, re.Spalte 1-21.101.104-105
    [„[...] I don't need to mind] them anymore. For science there can be no good or evil. But I personally think about virtue about vice. ... In the American moral crisis the first requirement was to experience what was happening and to see what must be seen."[FN 298]

    Das Schreiben von Literatur ist für Bellow gewissermaßen ein Akt der Wiedergewinnung von Realität wie auch ein Prozeß der Enthüllung ihres Sinns. Diese Wiedergewinnung der gesellschaftlichen Wirklichkeit erfordert allerdings mehr als ein einfaches Eingeständnis des Verfalls der Umwelt; sie erfordert eine Auseinandersetzung mit „the slums we carry around inside us. Every man's inner city...".[FN 299] So meint Bellow, daß das Problem des Fortschritts nicht allein eine vergiftete Atmosphäre, sondern vergiftete Gedanken und auch eine vergiftete Theorie ist. Aus diesem Grunde ist ein neuer Realismus erforderlich, der uns helfen würde, die Welt, zu der wir den Kontakt verloren haben, wiederzugewinnen - in Bellows Worten: „To recover the world that is buried under the debris of false description or non-experience."[FN 300]

    [FN 298: S. Bellow, op. cit., S. 278,123.]

    [FN 299: S. Bellow, op. cit., S. 207.]

    [FN 300: S. Bellow, op. cit., S. 243.]

    "[...] I don't need to mind] them anymore. For science there can be no good or evil. But I personally think about virtue about vice."[FN 19]

    [...]

    "In the American moral crisis", schreibt Bellow, "the first requirement was to experience what was happening and to see what must be seen."[FN 20] Für Bellow ist das Schreiben von Literatur ein Akt der Wiedergewinnung von Realität wie auch ein Prozeß der Enthüllung ihres Sinns. Doch die Wiedergewinnung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit erfordert mehr als ein einfaches Eingeständnis unserer verfallenden Umwelt; sie erfordert, meint Bellow, eine Auseinandersetzung mit „the slums we carry around inside us. Every man's inner city ...".[FN 21] Das Problem ist nicht allein eine vergiftete Atmosphäre, sondern vergiftete Gedanken und auch eine vergiftete Theorie. Deswegen ist ein neuer Realismus erforderlich, der uns hilft, die Welt, zu der wir den Kontakt verloren haben, wiederzugewinnen - oder in Bellows Worten: "To recover the world that is buried under the debris of false description or non-experience."[FN 22]

    [FN 19: S. Bellow, The Dean's December, London 1982, S.278.[...]]

    [FN 20: Ebd., S. 123. [...]]

    [FN 21: Ebd., S. 207]

    [FN 22: Ebd., S. 243. [...]]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 132 22-41


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 132, Zeilen: 22-41
    Quelle: Levine 1984
    Seite(n): 23, Zeilen: re.Spalte 22-49
    Dieser neue Realismus in der zeitgenössischen Geschichte und Literatur scheint sowohl eine Reaktion auf die gegenwärtige intellektuelle Atmosphäre vis á vis einer neu zu definierenden Fortschrittsidee zu sein wie auch eine kritische Überprüfung des utopischen Revisionismus der 60er Jahre. Tatsächlich ist die jüngste Literatur und Geschichteschreibung politischer geworden, wobei sie über die „Wahrheiten", wie sie von den vorherrschenden Ideologien der jüngeren Vergangenheit definiert wurden, bewußt hinausgeht. Für Bellow bedeuten diese neuen Strömungen ein Wiederherstellen der Stärke eines schon aufgegebenen Humanismus in einer von wissenschaftlichem Materialismus dominierten Welt; für Doctorow bedeuten sie, die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt der Komplexität und Zwiespältigkeit wiederaufzunehmen. Angesichts der politischen Alternativen des Fortschritts im 20. Jahrhundert hat sich nach Doctorow ein Gefühl allseitigen Erschöpfungszustandes herausgebildet, eines Erschöpfungszustandes, der sich - könnte man hinzufügen - schließlich auch physiologisch in der jüngsten Zivilisationskrankheit Aids tödlich bemerkbar macht. Kein System, ob es nun religiös oder anti-religiös, kapitalistisch organisiert oder staatlich dirigiert wird, ist für Doctorow gegen Haß, Gier und Wahnsinn der Menschen gefeit. Die beste neuere amerikanische Literatur und Historie scheint, wie der Literaturhistoriker Paul Levine meint, gekennzeichnet zu sein durch diesen neuen Realismus, der nicht ohne Hoffnung, aber auch nicht ohne Weisheit ist.[FN 302]

    [FN 302: Vgl. P. Levine, op. cit., S. 23.]

    Dieser neue Realismus, der hier zu beschreiben versucht wurde, ist sowohl eine Reaktion auf unsere gegenwärtige Situation wie auch eine Überprüfung des utopischen Revisionismus der sechziger Jahre. Das heißt, die amerikanische Literatur ist wieder politischer geworden, wobei sie über die „Wahrheit", wie sie von den vorherrschenden Ideologien der jüngeren Vergangenheit definiert wurde, hinausgeht. Für Bellow bedeuten das ein Wiederherstellen der Stärke eines schon aufgegebenen Humanismus in einer von wissenschaftlichem Materialismus dominierten Welt. Für Doctorow bedeutet es, die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt der Komplexität und Zwiespältigkeit wiederaufzunehmen. „Denn Gefühl, das wir angesichts der politischen Alternativen des 20.jahrhunderts heute haben, eine Art allseitigen Erschöpfungszustandes," hat Doctorow festgestellt, und weiter: „Kein System, ob es nun religiös oder anti-religiös oder ökonomisch oder materialistisch ist, scheint gegen Haß, Gier und Wahnsinn der Menschen gefeit zu sein."[FN 23]. Die beste neuere amerikanische Literatur ist gekennzeichnet durch diesen neuen Realismus, nicht ohne Hoffnung, aber auch nicht ohne Weisheit.

    [FN 23: R. Trenner (Ed.) (Anm. 15), S.65.]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Unglaublich: nach Übernahme von fast zwei Seiten des Originalartikels (weitgehend im Originalwortlaut) kennzeichnet Mm den LETZTEN Satz als Erkenntnis von Levine und verweist in der abschließenden Fußnote auf die Quelle (wobei sie mit "op.cit" einen Zitierfehler begeht, da sie zwischendurch einen anderen Artikel von Levine "zitiert" hat).<br/> Aids als Ausdruck des "allseitigen Erschöpfungszustandes" zu interpretieren ist der einzige eigene Gedanke, den Mm in Ergänzung zu den Levineschen Ausführungen auf den Seiten 131-132 entwickelt.

    Sichter


  • Mm/Fragment 133 01-08


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 133, Zeilen: 1-8
    Quelle: Angermann 1979
    Seite(n): 87, Zeilen: 25-34
    [Gewiß ist wieder ein] Bemühen um eine Rückbesinnung auf die wahren Grundwerte der amerikanischen Geschichte, auf Menschenrechte, die Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, erkennbar. Und gewiß spielt hierbei die Auseinandersetzung mit der Geburtsstunde der Nation im Spannungsgefüge von Revolution und Bewahrung nach wie vor eine bedeutende Rolle. Wesentlich ist ohne Zweifel für viele Amerikaner das Ergebnis ihrer Erfahrungen seit dem 2. Weltkrieg: daß die Elemente der Bewahrung und Stabilität für den Bestand einer Gesellschaft ebenso wichtig sind wie die Momente der Bewegung für ihren Fortschritt. [...][FN 303]

    [FN 303: Beispielhaft für diesen Trend ist das jüngste historisch-politische Werk Samuel P. Huntingtons: American Politics: The Promise of Disharmony, Cambridge, Mass./London 1981.]

    Gewiß fügen sie sich ein in das derzeit allenthalben erkennbare Bemühen um eine Rückbesinnung auf die „wahren" Grundwerte der amerikanischen Geschichte, auf Menschenrechte, die Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Und sicherlich spielt dabei die Auseinandersetzung mit der Geburtsstunde der Nation im Spannungsgefüge von Revolution und Bewahrung nach wie vor eine bedeutende Rolle. Denn dies ist ohne Frage für viele Amerikaner das Ergebnis der Erfahrungen seit dem Zweiten Weltkrieg: daß die Elemente der Bewahrung und Stabilität für den Bestand einer Gesellschaft ebenso wichtig sind wie die Momente der Bewegung - vielleicht sogar revolutionäre Anstöße - für ihre Fortentwicklung.
    Anmerkungen

    Kein Hinweis auf die Quelle weit und breit. In der Fußnote erfolgt lediglich ein bisschen "Name-dropping" - Huntington hat Mm bei ihrem Amerikaaufenthalt betreut..

    Sichter


  • Mm/Fragment 135 18-28


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 135, Zeilen: 18-28
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 9, Zeilen: 2-12
    Das epochenübergreifende Moment der Amerikanischen Revolution lag zunächst einmal darin, daß sie die erste moderne Revolution war und in entscheidenden Fragen den Beginn der politisch-modernen Welt markierte. Durch sie wurden das Prinzip der Volkssouveränität, das Recht auf politische (Wahl-)Beteiligung, die Ordnung des politischen Lebens aufgrund geschriebener Verfassungen, die Grund- und Menschenrechte, die Gleichheits- und Glücksansprüche des Menschen proklamiert - sie symbolisierten ihre Modernität. Zwar sind viele dieser Gedanken auch schon während der Englischen Revolution um die Mitte des 17. Jahrhunderts artikuliert worden, doch hatten sie nicht die „offizielle" Revolutionsdoktrin gebildet, sondern waren nur die Ideen einer Minderheit, die sich nicht durchzusetzen vermochte. Die Epochenbedeutung der Amerikanischen Revolution liegt vor allem darin, daß sie die erste moderne Revolution darstellt und in entscheidenden Punkten den Beginn der modernen Welt markiert. Das Prinzip der Volkssouveränität, das Recht auf politische Beteiligung, die Ordnung des politischen Lebens durch geschriebene Verfassungen, die Grund- und Menschenrechte, die Gleichheits- und Glücksansprüche des Menschen wurden von ihr proklamiert - sie signalisieren ihre Modernität.

    Viele dieser Ideen sind auch schon während der Englischen Revolution um die Mitte des 17. Jahrhunderts artikuliert worden. Sie bildeten aber nicht die ,offizielle' Revolutionsdoktrin, sondern waren nur die Gedanken einer Minderheit, die sich nicht durchzusetzen vermochten.

    Anmerkungen

    Wieder ein Buch, aus dem von Anfang an übernommen wird: Die hier dokumentierte Passage ist der erste Abschnitt der Einleitung von Schröder (1982).

    Sichter


  • Mm/Fragment 135 28-32


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 135, Zeilen: 28-32
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 9, Zeilen: 22-26
    In der Amerikanischen Revolution wurden aus den „rights of Englishmen" Menschenrechte; aus dem Anspruch der Gleichheit

    der Amerikaner gegenüber den Engländern des Mutterlandes und unter dem Common Law kristallisierte sich in vager Form, aber doch mit einem hohen Grad von Universalität, die Idee der menschlichen Gleichheit heraus.

    Aus den „rights of Englishmen" wurden Menschenrechte. Aus dem Anspruch der Gleichheit der Amerikaner gegenüber den Engländern des Mutterlandes und unter dem „Common Law" wurde in sehr vager Form, aber doch mit einem hohen Grad von Universalität, der Gedanke der menschlichen Gleichheit.[FN 1]

    [FN 1: Vgl. dazu Willi Paul Adams, Das Gleichheitspostulat in der Amerikanischen Revolution, in: Historische Zeitschrift, Bd. 212, 1971, S. 59-99

    Anmerkungen

    Und weiter geht's fast wortwörtlich aus der Schröderschen Einleitung - natürlich wieder ohne Nennung der Quelle.

    Sichter


  • Mm/Fragment 135 33-38


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 135, Zeilen: 33-38
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 190, Zeilen: 9-14
    Im historischen Verständnis der Amerikaner selber waren und sind die revolutionären Züge der Entstehungsgeschichte der Vereinigten Staaten nicht immer auch als solche definiert. Unmittelbar nach der Revolution trat ja zunächst der heroisch-militärische Aspekt in den Vordergrund, der Akzent und das Interesse der Historiker verlagerten sich auf den „War of Independence". Über George Washington vor allem entstand bald eine Flut hagiographischer Biographien. Im historischen Verständnis der Amerikaner selber sind die revolutionären Züge der Entstehungsgeschichte der Vereinigten Staaten schon bald nach den Ereignissen zurückgedrängt worden. Der heroisch-militärische Aspekt trat immer mehr in den Vordergrund, der Akzent und das Interesse verlagerten sich auf den „War of Independence". Über Washington gab es bald eine Flut hagiographischer Literatur,[...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 135 39-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 135, Zeilen: 39-44
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 11-12, Zeilen: S.11,37-40 - S.12,1-8
    Was zunächst etwa von den Historikern David Ramsay („History of the American Revolution", 1789) oder Mason L. Weems („Life of George Washington", 1800) als das Heroische, ja, Übermenschliche hingestellt und gefeiert worden war, geriet jedoch bald mit den zutage tretenden innenpolitischen Kontroversen zwischen den Föderalisten um Alexander Hamilton und John Adams sowie den Republikanern um Thomas Jefferson zum Streit um Interpretation und Wahrung [des revolutionären Erbes und der Gründungsideale der Union, die schließlich auch der eigentliche Inhalt des mehrbändigen Werks „History of the Rise, Progress and Termination of the American Revolution" (1805) von Mercy Otis Warren waren.] Was zunächst etwa von David Ramsay (History of the American Revolution, Philadelphia 1789) oder Mason L. Weems (Life of George Washington, Georgetown 1800) als das Heroische, geradezu Übermenschliche hingestellt und unkritisch gefeiert worden war, geriet schon bald mit den heftiger werdenden innenpolitischen Kontroversen zwischen den Föderalisten um Alexander Hamilton und John Adams sowie den Republikanern um Thomas Jefferson zum Streit um Auslegung und Wahrung des revolutionären Erbes und der Gründungsprinzipien der Union, die der eigentliche Inhalt des mehrbändigen Werks von Mercy Otis Warren (History of the Rise, Progress and Termination of the American Revolution, Boston 1805) waren.
    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 136 01-35


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Marcusb, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 136, Zeilen: 1-35
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 11-13, Zeilen: S.11,37-40 und S.12,1-40 und S.13,1-15
    [Was zunächst etwa von den Historikern David Ramsay („History of the American Revolution", 1789) oder Mason L. Weems („Life of George Washington", 1800) als das Heroische, ja, Übermenschliche hingestellt und gefeiert worden war, geriet jedoch bald mit den zutage tretenden innenpolitischen Kontroversen zwischen den Föderalisten um Alexander Hamilton und John Adams sowie den Republikanern um Thomas Jefferson zum Streit um Interpretation und Wahrung] des revolutionären Erbes und der Gründungsideale der Union, die schließlich auch der eigentliche Inhalt des mehrbändigen Werks „History of the Rise, Progress and Termination of the American Revolution" (1805) von Mercy Otis Warren waren. Tatsächlich hatte die Auseinandersetzung um die rechte Auslegung der Amerikanischen Revolution und ihre Bedeutung für die amerikanische (Zeit-)Geschichte die Jahrzehnte bis zum Bürgerkrieg geprägt. Praktisch war es dem bedeutenden Historiker der Romantik, George Bancroft, vorbehalten, in seiner voluminösen „History of the United States" (1834-1882), deren letzte beide Bände der Revolution und der Entstehung der Bundesverfassung von 1787 gewidmet waren, im Rahmen einer veränderten innenpolitischen Situation aus dieser Kontroverse herauszuführen und den Blick auf eine progressiv erscheinende Zukunft zu richten: Die ganze amerikanische Geschichte seit der Gründung der Kolonien, und darin harmonisch eingebettet die Amerikanische Revolution, war für Bancroft unwiderlegbarer Ausdruck des unaufhaltsamen Triumphzuges der Demokratie in der Welt.

    Obwohl es interpretatorisch vielleicht nur als ein kleiner Schritt von Bancrofts romantischem Revolutionsverständnis zu der Liberalismus-These des Consensus-Historikers Louis Hartz erscheinen mag, verlief die Revolutionsgeschichtsschreibung der Zwischenzeit keineswegs geradlinig. Im Zeitalter der amerikanischen Hochindustrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts traten politische, ökonomische, soziale wie regionale Konflikte ein, und die Amerikanische Revolution wurde unter diesen Umständen, wie z.B. von dem Popularhistoriker John Fiske („The Critical Period of American History 1783-1789", 1888) als Ausdruck innerer Gegensätzlichkeiten zwischen dem urbanen Osten und dem „rückständigen", agrarischen Westen gedeutet. Darüber hinaus verstärkten sich in den darauffolgenden Dekaden bis hin zu den 20er Jahren im Zuge der Reformbewegungen der Populist und Progressive Era diese Konfliktinterpretationen der Amerikanischen Revolution. Die Werke von Carl L. Becker, Charles A. Beard und J. Franklin Jameson sind besonders charakteristisch.

    In seinem Buch „The History of Political Parties in the Province of New York, 1760-1776" (1909) kam Becker zu der bis heute umstrittenen Feststellung, in der Amerikanischen Revolution sei es nicht allein um „home rule" gegangen, sondern auch um das Problem „who should rule at home": also neben der politischen Unabhängigkeit von England soll es zugleich um einen gesellschaftspolitischen Konflikt im Inneren, um Macht und politische Partizipation gegangen sein.

    Was zunächst etwa von David Ramsay (History of the American Revolution, Philadelphia 1789) oder Mason L. Weems (Life of George Washington, Georgetown 1800) als das Heroische, geradezu Übermenschliche hingestellt und unkritisch gefeiert worden war, geriet schon bald mit den heftiger werdenden innenpolitischen Kontroversen zwischen den Föderalisten um Alexander Hamilton und John Adams sowie den Republikanern um Thomas Jefferson zum Streit um Auslegung und Wahrung des revolutionären Erbes und der Gründungsprinzipien der Union, die der eigentliche Inhalt des mehrbändigen Werks von Mercy Otis Warren (History of the Rise, Progress and Termination of the American Revolution, Boston 1805) waren.

    Diese Auseinandersetzung um die rechte Interpretation der Amerikanischen Revolution und ihrer Bedeutung für die eigene Zeit hat ungeachtet einer zunehmenden Verwissenschaftlichung der Kontroverse die Jahrzehnte bis zum Bürgerkrieg (1861 bis 1865) geprägt. Praktisch war es George Bancroft, dem bedeutendsten Interpreten amerikanischer Geschichte im 19. Jahrhundert, vorbehalten, in seiner groß angelegten, zwölfbändigen History of the United States, from the Discovery of the American Continent (Boston 1834-1882), deren letzten beiden Bände der Revolution und der Entstehung der Bundesverfassung von 1787 gewidmet waren, im Rahmen einer veränderten innenpolitischen Situation aus dieser Kontroverse herauszuführen und das Tor zu einer großartig erscheinenden Zukunft aufzustoßen: Die ganze amerikanische Geschichte seit der Gründung der Kolonien, und darin harmonisch eingebettet die Amerikanische Revolution, sei unwiderlegbarer Ausdruck des unaufhaltsamen Triumphzuges der Demokratie in der Welt.

    Obwohl es interpretatorisch nur als ein kleiner Schritt von Bancroft und den Jahren nach dem Bürgerkrieg zu Hartz und den sog. Konsens-Historikern der fünfziger und sechziger Jahre unseres Jahrhunderts erscheinen mag, verlief die Revolutionsgeschichtsschreibung der Zwischenzeit jedoch keineswegs geradlinig. Das Zeitalter der amerikanischen Hochindustrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte die politischen, ökonomisch-sozialen wie regionalen Konflikte des Landes in verstärkter Form Wiederaufleben lassen, und die Amerikanische Revolution erschien in dieser Situation erneut, wie etwa bei dem einflußreichen Popularhistoriker John Fiske (The Critical Period of American History 1783-1789, Boston 1888) als Ausdruck innerer Gegensätzlichkeit, ja als Sieg des gebildeten, urbanen Ostens über den rückständigen, agrarischen Westen.

    Diese Konfliktinterpretation der Amerikanischen Revolution verstärkte sich in den folgenden Jahrzehnten im Zeichen einer kraftvollen innenpolitischen Reformbewegung, der sog. Progressiven Bewegung, zwischen der Jahrhundertwende und den zwanziger Jahren, als sie allmählich an Einfluß verlor. Vor allem drei Historiker dieser Epoche haben die Diskussion um die Amerikanische Revolution in der einen oder anderen Weise bis in unsere Zeit geprägt: Carl L. Becker, Charles A. Beard und J. Franklin Jameson. In seinem einflußreichen Werk The History of Political Parties in the Province of New York, 1760-1776 (Madison/Wisc. 1909) kam Becker zu der bis heute umstrittenen Feststellung, in der Amerikanischen Revolution sei es nicht allein um »Home Rule«, sondern auch um das Problem gegangen, »who should rule at home«, also neben der politischen Unabhängigkeit von England zugleich um einen soziopolitischen Konflikt im Innern um Macht und politische Partizipation.

    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991). Und es geht weiter auf dieser Seite ...

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 136 35-41


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 136, Zeilen: 35-41
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 13, Zeilen: 16-20,21-27
    Charles Beard wiederum diskreditierte in seinem provokativen Werk „An Economic Interpretation of the Constitution of the United States" (1913) die Gründungsväter der Republik als „Funding Fathers", die über weithin identische ökonomische Interessen verfügt hätten und die als Besitzer staatlicher Schuldverschreibungen aus der von ihnen konzipierten Verfassung durchaus wirtschaftlichen Nutzen gezogen hätten. Diese diametral entgegengesetzte Position [...] hat Charles A. Beard noch vertieft. Sein geradezu als sensationell empfundenes Werk An Economic Interpretation of the Constitution of the United States (N.Y. 1913) [...] fragte

    nach den wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder der Verfassungsgebenden Versammlung von 1787. Er kam zu dem Ergebnis, daß sie über weithin identische ökonomische Interessen verfügten und daß ihnen als Besitzer staatlicher Schuldverschreibungen die von ihnen konzipierte Verfassung durchaus ökonomischen Nutzen brachte.

    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 136 41-47


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 136, Zeilen: 41-47
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 13-14, Zeilen: S.13,28-33.35-38 und S.14,1-2.5-8
    Die in dem Buch „The American Revolution Considered as a Social Movement" (1926) zusammengefaßten Vorträge von J. Franklin Jameson untersuchten die Beziehungen der sozialen Klassen zueinander, die Institution der Sklaverei, das System des Grundbesitzes und die Formen und Inhalte des intellektuellen und religiösen Lebens. Obgleich Jameson den Ausdruck „Sozialrevolution" vermied, stieß seine Konfliktanalyse der Amerikanischen Revolution auf vehemente Kritik der Konservativen und der liberalen Mitte, wie das den [Deutungen Beckers und des „Marxisten" Beard auch widerfahren war.] Der dritte herausragende Revolutionshistoriker dieser Epoche war J. Franklin Jameson, der Ende 1925 vier Vorträge an der Princeton Universität hielt; sie wurden dann als ein zwar schmales, aber höchst aufregendes Bändchen unter dem Titel The American Revolution Considered as a Social Movement (Princeton 1926) publiziert. [...]: »Die Beziehungen der sozialen Klassen zueinander, die Institution der Sklaverei, das System des Grundbesitzes, der Gang der Geschäfte, die Formen und Inhalte des intellektuellen und religiösen Lebens,[...]«[FN 4]

    Auch wenn Jameson den Ausdruck »Sozialrevolution« umging [...] stieß seine Konfliktinterpretation der Amerikanischen Revolution genauso auf den vehementen Widerstand der Konservativen und der liberalen Mitte, wie das den Deutungen Beckers und des »Marxisten« Beard widerfahren war.

    [FN 4: J. F. Jameson, The American Revolution Considered as a Social Movement, Hg. F. B. Tolles, Princeton 1967, 9.]

    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 01


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 1
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 14, Zeilen: 2, 5-8
    [Obgleich Jameson den Ausdruck „Sozialrevolution" vermied, stieß seine Konfliktanalyse der Amerikanischen Revolution auf vehemente Kritik der Konservativen und der liberalen Mitte, wie das den] Deutungen Beckers und des „Marxisten" Beard auch widerfahren war. Auch wenn Jameson den Ausdruck »Sozialrevolution« umging [...] stieß seine Konfliktinterpretation der Amerikanischen Revolution genauso auf den vehementen Widerstand der Konservativen und der liberalen Mitte, wie das den Deutungen Beckers und des »Marxisten« Beard widerfahren war.
    Anmerkungen

    Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 01-07


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 1-7
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 9, Zeilen: 2-9
    Später stellte hierzu Louis Hartz in einer Rede vor dem Außenpolitischen Ausschuß des amerikanischen Senats 1968 fest, daß die liberale politische Kultur des Landes durch die puritanische Einwanderung im 17. Jahrhundert und nicht durch eine

    soziale Revolution begründet worden sei, und deshalb sei es für die Amerikaner so schwierig, sozialrevolutionäre Bewegungen auch in anderen Teilen der Welt zu begreifen.

    Einer der führenden amerikanischen liberalen Historiker seiner Zeit, Louis Hartz, stellte in einer Rede vor dem Außenpolitischen Ausschuß des amerikanischen Senats 1968 fest, daß die liberale politische Kultur des Landes durch die puritanische Einwanderung im 17. Jahrhundert und nicht durch eine soziale Revolution begründet worden sei, und deshalb sei es, fuhr er fort, für die Amerikaner so schwierig, sozialrevolutionäre Bewegungen in anderen Teilen der Welt zu begreifen.[FN 1]

    [FN 1: Statement of Louis Hartz, Feb. 26, 1968, in: The Nature of Revolution. Hearings before the Committee on Foreign Relations, U.S. Senate, 90th Congress, 2nd sess., Feb. 19, 21, 26, and March 7, 1968, Washington D. C. 1968, 110.]

    Anmerkungen

    Mit dieser Passage leitet Dippel sein Buch ein.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 08-10


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 8-10
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 9, Zeilen: 30-35
    Freilich, Hartz' Auffassung von dem geradezu natürlichen Charakter der politischen Liberalität Amerikas von Anbeginn an war in hohem Maße Ausdruck des Denkens der 50er und 60er Jahre vis à vis dem Totalitarismus in der Sowjetunion. Louis Hartz wäre jedoch kein namhafter Historiker, wäre seine Auffassung von dem geradezu natürlichen Charakter der politischen Liberalität Amerikas von Anbeginn an nicht in hohem Maße Ausdruck des Denkens seiner Zeit. Gerade in den fünfziger und sechziger Jahren dieses Jahrhunderts, zur Zeit der außenpolitischen Kontroversen im Kalten Krieg [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 11-16


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 11-16
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 14, Zeilen: 13-19
    In der Periode des Kalten Krieges galt es vorwiegend die Überlegenheit der westlichen Ideale zu demonstrieren und Einheit, Freiheit, Demokratie und Verfassungsstaatlichkeit zu betonen. So stand die historische Auseinandersetzung der Consensus History mit dem amerikanischen Revolutionsphänomen auch primär unter der Zielsetzung, statt die Revolution neu zu interpretieren, die Thesen der Progressive Historians zu widerlegen. [...] galt es, im Zeichen des Kalten Krieges westliche Überlegenheit zu demonstrieren und Einheit, Freiheit, Demokratie und Verfassungsstaatlichkeit zu betonen. Die Revolutionsgeschichtsschreibung zumal der fünfziger Jahre steht daher eindeutig unter der primären Zielsetzung, statt die Revolution neu zu interpretieren, Beard und die übrigen progressiven Historiker zu widerlegen.
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 20-24


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 20-24
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 14, Zeilen: 35-39
    Weiterhin bemühten sich diese Autoren, die Revolution als einzigartiges Phänomen freiheitlicher Grundprinzipien in Politik und Gesellschaft darzustellen, verankert in einer vom Volk gebilligten, konsensstiftenden Verfassung, die die Sicherung der Rechte des einzelnen und die Abwehr jeder Form von Despotie zum Ziel hatte. Die Revolution galt als Ausdruck freiheitlicher Grundprinzipien in Politik und Gesellschaft, verankert in einmütig vom Volk entworfenen und gebilligten Verfassungen, welche die Sicherung der Rechte des einzelnen und die Abwehr jeder Form von Tyrannei zum Ziel hatten [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 24-29


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 24-29
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 15, Zeilen: 3-6, 14-16, 24-27
    Diese neo-whiggistische Konsens- und Ideologieinterpretation der Amerikanischen Revolution kam auch besonders in Bernard Bailyns Werk „The Ideological Origins of the American Revolution" (1967) zum Tragen, in dem die Revolution von ihren ideellen Wurzeln her begriffen und als ausschließlich politisch-verfassungsrechtlicher Disput um die richtige Regierungsform ausgelegt wird. Die bedeutendste Interpretation der Amerikanischen Revolution gemäß dieser Grundposition hat Bernard Bailyn unter dem Titel Ideological Origins of the American Revolution (Cambridge/Mass. 1967) vorgelegt,[...]

    Diese neowhiggistische Konsens- oder Ideologieinterpretation ist in den folgenden Jahren durch eine Fülle von Arbeiten unterstützt worden,[...] Ihnen allen ist gemein, daß sie die Amerikanische Revolution letztlich von ihren ideellen Wurzeln her begreifen und als ausschließlich politisch-verfassungsrechtlichen Konflikt um die richtige Regierungsform interpretieren.

    Anmerkungen

    Das Original wurde in Stücke gehackt und in neuer Kombination in der Dissertation aufgenommen.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 29-33


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 29-33
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 86-87, Zeilen: S.86,40-42 - S.87,1-3
    Bailyn definierte den Ausbruch der Revolution nicht als das Ergebnis sozialer Unzufriedenheit oder ökonomischer Unruhen und wachsenden Elends, sondern als eine Rebellion, die in einer im Kern prosperierenden Wirtschaft und Gesellschaft, in denen die effektive soziale Distanz der Menschen zueinander geringfügig war, stattfand, um die Unabhängigkeit von England zu erreichen. Bernard Bailyn urteilt hier sehr apodiktisch, wenn er schreibt: „Der Ausbruch der Revolution war nicht das Ergebnis sozialer Unzufriedenheit oder wirtschaftlicher Unruhen oder wachsenden Elends oder irgendwelcher geheimnisvoller sozialer Spannungen; die Rebellion erfolgte in einer im Kern prosperierenden Wirtschaft und in Gesellschaften, in denen die effekt ive soziale Distanz gering war und deren Mobilität, so geringfügig sie auch im Vergleich zur Gründungszeit zurückgegangen sein mochte, doch immerhin groß genug war, um die Unzufriedenheit der meisten Gruppen zu absorbieren."[FN 200]

    [FN 200: Bernard Bailyn, The Central Themes of the American Revolution, An Interpretation, in: Stepben G. Kurtz u. James H.Hutson (Hrsg.), Essays on the American Revolution, New York 1973, S. 12.]

    Anmerkungen

    Könnte man als legitime Paraphrase von Aussagen Bailyns interpretieren, ist es aber nicht: Mm suggeriert in ihrem Text ein anderes Werk Bailyns als Quelle - der Verweis auf Schröder und den dort genannten korrekten Herkunftsort unterlässt sie.

    Sichter


  • Mm/Fragment 137 34-35


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 34-35
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 15, Zeilen: 24-27
    Eindeutig spielen für Bailyn wie für die anderen Consensus-Historiker Sozialkonflikte keine das Wesen der Amerikanischen Revolution beeinflussende Rolle. In ihrer Sicht einte die Amerikaner ein liberal-individualistischer Grundkonsens, woraus diese Autoren folgern, daß Sozialkonflikte keine das Wesen der Amerikanischen Revolution beeinflussende Rolle spielten.
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 137 36-47


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 137, Zeilen: 36-47
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 15, Zeilen: S.15,28-40 - S.16,1-4
    Daß die tiefgreifenden Unruhen und Konflikte innerhalb der amerikanischen Gesellschaft von Mitte der 60er Jahre bis in die 70er Jahre hinein die Frage nach dem Phänomen „Amerikanische Revolution" neu stellten und wachsende Zweifel an der Konsensgeschichtsschreibung aufkommen ließen, beweisen die den Konflikt in der Revolution wieder in den Mittelpunkt rückenden seither erschienenen Bücher, zu denen Michael Kammens „A Season of Youth: The American Revolution and the Historical Imagination" (1978), Richard A. Ryersons „The Revolution is Now Begun: The Radical Committees of Philadelphia, 1765-1776" (1978), Gary B. Nashs „The Urban Crucible: Social Change, Political Consciousness, and the Origins ofthe American Revolution" (1979), Edward Countrymans „A People in Revolution: The American Revolution and Political Society in New York, 1760-1790" (1981) oder Rhys Isaacs „The Transformation of Virginia, 1740-[1790" (1982) zählen.] Es kann nicht verwundern, daß die tiefgreifenden Konflikte innerhalb der amerikanischen Gesellschaft in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre und in den siebziger Jahren die Frage nach der Revolution neu stellten und damit wachsende Zweifel an der liberalen Konsens-Interpretation aufkommen ließen, als deren Ergebnis die Rolle des Konflikts in der Amerikanischen Revolution erneut stärkere Beachtung findet. Zu den wichtigsten seither erschienenen Werken gehören Richard A. Ryerson, The Revolution is now Begun. The Radical Committees of Philadelphia, 1765-1776 (Philadelphia 1978), Gary B. Nash, The Urban Crucible: Social Change, Political Consciousness, and the Origins of the American Revolution(Cambridge/Mass. 1979), Edward Countryman, A People in Revolution. The American Revolution and Political Society in New York, 1760-1790 (Baltimore 1981), A. R. Ekirch, »Poor Carolina«: Politics and Society in Colonial North Carolina, 1729-1776 (Chapel Hill 1981), Rhys Isaac, The Transformation of Virginia 1740-1790 (Chapel Hill 1982), u. a.
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 138 01-06


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 138, Zeilen: 1-6
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 16, Zeilen: 4-14
    Wenngleich diese Arbeiten den Forschungsansätzen der Progressive Historians nahe stehen, so stellen sie keine pauschale Rückkehr zu den wissenschaftlichen Positionen des beginnenden 20. Jahrhunderts dar. Die Autoren versuchen, mit neuen Methoden das Augenmerk des Lesers auf die Mittel- und Unterschichten - „the people" - zu lenken, um damit die Möglichkeit zu einem anderen Verständnis der Amerikanischen Revolution zu präsentieren. Obwohl ihnen die Forschungsansätze der progressiven Historiker ungleich bedeutsamer erscheinen, als sie es nach der Überzeugung der Konsens-Historiker waren, stellen ihre Arbeiten keine pauschale Rückkehr zu den wissenschaftlichen Positionen des Jahrhundertbeginns dar. Vielmehr versuchen sie, mit neuen Methoden und erweiterten Fragen den Blick, über den ideologischen Bereich hinausgehend, auf die Mittel- und unteren Mittelschichten - the people - auszuweiten und damit zu einem vertieften und differenzierteren Verständnis der Amerikanischen Revolution beizutragen.
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 138 09-18


    Typus
    VerschärftesBauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 138, Zeilen: 9-18
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 16-17, Zeilen: S.16,36-40 - S.17,1-4
    [FN 306] Die Geschichte der Amerikanischen Revolution als Durchbruch des optimistischen Aufklärungs- und Fortschrittsglaubens prägt den Zeitgeist der USA noch heute in zweifacher Weise: einmal als realhistorischer Vorgang, der vor zweihundert Jahren zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika führte, zum anderen wie James Oliver Robertson in „American Myth, American Reality" (1980) nachwies, als Mythos, dessen Ausformung Ende des 18. Jahrhunderts begann und der heute zu einer konservierenden progressiven Kategorie der politischen Kultur der USA und des Selbstbewußtseins der Nation geworden ist und in ritualisierter Form jedes Jahr am 4. Juli neu beschworen wird.

    [FN 306: Vgl. zur Revolutionsinterpretation Amerikas aus deutscher Sicht jetzt: Horst Dippel: Die Amerikanische Revolution 1763-1787, Frankfurt/M. 1985; Hans-Christoph Schröder: Die Amerikanische Revolution, München 1982; Erich Angermann/et al. (eds.): New Wine in Old Skins: A Comparative View of Socio-Political Structures and Values Affecting the American Revolution, Stuttgart 1976; E. Angermann: Die Amerikanische Revolution im Spiegel der Geschichte, a.a.O.; Hans-Ulrich Wehler: 200 Jahre amerikanische Revolution und moderne Revolutionsforschung, Göttingen 1976.]

    Die Geschichte der Amerikanischen Revolution in den Vereinigten Staaten von heute hat daher eine doppelte Bedeutung: einmal

    als realhistorischer Vorgang, der vor rund zweihundert Jahren zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika führte, zum anderen als Mythos, dessen Ausbildung noch im späten 18.Jahrhundert einsetzte und der heute fester Bestandteil der politischen Kultur des Landes und des Selbstverständnisses der Nation geworden ist und in ritualisierter Form jedes Jahr in den Feiern zum 4. Juli neu beschworen wird.

    Anmerkungen

    Fußnote 306 ist die erste seit S. 134 - als Quellenverweis ist sie so unspezifisch, dass sie völlig unbrauchbar ist. Die FN verschleiert die Autorschaft Dippels. ("Vgl.")

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 138 23-25


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator, Drhchc
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 138, Zeilen: 23-25
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 112, Zeilen: 3-8
    Vor gut 130 Jahren bemerkte Leopold von Ranke in seinen Gesprächen mit König Maximilian II. von Bayern im Jahre 1854 über die Amerikanische Revolution:

    „Dies war eine größere Revolution, als früher je eine in der Welt gewesen war, es war eine völlige Umkehr des Prinzips. Früher war es der König von Gottes Gnaden, um den sich alles gruppierte, jetzt tauchte die Idee auf, daß die Gewalt von unten aufsteigen müsse. ... Diese beiden Prinzipien stehen einander gegenüber wie zwei Welten, und die moderne Welt bewegt sich in nichts anderem, als in dem Konflikt zwischen diesen beiden."[FN 307]

    [FN 307: Leopold von Ranke: Über die Epochen der Neueren Geschichte (1854), zit. nach: H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 199-200.]

    bei Dippel:

    Vor 13o Jahren erklärte Leopold v. Ranke über die Amerikanische Revolution: »Dies war eine größere Revolution, als früher je eine in der Welt gewesen war, es war eine völlige Umkehr des Prinzips. Früher war es der König von Gottes Gnaden, um den sich alles gruppierte, jetzt tauchte die Idee auf, daß die Gewalt von unten aufsteigen müsse.«[FN 1]

    [FN 1: L. von Ranke, Über die Epochen der neueren Geschichte (1854), Hg. T. Schieder u. H. Berding, München 1971, 417.]


    bei Schröder:

    In seinen Gesprächen mit König Maximilian II. von Bayern im Jahre 1854 konstatierte Leopold von Ranke: „Dies war eine größere Revolution, als früher je eine in der Welt gewesen war, es war eine völlige Umkehrung des Prinzipes. Früher war es der König von Gottes Gnaden, um den sich alles gruppierte, jetzt tauchte die Idee auf, daß die Gewalt von unten aufsteigen müsse. ... Diese beiden Prinzipien stehen einander gegenüber wie zwei Welten, und die moderne Welt bewegt sich in nichts anderem, als in dem Konflikt zwischen diesen beiden."[FN 516]

    [FN 516: Ranke, Epochen, S. 151.]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Das Ranke-Zitat mag korrekt wiedergegeben sein - den einleitenden Satz amalgamiert sie jedoch (unnötigerweise) aus Dippel und Schröder (gezählt werden in diesem Fragment nur die Zeilen dieser Einleitung). --- Allein stehend wäre es etwas wenig. Wegen der sonstigen exorbitanten Übernahmen aus der Quelle im Umfeld gibts von mir allerdings ein ok zu "Verschleierung". Plaqueiator

    Sichter
    Plaqueiator Drhchc


  • Mm/Fragment 138 31-32.35-41


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 138, Zeilen: 31-32, 35-41
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 112, Zeilen: 11-21
    Rankes Versuch, die Bedeutung der Amerikanischen Revolution zu charakterisieren, ist ihm nur unvollkommen gelungen; [...] so hätten die Bewohner von Connecticut oder Rhode Island Rankes Argument seinerzeit wahrscheinlich nicht verstanden, da sie in der Amerikanischen Revolution, an der viele von ihnen auch aktiv teilgenommen hatten, keinen Anlaß sahen, die verfassungsrechtlichen Grundlagen ihrer Staaten zu verändern und sich wie den übrigen elf Staaten neue Verfassungen

    zu geben. Für die Amerikaner hatte sich an der Legitimierung und Praxis von Herrschaft nichts Grundlegendes geändert.

    Der Versuch, die schon von den europäischen Zeitgenossen erahnte Bedeutung der Amerikanischen Revolution zu benennen, ist jedoch auch Ranke nur unvollkommen gelungen. Nicht nur die Bewohner von Connecticut oder Rhode Island hätten Rankes Argument seinerzeit vermutlich überhaupt nicht verstanden, da sie in der Amerikanischen Revolution, an der viele von ihnen dennoch aktiv teilnahmen, keinen Anlaß sahen, die verfassungsrechtlichen Grundlagen ihrer Staaten zu verändern und sich gleich allen übrigen elf Staaten neue Verfassungen zu geben. Für sie hatte sich an der Legitimierung und Praxis von Herrschaft nichts Grundlegendes geändert.
    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 138 42-46


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 138, Zeilen: 42-46
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 112, Zeilen: 25-32
    Die Führer der Amerikanischen Revolution waren freilich keineswegs einmütiger Ansicht über Bewertung und Bedeutung der Revolution. So fand z.B. nach John Adams die Revolution im Herzen des Volkes statt, und diese wurde bewirkt von 1760 bis 1775 im Verlauf von fünfzehn Jahren, bevor ein Tropfen Blut in Lexington vergossen worden war.[FN 308]

    [FN 308: John Adams und Thomas Jefferson, August 24,1815, in: L. J. Cappon (ed.): The Adams-Jefferson Letters: The Complete Correspondence Between T. Jefferson and A. and J. Adams, Chapel Hill, N.C., 1959, Bd. II, S. 455.]

    Die Führer der Amerikanischen Revolution waren naturgemäß sehr viel anderer, doch keineswegs einmütiger Ansicht. So äußerte sich John Adams rückblickend über die Bedeutung der Amerikanischen Revolution: »Die Revolution fand im Herzen des Volkes statt, und diese wurde bewirkt von 1760 bis 1775 im Verlauf von fünfzehn Jahren, bevor ein Tropfen Blut in Lexington vergossen wurde.«[FN 2]
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 138 46


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 138, Zeilen: 46
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 112, Zeilen: 33-37
    Tatsächlich vollzog sich im Bewußtsein der [revolutionären Elite Amerikas in diesen Jahren ein klarer Wandel von der Loyalität gegenüber dem monarchischen Mutterland hin zur Schaffung einer unabhängigen, eigenständigen Republik.] Für die revolutionäre Elite traf Adams' Urteil zumindest insoweit zu, als sie in der Tat in diesen Jahren einen grundlegenden Mentalitätswandel vollzog von der Loyalität gegenüber der britischen Krone hin zur unabhängigen Republik unter ihrer politischen Führung; [...]
    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 139 01-03


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 1-3
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 112, Zeilen: 33-37
    [Tatsächlich vollzog sich im Bewußtsein der] revolutionären Elite Amerikas in diesen Jahren ein klarer Wandel von der Loyalität gegenüber dem monarchischen Mutterland hin zur Schaffung einer unabhängigen, eigenständigen Republik. Für die revolutionäre Elite traf Adams' Urteil zumindest insoweit zu, als sie in der Tat in diesen Jahren einen grundlegenden Mentalitätswandel vollzog von der Loyalität gegenüber der britischen Krone hin zur unabhängigen Republik unter ihrer politischen Führung; [...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 139 03-12


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 3-12
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 113, Zeilen: 9-20
    Madison hatte es dann auch 1788 als selbstverständlich hingestellt, daß die allgemeine Form und Anordnung der amerikanischen Regierung strikt republikanisch zu sein habe, obwohl er wußte, daß diese Auffassung der damals vorherrschenden Staatslehre widersprach, wonach - wie Montesquieu betonte - die Republik lediglich für kleine Territorien als passende Staatsform in Frage kam, während größere Staaten Opfer ihrer zwangsläufigen Korrumpierung werden würden.[FN 309] So erschien die Errichtung einer Republik in Amerika aus innenpolitischer Sicht eine logische Schlußfolgerung zu sein, nach außen hin war sie allerdings ein Novum und damit gleichzeitig auch Ausdruck des Willens, etwas revolutionär Neues, einen novus ordo saeculorum zu schaffen.

    [FN 309: Madison, No. 39 in: The Federalist Papers: Hamilton, Madison, Jay (with an introduction by Clinton Rossiter), New York 1982, p. 240-246.]

    Auch Madison hatte es 1788 als selbstverständlich hingestellt, daß »die allgemeine Form und Anordnung der Regierung strikt republikanisch sei«.[FN 3] Er wußte nur zu gut, daß diese Auffassung der herrschenden Staatslehre eindeutig widersprach, für die es, wie Montesquieu erst erneut bekräftigt hatte, keinem Zweifel unterliegen konnte, daß die Republik lediglich für kleine Territorien als passende Staatsform in Frage kam, während größere Staaten Opfer ihrer zwangsläufigen Korrumpierung werden würden. Die Errichtung einer Republik in Amerika mochte mithin aus innerer Logik erfolgen, nach außen war sie durchaus ein Novum und damit zugleich auch Ausdruck des Willens, etwas revolutionär Neues, einen Novus ordo saeculorum zu schaffen.

    [FN 3: The Federalist, No. 39 (Hg. Earle, 242 f.).]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 139 12-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 12-14
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 195, Zeilen: 12-15
    [...] und damit gleichzeitig auch Ausdruck des Willens, etwas revolutionär Neues, einen novus ordo saeculorum zu schaffen. Dies spiegelt gleichzeitig auch die Vorstellung von einer durch die eigene Revolution bewirkten tiefen Zäsur und eines Neubeginns der Weltgeschichte. Auch für das Bewußtsein der amerikanischen Kolonisten ist das Staatssiegel der Vereinigten Staaten mit den Worten „Novus ordo saeclorum" aufschlußreich. Es spiegelt die Vorstellung von einer durch die eigene Revolution bewirkten tiefen Zäsur und eines Neubeginns der Weltgeschichte wider.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 139 14-19


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 14-19
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 194-195, Zeilen: S.194,37-42 - S.195,1-2
    Wenngleich die Meinungen darüber, wann die Revolution anfing und wann sie aufhörte, im einzelnen auseinandergingen, so empfanden die rebellierenden Amerikaner eindeutig ein Bewußtsein des Neuanfangs. Es herrschte in den Vereinigten Staaten ein „Pathos des Neubeginns", das quasi, wie Hannah Arendt es ausdrückte, erst dazu berechtigt, von einer Revolution zu sprechen.[FN 310]

    [FN 310: Vgl. Hannah Arendt: Über die Revolution, Frankfurt/M. 1968, S. 41.]

    Dabei ist zunächst festzuhalten, daß sie nach dem Selbstverständnis der Beteiligten durchaus eine Revolution darstellten, wenngleich die Meinungen darüber, wann sie anfing und wann sie aufhörte, im einzelnen auseinandergingen. Ebenso findet sich bei den rebellierenden Kolonisten nach dem entscheidenden Schritt der Lossage vom Mutterland das Bewußtsein des Neuanfangs. Es herrschte in Amerika das „Pathos des Neubeginns", das nach Hannah Arendt erst dazu berechtigt, von einer Revolution zu sprechen.[FN 504]

    [FN 504: Arendt, S. 41.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 139 19-27


    Typus
    VerschärftesBauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 19-27
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 113, Zeilen: 21-29
    Diese innovatorischen Vorgänge konnten jedoch für Madison wie die übrigen Gründungsväter nur dann Aussicht auf dauerhaften Erfolg haben, wenn sie fest mit einer repräsentativen republikanischen Regierung unter der Führung der Besten verknüpft würden. Hier wird einer der bedeutenden Unterschiede zwischen dem amerikanischen und französischen Republikanismus deutlich: Der revolutionäre Charakter Frankreichs ist stets seit dem 10. August 1792 viel mehr mit den Begriffen Gleichheit und direkter Volksherrschaft und weniger mit den Begriffen Freiheit und repräsentativer Demokratie, die Amerika prägten, verbunden geblieben.[FN 311]

    [FN 311: Vgl. auch H. Dippel, op. cit., S. 113; Otto Vossler: Die amerikanischen Revolutionsideale in ihrem Verhältnis zu den europäischen, München/Berlin 1929.]

    Diese bewußt innovatorische Absicht konnte jedoch für Madison und die Mehrheit der revolutionären Elite nur dann Aussicht

    auf dauerhaften Erfolg bieten, wenn sie fest mit repräsentativer Regierung unter Führung der Elite verknüpft war. Darin unterscheidet sich der amerikanische Republikanismus eindeutig von dem französischen, dessen revolutionärerer Charakter seit dem 10. August 1792 stets sehr viel enger mit Gleichheit und Demokratie und für viele mit möglichst direkter Volksherrschaft verknüpft war.

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Die FN verschleiert Dippels Autorschaft("Vgl.") Welchen Sinn die Angabe von Vossler als Quelle macht, erschließt sich nicht.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 139 31-34


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 31-34
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 113-114, Zeilen: S.113,36-40 - S,114,1
    Eben im modernen Konstitutionalismus mit seiner verfassungsrechtlichen Verankerung der Menschenrechte, dem Prinzip der Gewaltenteilung und der Festsetzung von Verfassung als höherrangigem Recht kam die fortschrittliche Qualität der Amerikanischen Revolution voll zum Ausdruck. Der von der Amerikanischen Revolution ausgehende moderne Konstitutionalismus mit seiner verfassungsrechtlichen Verankerung

    der Menschenrechte, dem Prinzip der Gewaltentrennung und der Festsetzung von Verfassung als höherrangigem Recht hat zu dieser Entwicklung und damit zur Weiterwirkung der Amerikanischen Revolution erheblich beigetragen.

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 139 34-36.40


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, PlagProf:-), Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 34-36,40
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 199, Zeilen: 22-25
    Die weltpolitische Bedeutung der Amerikanischen Revolution ergab sich aus der Tatsache heraus, daß sie als demokratische Verfassungsrevolution [...] zu begreifen ist. [...]; denn das umfassende Verständnis für den revolutionären Charakter der Ereignisse in Amerika und für ihre weltgeschichtliche Bedeutung ergibt sich erst dann, wenn man sie als Verfassungsrevolution begreift.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 139 36-40


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator, Drhchc
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 36-40
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 115, Zeilen: 10-15
    [...] und zugleich als die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika, eines staatlichen Gebildes, das bislang weder in dieser noch in anderer Form existiert hatte, zusammengesetzt aus dreizehn in der Vergangenheit nebeneinander bestehenden Kolonien, ohne gemeinsame Geschichte und Bevölkerung, [...] Die Amerikanische Revolution ist die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika, eines staatlichen Gebildes, das bislang weder in dieser noch in anderer Form existiert hatte, zusammengesetzt aus dreizehn in der Vergangenheit nebeneinander bestehenden Kolonien, ohne gemeinsame Geschichte und Bevölkerung,[...]
    Anmerkungen

    Mm amalgamiert an dieser Stelle einen Satz aus zwei verschiedenen Quellen.

    Sichter
    Plaqueiator Drhchc


  • Mm/Fragment 139 40-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 40-44
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 199, Zeilen: 27-31
    Ohne grundlegende Veränderung der Eigentums- und Gesellschaftsordnung, ohne rigorosen Austausch der herrschenden Klasse und selbst unter Beibehaltung einiger schon bestehender Verfassungselemente symbolisierte die Amerikanische Revolution eine radikale Neubegründung von „government". [...] ohne grundlegende Veränderung der Eigentums- und Gesellschaftsordnung, ohne vollständigen Austausch der herrschenden Klasse und selbst unter Beibehaltung der meisten schon bestehenden Verfassungselemente eine radikale Neubegründung von „government" vorzunehmen.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 139 45-47


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Kannitverstan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 139, Zeilen: 45-47
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 199-200, Zeilen: S.199,35-36 und S.200,3-5
    Zum ersten Mal in der modernen Geschichte wurde die Volkssouveränität zum Fundament staatlicher Ordnung gemacht. Die Amerikanische Revolution erhob die Idee, daß die öffentliche Gewalt von denen ausgehen müsse, über die sie aus[geübt wird, zum konstitutiven Prinzip. [...][FN 312]]

    [FN 312: Siehe hier: H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 198-200;[...]]

    [...] zum ersten Mal die Volkssouveränität zum Fundament staatlicher Ordnung gemacht. [...]

    Die Amerikanische Revolution erhob den Gedanken, „daß die öffentliche Gewalt von denen ausgehen muß, über die sie ausgeübt wird",[FN 517] zum konstitutiven Prinzip.

    [FN 517: Palmer, Age of Democratic Revolution, Bd. I, S. 185.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 140 01-04


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 140, Zeilen: 1-4
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 200, Zeilen: 3-5, 7-11
    [Die Amerikanische Revolution erhob die Idee, daß die öffentliche Gewalt von denen ausgehen müsse, über die sie aus]geübt wird, zum konstitutiven Prinzip. Das revolutionäre Moment lag aber nicht allein in der Proklamierung und Begründung, sondern, wie besonders Robert Palmer betont hat, in der praktischen und realistischen Verwirklichung der Idee der Volkssouveränität.[FN 312]

    [FN 312: Siehe hier: H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 198-200; H. Dippel, op. cit., S. 115 f.; Fundamental Testaments of the American Revolution, Library of Congress Symposia on the American Revolution, Washington, D.C., 1973; R. R. Palmer: The Age of Democratic Revolution, Princeton, N.J., 1959, Bd. 1, Bd. 2: 1964, hier: Bd. 1, S. 185; Pauline Maier: The Beginnings of American Republicanism, in: The Development of a Revolutionary Mentality, Library of Congress Symposia on the American Revolution, Washington, D.C., 1972.]

    Die Amerikanische Revolution erhob den Gedanken, „daß die öffentliche Gewalt von denen ausgehen muß, über die sie ausgeübt wird",[FN 517] zum konstitutiven Prinzip. [...] Das Revolutionäre lag aber nicht allein in der Proklamierung und Begründung, sondern, wie besonders Palmer betont hat, in der praktischen Verwirklichung des Prinzips der Volkssouveränität.

    [FN 517: Palmer, Age of Democratic Revolution, Bd. I, S. 185.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 140 11-15


    Typus
    KomplettPlagiat
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 140, Zeilen: 11-15
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 200, Zeilen: 23-27
    Die Revolution führte zu einer klaren Trennung von Gesetz und Verfassung, gesetzgebender und verfassungsgebender Versammlung. Mit der Bill of Rights verwirklichte sie die Idee unveräußerlicher Grundrechte, die auch dem Zugriff des demokratischen Gesetzgebers entzogen waren. Die Revolution führte zu einer klaren Trennung von Gesetz und Verfassung, gesetzgebender und verfassungsgebender Versammlung. Mit der Bill of Rights verwirklichte sie die Idee unveräußerlicher Grundrechte, die auch dem Zugriff des demokratischen Gesetzgebers entzogen waren.
    Anmerkungen

    Kein Nachweis der Quelle in der Nähe des Zitats.

    Sichter


  • Mm/Fragment 140 17-29


    Typus
    VerschärftesBauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 140, Zeilen: 17-29
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 116-117, Zeilen: S.116,37-40 - S.117,1-12
    Anders als in Frankreich kann man daher die Verfassung der Vereinigten Staaten eher als Urkunde zur Regelung der Beziehungen zwischen Individuum und Staat als zwischen Gesellschaft und Staat verstehen. Begriffe der französischen Menschenrechtserklärung wie Société, Corps social, Distinctions sociales, Nation und La Loi - das Gesetz als kollektive, soziale Vernunft - fehlen in der amerikanischen Bill of Rights, die in der Form von zehn Zusatzartikeln (Amendments) Teil der Bundesverfassung von 1787 wurde. Hier war von der persönlichen Sicherheit des Individuums die Rede, seinem Schutz vor der Willkür des Staates und der Justiz, seinem Recht auf persönliche Unversehrtheit und freie Lebensgestaltung, d.h. von den Grenzen staatlicher Macht nicht vor der Gesellschaft, sondern vor dem Individuum, das mit Rechten versehen war, deren Einhaltung es gegenüber dem Staat einklagen konnte. Anders als in Frankreich wurde dieser Individualismus daher in den USA durch die Revolution zum Verfassungsgrundsatz.[FN 315]

    [FN 315: Vgl. H. Dippel, op. cit., S. 118 f.; K. Stern, op. cit., S. 14 ff. Zur Universalität der Menschen und Grundrechte siehe Kenneth W. Thompson (ed.): The Moral Imperatives of Human Rights, Washington, D.C., 1980.]

    Anders als in Frankreich kann man daher die Verfassung in Amerika eher als Urkunde zur Regelung der Beziehungen zwischen Individuum und Staat als zwischen Gesellschaft und Staat verstehen.

    Begriffe wie Société, Corps social, Distinctions sociales, Nation und la Loi (das Gesetz als kollektive, soziale Vernunft), an denen die französische Erklärung der Menschenrechte vom 26. August 1789 so reich ist, fehlen in der amerikanischen Bill of Rights vom 25. September 1789, die in der Form von zehn Zusatzartikeln 1791 Teil der Bundesverfassung von 1787 wurde. Hier ist von der persönlichen Sicherheit des Individuums die Rede, seinem Schutz vor staatlicher und gerichtlicher Willkür, seinem Recht auf persönliche Unversehrtheit und freie Lebensgestaltung, d.h. von den Grenzen staatlicher Macht nicht vor der Gesellschaft, sondern vor dem Individuum, das mit Rechten ausgestattet ist, deren Einhaltung es gegenüber dem Staat einklagen kann.

    Anders als in Frankreich ist dieser Individualismus daher in den Vereinigten Staaten durch die Revolution zum Verfassungsgrundsatz geworden.

    Anmerkungen

    Trotz Nennung der korrekten Quelle, ist die in der Fußnote angegebene Seitenzahl falsch - demgemäß ist auch hierdurch nicht der Umfang der Übernahme erkennbar. Die FN verschleierte ("Vgl.") die Autorschaft Dippels selbst dann, wenn auf die korrekte Seite referenziert würde.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 140 30-40


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 140, Zeilen: 30-40
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 200, Zeilen: 27-36
    Auch mit dem Gedanken der Machbarkeit von Verfassungen und ihrer Revidierbarkeit im Lichte von Erfahrungen oder Veränderungen dokumentierte die Amerikanische Revolution zum einen ein modernes Staats- und Weltverständnis und stellte sich zum anderen in direkten Gegensatz zu den englischen Verfassungsvorstellungen, wo gerade von radikaler Seite die Idee einer unveränderlichen Verfassungsordnung vehement vertreten wurde. Durch die Revisionsklauseln in den meisten Verfassungen war sogar eine Art von einkalkuliertem Wandel und Fortschritt festgeschrieben, der sich z.B. bei Jefferson und Paine aus der klugen Voraussicht herleitete, daß jede Generation über sich selber neu zu entscheiden habe und nicht mit den Problemen vorangegangener Generationen belastet werden dürfe.[FN 316]

    [FN 316: Siehe hierzu: H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 200-201; H.-Ch. Schröder: Die amerikanische und die englische Revolution in vergleichender Perspektive, in: H.-U. Wehler (Hrsg.): 200 Jahre amerikanische Revolution und moderne Revolutionsforschung, a.a.O., S. 9-37.]

    Mit dem Gedanken der Machbarkeit von Verfassungen und ihrer Revidierbarkeit im Lichte von Erfahrungen oder aufgrund eingetretener Veränderungen offenbarte sie ein modernes Weltverständnis und stellte sie sich in direkten Gegensatz zu den englischen Verfassungsvorstellungen, wo gerade von radikaler Seite der Gedanke einer unveränderlichen Verfassungsordnung vertreten wurde. Mit den Revisionsklauseln in den meisten Verfassungen gab es eine Art von eingebautem Wandel', der sich etwa bei Jefferson und Paine auch aus der Vorstellung herleitete, daß jede Generation über sich selber neu zu entscheiden habe und nicht mit dem Ballast vorangegangener Generationen belastet werden dürfe.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 140 41-47


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 140, Zeilen: 41-47
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 201, Zeilen: 15-24
    Gewiß ist die Amerikanische Revolution in erster Linie eine Verfassungsrevolution: Sie läßt sich nicht nur negativ aufgrund des Fehlens tiefgreifender sozialökonomischer Konflikte und Veränderungen als solche definieren, sondern auch positiv in dieser Weise bestimmen, weil einerseits der Konflikt mit dem Mutterland ein Verfassungskonflikt war und eine koloniale Verfassungsordnung gewaltsam beseitigt wurde, und weil andererseits der Bruch mit dem Überkommenen und die innovative Begründung des Republikanismus in einem schöpferischen [„constitution-making"-Prozeß lag.] Die Amerikanische Revolution, lautet die hier in Anknüpfung an einen von Perez Zagorin geprägten Begriff und in enger Anlehnung an die von Robert Palmer vertretene These, war in erster Linie eine Verfassungsrevolution. Sie läßt sich nicht nur negativ wegen des Fehlens tiefgreifender sozialökonomischer Konflikte und Veränderungen als solche bestimmen, sondern auch positiv in dieser Weise definieren, weil einerseits der Konflikt mit England ein Verfassungskonflikt war und eine alte Verfassungsordnung gewaltsam beseitigt wurde und weil andererseits der Bruch mit dem Überkommenen und die schöpferische Leistung vor allem auf dem Gebiet des „Constitution making" lagen.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 141 01-14


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 141, Zeilen: 1-14
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 201, Zeilen: 24-39
    Für die amerikanischen Revolutionäre selber gründete sich das Bewußtsein des historischen Neuanfangs und ihrer eigenen weltgeschichtlichen Rolle auf den Akt der progressiven Verfassungsgebung.[FN 317] Die Amerikaner waren, wie John Jay es ausdrückte, das erste Volk, das der Himmel mit der Gelegenheit begünstigt hatte, die Regierungsformen zu erörtern und zu wählen, unter denen es leben wollte. Alle anderen Verfassungen hätten ihre Existenz der Gewalt oder dem Zufall verdankt.[FN 318] James Wilson feierte die amerikanische Unionsverfassung in den Worten, daß Regierungsformen im allgemeinen das Ergebnis von Gewalt, Täuschung und Zufall gewesen seien. In den mehr als sechstausend Jahren seit der Menschheitsschöpfung würden die Vereinigten Staaten der Welt das erste Beispiel einer Nation bieten, die sich, ohne von einem äußeren Feind angegriffen und ohne von Aufständen im Inneren erschüttert worden zu sein, zu demjenigen Regierungssystem entschieden hätte, unter dem sie und ihre Nachfahren friedlich leben sollten.[FN 319]

    [FN 317: Zu dieser These bes. Bernard Bailyn: The Ideological Origins of the American Revolution, a.a.O., passim. Ferner Edward Handler: America and Europe in the Political Thought of John Adams, Cambridge, Mass., 1964.]

    [FN 318: John Jay in: H. S. Commager: The Empire of Reason: How Europe Imagined and America Realized the Enlightenment, London 1978, S. 182.]

    [FN 319: James Wilson in: H. S. Commager, op. cit., S. 189.]

    Auch bei den amerikanischen Revolutionären selber gründete sich das Bewußtsein des geschichtlichen Neuanfangs und ihrer eigenen welthistorischen Rolle vornehmlich auf den intentionalen Akt deliberierender und die Erfahrungen der Menschheitsgeschichte berücksichtigender Verfassungsgebung. „Die Amerikaner", erklärte John Jay, „sind das erste Volk, das der Himmel mit der Gelegenheit begünstigt hat, die Regierungsformen zu erörtern und zu wählen, unter denen es leben will. Alle anderen Verfassungen verdanken ihre Existenz der Gewalt oder dem Zufall."[FN 521] James Wilson feierte die amerikanische Unionsverfassung mit den Worten: „Regierungsformen (,governments') sind im allgemeinen das Ergebnis von Gewalt, Täuschung und Zufall gewesen. In den mehr als 6000 Jahren seit der Schöpfung bieten die Vereinigten Staaten der Welt das erste Beispiel ... einer Nation, die sich, ohne von einem äußeren Feind angegriffen zu sein, ohne von Aufständen im Innern erschüttert zu werden, ruhig über das Regierungssystem entscheidet, unter dem sie und ihre Nachfahren leben sollen."[FN 522]

    [FN 521: Zitiert bei Gommager, S. 182.]

    [FN 522: Ebd., S. 189.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 141 15-20.22-25


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 141, Zeilen: 15-20, 22-25
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 195, Zeilen: 19-21, 24-28, 35-38
    Die Frage nach der revolutionären Qualität erhält darüber hinaus dadurch eine positive Antwort, daß die Amerikaner in hohem Maße von dem Beispielhaften ihres Tuns überzeugt waren. Das alte puritanische Sendungsbewußtsein, die missionarische Idee, eine „Stadt auf dem Hügel" zu sein, wurde von den Amerikanern der Revolutionszeit mit der Betonung des einzigartigen Vorgangs der amerikanischen antikolonialen Revolte wiederaufgenommen.[FN 320] „Dabei bot sich die Möglichkeit der Anknüpfung an einen religiösen Chiliasmus und seiner Umdeutung ins Politische".[FN 321] Die puritanische Ideologie von Amerika als dem Zentrum des Heilsgeschehens und dem auserwählten Instrument Gottes erwachte während der Revolution in säkularisierter Form vielfach wieder und trug dazu bei, ihr eine universalistische Dimension zu verleihen.

    [FN 320: Vgl. Nathan O. Hatch: The Sacred Cause of Liberty: Republican Thought and the Millenium in Revolutionary New England, New Haven, Conn., 1977, S. 44 f.]

    [FN 321: H.-Ch. Schröder, op. cit.,S. 195.]

    Die Frage nach der revolutionären Qualität erhält ferner eine positive Antwort dadurch, daß die Amerikaner in hohem Maße von dem Bahnbrechenden und Beispielhaften ihres Tuns überzeugt waren. [...] Der alte puritanische Gedanke einer die Welt erleuchtenden ,Demonstrationsgründung' in Amerika, einer „Stadt auf dem Hügel", des „neuen Zions" wurde von den Amerikanern der Revolutionszeit mit der Betonung des einzigartigen und beispielhaften Vorgangs der amerikanischen Umwälzung wieder aufgenommen. Dabei bot sich die Möglichkeit der Anknüpfung an einen religiösen Chiliasmus und seiner Umdeutung ins Politische. In einer Studie über die Geistlichen in Neuengland während der Amerikanischen Revolution hat Nathan O. Hatch gezeigt, daß sie einen politisierten Chiliasmus predigten,[...][FN 507] Die alte puritanische Vorstellung von Amerika als dem Zentrum des Heilsgeschehens und dem auserwählten Werkzeug Gottes fand sich während der Revolution in säkularisierter Form vielfach wieder und trug dazu bei, ihr eine universalistische Dimension zu geben.

    [FN 507: Hatch, S. 44.]

    Anmerkungen

    Ein mustergültiges Bauernopfer: Mm zitiert tatsächlich einmal korrekt einen Satz aus einer Quelle, übernimmt dann aber gleich noch ein paar Sätze ohne Nachweis.<br/> Der Quellenhinweis aus einer Fußnote des Originals wird ebenfalls übernommen, auch wenn Mm den Satz, auf den er sich bezieht, nicht mehr aufgreift. Kurzerhand bringt sie ihn an anderer Stelle an, sodass der Bezug jetzt falsch wird.

    Sichter


  • Mm/Fragment 141 26-33


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 141, Zeilen: 26-33
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 115, Zeilen: 19-
    Eine weitere fortschrittliche Qualität der Amerikanischen Revolution manifestierte sich in der Schaffung des „neuen Menschen" der „First New Nation", des „Amerikaners", der sich nicht mehr primär als Virginier oder New Yorker fühlte, sondern ein neues, provinzübergreifendes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelte, das nicht nur bislang bestehende politisch-geographische Grenzen übersprang, sondern zunehmend auch ethnische und religiöse Barrieren überwand - auf dem Weg zu einer neuen Identität als „Amerikaner" und einer neuen Gesellschaft des homogenen „melting pot".[FN 322]

    [FN 322: Der „locus classicus" für die Beschreibung des Amerikaners als „neuer Mensch" sind die 1782 erschienenen „Letters from an American Farmer" von Hector St. John de Crèvecoeur. Vgl. H. St. John de Crèvecoeur: What Is An American?, reprinted from „Letters from an American Farmer", in: Michael McGiffert (ed.): The Character of Americans, Homewood, 111., 1964. Siehe ferner hierzu: Denis W. Brogan: The American Character, New York 1944; R. W. B. Lewis: The American Adam, Chicago 1959; Seymour Martin Lipset: The First New Nation, New York 1963/1979.]

    Erst die Amerikanische Revolution hat »diesen neuen Menschen«[FN 1], den Amerikaner geschaffen, der sich nicht mehr primär als Virginier oder New Yorker fühlte, sondern ein neues, provinzübergreifendes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelte, das nicht nur bislang bestehende politisch-geographische Grenzen übersprang, sondern sich auch anschickte, ethnische und religiöse Barrieren zu überwinden auf dem Weg zu einer neuen Identität als »Amerikaner«.

    [FN 1: Der locus classicus für die Beschreibung des Amerikaners als »neuer Mensch« sind die erstmals 1782 erschienenen »Letters from an American Farmer« von Hector St. John de Crevecoeur. Seither zahlreiche Nachdrucke.]

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 141 34-39


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 141, Zeilen: 34-39
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 115, Zeilen: 32-33, 36-40
    Darüber hinaus bewirkte sie in vielen Bereichen eine soziale Dynamik, einen vitalen Elan in der materiellen Besitzergreifung und Besitzausweitung; bevor 1826 mit Thomas Jefferson und John Adams die beiden letzten noch lebenden Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung starben, waren aus den dreizehn Gründungsstaaten der USA dreiundzwanzig Mitgliedsstaaten der Union geworden. Sie bewirkte ebenfalls einen bis dahin ungekannten Elan in der materiellen Besitzergreifung des neuen, mehr als verdoppelten Staatsgebietes, [...]. Bevor 1826 mit Thomas Jefferson und John Adams die beiden letzten noch lebenden Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung gestorben waren, waren aus den 13 Gründungsstaaten der Vereinigten Staaten schon

    23 Mitgliedsstaaten der Union geworden.

    Anmerkungen

    In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 141 39-47


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 141, Zeilen: 39-47
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 118, Zeilen: 20-29-37
    Sicherlich kam diese soziale und politische Dynamik bis zu einem gewissen Grad aufgrund der allmählichen Durchsetzung der bürgerlich-kapitalistischen Produktionsweise zustande, die die Überwindung merkantiler Produktions- und Handelshemmnisse, wie sie durch die imperiale Politik Londons den Kolonien in der Vergangenheit auferlegt worden waren, anstrebte.

    Gerade Alexander Hamilton, u.a. Finanzminister während der Washington-Administration, war mit Entschiedenheit für die Industrialisierung und den Kapitalismus in der amerikanischen Wirtschaft nach der Revolution eingetreten und hatte wichtige Änderungen und Strategien für den nachfolgenden ökonomischen Aufschwung der Verei[nigten Staaten eingeleitet.[FN 323]]

    [FN 323: Vgl. hier: Herbert McClosky/John Zaller: The American Ethos: Public Attitudes toward Capitalism and Democracy, Cambridge, Mass./London 1984 (Kap.: The Foundations of the American Ethos: Capitalism and Democracy, p. 1-17); Gerald Stourzh: Alexander Hamilton and the Idea of Republican Government, Stanford, Calif., 1970.]

    Wenn er jedoch das Eintreten für eine bürgerlich-kapitalistische Produktionsweise einschließt, ist die Amerikanische Revolution tatsächlich eher als eine bürgerliche Revolution einzustufen als die Französische, welche die Durchsetzung der bürgerlich-kapitalistischen Produktionsweise in Frankreich mehr aufgehalten als beschleunigt hat. Die Amerikanische Revolution strebte dagegen bewußt die Überwindung merkantiler Produktions- und Handelshemmnisse an, wie sie durch die imperiale Politik Londons den Kolonien in der Vergangenheit auferlegt worden waren.

    Gerade Alexander Hamilton, während des Krieges der Adjutant Washingtons, in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre einer der namhaftesten Verfechter der bundesstaatlichen Neuordnung, dann Finanzminister unter Washington, trat mit Entschiedenheit für die Industrialisierung und den Kapitalismus in der amerikanischen Wirtschaft nach der Revolution ein und hat folgenreiche Schritte für den nachfolgenden ökonomischen Aufschwung der Vereinigten Staaten eingeleitet.

    Anmerkungen

    Die Fettformatierung dient zur Verdeutlichung der übernommenen Inhalte. Sie ist nicht in den Originalen enthalten.

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 142 01-09


    Typus
    HalbsatzFlickerei
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 1-9
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 116, 118, 119, Zeilen: S.116,1-2 + S.118,4-6 + S.119,2-4.15-17
    Somit hat die Amerikanische Revolution nicht nur das stetig anwachsende Ausgreifen nach Westen wie einen rapiden Wandel im

    ländlichen Amerika beeinflußt, sondern auch dem ökonomischen Erfolg zu einem neuen, für die zukünftige politische Kultur des Landes entscheidenden sozialprogressiven Stellenwert verholfen. Durch diese revolutionäre Kombination aus kapitalistischer Ökonomie und libertärer Politik erhielt die amerikanische Sozialordnung ihre neuen Grundkategorien, deren Eigendynamik im Lauf des 19. Jahrhunderts immer manifester wurde und die im Grunde bis heute andauert.

    Diese soziale und politische Dynamik, das stetig weitere Ausgreifen nach Westen mit dem immer wieder erneuten Aufbau von Gesellschaft und Zusammenleben,[...]

    Teile des ländlichen Amerika erlebten offensichtlich im Zeitalter der Amerikanischen Revolution einen einschneidenden kulturellen Wandel. [...]

    Der ökonomische Erfolg erhielt damit einen neuen Stellenwert, zumal er nun mehr als früher eine politische Komponente beinhalten mochte. [...] Die amerikanische Sozialordnung hatte ihre neue Grundkategorie erhalten, deren Eigendynamik im Laufe des 19. Jahrhunderts immer manifester werden sollte.

    Anmerkungen

    Patchwork aus Dippel-Passagen. Als einzigen eigenen Beitrag liefert Mm die Phrase "revolutionäre Kombination aus kapitalistischer Ökonomie und libertärer Politik" - ansonsten hält sie sich engstens an die Dippelschen Formulierungen (ohne den Urheber je zu nennen).

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 142 10-12


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Plaqueiator
    Gesichtet
    Yes.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 10-12
    Quelle: Dippel 1985
    Seite(n): 116, Zeilen: 4-8
    Trotz des vorwiegend positiven Verlaufs der Amerikanischen Revolution bleiben die übernommenen Defizite dieser Entwicklung: das ungelöste Sklavereiproblem und die unveränderte Indianerfrage, zu erwähnen. [...] hat einen ebenso prägenden und folgenreichen Einfluß auf die sich herausbildende und weiterentwickelnde Nation gehabt wie die ebenfalls aus der Amerikanischen Revolution übernommenen Defizite dieser Entwicklung: das ungelöste Sklavereiproblem und die unveränderte Indianerfrage.
    Anmerkungen

    -

    Sichter
    Plaqueiator


  • Mm/Fragment 142 14-18


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 14-18
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 192, Zeilen: 1-5
    Bezüglich des Sklavereiproblems war in ideologischer Hinsicht die Wirkung der Amerikanischen Revolution ambivalent. Einerseits verwiesen das Gleichheits- und das Freiheitspostulat auf die Aufhebung der Sklaverei, andererseits wurde sie durch die starke Betonung der „property rights" geschützt.[FN 325]

    [FN 325: Vgl. D. B. Davis: The Problem of Slavery in the Age of Revolution, 1770-1823, Ithaca, N.Y., 1975, S. 161f.; R. B. Morris: The American Revolution Reconsidered, New York 1968, S. 72; J. R. Pole: The Pursuit of Equality in American History, Berkeley, Calif., 1978.]

    [FN 491] [...] In ideologischer Hinsicht war die Wirkung der Amerikanischen Revolution in bezug auf das Sklavereiproblem ambivalent. Verwiesen das Gleichheits- und das Freiheitspostulat auf die Beseitigung der Sklaverei, wurde sie andererseits durch die nicht minder starke Betonung von „property rights" geschützt.[...][FN 492]

    [FN 491: David Brion Davis, The Problem of Slavery in the Age of Revolution 1770—1823, Ithaca 1975, S. 161f.]

    [FN 492: Morris, S. 72 ; Smith, S. 283f.]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 142 18-29


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 18-29
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 192-193, Zeilen: S.192,40-42 - S.193,1.3-4.6-11.17-18.19-22
    Dennoch lassen sich in den 1770er und 1780er Jahren Veränderungen und Anstöße feststellen, die für die revolutionäre Qualität der Vorgänge in Amerika sprechen. Bis zum Jahre 1804 hatten alle Nordstaaten Emanzipationsgesetze verabschiedet, und selbst im Süden vollzog sich trotz Beibehaltung der Sklaverei unter dem Einfluß des revolutionären Ideenguts eine gewisse Veränderung in der Einstellung der weißen Bevölkerung zur Sklavenfrage, wenngleich diese freilich endgültig erst durch den Bürgerkrieg gelöst werden sollte. Die Freilassung von Sklaven, die im 18. Jahrhundert sehr schwierig war, wurde zunehmend aufgrund gesetzlicher Entschließungen erleichtert. Tatsächlich kann man es vor allem als Auswirkung der Amerikanischen Revolution betrachten, daß die Zahl der freien Schwarzen in den Jahren zwischen 1790 und 1810 rascher zunahm als die der Sklaven.[FN 326]

    [FN 326: Vgl. Benjamin Quarles: The Negro in the American Revolution, Chapel Hill, N.C., 1961, S. 107f., 110, 199; Gerald W. Mullin: Flight and Rebellion: Slave Resistance in Eighteenth-Century Virginia, New York 1972, S. 24f., 128f., 136; D. B. Davis, op. cit., S. 60.]

    [...] lassen sich jedoch in den 1770er und 1780er Jahren Veränderungen und Anstöße ausmachen, die für die revolutionäre Qualität der Vorgänge in Amerika sprechen.[...] Bis zum Jahre 1804 hatten sämtliche Staaten des Nordens Emanzipationsgesetze verabschiedet [...]. Selbst im Süden der Vereinigten Staaten vollzog sich trotz Beibehaltung der Sklaverei unter dem Einfluß der revolutionären Ideen eine vorübergehende Veränderung in der Einstellung der weißen Bevölkerung zur Sklavenfrage. Durch gesetzliche Bestimmungen wurde die Freilassung von Sklaven, die im 18. Jahrhundert immer schwieriger gemacht worden war, erleichtert.[...][FN 496][...] Die Zahl der Freilassungen nahm sprunghaft zu,[...]. Man kann es vor allem als Auswirkung der Amerikanischen Revolution betrachten, daß die Zahl der freien Neger in den Jahren zwischen 1790 und 1810 rascher wuchs als die der Sklaven.[FN 498] [...] [FN 499]

    [FN 496: Gerald W. Mullin, Flight and Rebellion, Slave Resistance in Eighteenth-Century Virginia, New York 1972, S. 24f.]

    [FN 498: Davis, The Problem of Slavery in the Age of Revolution, S. 60.]

    [FN 499: Benjamin Quarles, The Negro in the American Revolution, Chapel Hill 1961, S. 107f., 110, 199.]

    Anmerkungen

    "Schnipseltechnik (Fußnoten inklusive)" - Der übernommene Verweis aus Fußnote 499 von Schröder auf Quarles (inkl. Seitenangaben) macht offensichtlich keinen Sinn mehr, da die zugehörige Textinformation zu Afroamerikanern ("Negern") im Bürgerkrieg nicht übernommen wurde. Mm behandelt letztgenannten Sachverhalt überhaupt nicht. Warum sie trotzdem den entsprechenden Verweis bringt, bleibt ihr Geheimnis.

    Sichter


  • Mm/Fragment 142 29-33


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 29-33
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 194, Zeilen: 8-12
    Sowohl die Unabhängigkeitserklärung wie die Bill of Rights trugen dazu bei, daß die schwarze Bevölkerung Amerikas die Freiheit als ein ihr zustehendes Recht betrachtete und sie nicht allein individuell zu erlangen suchte. Die Naturrechtsphilosophie der Revolution hatte auch hier ihre Wirkung getan. Die Vorgänge der 1770er und 1780er Jahre, vor allem die Unabhängigkeitserklärung, haben dazu beigetragen, daß die Negersklaven die Freiheit als ein ihnen zustehendes Recht betrachteten und sie nicht mehr bloß individuell zu erlangen suchten. Sie wurden „von der Naturrechtsphilosophie der Revolution tief bewegt";[...]
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 142 36-40


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 36-40
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 167, Zeilen: 25-29
    Die Besonderheiten der Amerikanischen Revolution lagen gerade in ihrem untypischen, abweichenden Verlauf: keine Zielverfehlung und Deformation, keine starken Pendelausschläge zur einen oder anderen Richtung, keine Terrorherrschaft, kein Umschlag in eine Diktatur und keine Restauration. Der untypische, abweichende Verlauf der Amerikanischen Revolution läßt sich in dem einen Satz zusammenfassen, daß sie keine Zielverfehlung und Deformation, keine starken Pendelausschläge zur einen oder anderen Richtung, keine Terrorherrschaft, keinen Umschlag in die Diktatur und keine Restauration erlebte.
    Anmerkungen

    Schade eigentlich, dass das Ergebnis der Bemühungen Schroeders, das Untypische der Amerikanischen Revolution "in einem Satz" zusammenfassen, von Mm zwar einszueins wiedergegeben aber wieder nicht als Zitat gekennzeichnet wird.

    Sichter


  • Mm/Fragment 142 42-44


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Senzahl
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 42-44
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 168, Zeilen: 1-7
    Eindeutig stand im Mittelpunkt der Amerikanischen Revolution die Freiheit, ebenso wie die Verfassungsgebung als Konstituierung derselben galt.[FN 327]

    [FN 327: Vgl. H. Arendt: Über die Revolution, a.a.O., S. 206.]

    Die Freiheit steht im Zentrum der Amerikanischen Revolution in allen ihren Aspekten und Phasen, [...] Ein Indiz dafür ist auch die Tatsache, daß die Verfassungsgebung als Konstituierung der Freiheit in einzigartiger Weise im Mittelpunkt stand[EN 423] [...]

    [EN 423 (S. 226): Arendt, S.&nbsp;206. (= Arendt, Hannah, Über die Revolution, Frankfurt 1968)]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 142 44-47


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 142, Zeilen: 44-47
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 168-169, Zeilen: S.168,39-42 - S.169,1-2
    Diese Ausrichtung auf das freiheitliche Element war insofern möglich, weil in den USA die Probleme der wirtschaftlichen Not geringer, die Verheißungen bescheidener und die zur Revolution drängenden sozio-ökonomischen Triebkräfte sehr viel schwächer als in anderen Revolutionen waren. Diese Konzentration auf das freiheitliche Element war nur möglich, weil in Amerika - und diese Bedingungen hängen eng miteinander zusammen - das Problem der durch die Revolutionsregierungen zu bewältigenden wirtschaftlichen Not geringer, das Verheißungsspektrum auch weniger breit war und die zur Revolution hindrängenden sozio-ökonomischen Triebkräfte sehr viel schwächer waren als in anderen Revolutionen.
    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 143 01-06


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 143, Zeilen: 1-6
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 169, Zeilen: 6-14
    Gleichzeitig wies die Amerikanische Revolution in geringerem Maße den Doppelcharakter einer politischen wie sozialen Rebellion auf als andere Revolutionen in der Geschichte der Menschheit, und daher kann man sie als eine fast rein politische Revolution bezeichnen. Es kam weder zu einer Spaltung des revolutionären Lagers wie in anderen Ländern, noch stellten die sie tragenden Kräfte eine Negativkoalition.[...][FN 328]

    [FN 328: Vgl. H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 169 f. Siehe ferner hierzu die bereits im Jahre 1800 erschienene, komparatistische Studie zur Amerikanischen und Französischen Revolution des deutschen konservativen Publizisten Friedrich v. Gentz: The American and French Revolutions Compared, Chicago 1955 (dt.: Der Ursprung und die Grundsätze der Amerikanischen Revolution, verglichen mit dem Ursprünge und den Gegensätzen der Französischen, Berlin).]

    Die Amerikanische Revolution weist in sehr viel geringerem Maße den Doppelcharakter einer politischen Revolution und einer sozialen Protestbewegung auf als andere Revolutionen der Geschichte. Man kann sie als eine fast rein politische Revolution bezeichnen. Damit hängt auch zusammen, daß die sie tragenden Kräfte weniger eine Negativkoalition darstellten, als wir dies sonst in der Regel finden, und einen stärkeren Zusammenhalt zeigten. Es kam in Amerika nicht zu jener, den Revolutionsverlauf unheilvoll beeinflussenden Spaltung des revolutionären Lagers wie in anderen Ländern,[...]
    Anmerkungen

    Der Beginn eines Abschnitts, in welchem Mm verschiedene Passagen der Seiten 169-171 von Schröder weitgehend im Originalwortlaut (ohne Kennzeichnung) zusammencollagiert. 17 Zeilen bis zu einer erläuternden Fußnote bzgl. der Quellenlage.

    Sichter


  • Mm/Fragment 143 06-14


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 143, Zeilen: 6-14
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 169, Zeilen: 22-32
    Die Französische Revolution dagegen hat man im Einzelnen in eine Adelsrevolution, eine Revolution der Bourgeoisie, eine Revolution der Bauern und in eine von den Sansculotten getragene Volksrevolution gegliedert, zumal nicht nur die sozialen Träger unterschiedlich waren, sondern auch ihre Forderungen. Während die Revolution der Bourgeoisie sich auf die Freisetzung des Eigentums und die Liberalisierung der Wirtschaft konzentrierte, wandte sich umgekehrt die Pariser Volksbewegung gegen das ökonomische Laissez-faire-Prinzip und wollte die alte Regulierung der Wirtschaft in der Lebensmittelversorgung noch verstärkt sehen.[...][FN 328]

    [FN 328: Vgl. H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 169 f. Siehe ferner hierzu die bereits im Jahre 1800 erschienene, komparatistische Studie zur Amerikanischen und Französischen Revolution des deutschen konservativen Publizisten Friedrich v. Gentz: The American and French Revolutions Compared, Chicago 1955 (dt.: Der Ursprung und die Grundsätze der Amerikanischen Revolution, verglichen mit dem Ursprünge und den Gegensätzen der Französischen, Berlin).]

    Für die Französische Revolution hat man im einzelnen zwischen einer Adelsrevolution, einer Revolution der Bourgeoisie, einer Revolution der Bauern und einer von den Sansculotten getragenen „Volksrevolution" unterschieden. Diese sich ineinander schiebenden Revolutionen hatten nicht nur verschiedene soziale Träger, sondern auch höchst verschiedene, zum großen Teil sogar gegensätzliche Forderungen. So war die „Revolution der Bourgeoisie" auf die Freisetzung des Eigentums und die Liberalisierung der Wirtschaft gerichtet, während die Pariser Volksbewegung umgekehrt gegen das ökonomische Laisser-faire-Prinzip Stellung bezog und die traditionale Regulierung der Wirtschaft im Lebensmittelbereich verstärkt sehen wollte.
    Anmerkungen

    Die Fußnote erfolgt neun Zeilen nach der hier dokumentierten Passage. Wörtliche Übernahmen sind nicht als solche gekennzeichnet.

    Sichter


  • Mm/Fragment 143 15-19


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Drhchc
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 143, Zeilen: 15-19
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 170, Zeilen:
    [...]; bestimmte Grundelemente der amerikanischen revolutionären Ideologie wie Machtmißtrauen, Diktaturfurcht, Korrumpierungsangst und Ablehnung stehender Heere trugen daher dazu bei, eine diktatorisch-militärische Entartung zu verhindern, wie sie zuerst die Englische, dann die Französische und später auch die Russische erfuhren.[...][FN 328]

    [FN 328: Vgl. H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 169 f. Siehe ferner hierzu die bereits im Jahre 1800 erschienene, komparatistische Studie zur Amerikanischen und Französischen Revolution des deutschen konservativen Publizisten Friedrich v. Gentz: The American and French Revolutions Compared, Chicago 1955 (dt.: Der Ursprung und die Grundsätze der Amerikanischen Revolution, verglichen mit dem Ursprünge und den Gegensätzen der Französischen, Berlin).]

    Bestimmte Grundelemente dieses Gedankenguts wie Machtmißtrauen, Diktaturfurcht, Korrumpierungsangst und Ablehnung stehender Heere haben, obwohl sie die Effizienz der Kriegsanstrengungen gegen England oft genug bis an den Rand des Scheiterns behindert und das Ausmünden der revolutionären Entwicklung in eine bundesstaatliche Neugründung erschwert haben, mit dazu beigetragen, eine diktatorisch-militaristische Entartung zu verhindern, wie sie die Englische,

    die Französische und die Russische Revolution kennzeichnet.

    Anmerkungen

    Die bezugnehmende Fußnote ist jetzt noch drei Zeilen entfernt. Original wurde gekürzt, aber wieder erfolgt keine Kennzeichnung der wörtlich übernommenen Passagen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 143 19-22


    Typus
    Verdächtig
    Bearbeiter
    Graf Isolan
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 143, Zeilen: 19-22
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 171, Zeilen: 29-32
    Gerade der eminent antiautoritäre, machtmißtrauische Zug im Whig-Denken, der „spirit of apprehension" - ein Geist steter Wachsamkeit - verhinderte schließlich eine politische Deformation der Amerikanischen Revolution.[FN 328]

    [FN 328: Vgl. H.-Ch. Schröder, op. cit., S. 169 f. Siehe ferner hierzu die bereits im Jahre 1800 erschienene, komparatistische Studie zur Amerikanischen und Französischen Revolution des deutschen konservativen Publizisten Friedrich v. Gentz: The American and French Revolutions Compared, Chicago 1955 (dt.: Der Ursprung und die Grundsätze der Amerikanischen Revolution, verglichen mit dem Ursprünge und den Gegensätzen der Französischen, Berlin).]

    Der eminent antiautoritäre, machtmißtrauische Zug im radikalen Whig-Denken, der die Amerikanische Revolution so stark prägte und zu ihrem Ausbruch entscheidend beigetragen hatte, hat auch dazu beigetragen, ihre Deformation zu verhindern.
    Anmerkungen

    Indeed: "eminent" - offensichtlich wurden Originalformulierungen verwandt. Mm entschied sich dafür, dies nicht explizit zu kennzeichnen.

    Sichter


  • Mm/Fragment 143 22-25


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Senzahl
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 143, Zeilen: 22-25
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 172, Zeilen: 3-7
    Man mag glauben, daß Amerikas Revolutionäre John Dickinsons an Machiavelli angelehnte Formel von 1768: „Glücklich sind die Menschen und glücklich ist das Volk, die durch das Unglück anderer weise werden", zur Maxime erhoben hatten. [...] [FN 329]

    [FN 329: Vgl. Paul Leicester Ford (ed.): The Writings of John Dickinson, Bd. I, Philadelphia 1895, S. 375; Franco Venturi: Utopia and Reform in the Enlightenment, Cambridge 1971.]

    „Glücklich sind die Menschen und glücklich ist das Volk“, hatte John Dickinson 1768 in Anlehnung an eine letztlich auf Machiavelli zurückgehende Maxime der radikalen Whigs geschrieben, „die durch das Unglück anderer weise werden.“[EN 430]

    [EN 430 (S. 226): Ford (Hrsg.), S.&nbsp;375 (= Ford, Paul Leicester (Hrsg.), The Writings of John Dickinson, Bd.&nbsp;I, Philadelphia 1895.)]

    Anmerkungen

    Damit stellt sich auch die Seite 143 dieser Dissertation als komplettes fremdprodukt heraus - keine einzige Zeile ist von der vermeintlichen Autorin.

    Sichter


  • Mm/Fragment 143 25-32


    Typus
    Verschleierung
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Senzahl
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 143, Zeilen: 25-32
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 172, Zeilen: 16-23
    Sicherlich waren sie geprägt von einem gemäßigten Vernunftdenken der Aufklärung, nicht von einem utopischen Glauben der unbegrenzten Vervollkommnungsfähigkeit des Menschengeschlechts - aufgrund ihres nüchternen historischen Denkens und Bewußtseins.[EN 329] So stellte Patrick Henry, der Revolutionsführer aus Virginia, 1775 fest:

    „Ich kenne nur eine Lampe, von der sich meine Füße leiten lassen, und das ist die Lampe der Erfahrung. Ich kenne keine Art, die Zukunft zu beurteilen, als durch die Vergangenheit."[EN 330]

    [EN 329 (S.333): Vgl. Paul Leicester Ford (ed.): The Writings of John Dickinson, Bd. I, Philadelphia 1895, S. 375; Franco Venturi: Utopia and Reform in the Enlightenment, Cambridge 1971.]

    [EN 330 (S.333): Zit. nach: H. Trevor Colbourn: The Lamp of Experience: Whig History and the Intellectual Origins of the American Revolution, Chapel Hill, N.C., 1965.]

    Das Vernunftdenken der amerikanischen Revolutionäre, die überwiegend der „gemäßigten Aufklärung“ zuzurechnen sind und die nicht an eine unbegrenzte Vervollkommnungsfähigkeit des Menschengeschlechts glaubten,[EN 432] wurde durch ein historisches Denken ergänzt und kontrolliert. Patrick Henry, der Revolutionsführer aus Virginia, stellte 1775 fest: „Ich kenne nur eine Lampe, von der sich meine Füße leiten lassen, und das ist die Lampe der Erfahrung. Ich kenne keine Art, die Zukunft zu beurteilen, als durch die Vergangenheit."[EN 433]

    [EN 432 (S. 226): May, bes. S.&nbsp;163f., 223, 228. (= May, Henry F., The Enlightenment in America, Paperbackausg. Oxford 1978.)]

    [EN 433 (S.226): Abgedr. bei Colburn, nichtpaginierte Seite nach dem Inhaltsverzeichnis. (=Colburn, H. Trevor, The Lamp of Experience, Whig History and the Intellectual Origins of the American Revolution, Chapel Hill 1965.)]

    Anmerkungen

    -

    Sichter


  • Mm/Fragment 143 33-39


    Typus
    BauernOpfer
    Bearbeiter
    Graf Isolan, Senzahl
    Gesichtet
    No.png
    Untersuchte Arbeit:
    Seite: 143, Zeilen: 33-39
    Quelle: Schröder 1982
    Seite(n): 172, Zeilen: 26-36
    Während in der Französischen Revolution ein Vernunftspathos vorherrschte, wie es sich auch in Abbé Sieyès’ Werken nachweisen