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Mm/Mathiopoulos-1987/132

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Amerika: das Experiment des Fortschritts

von Margarita Mathiopoulos

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 132, Zeilen: 1-14
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 23, Zeilen: li.Spalte 38-40.46.102, re.Spalte 1-21.101.104-105
[„[...] I don't need to mind] them anymore. For science there can be no good or evil. But I personally think about virtue about vice. ... In the American moral crisis the first requirement was to experience what was happening and to see what must be seen."[FN 298]

Das Schreiben von Literatur ist für Bellow gewissermaßen ein Akt der Wiedergewinnung von Realität wie auch ein Prozeß der Enthüllung ihres Sinns. Diese Wiedergewinnung der gesellschaftlichen Wirklichkeit erfordert allerdings mehr als ein einfaches Eingeständnis des Verfalls der Umwelt; sie erfordert eine Auseinandersetzung mit „the slums we carry around inside us. Every man's inner city...".[FN 299] So meint Bellow, daß das Problem des Fortschritts nicht allein eine vergiftete Atmosphäre, sondern vergiftete Gedanken und auch eine vergiftete Theorie ist. Aus diesem Grunde ist ein neuer Realismus erforderlich, der uns helfen würde, die Welt, zu der wir den Kontakt verloren haben, wiederzugewinnen - in Bellows Worten: „To recover the world that is buried under the debris of false description or non-experience."[FN 300]

[FN 298: S. Bellow, op. cit., S. 278,123.]

[FN 299: S. Bellow, op. cit., S. 207.]

[FN 300: S. Bellow, op. cit., S. 243.]

"[...] I don't need to mind] them anymore. For science there can be no good or evil. But I personally think about virtue about vice."[FN 19]

[...]

"In the American moral crisis", schreibt Bellow, "the first requirement was to experience what was happening and to see what must be seen."[FN 20] Für Bellow ist das Schreiben von Literatur ein Akt der Wiedergewinnung von Realität wie auch ein Prozeß der Enthüllung ihres Sinns. Doch die Wiedergewinnung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit erfordert mehr als ein einfaches Eingeständnis unserer verfallenden Umwelt; sie erfordert, meint Bellow, eine Auseinandersetzung mit „the slums we carry around inside us. Every man's inner city ...".[FN 21] Das Problem ist nicht allein eine vergiftete Atmosphäre, sondern vergiftete Gedanken und auch eine vergiftete Theorie. Deswegen ist ein neuer Realismus erforderlich, der uns hilft, die Welt, zu der wir den Kontakt verloren haben, wiederzugewinnen - oder in Bellows Worten: "To recover the world that is buried under the debris of false description or non-experience."[FN 22]

[FN 19: S. Bellow, The Dean's December, London 1982, S.278.[...]]

[FN 20: Ebd., S. 123. [...]]

[FN 21: Ebd., S. 207]

[FN 22: Ebd., S. 243. [...]]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet.

Sichter




Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 132, Zeilen: 22-41
Quelle: Levine 1984
Seite(n): 23, Zeilen: re.Spalte 22-49
Dieser neue Realismus in der zeitgenössischen Geschichte und Literatur scheint sowohl eine Reaktion auf die gegenwärtige intellektuelle Atmosphäre vis á vis einer neu zu definierenden Fortschrittsidee zu sein wie auch eine kritische Überprüfung des utopischen Revisionismus der 60er Jahre. Tatsächlich ist die jüngste Literatur und Geschichteschreibung politischer geworden, wobei sie über die „Wahrheiten", wie sie von den vorherrschenden Ideologien der jüngeren Vergangenheit definiert wurden, bewußt hinausgeht. Für Bellow bedeuten diese neuen Strömungen ein Wiederherstellen der Stärke eines schon aufgegebenen Humanismus in einer von wissenschaftlichem Materialismus dominierten Welt; für Doctorow bedeuten sie, die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt der Komplexität und Zwiespältigkeit wiederaufzunehmen. Angesichts der politischen Alternativen des Fortschritts im 20. Jahrhundert hat sich nach Doctorow ein Gefühl allseitigen Erschöpfungszustandes herausgebildet, eines Erschöpfungszustandes, der sich - könnte man hinzufügen - schließlich auch physiologisch in der jüngsten Zivilisationskrankheit Aids tödlich bemerkbar macht. Kein System, ob es nun religiös oder anti-religiös, kapitalistisch organisiert oder staatlich dirigiert wird, ist für Doctorow gegen Haß, Gier und Wahnsinn der Menschen gefeit. Die beste neuere amerikanische Literatur und Historie scheint, wie der Literaturhistoriker Paul Levine meint, gekennzeichnet zu sein durch diesen neuen Realismus, der nicht ohne Hoffnung, aber auch nicht ohne Weisheit ist.[FN 302]

[FN 302: Vgl. P. Levine, op. cit., S. 23.]

Dieser neue Realismus, der hier zu beschreiben versucht wurde, ist sowohl eine Reaktion auf unsere gegenwärtige Situation wie auch eine Überprüfung des utopischen Revisionismus der sechziger Jahre. Das heißt, die amerikanische Literatur ist wieder politischer geworden, wobei sie über die „Wahrheit", wie sie von den vorherrschenden Ideologien der jüngeren Vergangenheit definiert wurde, hinausgeht. Für Bellow bedeuten das ein Wiederherstellen der Stärke eines schon aufgegebenen Humanismus in einer von wissenschaftlichem Materialismus dominierten Welt. Für Doctorow bedeutet es, die Suche nach Gerechtigkeit in einer Welt der Komplexität und Zwiespältigkeit wiederaufzunehmen. „Denn Gefühl, das wir angesichts der politischen Alternativen des 20.jahrhunderts heute haben, eine Art allseitigen Erschöpfungszustandes," hat Doctorow festgestellt, und weiter: „Kein System, ob es nun religiös oder anti-religiös oder ökonomisch oder materialistisch ist, scheint gegen Haß, Gier und Wahnsinn der Menschen gefeit zu sein."[FN 23]. Die beste neuere amerikanische Literatur ist gekennzeichnet durch diesen neuen Realismus, nicht ohne Hoffnung, aber auch nicht ohne Weisheit.

[FN 23: R. Trenner (Ed.) (Anm. 15), S.65.]

Anmerkungen

In den Amerikastudien Bd. 36 (1991) bereits mit aufgelistet. Unglaublich: nach Übernahme von fast zwei Seiten des Originalartikels (weitgehend im Originalwortlaut) kennzeichnet Mm den LETZTEN Satz als Erkenntnis von Levine und verweist in der abschließenden Fußnote auf die Quelle (wobei sie mit "op.cit" einen Zitierfehler begeht, da sie zwischendurch einen anderen Artikel von Levine "zitiert" hat).<br/> Aids als Ausdruck des "allseitigen Erschöpfungszustandes" zu interpretieren ist der einzige eigene Gedanke, den Mm in Ergänzung zu den Levineschen Ausführungen auf den Seiten 131-132 entwickelt.

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BearbeiterGraf Isolan und Drhchc
FragmentStatusGesichtet (BC) +
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