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Mm/Mathiopoulos-1987/186

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Amerika: das Experiment des Fortschritts

von Margarita Mathiopoulos

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 186, Zeilen: 6-47
Quelle: Wasser 1980
Seite(n): 70-71, Zeilen: S.70,10-14.22-38 - S.71,1-27
Bei dem Versuch, ein freiheitlich-demokratisches und republikanisches System zu entwerfen und zu verwirklichen, fanden die amerikanischen Revolutionäre und Staatsgründer doppelte Anregung: einmal in der politischen Theorie Europas, wie sie sich seit dem Ausgang des 17. Jahrhunderts herausgebildet hatte, zum anderen in der englischen Regierungspraxis wie in den Kolonien.[FN 71] Die Gründungsväter kannten sich ja zudem nicht nur im klassischen Schrifttum, sondern auch in der modernen politischen Theorie eines John Locke und Charles de Montesquieu sehr gut aus. Gewiß stellte der herausragendste Teil der Unabhängigkeitserklärung:

„... all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. - That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, - That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness..."[FN 72]

keine revolutionäre Neuheit dar; revolutionär war der Versuch, die fortschrittlichen Axiome in die Praxis umzusetzen, mit aufklärerischer Rationalität ein Regierungssystem zu konstruieren, das, diesen Prinzipien verpflichtet, jeglicher traditionellen Autorität entbehren würde. Die politischen Wert- und Zielvorstellungen der „Declaration of Independence" aber waren längst vorweggenommen in John Lockes „Two Treatises of Government" (1689):

„Der Grund, aus dem die Menschen in eine Gesellschaft treten, ist die Erhaltung ihres Eigentums, und der Zweck, zu dem sie eine Legislative wählen und bevollmächtigen, ist, daß Gesetze erlassen und Regeln festgelegt werden, um das Eigentum aller Glieder der Gesellschaft zu bewachen und zu beschützen und so die Gewalt und die Herrschaft jedes Teiles und Gliedes der Gesellschaft zu beschränken und zu mäßigen. Denn es kann niemals als Wille der Gesellschaft vorausgesetzt werden, daß die Legislative eine Macht habe, das zu vernichten, was jeder einzelne mit seinem Eintritt in die Gesellschaft zu sichern bezweckte und um dessentwillen das Volk sich Gesetzgebern unterwarf, die es selbst ernannt hatte. Wann immer daher die Gesetzgeber bestrebt sind, dem Volk sein Eigentum zu nehmen und zu vernichten oder das Volk in Sklaverei unter ihre willkürliche Gewalt zu bringen, versetzen sie sich dem Volk gegenüber in einen Kriegszustand. Dadurch wird es von jedem weiteren Gehorsam befreit und der gemeinsamen Zuflucht überlassen, die Gott für alle Menschen gegen Gewalt und Macht vorgesehen hat. ... Die Macht fällt an das Volk zurück, das dann ein Recht hat, seine ursprüngliche Freiheit wieder aufzunehmen und durch die Errichtung einer neuen Legislative (wie sie ihm selbst für geeignet erscheint) für seine eigene Wohlfahrt und Sicherheit zu sorgen, denn eben zu diesem Zweck haben sie sich zu einer Gesellschaft verbunden. Was ich hier ganz allgemein über die Legislative gesagt habe, gilt auch von der Exekutive..."[FN 73]

Lockes Ausführungen kamen, wie Louis Hartz nachgewiesen hat, insofern auch dem amerikanischen Denken nahe, als die materiellen Bedingungen des Landes seinem ideenpolitischen Gesellschaftsvertrag entsprachen. Die Amerikaner [waren Menschen mit ursprünglichen weder vom Staat noch von der Gesellschaft zugewiesenen Rechten auf Leben, Freiheit, Gleichheit, Arbeit, Eigentum und Glück:]

[FN 71: Vgl. Bernard Bailyn: The Origins of American Politics, New York 1971; Richard Hofstadter et al.: The United States: The History of a Republic, Princeton, N.J., 1967; Caroline Robbins: The Eighteenth Century Commonwealth Man, New York 1968.]

[FN 72 The Declaration of Independence (July 4,1776) in: Harold C. Syrett (ed.): American Historical Documents, New York 19656, S. 82.]

[FN 73 John Locke: Zwei Abhandlungen über die Regierung (Hrsg. W. Euchner), Frankfurt/M. 1967, S. 349 ff.]

Die amerikanischen Revolutionäre und Staatsgründer fanden bei dem Versuch, ein Herrschaftssystem auf der skizzierten Basis zu verwirklichen, doppelte Anregung: in der politischen Theorie Europas, wie sie sich seit dem Ausgang des 17. Jahrhunderts Gehör verschafft hatte, und in der angelsächsischen Regierungspraxis im Mutterland wie in den Kolonien. [...], weil er sich, ebenso wie die anderen Begründer der USA,mit verblüffender Selbstverständlichkeit nicht nur im klassischen Schrifttum, sondern auch in der modernen politischen Theorie eines John Locke und Charles de Montesquieu sehr gut bewegte. Der aufrüttelnste Teil der Unabhängigkeitserklärung, daß nämlich »alle Menschen gleich geschaffen sind; daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind; daß dazu Leben, Freiheit, und das Streben nach Glück gehören; daß zur Sicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingesetzt werden, die ihre rechtmäßige Macht aus der Zustimmung der Regierten herleiten; daß, wenn immer irgendeine Regierungsform sich als diesen Zielen abträglich erweist, es Recht des Volkes ist, sie zu ändern oder abzuschaffen und eine neue Regierung einzusetzen und diese auf solchen Grundsätzen aufzubauen und ihre Gewalten in der Form zu organisieren, wie es ihm zur Gewährleistung seiner Sicherheit und seines Glückes geboten zu sein scheint« - dieser Teil stellte ganz sicher keine revolutionäre Neuheit dar. Revolutionär neu war der Versuch, die Theorie in die Praxis zu verwandeln, mit aufklärerischer Rationalität ein Regierungssystem zu konstruieren, das, solchen Prinzipien verpflichtet, jeglicher traditionellen Legitimität entbehren würde. Die politischen Wert- und Zielvorstellungen der Unabhängigkeitserklärung aber waren längst vorweggenommen in den »Zwei Traktaten über die Regierung«, die der Engländer John Locke Ende der achtziger Jahre des 17. Jahrhunderts verfaßt hatte:

»Der Grund, aus dem die Menschen in eine Gesellschaft treten, ist die Erhaltung ihres Eigentums, und der Zweck, zu dem sie eine Legislative wählen und bevollmächtigen, ist, daß Gesetze erlassen und Regeln festgelegt werden, um das Eigentum aller Glieder der Gesellschaft zu bewachen und zu beschützen und so die Gewalt und die Herrschaft jedes Teiles und Gliedes der Gesellschaft zu beschränken und zu mäßigen. Denn es kann niemals als Wille der Gesellschaft vorausgesetzt werden, daß die Legislative eine Macht habe, das zu vernichten, was jeder einzelne mit seinem Eintritt in die Gesellschaft zu sichern bezweckte und um dessentwillen das Volk sich Gesetzgebern unterwarf, die es selbst ernannt hatte. Wann immer daher die Gesetzgeber bestrebt sind, dem Volk sein Eigentum zu nehmen und zu vernichten oder das Volk in Sklaverei unter ihre willkürliche Gewalt zu bringen, versetzen sie sich dem Volk gegenüber in einen Kriegszustand. Dadurch wird es von jedem weiteren Gehorsam befreit und der gemeinsamen Zuflucht überlassen, die Gott für alle Menschen gegen Gewalt und Macht vorgesehen hat. ... Die Macht fällt an das Volk zurück, das dann ein Recht hat, seine ursprüngliche Freiheit wieder aufzunehmen und durch die Errichtung einer neuen Legislative (wie sie ihm selbst für geeignet erscheint) für seine eigene Wohlfahrt und Sicherheit zu sorgen, denn eben zu diesem Zweck haben sie sich zu einer Gesellschaft verbunden. Was ich hier ganz allgemein über die Legislative gesagt habe, gilt auch von der Exekutive...«[FN 71]

Diese Ausführungen Lockes beeindruckten die Amerikaner auch deshalb so stark, weil die materiellen Bedingungen ihrer Existenz seinen gedanklichen Konstruktionen in vielem entsprachen: Menschen mit ursprünglichen, weder vom Staat noch von der Gesellschaft zugewiesenen Rechten auf Leben, Freiheit, Arbeit, Eigentum und Glück; [...]

[FN 71 John Locke: Zwei Abhandlungen über die Regierung, hrsg. und eingel. von W. Euchner, Frankfurt/Main 1967, S. 349 ff.]

Anmerkungen

Auf dieser Seite findet sich nach Zeile 5 kein einziger eigener Gedanke von Mm. Die Ausführungen folgen vollständig (inkl. der nachgewiesenen Zitate) Wasser (1980). Lediglich wo die Vorlage die Unabhängigkeitserklärung in einer Übersetzung zitiert, bringt Mm den amerikanischen Originalwortlaut.

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