Fandom

VroniPlag Wiki

Mm/Mathiopoulos-1987/240

< Mm | Mathiopoulos-1987

31.377Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Amerika: das Experiment des Fortschritts

von Margarita Mathiopoulos

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
F · S · K
Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende



Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc, Senzahl, Kannitverstan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 240, Zeilen: 11-22
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 127, Zeilen: 3-16
Daß die Beschaffenheit einer Umgebung auf die psychologische und intellektuelle Entwicklung des einzelnen wie eines Volkes und auf die Politik des Landes nicht ohne Einfluß bleibt, ist weithin bekannt. Die kontinentale Weite der Vereinigten Staaten mit ihren großen Naturschätzen und Reichtümern und den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten haben den Amerikanern und kundigen Ausländern Amerika als das „promised land" erscheinen lassen. Allein das Vorhandensein dieser außergewöhnlichen Umstände erzeugte einen (Fortschritts-)Glauben an ein besonderes Schicksal dieses Volkes, an eine Auserwähltheit und einen Auftrag gegenüber sich selbst und der übrigen, weniger bevorzugten Welt, die auf diesem Kontinent entwickelten freiheitlichen und demokratischen Lebensformen durch „conduct" und „example" zu demonstrieren und gleichzeitig aktiv der Welt mitzuteilen, d.h. zu missionieren.[FN 8]

[FN 8: Vgl. Knut Krakau: Missionsbewußtsein und Völkerrechtsdoktrin in den Vereinigten Staaten, a.a.O., S. 127.]

Es ist weithin anerkannt, daß „Landschaft" im weitesten Sinne, daß die Umgebung auf die psychologische und intellektuelle Entwicklung des einzelnen wie eines Volkes nicht ohne Einfluß sind[FN 1].

Die kontinentale Weite der Vereinigten Staaten mit ihren großen Naturschätzen und Reichtümern, den „unbegrenzten Möglichkeiten", der den Menschen des 18. bis frühen 20. Jahrhunderts überwältigenden Größe und scheinbaren Unerschöpflichkeit, haben ihm Amerika von jeher als das „promised land" erscheinen lassen. Das bloße Vorhandensein dieser außergewöhnlichen Umstände erzeugte einen Glauben an ein außergewöhnliches Schicksal des Volkes, das dieses Land bewohnt, an seine besondere Auserwähltheit und seinen besonderen Auftrag gegenüber der übrigen, weniger bevorzugten Welt, sei es, durch „conduct and example" die besonderen hier entwickelten freiheitlichen Lebensformen lediglich zu demonstrieren, sei es, sie aktiv der Welt mitzuteilen, d.h. zu missionieren.

[FN 1: M. Lerner, S. 104, betont ihren Einfluß auf amerikanische Verhältnisse; die Geschichte eines Volkes und seinen Nationalcharakter erklären nachdrücklich als das Produkt von Umwelt und Vererbung z. B. Schlesinger, Am.Rdsch., 1. Jg. 1945, H. 2, S. 3 ff.; Commager, ibid., H. 3, S. 3 ff.; Curti, Growth, S. 403 ff.]

Anmerkungen

Auch hier sind die Abänderungen weitgehend belanglos. Ausnahme: "Glauben" wird zu "(Fortschritts-)Glauben", was bzgl. des Themas eine entscheidende Akzentverschiebung bedeutet. Dieser "implizite Säkularisierungsprozess" taucht immer wieder auf.<br/>Nebenbei: Krakau demonstriert in seiner Fußnote, wie man auch das "weithin Anerkannte" wissenschaftlich fundiert.

Sichter
Drhchc




Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc, Senzahl, Kannitverstan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 240, Zeilen: 26-40
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 156, Zeilen: 7-23, 103-106
Die Erfahrung der Grenze und des Pioniertums sollte sich in doppelter Hinsicht auf das amerikanische Selbstverständnis und Sendungsbewußtsein auswirken: Einmal prägte das tatsächliche Frontier-Erlebnis unmittelbar den Charakter der Amerikaner, und zwar besonders derjenigen, die der Grenze und ihrer Überlieferung im 19. Jahrhundert geographisch und zeitlich am nächsten standen. Zum anderen verschmolzen diese geschichtliche Erfahrung und die daraus resultierende Frontier-Tradition zu einem selbständigen historisch-politischen Faktor des amerikanischen Geschichtsverständnisses und Weltbildes.[FN 9] So entstand ein Grenzmythos, der zum festen Bestandteil des amerikanischen Fortschrittscredos wurde, und als solcher bis in die heutige Gegenwart in den beiden Image-Konzepten weiterlebt. Diese zu einer Variante der amerikanischen (Fortschritts-)Ideologie instrumentalisierte Grenzerfahrung des Westens beschrieb der zu den „Progressive Historians" zählende Frederick Jackson Turner mit den Worten: „American democracy is fundamentally the outcome of the experiences of the American people in dealing with the West."[FN 10]

[FN 9: Vgl. K. Krakau, op. cit., S. 156; Frederic L. Paxon: History of the American Frontier, 1763-1893, Boston 1924, passim.]

[FN 10: F. J. Turner: The Frontier in American History, a.a.O., S. 266.]

Die Erfahrung der „Grenze" wirkte in doppelter Weise auf das amerikanische geschichtliche Selbstverständnis und folglich, ihrer Bedeutung entsprechend, auch auf das amerikanische Sendungsbewußtsein. Einmal prägte das tatsächliche Grenzerlebnis unmittelbar den Charakter einzelner Menschen, und zwar begreiflicherweise um so stärker, je näher der einzelne diesem Erlebnis oder seiner Überlieferung noch stand, wie etwa ganz unmittelbar Th. Roosevelt. Zum anderen verschmolzen diese geschichtliche Situation und die auf ihr fußende geistige Tradition, die von Turner ins allgemeine Bewußtsein gehoben wurde; sie wurden durch die insistente (durch Turner begründete) historische Betrachtungsweise zur „Ideologie instrumentalisiert"; diese erlangte so ein selbständiges Leben und wirkte nun ihrerseits als selbständiger geschichtlich-politischer Faktor auf das amerikanische Geschichtsverständnis und Weltbild. Es entstand ein Grenzmythos, der zum festen Bestandteil des amerikanischen Credo wurde[FN 174] und als solcher bis in die Gegenwart hineinwirkt. „American democracy is fundamentally the outcome of the experiences of the American people in dealing with the West"[FN 175].

[FN 174: Diesen Aspekt der „Grenze" als Ideologie-Faktor entwickelt bes. Bracher, ZPol., Bd. 2, 1955, S. 228 ff.; es gehöre zu den „wichtigsten Elementen und Ausdrucksformen des amerikanischen Fortschrittsbewußtsems".]

[FN 175: Turner, S. 266.]

Anmerkungen

Das Turner-Zitat wird hier zum zweiten Mal wiedergegeben - das andere Mal erfolgte dieses innerhalb eines 20zeiligen Zitats auf Seite 108.

Sichter
Drhchc


vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite

Eine finale Sichtung dieser Seite erfolgte noch nicht!
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Kybot, Zeitstempel: 20121229144907

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki