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Mm/Mathiopoulos-1987/241

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Amerika: das Experiment des Fortschritts

von Margarita Mathiopoulos

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende



Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Drhchc, Nerd wp, Graf Isolan, Plaqueiator
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 241, Zeilen: 8-19
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 157-158, Zeilen: S.157,1-2,.5-15.108.124-127 - S.158,1-2
Nach Turners „Single factor"-Interpretation (Louis Hartz)[FN 12] der amerikanischen Geschichte hat die Frontier einmal die puritanisch-demokratischen Überzeugungen und Erfahrungen wie den Idealismus, Individualismus, den Gedanken der Einzigartigkeit und Auserwähltheit bestärkt, die Idee der Manifest Destiny ins Leben gerufen und vertieft und somit den amerikanischen Charakter und die amerikanische Politik bleibend geprägt, zum anderen das amerikanische Verhältnis zur Außenwelt beeinflußt. So kann die Frontierhypothese als säkulares Gegenstück zur puritanischen Begründung der amerikanischen (Fortschritts-)Ideologie verstanden werden.[FN 13] Einerseits förderte sie die innerkontinentalen Tendenzen und Ideale der amerikanischen Missionsidee, und andererseits konnte sie nach der Erschließung des Westens und des übrigen Landes in eine außenpolitische Missionierung umgeleitet und somit erhalten bleiben.

[FN 12: Louis Hartz: The Liberal Tradition in America, a.a.O., S. 22.]

[FN 13: Vgl. K. D. Bracher: Demokratie als Sendung: Das amerikanische Beispiel, in: Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur, a.a.O., S. 313 ff.]

Hartz wirft Turner vor, er verfalle einer „single-factor"-Interpretation amerikanischer Geschichte[FN 178].

[...] Nach Turner hat die „Grenze" in den hier interessierenden Zusammenhängen im einzelnen zwei Bedeutungen gehabt: die „Grenze" hat einmal die puritanisch-demokratischen Überzeugungen und Erfahrungen (Idealismus, Individualismus, das Gefühl der amerikanischen Einzigartigkeit und Auserwähltheit, den Manifest-Destiny-Gedanken) bestärkt und vertieft [FN 180] und in ihrem Sinne den amerikanischen Charakter bleibend geprägt[FN 181]; zum anderen hat sie das amerikanische Verhältnis zur Außenwelt beeinflußt. Denn einmal förderte sie jene amerikanischen Tendenzen und Ideale, die ihrerseits für die missionarische Haltung der Vereinigten Staaten ursächlich sind; sie verlieh ihr so eine zusätzliche Tendenz zur Außenwirkung. Zum anderen mußten sich die Kräfte, die sie freigesetzt oder intensiviert hatte, nach dem Verschwinden der eigentlichen Grenze ein neues Wirkungsfeld suchen; sie konnten so in Mission umschlagen[FN 182].

[FN 178: Tradition, S. 22 [...]]

[FN 180: Turner selbst, S. 213; Perry, Puritanism and Democracy, S. 204, 213; Clement, S. 136 f.; Bracher, in: Fschr. Voegelin, S. 45: „Die Frontierhypothese ...erscheint als säkuläres Gegenstück zur religiösen Begründung der amerikanischen Ideologie".]

Anmerkungen

Zum Teil beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).<br/>Großes Kino: Mm zitiert ihren Doktorvater aufgrund einer Fußnote, die sie in einer nicht angegebenen Vorlage gefunden hat. Tatsächlich findet sich die Formulierung von der "Frontierhypothese ... als säkulares Gegenstück zur religiösen Begründung der amerikanischen Ideologie" in Bracher (1964) auf Seite 334.

Sichter
Plaqueiator




Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Senzahl, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 241, Zeilen: 20-34
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 158, Zeilen: 7-27
Vor allem aber war die Frontier ein historisches Erlebnis und als solches ein dynamischer, fließender Prozeß; es war die Erschließung des nordamerikanischen Kontinents vom Osten aus, das Vortreiben der Grenze gen Westen, was Turner dazu veranlaßte, synonym für Frontier den Begriff „Westen" zu gebrauchen.[FN 14] Das Pionierdasein der Amerikaner an der Grenze im ständigen Kampf mit der Natur und den Indianern, nur auf sich selbst und einige Nachbarn angewiesen, begünstigte Eigenschaften, die bis heute noch als typisch für die Amerikaner gelten: Selbstvertrauen, Unabhängigkeitsstreben, Mißtrauen gegen Autorität, Aktivismus, Optimismus, Individualismus und Erfolgsstreben. Ob im Sinne des Puritanismus, der Demokratie oder der Frontier interpretiert, der Erfolg wurde immer wieder als Beweis für die fundamentale Richtigkeit der amerikanischen Ideologie und ihrer Institutionen angesehen.[FN 15] Die Frontier war der eigentliche „melting pot" Amerikas; unter ihrem Einfluß wurden die Einwanderer jeder Herkunft zu „Amerikanern". Gleichzeitig rief sie eine nationalisierende Motivation hervor.

[FN 14: Vgl. Henry Nash Smith: Virgin Land: The American West as Symbol and Myth, Cambridge, Mass., 19702.]

[FN 15: Vgl. George W. Pierson: The Frontier and American Institutions, New England Quarterly, vol. 15, (1942), S. 253; K. Krakau, op. cit., S. 158 f.]

Vor allem ist sie aber ein historisches Erlebnis und als solches ein dynamischer, fließender Prozeß, nämlich die Eroberung des nordamerikanischen Kontinents vom Osten aus, das Vortreiben der Grenze gen Westen, weshalb Turner manchmal synonym dafür auch „der Westen" sagt. Das Pionierleben dieser Menschen an der Grenze im ständigen Kampf mit der Natur und den Indianern, dauernd auf sich, eigene Fähigkeit, Hilfe nur weniger Nachbarn oder Freunde angewiesen, im übrigen nur Freunde oder Feinde kennend, förderte Eigenschaften, die noch heute „typisch" für den Amerikaner sind: Selbstvertrauen, Unabhängigkeitsstreben, Mißtrauen gegenüber jeder Autorität, Fleiß, Sparsamkeit, Arbeit und dauernde Aktivität (Puritanismus), visionäre Hoffnung aller, die sich ihr anvertrauten, Optimismus des Siegers, Empfindung jener Macht, der Glaube an das „Schicksal" — „manifest destiny" oder „the nation's Continental destiny"[FN 183] —, das ihn bestimmte und instandsetzte, diese ungeheure Aufgabe zu bewältigen, ein ausgeprägter Individualismus, Respekt für Quantität und Erfolg[FN 184]. Ob im Sinne der Grenze, der Demokratie oder des Puritanismus interpretiert, wurde der Erfolg schließlich doch immer wieder als Beweis für die fundamentale Richtigkeit und Gesundheit der amerikanischen Institutionen angesehen. Die Grenze war der eigentliche „Schmelztiegel" Amerikas: unter Ihrem Einfluß wurden die Ankömmlinge jeder Herkunft zu „Amerikanern"[FN 185]. Sie übte einen „nationalisierenden" Einfluß aus.


[FN 183: Turner, S. 213.]

[FN 184: Dieselben „Pioniertugenden" sieht interessanterweise W. Willkie als Besucher der russischen „Grenzgebiete" in Sibirien während des Zweiten Weltkrieges, One World, S. 88-102.]

[FN 185: Vgl. Turner, S. 4, 22 ff.]

Anmerkungen

Das ist das zweite Mal, dass dieselbe Passage aus Krakau in der Dissertation auftaucht. Das erste Mal findet sich auf Seite 179 [1]. Die Fußnoten sind diesmal anders positioniert und mit anderen Quellenangaben aufgefüllt.<br/>Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).

Sichter




Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan, Drhchc
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 241, Zeilen: 35-41
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 158-159, Zeilen: S.158,27-34 - S.159, 1-2.5-8.107
Die Inkarnation dieser auf den individualistischen Pioniertugenden aufbauenden Demokratie war Andrew Jackson, der auf die fortschrittlichen Aspekte der Frontier oder des Westens: „free land", Überfluß der Naturschätze, offener Raum, der Freiheit und „opportunity" für jeden schafft, hinwies. Gleichheit und persönliche Freiheit wurden dann auch die Schlagworte Präsident Jacksons, für den die innerkontinentale Ausdehnung der Vereinigten Staaten „extended the area of freedom."[FN 16]

[FN 16: Vgl. Rush Welter: The Mind of America, 1820-1860, New York 1975; Ray A. Billington: America's Frontier Heritage, New York 1966; K. Krakau, op. cit., S. 159.]

Die Inkarnation der auf den individualistischen Pioniertugenden aufbauenden Demokratie war Präsident A. Jackson.

Neben diesen mehr persönlichen Charakteristika, die aber auch wichtig für das amerikanische Missionsdenken sind, förderte der wichtigste Aspekt der „Grenze" oder des „Westens", nämlich die Tatsache des weiten, offenen Kontinents, der „free lands", des Überflusses, der Naturschätze, die wesentlichen demokratischen Ideale[FN 186]: der offene Raum schafft Freiheit und gleiche „opportunity" — einen der wesentlichsten Bestandteile des amerikanischen demokratischen Glaubens[FN 187] [...] „Gleichheit" und persönliche Freiheit im moralischen Sinne sind die fast automatischen Folgen. — Daher wurde von Präsident Jackson das Schlagwort geprägt, daß die Ausdehnung der Vereinigten Staaten „extended the area of freedom"[FN 188].

[FN 186: Darauf weist Turner immer wieder hin - S. 1, 24 ff., 32, 209 ff., 293.]

[FN 188: Zit. nach W. A. Williams, Tragedy, S. 54.]

Anmerkungen

Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991).

Sichter




Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Drhchc, Nerd wp, Graf Isolan, Senzahl
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 241, Zeilen: 41-47
Quelle: Krakau 1967
Seite(n): 160, Zeilen: 6-16
So verliehen das Frontier-Erlebnis, das pionierhafte Vordringen, die dynamisch-zivilisatorische Westexpansion, dem bereits vorhandenen amerikanischen Sendungsbewußtsein — puritanische Heilsvorstellung und deren säkularisierter mit der Aufklärung vermischter demokratischer Fortschrittsglaube — einen neuen Impuls. Dieses dritte Element des amerikanischen Frontier- und Missionsbewußtseins besteht in der Aufgabe der „promotion of democracy", d.h. für den Fortschritt der Menschheit zu sorgen: Mit Hilfe der Frontierideologie [konnten Aufstieg und Ausbreitung der Demokratie als Aufgabe und Triumph der amerikanischen Grenze neu belebt werden. [FN 17]]

[FN 17: Vgl. K. D. Bracher: Der „Frontier-Gedanke", a . a . O . , S. 229 ff.]

So verleiht das Grenzerlebnis, das pionierende Vordringen, die dynamisch-zivilisatorische Expansion, dem amerikanischen Sendungsbewußtsein (das ja unabhängig hiervon bereits vorhanden war einen zusätzlichen Impuls, Bracher sieht in ihm neben der puritanischen Heilsvorstellung und deren säkularisiertem, mit der Aufklärung vermischten demokratischen Fortschrittsglauben das dritte Element überhaupt des amerikanischen Missionsbewußtseins"[FN 193]. Die Aufgabe der "promotion of democracy"[FN 194], für den Fortschritt der Menschheit zu sorgen (was dasselbe war), wurden aus dem Grenzerlebnis abgeleitet. Aufstieg und Ausbreitung der Demokratie erscheinen als Aufgabe und Triumph der amerikanischen "Grenze".

[FN 193: ZPol., Bd. 2, 1955, S. 229 u. ff.]

[FN 194: Turner, S. 36.]

Anmerkungen

Beschrieben in Amerikastudien Bd. 36 (1991)<br/>Hier wird der Hinweis, dass ein Gedanke von Doktorvater Bracher stammt, aus dem Fließtext in eine Fußnote "verbannt".

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