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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mra/Fragment 026 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-03 19:30:18 Klgn
Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 1-11
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 118 f., Zeilen: 118: 23 ff.; 119: 1 ff.
[Diese allgemeinpolitische Betätigung könnte trotz des auch religiösen Hintergrundes keinen Grundrechtsschutz] durch Art. 4 GG genießen76, wobei man muss [sic] jedoch einräumen muss, dass diese Auffassung eine nicht unproblematische Eingrenzung des Schutzbereichs der Religionsfreiheit erfordern würde. Die sachgerechte Bestimmung des Umfanges eines Schutzbereiches ist jedoch allgemein eine stets schwierige Frage. In tatsächlicher Hinsicht erfährt diese Frage zunächst eine Entschärfung, denn nur rund 31.300 und damit lediglich 1 % aller in Deutschland lebenden Muslime sind Mitglied einer solchen Organisation im geschilderten Sinne.77 Im Gegenzug dazu ist anzuerkennen, dass diese in der Öffentlichkeit weit mehr und weit nachhaltiger in Erscheinung treten als die übrigen 99 % der Muslime und dass diese islamistische Minderheit durch ihren höheren Organisationsgrad an Effektivität und Bedeutung gewinnt. Bei diesen Zahlen kann sich es sich letztlich nur um Schätzungen handeln, denn von den islamistischfundamentalistischen Gruppen selbst werden wesentlich höhere Mitgliederzahlen behauptet.

76 Hillgruber, JZ 1999, 538; Janz/Rademacher, NVwZ 1999, 706.

77 Haratsch, Religion und Weltanschauung im säkularen Staat, Stuttgart 2001, S. 118.

Zuzugeben ist, daß diese Auffassung eine nicht unproblematische Eingrenzung des Schutzbereichs des Grundrechts der Religionsfreiheit erfordert. Mit dieser Begrenzung ist eine schwierige, aber unvermeidbare Gratwanderung verbunden. Die sachgerechte Bestimmung des Umfangs des sachlichen Schutzbereichs eines Grundrechts ist jedoch allgemein eine stets schwierige Frage der Grundrechtsdogmatik66.

Praktisch entschärft wird die Problematik, macht man sich die tatsächliche Relevanz der islamistisch-fundamentalistischen Strömungen in Deutschland bewußt. Rund 31.300 und damit lediglich 1 % aller in Deutschland lebenden Muslime sind Mitglied einer islamistisch-fundamentalistischen Organisation im geschilderten Sinne67. Anzuerkennen ist, daß diese in der Öffentlichkeit weit

[Seite 119]

mehr und weit nachhaltiger in Erscheinung treten als die übrigen 99 % der Muslime. Zuzugeben ist auch, daß diese islamistische Minderheit durch ihren höheren Organisationsgrad an Effektivität und Bedeutung gewinnt. Auch handelt es sich bei diesen Zahlen lediglich um Schätzungen. Von den islamistisch-fundamentalistischen Gruppen selbst werden wesentlich höhere Mitgliederzahlen behauptet.


66 Zu dieser Problematik vgl. auch Martin Borowski, Der Grundrechtsschutz des religiösen Selbstverständnisses, in diesem Band, S. 49 ff.

67 Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Fraktion der CDU/CSU (BT-Drucks. 14/2301) v. 8. November 2000, BT-Drucks. 14/4530, S. 66 ff

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Die Referenz in Fn. 77 könnte der Versuch sein, Jochum zu zitieren.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mra/Fragment 026 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-30 07:24:55 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tibi 1994

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 19-30, 33-37
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 34 f., 345, Zeilen: 34: 18 ff. - 35: 1, 345: 11 ff.
Das Zusammenwachsen der Welt durch strukturelle Globalisierung zu einem internationalen System (Weltökonomie, Staatensystem und Dichte der Kommunikations- und Transportmittel) wird begleitet von einer kulturellen Fragmentation.79 Die Schrumpfung der Weltgesellschaften hat es zu einem vorher nicht gekannten Ausmaß gegenseitiger Wahrnehmung und Interaktion gebracht, aber nicht damit einhergehend zu einer einheitlichen Weltansicht.80 Damit ist gemeint, dass die durch die Globalisierung erzwungene Nähe der in den Normen und Werten unterschiedlicher Kulturen erzogener Menschen nicht dazu beiträgt, sie einander näher zu bringen. Es wird prinzipiell erst ein gegenteiliger Effekt erzielt, denn die durch die Medientechnologie erfolgte Berührung verdeutlicht ihnen in besonderem Maße, wie fremd sie sich sind. Diese Erkenntnis breitet sich in unserer Zeit zunehmend aus und hat inzwischen auch den Bereich der Menschenrechte erfasst. [...]

[...] Die Fronten müssen entschärft werden und der Kulturdialog muss als eine interkulturelle Kommunikation vor allem den Bereich der Menschenrechte erfassen, wobei hier ein vorsichtiges Erkunden des Bereichs, in dem gemeinsame Wertvorstellungen noch möglich sind, stattfinden sollte. Die Dialoggrenzen enden, wo der Mensch nicht als freies Subjekt, sondern als Geschöpf Allahs bestimmt wird bzw. wo Muslime ihre eigenen Wert-[überzeugungen gewaltsam auf die göttliche Ordnung zurückführen, die über der Vernunft des Menschen angesiedelt sind und die es als Anmaßung erscheinen lassen, wenn sich die Menschen selbst zu Subjekten ihrer Wertbestimmungen und Rechtsgebung erklären.]


79 Zur Bikulturalität und deren Chancen, vgl. Hettlage-Varjas, in: Kürsat-Ahlers, Die multikulturelle Gesellschaft: Der Weg zur Gleichstellung, Frankfurt am Main 1992, S. 142.

80 Tibi, Im Schatten Allahs, München 1994, S. 34.

Ich habe bereits an anderer Stelle (vgl. Anm. 15) gezeigt, daß das Zusammenwachsen der Welt durch strukturelle Globalisierung zu einem internationalen System (Weltökonomie, Staatensystem und Dichte der Kommunikations- und Transportmittel) von einer besorgniserregenden kulturellen Fragmentation begleitet wird. Wie Hedley Bull beobachtet, wird deutlich, »daß die Schrumpfung der Welt Gesellschaften zu einem vorher nicht gekannten Ausmaß gegenseitiger Wahrnehmung und Interaktion gebracht hat, aber nicht per se eine einheitliche Weitsicht schafft und in der Realität auch nicht geschaffen hat ... Die Menschheit wird gleichzeitig einheitlicher und fragmentierter ...«31 Damit meint Bull, daß die durch die Globalisierung forcierte Nähe der in den Normen und Werten unterschiedlicher Zivilisationen erzogenen Menschen nicht dazu beiträgt, sie einander kulturell näher zu bringen. Ganz im Gegenteil: Die durch die Medientechnologie erfolgte Berührung unterschiedlicher Kulturen macht ihnen klar, wie fremd sie einander sind. Ich nenne diesen Sachverhalt kulturelle Fragmentation; sie breitet sich in unserer Zeit mehr und mehr aus und hat inzwischen auch den Bereich der

15 Zum fundamentalistischen Konzept eines Nizam Islami/Islamischen Systems vgl. B. Tibi, Die fundamentalistische Herausforderung, 2. Auflage, München 1993, Kap. V, bes. S. 155ff.

31 H. Bull, The Anarchical Society. A Study of Order in World Politics, New York 1977, S. 273.

[Seite 35]

Menschenrechte erfaßt.

[Seite 345]

Kulturdialog als eine interkulturelle Kommunikation17 muß vor allem den Bereich der Menschenrechte erfassen, wobei hier - wie Günter Schreiner richtig argumentiert - »ein dialogisches testing the limits angezeigt ist, d.h. ein vorsichtiges Erkunden des Bereichs, in dem gemeinsame Wertvorstellungen... noch möglich sind«.18 Die Dialoggrenzen liegen, wie in der Einleitung zu diesem Buch ausgeführt worden ist, dort, wo der Mensch nicht als ein freies Subjekt, sondern als ein Makhluq/Geschöpf Allahs bestimmt wird - oder wie es Schreiner formuliert: dort, wo Muslime »ihre eigenen Wertüberzeugungen auf göttliche Offenbarung ... zurückführen, die über der ethischen Vernunft der Menschen angesiedelt sind und die es als Anmaßung erscheinen lassen, wenn sich die Menschen selbst zu Subjekten ihrer Wertbestimmungen und Rechtsgebung erklären«.19


17 Zur Stellung des Islam in den Strukturen und Prozessen interkultureller Kommunikation B. Tibi, Die Krise des modernen Islams, erweiterte Neuausgabe, Frankfurt/M. 1991, Kap. I, S. 22ff.

18 Günter Schreiner, Können und sollen die Menschenrechte für alle Menschen verbindlich gemacht werden?, in: Gegenwartskunde, Heft 2/1993, S. 165-176, hier S. 173.

19 Ebd.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 80 sowie auf der Folgeseite in Fn. 82 genannt, Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20160601222119

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