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Mra/042

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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mra/Fragment 042 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-01 07:54:14 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tibi 1994

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 4-7, 15-29, 108-115 (43: 101-106)
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 51, 68, 69, 85, Zeilen: 51: 20 ff.; 68: 6 ff.; 69: 4 ff.; 85: 16 ff.
Die Welt des Islam ist sehr groß und entsprechend vielfältig. Europäer nehmen die Welt des Islam hierbei fälschlicherweise immer noch als eine Einheit wahr. Den Islam als einen monolithischen Block gibt es nur bei den islamischen Fundamentalisten. [...] Tatsächlich aber bestehen in allen Bereichen sehr große Unterschiede. Während ein Land wie Ägypten großen Wert darauf legt, vom Westen akzeptiert zu werden, kann es den ölreichen Saudi-Arabern gleichsam gleichgültig sein, was die westliche Welt über sie denkt. Sie sind sich ihrer Stellung als „Tankstelle des Westens“ bewusst und können sich deswegen auch Menschenrechtsverletzungen „leisten“. In unserem Zeitalter der Migration geht der Islam Europa aber mehr an als je zuvor etwas an. Durch die wachsende Zahl muslimischer Zuwanderer erleben die Europäer diese Welt, die Europa immerhin vom Mittelmeer über den Balkan bis hin nach Eurasien umgibt, im eigenen europäischen Haus. In einer Kultur vermengen sich geistige und materielle Faktoren und bedingen einander in wechselseitiger Wirkung. Trotz ihrer religiösen, ethnischen und kulturellen Vielfalt grenzen sich die Muslime, auch wenn sie in Europa als Migranten leben, gegen ihre Umwelt in diesem Sinne als einheitliche Gemeinschaft ab.139 Innerislamische Vielfalt, religiös-kulturelle Unterschiede, gibt es nur nach innen, nicht in Bezug auf die Außenwelt. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass sich die Muslime untereinander primär nur über zwei Glaubensvoraussetzungen einig sind: Zum einen die fünf Säulen des Islam140 und des weiteren die [Authentizität des Koran.141]

139 Tibi, Im Schatten Allahs, München 1994, S. 68.

140 Alle Muslime bekennen sich einheitlich zu den fünf Säulen des Islam, welche besagen, dass ein (praktizierender) Muslim,
1. die Bezeugung, dass es keinen Gott außer Allah gebe und dass der Prophet Mohammed sein Gesandter sei, leisten muss,
2. fünfmal am Tag beten muss,
3. Almosensteuer zu zahlen hat,
4. im Monat Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fastet, d.h. weder Speisen noch Getränke zu sich nehmen darf und sich auch des Geschlechtsverkehrs enthalten muss,
[5. einmal im Leben, wenn es die ökonomischen Verhältnisse erlauben, die Pilgerfahrt nach Mekka/Medina vornehmen muss.
In der Ausführung der Rituale, die diese fünf Säulen ausfüllen, bestehen geringfügige Unterschiede, Tibi, Im Schatten Allahs, München 1994, S. 69.

141 Muslime dürfen den Text zwar unterschiedlich deuten, aber nicht einer kritischen Reflexion unterziehen oder relativieren.]

Die Welt des Islam ist sehr groß und entsprechend vielfältig. Den Islam als einen monolithischen Block gibt es nur bei den islamischen Fundamentalisten, europäischen linken Warnern vor einem »Feindbild Islam« und in den simplifizierenden populären Darstellungen, wie den substanzlosen Büchern von Gerhard Konzelmann. Tatsächlich aber bestehen in allen Bereichen sehr große Unterschiede. Während ein Land wie Ägypten großen Wert darauf legt, vom Westen akzeptiert zu werden, kann es den Saudis als ölreichen Beduinen gleichgültig sein, was die Amerikaner von ihnen denken. Schließlich wissen sie, daß sie - wie ich es in dem betreffenden Kapitel meines Buches Die Verschwörung schrieb - als »Tankstelle des Westens« unentbehrlich sind und sich somit einiges leisten können - auch an Menschenrechtsverletzungen.

[Seite 68]

Europäer nehmen die Welt des Islam hierbei fälschlicherweise noch als eine Einheit wahr. Jedoch ist diese »Welt des Islam« heute - in unserem Zeitalter der Migration - nicht mehr eine Welt für sich; sie geht Europa mehr an als je zuvor. Durch die wachsende Zahl muslimischer Zuwanderer erleben die Europäer diese Welt, die Europa ja vom Mittelmeer über den Balkan bis hin nach Eurasien umgibt, im eigenen europäischen Haus. [...] Trotz ihrer religiösen, ethnischen und kulturellen Vielfalt grenzen sich die Muslime - auch wenn sie in Europa als Migranten leben - gegen ihre Umwelt in diesem Sinne als einheitliche Umma ab. Innerislamische Vielfalt, religiös-kulturelle Unterschiede, gibt es nur nach innen, nicht in bezug auf die Außenwelt.

[Seite 69]

Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß sich die Muslime untereinander primär nur über zwei Glaubensvoraussetzungen einig sind: 1) die fünf Säulen des Islam und 2) die Authentizität des Koran.

Erstens: Alle Muslime bekennen sich einheitlich zu den fünf Säulen des Islam; diese besagen, daß ein(e) Muslim/Muslimin

1) die Schahadah, d. h. die Bezeugung, daß es keinen Gott außer Allah gebe und daß der Prophet Mohammed sein Gesandter sei, leisten muß,

2) daß er/sie als ein praktizierender Muslim/in fünfmal am Tag beten muß,

3) daß er/sie Almosensteuer (Zakat) zu zahlen hat,

4) daß er/sie im Monat Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fastet, d.h. weder Speisen noch Getränke zu sich nehmen darf und sich auch des Geschlechtsverkehrs enthalten muß,

und schließlich

5) daß er/sie einmal im Leben, wenn es die ökonomischen Verhältnisse erlauben, die Pilgerfahrt nach Mekka/Medina vornehmen muß. Danach heißt ein Muslim bzw. eine Muslimin Hadji (männl.) bzw. Hadja (weibl.).

ln der Ausführung der Rituale, die diese fünf Säulen ausfüllen, bestehen geringfügige Unterschiede.

[...] Muslime dürfen diesen Text zwar unterschiedlich deuten, nicht aber einer kritischen Reflexion unterziehen oder historisieren, d. h. in den Rahmen seiner Entstehungsgeschichte einordnen und somit relativieren.

[Seite 85]

In einer Kultur vermengen sich vielmehr geistige und materielle Faktoren und bedingen einander in wechselseitiger Wirkung.3


3 B. Tibi, The Interplay between Social and Cultural Change. The Case of Germany and the Middle East, in: George Atiyeh und I. Oweiss (Hg.), Arab Civilization. Challenges and Responses, Albany/N.Y. 1988, S. 166-182

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 139 und am Ende von Fn. 140 genannt, Art und Umfang der (hier auch den Referenzteil einschließenden) Übernahme bleiben jedoch ungekennzeichnet.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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