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Mra/116

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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mra/Fragment 116 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-01 07:41:54 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tibi 1994

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 116, Zeilen: 17-23, 26-31, 34-38
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 35, 36, Zeilen: 35: letzte Zeile - 36: 1 ff.
Aus dieser Beobachtung ergibt sich die Notwendigkeit, die vorhandene Pluralität der Kulturen zwar zu akzeptieren, ohne aber jedoch der Illusion eines Kulturrelativismus zu erliegen. Letztendlich bedeutet dieser nichts anderes als die Anerkennung der traditionellen Weisheit „andere Kulturen, andere Sitten“ mit dem Zusatz, dass man bereit ist, diesen Zustand hinzunehmen, was ohne Einschränkung bedeuten würde, dass z.B. Frauenbeschneidung im Sudan deren Sache sein muss und den Rest der Menschheit nichts angehen kann.502

Zwar ist die Religionsfreiheit ein starkes Grundrecht und setzt sich regelmäßig durch, was dogmatisch mit der Nähe zum höchsten Wert des Grundgesetzes zusammenhängt, da die Religionsfreiheit in besonderem Maße eine Ausprägung der Menschenwürde darstellt.503 Jedoch steht eine solche Haltung im Widerspruch zu der hier vertretenen Position einer Ethik der Menschenrechte. Für jene, welche um die Menschenrechte als universelle Rechte besorgt sind, kann die Anerkennung der kulturellen Vielfalt in unserer Welt nicht bis zu dem Punkt ausgedehnt werden, an dem sie in einen Kulturrelativismus, d.h. in moralische Gleichgültigkeit umschlägt. [...] Aus der Perspektive einer international verbindlichen Moralität darf die Hinnahme menschenrechtsverletzender Praktiken (z.B. Folter zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit) auch als Ausdruck einer anderen Kultur demnach nicht toleriert werden. Diktaturen der Dritten Welt kaschieren solche Verletzungen oftmals unter der Maske ihrer eigenen Kultur.504 Die Pluralität der Kulturen ist dennoch eine [wertfreie Feststellung der Vielfalt.]


502 Vgl. dazu auch: Püttner, Toleranz als Verfassungsprinzip - Prolegomena zu einer rechtlichen Theorie des pluralistischen Staates, Berlin 1977.

503 So BVerfGE 32, 98.

504 Tibi, Im Schatten Allahs, München 1994, S. 36.

Aus dieser Beobachtung folgere ich die Not-

[Seite 36]

wendigkeit, die vorhandene Pluralität der Kulturen zu akzeptieren, jedoch ohne der Illusion eines Kulturrelativismus32 zu erliegen. Letztendlich bedeutet Kulturrelativismus nichts anderes als die Anerkennung der traditionellen Weisheit »andere Kulturen – andere Sitten« mit dem Zusatz, daß man bereit ist, diesen Zustand hinzunehmen. Wenn z. B. Frauen im Sudan beschnitten werden, dann soll das deren Sache sein und den Rest der Menschheit nichts angehen. Eine solche Haltung steht jedoch im Widerspruch zu der hier vertretenen sittlichen Position einer universellen Ethik der Menschenrechte. Für jene, welche um die Menschenrechte als universelle Rechte besorgt sind, kann die Anerkennung der kulturellen Vielfalt in unserer Welt nicht bis zu dem Punkt ausgedehnt werden, an dem sie in einen Kulturrelativismus, d. h. in moralische Gleichgültigkeit umschlägt. Aus der Perspektive einer international verbindlichen Moralität darf die Hinnahme menschenrechtsverletzender Praktiken (z. B. Folter zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit) als Ausdruck einer anderen Kultur nicht toleriert werden. Diktaturen der Dritten Welt formieren sich in einer geeinten Südfront; die Thematisierung solcher Verletzungen verhindern sie, indem sie sie unter der Maske ihrer eigenen »Kultur« kaschieren. [...]

Die Pluralität der Kulturen ist eine wertfreie Feststellung der Vielfalt.


[Seite 355]

32 R. J. Vincent, Human Rights and International Relations, Cambridge 1986, S. 37 ff.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 504 genannt.

Der Satz vor Fn. 503 ist nicht Teil der Übernahme (jedenfalls nicht aus dieser Quelle).

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Klgn, Zeitstempel: 20160601074229


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