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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mra/Fragment 117 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-01 07:46:12 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tibi 1994

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 117, Zeilen: 1-7, 22-39
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 36, 37, 58, 164, 165, Zeilen: 36: 28 ff., 37: 2 ff., 58: 14 ff., 164: 4 ff., 165: 19 ff.
Diese Pluralität gutzuheißen bedeutet nicht, sie mit kultureller Fragmentation (Konsensverlust innerhalb der Menschheit) gleichzusetzen und sie einem Basiskonsens über internationale Moralität zu entziehen. Insbesondere in Bezug auf die Menschenrechte darf es keinen Kompromiss geben. Muslime, Hindus und Buddhisten müssen die Menschenrechte in ihrer Kultur verankern. Die Zurückweisung dieser Ansicht durch muslimische Despoten ist stets eine ideologische Rechtfertigung für Willkür und dafür, den Unterworfenen die zentralen Rechte vorzuenthalten. [...]

Man kann sich angesichts der Tatsache, dass die Menschenrechte im allgemeinen nicht energischer verteidigt werden, des Eindrucks nicht erwehren, dass die Europäer ihrer Zivilisation schon müde und nicht mehr bereit sind, für Menschenrechte überhaupt einzustehen. Wer hinter dem universellen Anspruch der Menschenrechte lediglich bloßen Kulturimperialismus vermutet, hat nie ermessen, wie viele Freiheiten er in seiner Zivilgesellschaft genießt. Im Westen bedeutet multikulturelle Toleranz nichts anderes als Gleichgültigkeit gegenüber der undemokratischen und menschenverachtenden Einstellung vormoderner Kulturen gegenüber der Moderne.506

Der Kulturrelativismus fordert Toleranz gegenüber Intoleranz und macht sich somit ungewollt zum nützlichen Handlanger der Fanatiker aus vormodernen Kulturen unter den Migranten, die sich gegen die Integration in die kulturelle Moderne der europäischen Gesellschaften erheben. Wer aber dafür eintritt, dass die Migranten die Kultur des Gastkontinents respektieren müssen, setzt sich neuerdings dem Vorwurf des Euro-Rassismus507 aus, der das neueste Etikett darstellt und der Kampfbegriff all derer ist, die die Gleichsetzung vormoderner Kulturen mit der kulturellen Moderne in Europa ablehnen.

Wenn im islamischen Sudan Frauen durch Beschneidung ihrer Klitoris in ihrer Sexualität entmündigt werden, dann ist das für Kulturrelativisten keine Verletzung der Menschenrechte, sondern schlicht ein Ausdruck anderer Sitten, vergleichbar mit der inhumanen Ganzkörper-[verschleierung von Frauen]


506 Vgl. bereits oben die Ausführungen zum „Kulturrelativismus“.

507 Tibi, Im Schatten Allahs, München 1994, S. 164.

Diese Pluralität gutzuheißen bedeutet nicht, sie mit kultureller Fragmentation (Konsensverlust innerhalb der Menschheit) gleichzusetzen und sie einem Basiskonsens über internationale Moralität zu entziehen.33 Insbesondere in bezug auf die Geltung der Menschenrechte darf es keinen Kompromiß geben.

33 Terry Nardin, Law, Morality; and the Relations of States, Princeton 1983, und auch die neuere Arbeit von Terry Nardin und David Mapel (Hg.), Traditions of International Ethics, Cambridge 1992.

[Seite 37]

Konkret bedeutet dies, daß Muslime, Hindus und Buddhisten lernen, die Sprache der Menschenrechte in ihrer Kultur zu verankern. Die Zurückweisung dieser Ansicht durch viele asiatische und afrikanische Herrscher - so in Wien im Juni 1993 - ist stets eine ideologische Rechtfertigung für Willkür gewesen und dafür, den ihnen unterworfenen Völkern gerade die zentralen Menschenrechte vorzuenthalten; [...]

[Seite 58]

Als aufgeklärter Muslim kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Europäer ihrer Zivilisation schon müde und nicht mehr bereit sind, für die Menschenrechte einzustehen. Als akademischer Lehrer mußte ich im Sommersemester 1993 die Menschenrechte gegen meine deutschen Studenten verteidigen, die hinter deren universellem Anspruch bloßen Kulturimperialismus vermuteten. Wer so argumentiert, hat nie für Menschenrechte gekämpft und kann nicht ermessen, wieviel Freiheiten er in seiner Zivilgesellschaft genießt. Mit einer solchen müden Generation kann man weder Menschenrechte noch Demokratie verteidigen. Ich schaue nicht mit Optimismus in die Zukunft, weder hier im Westen noch in der Welt des Islam.

Im Westen bedeutet multikulturelle Toleranz nichts anderes als Gleichgültigkeit gegenüber der undemokratischen und menschenverachtenden Einstellung vormoderner Kulturen gegenüber der Moderne.

[Seite 164]

Er [der Kulturrelativismus] fordert Toleranz gegenüber Intoleranz und macht sich somit ungewollt zum nützlichen Handlanger der Fanatiker aus vormodernen Kulturen unter den Migranten, die sich gegen die Integration in die kulturelle Moderne der europäischen Gesellschaften erheben.

Wer aber dafür eintritt, daß die Migranten die Kultur des Gastkontinents - wenn ich Europa noch so umschreiben darf - respektieren müßten, setzt sich dem Vorwurf des Rassismus aus. Euro-Rassismus7 ist das neue Etikett und der Kampfbegriff für die Inkriminierung all derer, die die Gleichsetzung vormoderner Kulturen mit der kulturellen Moderne in Europa ablehnen.


7 Vgl. stellvertretend für diese Denkrichtung Chr. Butterwegge/S. Jäger (Hg.), Rassismus in Europa, Köln 1992; dazu auch die FAZ-Rezension von W. Kowalsky vom 4. Mai 1993.

[Seite 165]

Wenn im islamischen Sudan Frauen durch Beschneidung ihrer Klitoris in ihrer Sexualität entmündigt werden, dann ist das für Kulturrelativisten keine Verletzung des Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit, sondern schlicht ein Ausdruck anderer Sitten, vergleichbar der inhumanen Verschleierung der Frauen.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 507 genannt, aber selbst dort ist sie nur auf eine Ausführung zum Vorwurf des Euro-Rassismus bezogen.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02


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