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Mra/129

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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mra/Fragment 129 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-03 19:40:22 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mayer 1994, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 1-15, 19-34
Quelle: Mayer 1994
Seite(n): 122, 123, 124, 125, Zeilen: 122: 7 ff.; 123: 9 ff.; 124: 40 ff.; 125: 5 ff.; 126: 1
[Einreise- und Zuwanderungsbeschränkungen] wiederum haben den Zweck, Freiheit und Wohlfahrt sowie Politik und Kultur einer Gruppe von Menschen zu bewahren, die sich einander und einem gemeinsamen Leben verpflichtet fühlen. Und diese Mitglieder entscheiden frei über ihre zukünftigen Gefährten. Kein Außenstehender habe einen Rechtsanspruch darauf, tatsächlich hineinzugelangen. Am ehesten wird man diejenigen hereinlassen wollen, die als national oder ethnisch „Verwandte“ angesehen werden können, nämlich jene, die unter der Herrschaft der Verfassung stehen. Anders steht es mit der moralischen Verpflichtung auf gegenseitige Hilfe, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn es die territorialen und ökonomischen Verhältnisse und Voraussetzungen erlauben. Die Verpflichtung endet, wo sie den Lebensstandard der Gemeinschaft zu senken droht, insbesondere den der ärmeren Schichten.537 Natürlich bleibt es Recht der Gemeinschaft, einen Strom der Zuwanderung Einhalt zu gebieten, dieses Recht ist konstituierendes Merkmal gemeinschaftlicher Selbstbestimmung. Rousseau dazu: (…) wie sollten (Menschen) das Vaterland lieben wenn es ihnen nicht mehr bedeutet als den Ausländern und wenn es ihnen nur zugesteht, was es niemand verweigern kann?538 Patriotismus definiert sich als eine Art Loyalität gegenüber einer bestimmten Nation, die nur die haben können, die diese bestimmte Nationalität besitzen.

Gegenwärtig ist allerdings eine Entwicklung erkennbar, dass die nationalen und demokratischen Gemeinschaften derartigem Entnationalisierungsdruck widerstehen. Dass die Sowjetunion und Jugoslawien nicht als Vielvölkergebilde restauriert werden, stellt anhaltend ein Problem für die Vertreter kosmopolitischen Denkens dar. Diese Betrachtungen machen deutlich, dass das revolutionäre Prinzip der Nation seit der großen Französischen Revolution immer wieder durch internationalistisches Denken von so gegensätzlichen Figuren wie Monarchen, Kommunisten und Kapitalisten, aufzuhalten gesucht wird. Wenn die Elite eines Landes keinen Patriotismus vorlebt, d.h. eine Moral der Verpflichtung und des Dienstes an der eigenen Nation, überlässt sie den anspruchsvollen Patriotismus einfacheren Kreisen, die nur noch unterscheiden, was national Mein und Dein ist. Dass also Patriotismus zum Nationalismus degeneriert, ist alles andere als ein Normalfall nationaler Gesellschaftsentwicklung. Die Wachsamkeit der Gesellschaft freier Bürger ist erforderlich, wenn dem Zerfall der Gemeinschaft entgegengetreten werden soll. Der Kommunitarismus ist in diesem Zusammenhang dann kein konservativer Traditionalismus von oben, sondern ein Konzept für den patriotischen Bürger, der sein Land vor einer moralischen Konfusion schützen will. Moralische Werte sind schnell abgeschafft, weitaus schwieriger gestaltet sich die Wiedereinführung. Der Patriotismus [sic] der hier interessant erscheint, ist nur ein Teil der kommunitaristischen Programmatik. John F. Kennedy hat ihn schon vor fünfzig Jahren ausgedrückt: „Don´t ask what your country can do for you. Ask what you can do for your country”.


537 Mayer, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 115.

538 Mayer, in: Estel/Mayer, Das Prinzip Nation in modernen Gesellschaften, Opladen 1994, S. 115.

Und auch in der liberalen Perspektive Walzers gilt: „Einreise- und Zuwanderungsbeschränkungen haben den Zweck, Freiheit und Wohlfahrt sowie Politik und Kultur einer Gruppe von Menschen zu bewahren, die sich einander und einem gemeinsamen Leben verpflichtet fühlen.“ Und diese Mitglieder entscheiden frei über ihre künftigen Gefährten. Kein Außenstehender habe einen Rechtsanspruch darauf, tatsächlich hineinzugelangen. Am ehesten wird man diejenigen hereinlassen wollen, die als national oder ethnisch „Verwandte“ angesehen werden können. [...] Anders steht es mit der moralischen Verpflichtung auf gegenseitige Hilfe, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn es die territorialen und ökonomischen Verhältnisse und Voraussetzungen erlauben. Die Verpflichtung endet, wo sie den Lebensstandard der Gemeinschaft zu senken droht, insbesondere den der ärmeren Schichten (87). [...] Natürlich bleibt es das Recht der Gemeinschaft, einen Strom der Zuwanderung Einhalt zu gebieten; dieses Recht ist Konstituens gemeinschaftlicher Selbstbestimmung (92).

[Seite 123]

Walzer verweist auf einen Satz Rousseaus: „... wie sollten (Menschen) das Vaterland lieben, wenn es ihnen nicht mehr bedeutet als den Ausländern und wenn es ihnen nur zugesteht, was es niemand verweigern kann?“ (Rousseau 1977: 57).

Nach Alasdair MacIntyre (McIntyre [sic] 1993: 85) „definiert sich der Patriotismus als eine Art von Loyalität gegenüber einer bestimmten Nation, die nur die haben können, die diese bestimmte Nationalität besitzen.“

[Seite 124]

Diese Betrachtungen machen deutlich, daß das revolutionäre Prinzip (Conze 1964) der Nation seit der großen Französischen Revolution immer wieder durch internationalistisches Denken (von so gegensätzlichen Figuren wie Monarchen, Kommunisten und Kapitalisten) aufzuhalten gesucht wird.

[Seite 125]

Wenn die Elite eines Landes keinen Patriotismus vorlebt, d.h. eine Moral der Verpflichtung und des Dienstes an der eigenen Nation, überläßt sie den anspruchsvollen - wie wir sahen: projektgebundenen (Maclntyre 1993:96, vgl. auch Bendix 1982: 120 u. 132). - Patriotismus einfacheren Kreisen, die nur noch unterscheiden, was national Mein und Dein ist. Daß also Patriotismus zum Nationalismus oder gar Chauvinismus degeneriert, eine tugendhafte Einstellung krankhafte Formen annimmt, ist alles andere als ein Normalfall nationaler Gesellschaftsentwicklung. [...]

Die Wachsamkeit der Gesellschaft freier Bürger ist erforderlich, wenn dem Zerfall der Gemeinschaft entgegengetreten werden soll.

[...]

Der Kommunitarismus ist kein konservativer Traditionalismus von oben, sondern ein Konzept für den patriotischen Bürger, der sein Land vor einer moralischen Konfusion schützen will. Moralische Werte sind schnell abgeschafft, sie wieder einzuführen ist ein mühsamer Prozeß (Etzioni 1993). Der Patriotismus, der hier interessiert, ist nur ein Teil der kommunitaristischen Programmatik. John F. Kennedy hat ihn schon vor über dreißig Jahren ausgedrückt: „Ask not

[Seite 126]

what your Country can do for you. Ask what you can do for your Country.“

Anmerkungen

Die Referenzierung bleibt hinter den Möglichkeiten zurück.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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