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Mra/165

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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mra/Fragment 165 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-13 22:12:50 Schumann
Fragment, Gesichtet, Hanf 1991, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 165, Zeilen: 2-9, 13-28
Quelle: Hanf 1991
Seite(n): 68 f., Zeilen: 68: 22 ff.; 69: 1, 15 ff.; 70: 1-2
Eine zweite mögliche Form ist die Dominanz einer ethnischen Gruppe über eine andere. Die Methoden der Aufrechterhaltung ethnischer Herrschaft variieren beträchtlich, von demokratischer Mehrheitskontrolle einer Gruppe (wie in Israel) über die Leugnung des Bestehens ethnischer Gruppen und die Dominanz einer von ihnen, die strikte Reglementierung einer Ethnohierarchie bis hin zu physischen Repressionen.

Gerade in Fällen von Repressionen zeigt sich jedoch häufig, dass dominierte ethnische Gruppen sich in der Regel nicht auf Dauer mit ihrer Lage abfinden und sich auch in Fällen hoffnungslos erscheinender Unterlegenheit gegen die Dominanz auflehnen. [...]

Eine weitere Form der Konfliktregelung zielt weder auf die Ausmerzung der dominierten Kulturen noch auf die Dominanz einer ethnischen Gruppe über die andere. Sie kann als Konkordanz oder mit dem politikwissenschaftlichen Neologismus consociation bezeichnet werden. Konkordanzsysteme erkennen das Bestehen unterschiedlicher nationaler, sprachlicher oder religiöser Gemeinschaften an und versuchen, ihre Koexistenz zu organisieren. In ihnen werden Meinungsverschiedenheiten nicht durch Mehrheitsentscheidungen, sondern im Konsens und durch Kompromiss geregelt. In der Regel besitzen die verschiedenen Gruppen weitgehende Kulturautonomie.649 Konkordanz kann als Konfliktregelung in einer Übergangszeit praktiziert werden, bis politische Integration erreicht worden ist. Sie kann aber auch eine auf Dauer angelegte Form der politischen Organisation sein. Konkordanzsysteme beruhen auf der Einsicht, dass keine der beteiligten Gruppen ihre Dominanz durchsetzen kann oder nur zu einem zu hohen Preis. Man kann dieses System auch als eine zivilisierte Form des Waffenstillstandes bezeichnen, als Produkt eines Machtgleichgewichts. Daher sind Konkordanzsysteme immer dann gefährdet, wenn das Gleichgewicht durch demographische Verschiebungen oder externe Einflüsse in Frage gestellt wird.


649 Vgl. dazu bereits die obigen Ausführungen von „Kulturautonomie“ unter B VII 4.

Eine zweite Form ist die Dominanz einer ethnischen Gruppe über andere. [...] Die Methoden der Aufrechterhaltung ethnischer Herrschaft variieren beträchtlich, von demokratischer Mehrheitskontrolle einer Gruppe wie in Israel über die Leugnung des Bestehens ethnischer Gruppen und die Dominanz einer von ihnen wie in Burundi und Syrien, die strikte Reglementierung einer Ethnohierarchie wie bisher in Südafrika bis zur physischen Repression wie in Äthiopien, dem Sudan, dem Irak - und vielerorts. Gerade die zahlreichen Fälle von Repression zeigen jedoch, daß dominierte ethnische Gruppen sich in der Regel nicht auf Dauer mit ihrer Lage abfinden und sich auch in Fällen hoffnungslos

[Seite 69:]

erscheinender Unterlegenheit gegen die Dominanz auflehnen.

[...]

Eine andere Form der Konfliktregelung zielt weder auf die Ausmerzung der dominierten Kulturen noch auf die Dominanz einer ethnischen Gruppe über die andere. Sie wird im politischen Vokabular der Schweiz Konkordanz genannt oder mit dem politikwissenschaftlichen Neologismus consociation bezeichnet.31 Konkordanzsysteme erkennen das Bestehen unterschiedlicher nationaler, sprachlicher oder religiöser Gemeinschaften an und versuchen, ihre Koexistenz zu organisieren. In ihnen werden Meinungsverschiedenheiten nicht durch Mehrheitsentscheidungen, sondern im Konsens und durch Kompromiß geregelt. Die verschiedenen Gruppen nehmen auf der Grundlage des Proporzes oder auch der Parität an der Ausübung der Macht teil. In der Regel besitzen die verschiedenen Gruppen in Konkordanzsystemen weitgehende Kulturautonomie. Konkordanz kann als Konfliktregelung in einer Übergangszeit praktiziert werden, bis politische Integration erreicht worden ist, so in der zweiten österreichischen Republik. Sie kann aber auch eine auf Dauer angelegte Form der politischen Organisation sein, wie dies in der Schweiz, in Belgien, im Libanon und in Malaysia der Fall ist. [...] Sie beruhen auf der Einsicht, daß keine der beteiligten Gruppen ihre Dominanz durchsetzen kann oder nur zu einem Preis, der ihnen zu hoch erscheint. Man könnte Konkordanz als eine zivilisierte Form des Waffenstillstandes bezeichnen, auf jeden Fall als das Produkt eines Machtgleichgewichts. Daher sind Konkordanzsysteme

[Seite 70:]

immer dann gefährdet, wenn das Gleichgewicht durch demographische Verschiebungen oder externe Einflüsse in Frage gestellt wird.


31 Hierzu vgl. Gerhard Lehmbruch, Proporzdemokratie. Politisches System und politische Kultur in der Schweiz und in Österreich, Tübingen 1967, [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mra/Fragment 165 38 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-11 21:16:17 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Wikipedia Synkretismus 2014

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 165, Zeilen: 38-39
Quelle: Wikipedia Synkretismus 2014
Seite(n): online, Zeilen: 0
Synkretismus650 bedeutet die Vermischung von religiösen Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild. Voraussetzung ist, dass diese [Ideen oder Philosophien sich zuvor inhaltlich voneinander abgegrenzt haben und dass sie als religiös-philosophische Teilaspekte auf einen Absolutheitsanspruch verzichten.]

650 Vgl. Bernhardt, Multiple religiöse Identität: aus verschiedenen Traditionen schöpfen, Zürich 2008; Drehsen, Im Schmelztiegel der Religionen: Konturen des modernen Synkretismus, Gütersloh 1996; Siller, Suchbewegungen: Synkretismus, kulturelle Identität und kirchliches Bekenntnis, Darmstadt 1991.

Synkretismus ist die Vermischung religiöser Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild. Voraussetzung ist, dass diese Ideen oder Philosophien sich zuvor als inhaltlich voneinander unterschieden abgegrenzt haben und dass sie als religiös-philosophische Teilaspekte auf einen Absolutheitsanspruch verzichten.

Literatur:

Volker Drehsen, Walter Sparn (Hrsg.): Im Schmelztiegel der Religionen. Konturen des modernen Synkretismus, Kaiser, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1996, ISBN 3-579-00247-3.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20160513221339

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