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Mra/274

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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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[1.] Mra/Fragment 274 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-14 12:21:56 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Korioth 1997, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 274, Zeilen: 12-16, 24-34, 109-113(-275: 101-106)
Quelle: Korioth 1997
Seite(n): 1041 f., Zeilen: online
Die enge Verbindung bedeutet anhaltende politische Brisanz des Religionsunterrichts inden öffentlichen Schulen. Die Rechts- und Akzeptanzfragen, die aufgeworfen werden, sind empfindliche und deutliche Indikatoren für aktuelle oder sich anbahnende Probleme des Staatskirchenrechts. Bisher war deshalb in den christlichen Kirchen und in den Kultusverwaltungen die Neigung spürbar, beim Religionsunterricht möglichst alles beim alten zu belassen. [...] Gravierende religionspädagogische und verfassungsrechtliche Probleme entstehen aber letztlich dann, wenn im weltanschaulich neutralen, dennoch durch christlich-abendländische Tradition geprägten Staat, religiöse Überzeugungen seiner Anwohner und Bürger an Bedeutung gewinnen, die zwar außerhalb dieser Tradition stehen, aber trotzdem die hergebrachten Institute des Staatskirchenrechts für sich beanspruchen. Die Kulturministerien einiger Länder erwägten, wenngleich mit Vorsicht und Zurückhaltung, die Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes. Im Sommer 1994 machte das nordrhein-westfälische Kultusministerium bekannt, dass muslimische Schüler ab dem Schuljahr 1996/1997 in „Werte und Sinnfragen“ unterrichtet werden sollen. Die Begründung für dieses Vorhaben, mit dem bestehenden Unterrichtsformen1298 weitergeführt und vertieft werden sollen, erregte Aufmerksamkeit.

1298 Seit 1984 gibt es in Nordrhein-Westfalen „Religiöse Unterweisung und Vermittlung religiöser Lehrinhalte auf islamischer Grundlage für Schüler aus islamischen Ländern“ im Rahmen des in der taatlichen Schule veranstalteten muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts. Entsprechendes gilt in Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und teilweise in Bayern. Daneben gibt es in den Ländern zwei weitere Formen islamischen Unterrichts: 1. eine religiöse Unterweisung auf islamischer Grundlage für muslimische Schüler im Rahmen des [von diplomatischen Vertretungen veranstalteten muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts ist in Baden- Württemberg, Berlin (nicht an öffentlichen Schulen, aber mit finanzieller Unterstützung durch das Land), im Saarland und in Schleswig-Holstein (außerhalb der staatlichen Schulverantwortung) möglich; 2. Religiöse Unterweisung auf islamischer Grundlage, insbesondere für türkische Schüler, ist im Rahmen des Regelunterrichts nach deutschen Lehrplänen in den Jahrgangsstufen 1 bis 5 der bayerischen Volksschulen eingerichtet. Keine religiöse Unterweisung auf islamischer Grundlage findet in den Schulen der neuen Länder und Bremens statt, vgl. Korioth, NVwZ 1997,1041 m. w. N.]

Die enge Verbindung bedeutet anhaltende politische Brisanz des Religionsunterrichts in den öffentlichen Schulen. Die Rechts- und Akzeptanzfragen, die er aufwirft, sind empfindliche und deutliche Indikatoren für aktuelle oder sich anbahnende Probleme des Staatskirchenrechts5. Bisher war deshalb in den christlichen Kirchen und in den Kultusverwaltungen die Neigung spürbar, beim Religionsunterricht möglichst alles beim alten zu belassen.

[Seite 1042]

Schon der christliche Religionsunterricht befindet sich in der Krise. Gravierende religionspädagogische und verfassungsrechtliche Probleme entstehen aber dann, wenn im weltanschaulich neutralen, dennoch durch christlich-abendländische Traditionen geprägten Staat religiöse Überzeugungen seiner Einwohner und Bürger an Bedeutung gewinnen, die zwar außerhalb dieser Tradition stehen, aber trotzdem die hergebrachten Institute des Staatskirchenrechts für sich beanspruchen.

Die Kultusministerien einzelner Länder erwägen - wenngleich mit deutlicher spürbarer Vorsicht und Zurückhaltung - die Einführung islamischen Religionsunterrichts. Im Sommer 1994 wurde aus dem Kultusministerium in Nordrhein-Westfalen bekannt, daß muslimische Schüler ab dem Schuljahr 1996/97 in “Werte- und Sinnfragen” unterrichtet werden sollen. Die Begründung für dieses Vorhaben, mit dem seit einem Jahrzehnt bestehende Unterrichtsformen6 weitergeführt und vertieft werden sollen, ließ aufhorchen: [...]


5 Ein Beispiel aus neuester Zeit: Im Sommer 1990 wandte sich der Bund der evangelischen Kirchen in der DDR gegen eine Einführung des Religionsunterrichts nach Art. GG Artikel 7 GG Artikel 7 Absatz III GG in den neuen Ländern, vgl. Winter, NVwZ 1991, NVWZ Jahr 1991 Seite 753. Es wurde - auf dem Hintergrund der Erfahrungen im Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR nur allzu verständlich - eine Vereinnahmung der Kirchen durch den Staat befürchtet. Diese Sorge scheint überwunden. Inzwischen haben alle östlichen Länder - mit Ausnahme Brandenburgs, das unter Berufung auf Art. GG Artikel 141 GG unter heftigem Widerspruch der Kirchen das Fach “Lebensgestaltung/Ethik/Religion” geschaffen hat -, Religionsunterricht nach dem Modell des Art. GG Artikel 7 GG Artikel 7 Absatz III GG eingeführt, vgl. Schlink, NJW 1992, NJW Jahr 1992 Seite 1008; de Wall, Theologische Literaturzeitung 119 (1994), 292; Kremser, JZ 1995, JZ Jahr 1995 Seite 928. Zur Situation des Religionsunterrichts in den neuen Ländern s. Stadler, FAZ Nr. 124 v. 30. 5. 1995, S. 37.

6 Seit 1984 gibt es in Nordrhein-Westfalen “Religiöse Unterweisung und Vermittlung religiöser Lehrinhalte auf islamischer Grundlage für Schüler aus islamischen Ländern” im Rahmen des in der staatlichen Schule veranstalteten muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts, vgl. Lähnemann (o. Fußn. 1), S. 112ff. Entsprechendes gilt in Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und teilweise in Bayern. Daneben gibt es in den Ländern zwei weitere Formen islamischen Unterrichts: a) Religiöse Unterweisung auf islamischer Grundlage für muslimische Schüler im Rahmen des von diplomatischen Vertretungen veranstalteten muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts ist in Baden-Württemberg, Berlin (nicht an öffentlichen Schulen, aber mit finanzieller Unterstützung durch das Land), im Saarland und in Schleswig-Holstein (außerhalb der staatlichen Schulverantwortung) möglich; b) Religiöse Unterweisung auf islamischer Grundlage, insb. für türkische Schüler, ist im Rahmen des Regelunterrichts nach deutschen Lehrplänen in den Jahrgangsstufen 1 bis 5 der bayerischen Volksschulen eingerichtet. Keine religiöse Unterweisung auf islamischer Grundlage findet in den Schulen der neuen Länder und Bremens statt (schriftliche Auskunft des Sekretariats der Ständigen Konferenz der Kulturminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland vom 1. 12. 1995). Die verschiedenen religionspädagogischen Konzepte und Modelle islamischen Unterrichts beschreibt Siegele (o. Fußn. 2), S. 33ff.; s. auch Stempel, Zwischen Koran und GG. Religiöse Betätigung muslimischer Ausländer in der BRep. Dtschld., Diss.jur. Hamburg 1986, S. 339ff.

Anmerkungen

Die Quelle ist in Fn. 1298 (recht unspezifisch) genannt, die Wörtlichkeit der Übernahme bleibt jedoch ungekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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