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Mra/310

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Multikulturalismus und Integration als Grundrechtsproblem

von Dr. Monique Radtke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Mra/Fragment 310 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-05-16 17:59:17 Schumann
Fragment, Gesichtet, Häußler 2000, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 310, Zeilen: 8-22
Quelle: Häußler 2000
Seite(n): 159, Zeilen: l.Sp. 1 ff.
Problemstellung: Dem bekannten Wort von Böckenförde1441 zufolge lebt der freiheitliche, säkularisierte Rechtsstaat von Voraussetzungen, die er nicht selbst garantieren kann. Der Staat ist darauf angewiesen, dass diese Voraussetzungen im gesellschaftlichen Raum erhalten und fortentwickelt werden.

Die herausgehobene verfassungsrechtliche Stellung der für Erhalt und Fortentwicklung des Staates bedeutsamen Einrichtungen zeigt, dass der Staat die Gesellschaft nicht sich selbst überlässt. Dabei akzentuiert das Grundgesetz insbesondere die Zukunftsvorsorge. Wie die Eltern mittels „Pflege und Erziehung“ (Art. 6 Abs. 2 GG) den Grundstein für die Sozialisation ihrer Kinder zu legen haben, ist es Aufgabe der Schule, den staatlichen Erziehungsauftrag zu verwirklichen. Zu Recht ist daher die Schule als „Säule staatlicher Integration“1442 bezeichnet worden und das Bundesverfassungsgericht sieht sie als den Ort an, an dem die „kulturellen Grundlagen der Gesellschaft vornehmlich tradiert und erneuert werden“.1443 Dass die Islampräsenz in Deutschland sich als Herausforderung für gesellschaftliche Integration und kulturelle Identität darstellt, gilt daher besonders für die Schule und in deren Rahmen stellt sich die Frage nach der Ein- und Ausrichtung islamischen Religionsunterrichts.


1441 Böckenförde in: Forsthoff: Säkularisationen und Utopie, Stuttgart 1967, S. 75, 93; vgl. bereits dazu oben

1442 von Campenhausen, ZevKR 1980, 135; Langenfeld, AöR 123, 375.

1443 BVerfGE 93, 1.

1. Problemstellung

Dem bekannten Wort von Böckenförde zufolge lebt der freiheitliche, säkularisierte Staat von Voraussetzungen, die er nicht selbst garantieren kann.1 Der Staat ist darauf angewiesen, daß diese Voraussetzungen im gesellschaftlichen Raum erhalten und fortentwickelt werden. [...]

Die herausgehobene verfassungsrechtliche Stellung der für Erhalt und Fortentwicklung des Staats bedeutsamen Einrichtungen zeigt, daß der Staat die Gesellschaft nicht sich selbst überläßt. Dabei akzentuiert das Grundgesetz insbesondere die Zukunftsvorsorge. Wie die Eltern mittels »Pflege und Erziehung« (Art. 6 Abs. 2 GG) den Grundstein für die Sozialisation ihrer Kinder zu legen haben, ist es Aufgabe der Schule, den staatlichen Erziehungsauftrag zu verwirklichen, der am im demokratischen Prozeß formulierten Gemeinwohl orientiert ist. Zu Recht ist daher die Schule als »Säule staatlicher Integration«6 bezeichnet worden und sieht sie das Bundesverfassungsgericht als den Ort an, an dem »die kulturellen Grundlagen der Gesellschaft vornehmlich tradiert und erneuert werden.«7 Daß die Islampräsenz in Deutschland sich als Herausforderung für gesellschaftliche Integration und kulturelle Identität darstellt, gilt daher besonders für die Schule und in deren Rahmen für die Frage nach der Einrichtung islamischen Religionsunterrichts.


1 Böckenförde in Säkularisation und Utopie. Ebracher Studien. Ernst Forsthoff zum 65. Geburtstag, 1967, S. 75, 93.

6 Von Campenhausen, ZevKR 20 (1980) 135, 148; vgl. ders., Erziehungsauftrag und staatliche Schulträgerschaft (1967), S. 147 f.; Langenfeld, AÖR 123 (1998), 375, 386 ff.

7 BVerfGE 93, 1 (22).

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[2.] Mra/Fragment 310 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-06-03 08:40:01 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jochum 2001, Mra, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 310, Zeilen: 21-27
Quelle: Jochum 2001
Seite(n): 102 f., Zeilen: 102: 19 ff.; 103: 7 ff.
Somit wird festgestellt, dass die staatliche Schule mehr als eine Anstalt zur Vermittlung einzelner Fähigkeiten ist. Sie bildet den Schüler vielmehr als eine Gesamtpersönlichkeit auf der Grundlage der grundgesetzlichen Wertentscheidung und darf daher auch die religiöse Dimension menschlicher Existenz nicht ausklammern.1444 Ein völliger Verzicht auf religiöse Bezüge in der Schule würde dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule widersprechen.1445

1444 Haratsch, Religion und Weltanschauung im säkularen Staat, Stuttgart 2001, S. 102.

1445 Aus diesem Gesamtauftrag lassen sich vier Einzelaufgaben der staatlichen Schule ableiten: 1. Dienende Funktion des staatlichen Schulwesens: Sie zielt auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Individuelle Fähigkeiten des einzelnen Kindes sind zu fördern; 2. Bildungs- und Erziehungsauftrag: Der Staat hat Chancengleichheit herzustellen, um vorhandene Unterschiede auszugleichen und somit gleiche Entfaltungsmöglichkeiten zu gewähren. 3. Leistungsfähigkeit und Erwerb von Kulturtechniken: Leistungsfähigkeit ist im Interesse eines hoch entwickelten Gemeinwesens sicherzustellen, wozu die Kulturtechniken des Lesens, Schreibens, Rechnens und eine allgemeine Grundbildung gehören. 4. Integrationsaufgabe: Schüler sollen gelehrt werden, ihrer staatsbürgerlichen Verpflichtung gegenüber Staat und Gesellschaft gerecht zu werden, vgl. Details zu allen Punkten: Haratsch, Religion und Weltanschauung im säkularen Staat, Stuttgart 2001, S. 103.

Die staatliche Schule ist mehr als eine Anstalt zur Vermittlung einzelner Fähigkeiten. Sie bildet den Schüler vielmehr als Gesamtpersönlichkeit auf der Grundlage der grundgesetzlichen Wertentscheidung und darf daher auch die religiöse Dimension menschlicher Existenz nicht ausklammern5. Ein völliger Verzicht auf religiöse Bezüge in der Schule würde dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule widersprechen. Aus diesem „Gesamtauftrag“ des staatlichen Schulwesens lassen sich vier Einzelaufgaben der staatlichen Schule ableiten:

a) „ Dienende “ Funktion des staatlichen Schulwesens

Das staatliche Schulwesen hat eine „dienende“ Funktion zu erfüllen, die auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit zielt. Zu fördern sind die individuellen Gaben und Fähigkeiten des einzelnen Kindes sowie die Bereitschaft und Befähigung zum selbständigen Denken und Urteilen.

[Seite 103]

c) Leistungsfähigkeit und Erwerb von „ Kulturtechniken “

[...]

d) Die Integrationsaufgabe des Staates

[...] Die Schüler sollen daher durch die schulische Bildung auch befähigt werden, ihr Leben in eigener Verantwortung zu fuhren und zugleich ihrer Verpflichtung gegenüber Staat und Gesellschaft gerecht zu werden.


5 Gerhard Robbers, in: Das Bonner Grundgesetz, Kommentar, hrsg. v. Christian Starck, Band 1, 4. Aufl, München, 1999, Art. 7 GG Rn. 114.

Anmerkungen

Die Quelle ist in beiden Fn. (wenn auch recht ungenau) genannt.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20160516180456

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