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Mra/Fragment 038 15

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 15-28, 30-37
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 48, 49, 51, 53-55, Zeilen: 48: 20 ff.; 49: 4 ff.; 51: 4 ff.; 53: 38 ff.; 54: 1 ff.; 55: 1 ff.
Im Islam der Gegenwart werden zudem dringend weitergehende Reformen benötigt, um zwei zentrale Hindernisse bei der Durchsetzung eines Konzepts der Menschenrechte in der Welt des Islams aus dem Weg zu räumen:

Erstens der Zwang der islamischen Umma; Alle Muslime bilden eine einheitliche Gemeinschaft/Umma, die ein Kollektiv darstellt. Muslime benötigen daher einen Begriff vom Individuum. Der Philosoph Jürgen Habermas nennt die Etablierung des „Subjektivitätsprinzips“ die größte Leistung der kulturellen Moderne. Dieses Prinzip beinhaltet, dass der Mensch ein Subjekt ist, d.h. ein freies Individuum, das die Welt mittels eigener Fähigkeiten erkennen und verändern kann. Die gesamte Konzeption der Menschenrechte basiert auf diesem Prinzip. Zweitens haben Menschen gegenüber der Umma Pflichten, nicht jedoch Rechte. Also benötigen die Muslime einen Begriff von Rechten als individuelle Berechtigungen. Diese Missstände können ohne eine umfassende kulturelle Aufklärung, die die Gleichstellung von ethnischen und religiösen Gruppen mit den mehrheitsbildenden Kollektiven ermöglicht, nicht überwunden werden. Zu den Zielen sollte vor allem als kulturelle Basis die Neubestimmung des Menschen als Individuum, als freies Subjekt gehören.

Das Problem ist aber, dass Menschenrechte der Welt des Islams nicht von außen aufgezwungen werden können, es müsste vielmehr eine Art Religionsreform vollzogen werden. Auf welche Weise könnte diese Veränderung in Gang kommen und wer oder was kann sie bewirken? Weil sich Muslime laut Koran als die beste Gemeinschaft auf Erden betrachten, haben sie große innere Barrieren zu überwinden, wenn sie von Nicht-Muslimen lernen sollen. Die Muslime könnten aber bei der Bemühung, ihr kosmologisches Weltbild zu überwinden, mit ihrem eigenen kulturellen Erbe beginnen. In der Philosophie des islamischen Rationalismus des Mittelalters gibt es zahlreiche Anhaltspunkte für eine Bestimmung des Menschen als Sub-[jekt mit eigenem Willen, das auf Gesellschaft und Natur verändernd einwirken kann.]

Im Islam als einem kulturellen System werden in unserer Gegenwart Reformen benötigt, um zwei zentrale Hindernisse bei der Durchsetzung eines Konzepts der Menschenrechte in der Welt des Islam aus dem Wege zu räumen; und zwar geht es um:

Erstens die Zwangsjacke der islamischen Umma: Alle Muslime bilden eine einheitliche Gemeinschaft/ Umma (ohne Opposition), die ein Kollektiv darstellt. Muslime benötigen daher einen Begriff vom Individuum.

Zweitens haben Menschen gegenüber der Umma Pflichten, nicht jedoch Rechte. [...] Also benötigen die Muslime einen Begriff von Rechten als individuelle Berechtigungen.

[Seite 49]

Der Philosoph Jürgen Habermas nennt die Etablierung des »Subjektivitätsprinzips« (vgl. Anm. 6) die größte Leistung der kulturellen Moderne. Dieses Prinzip beinhaltet, daß der Mensch ein Subjekt ist, d.h. ein freies Individuum, das die Welt mittels eigener Fähigkeiten erkennen und verändern kann. Die gesamte Konzeption der Menschenrechte basiert auf diesem Prinzip, ja sie ist ohne diese Grundlage unvorstellbar.

[Seite 51]

Diese Mißstände können - nach meiner Ansicht - ohne eine umfassende kulturelle Aufklärung, die die Gleichstellung von ethnischen und religiösen Gruppen (Minderheiten) mit den mehrheitsbildenden Kollektiven ermöglicht, nicht überwunden werden.


[Seite 53]

Denn wie schon mehrfach betont, können Menschenrechte der Welt des Islam nicht von außen aufgezwungen

[Seite 54]

werden. [...]

Auf welche Weise könnte diese Veränderung in Gang kommen und wer oder was kann sie bewirken? Weil Muslime sich - laut Koran - als khair umma (die beste Umma/Gemeinschaft auf Erden, Koran 3/110) be-

[Seite 55]

trachten, haben sie große innere Barrieren zu überwinden, wenn sie von Nicht-Muslimen lernen sollen. Die Muslime könnten aber bei der Bemühung, ihr kosmologisches Weltbild zu überwinden, mit ihrem eigenen kulturellen Erbe beginnen. In der Philosophie des islamischen Rationalismus des Mittelalters (vgl. Anm. 47) gibt es zahlreiche Anhaltspunkte für eine Bestimmung des Menschen als Subjekt mit eigenem Willen, das auf Gesellschaft und Natur verändernd einwirken kann.

Anmerkungen

Die Quelle ist auf S. 39 in Fn. 127 genannt.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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