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Mra/Fragment 039 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 1-16
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 55 f., Zeilen: 55: 8 ff.; 56: 1 ff.
Wenn Muslime heute bereit wären, diesen klassischen Rationalismus im Islam neu zu beleben, dann hätten sie im eigenen kulturellen Erbe erste Anhaltspunkte für die Realisierung der angesprochenen Voraussetzungen. Neben dieser geistigen Voraussetzung für die Etablierung von Menschenrechten im Sinne der kulturellen Moderne ist eine demokratisch verfasste Gesellschaft eine weitere zentrale Bedingung. Anderenfalls haben wir mit der Schwierigkeit zu kämpfen, dass das von uns vertretene Konzept nicht auf islamischem Boden gewachsen ist und somit dem Vorwurf des „Kulturimports aus dem Westen“ ausgesetzt ist. Die westlichen Staaten aber vertreten im islamischen Orient ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen, nicht jedoch die Belange der Menschenrechte. Menschenrechtsverletzungen werden sehr selektiv nach interessenpolitischen Gesichtspunkten vom Westen beanstandet. Dass in Saudi-Arabien und Kuwait Menschenrechte nicht gelten, stört westliche Politiker eher weniger. Im Irak dagegen beanstandete man ständig Menschenrechtsverletzungen, nicht etwa wegen der besonderen Brutalität, sondern weil Saddam Hussein für den Westen der Feind schlechthin war. Dies wiederum führte bei vielen Muslimen zu der Überzeugung, dass das westliche Menschenrechtskonzept nur ein beliebiges Instrument gegen den Islam ist. Trotz alledem bekannte man sich zur der Islamischen Deklaration der Menschenrechte127, deren Gehalt näher beleuchtet werden soll: [...]

127 Vgl. dazu, Tibi, Im Schatten Allahs, München 1994.

Wenn Muslime heute bereit wären, diesen klassischen Rationalismus im Islam statt der mittelalterlichen Sakraljurisprudenz/Fiqh des zitierten Ibn Taimiyya neu zu beleben, dann hätten sie im eigenen kulturellen Erbe erste Anhaltspunkte für die Realisierung der angesprochenen Voraussetzungen. Neben dieser geistigen Voraussetzung für die Etablierung von Menschenrechten im Sinne der kulturellen Moderne - also die Bestimmung des Menschen als Individuum - ist eine demokratisch verfaßte Gesellschaft eine weitere zentrale Bedingung.

[Seite 56]

Ohnehin haben wir mit der Schwierigkeit zu kämpfen, daß das von uns vertretene Konzept nicht auf islamischem Boden gewachsen ist und somit für Vorwürfe wie den, es sei ein »Import aus dem Westen«, anfällig ist. Die westlichen Staaten aber vertreten im islamischen Orient ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen, nicht jedoch die Belange der Menschenrechte. Menschenrechtsverletzungen werden sehr selektiv nach interessenpolitischen Gesichtspunkten vom Westen beanstandet. Daß in Saudi-Arabien und Kuwait Menschenrechte nicht gelten, stört westliche Politiker wohl kaum; in Irak dagegen beanstandet man Menschenrechtsverletzungen, nicht etwa weil sie besonders brutal sind, sondern weil Saddam Hussein für den Westen der Feind schlechthin ist. [...] Das führt bei vielen Muslimen zu der Überzeugung, daß das westliche Menschenrechtskonzept nur ein Instrument gegen den Islam ist, das ausschließlich dann zur Sprache kommt, wenn westliche Interessen verletzt werden.

Anmerkungen

Der Hinweis auf die Quelle in Fn. 127 bleibt einigermaßen unspezifisch.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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