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Mra/Fragment 080 07

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 80, Zeilen: 7-15, 17-25
Quelle: Tibi 1994
Seite(n): 46, 91, 103, Zeilen: 46: 4 ff.; 91: 20 ff.; 103: 17 ff.
Anstelle der normativ begründbaren Universalität der Menschenrechte357, [sic] fordern streng gläubige Muslime die Universalität ihres Verständnisses von der Scharia, dem göttlichen Recht. Zwei Universalitätsansprüche, die zwangsläufig einander bestreiten. Die erste Frage, die gerade den Komplex Menschenrechte/Islam und seine Relevanz für übergeordnete weltpolitische Zusammenhänge betrifft, bezieht sich darauf, dass Menschenrechte überall und global verletzt werden. Dennoch nehmen islamische Länder insofern einen Sonderstatus ein, als sie sich erst gar nicht zur westlichen Konzeption der Menschenrechte bekennen. So stellt sich auch die Frage, ob es überhaupt möglich ist, eine Akzeptanz verbürgter Menschenrechte zu erreichen.

1. Der individuelle Charakter der Menschenrechte358

Bereits in den politischen Schriften der europäischen Aufklärer, in den britischen (1689) und amerikanischen (1776) “Bill of Rights“ sowie vor allem in der Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte der Französischen Revolution (1789) werden die individuellen Menschenrechte im einzelnen näher erläutert. Sie können mit dem Begriff „Freiheit des Individuums“ zusammengefasst werden; ihre philosophische Grundlage ist das Subjektivitätsprinzip, demzufolge der Mensch ein freies, sich selbst bestimmendes und zur Entfaltung fähiges Subjekt ist. Die europäischen Menschenrechtsdenker haben nicht an „Europa“, sondern an die Menschheit gedacht und damit universelle Geltung für die von ihnen entfalteten Ideen beansprucht.359


357 Vgl. auch: Batzli, Menschenbilder, Menschenrechte: Islam und Okzident, Kulturen im Konflikt, Zürich 1994; Petersohn, Islamisches Menschenrechtsverständnis unter Berücksichtigung der Vorbehalte muslimischer Staaten zu den UN-Menschenrechtsverträgen, Bonn 1999; Schröter, Das Gesetz Allahs: Menschenrechte, Geschlecht, Islam und Christentum, Königstein/Taunus 2007; Krämer, Gottes Staat als Republik: Reflexionen zeitgenössischer Muslime zu Islam, Menschenrechten und Demokratie, Baden-Baden 1999.

358 Fleiner, Was sind Menschenrechte? Zürich 1996; Benedek, Menschenrechte verstehen: Handbuch zur Menschenrechtsbildung, Wien 2009; Gander, Menschenrechte: Philosophische und juristische Positionen, Freiburg 2008; Sandkühler, Menschenwürde als Fundament der Grund- und Menschenrechte, Bremen 2007.

359 Hasse, Menschenrechte: Bilanz und Perspektiven, Baden-Baden 2002; Janz-Risse, Menschenrechte: Globale Dimension eines universellen Anspruchs, Baden-Baden 2007.

[Seite 103]

Es ist deshalb verständlich, wenn die beiden fundamentalistischen Regime in der islamischen Welt, Iran und Sudan, mit Vehemenz die universelle Gültigkeit der Menschenrechte als westliche Vorstellung zurückweisen; anstelle der Universalität der Menschenrechte fordern sie die Universalität ihres Verständnisses von der Scharia: zwei Universalitätsansprüche, die zwangsläufig einander die Geltung bestreiten müssen.

[Seite 46]

Die erste Frage, die gerade den Komplex Menschenrechte/Islam und seine Relevanz für übergeordnete weltpolitische Zusammenhänge betrifft, bezieht sich darauf, daß Menschenrechte überall und global verletzt werden. Dennoch nehmen die islamischen Länder insofern einen Sonderstatus ein, als sie sich erst gar nicht - wie etwa die Staaten Lateinamerikas - verbal zur westlichen Konzeption der Menschenrechte bekennen. Von daher stellt sich zunächst die Frage, ob es überhaupt möglich ist, verbürgte Menschenrechte in die islamische Welt einzuführen.

[Seite 91]

In den politischen Schriften der europäischen Aufklärer, in den britischen (1689) und amerikanischen (1776) »Bills of Rights« sowie vor allem in der Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte der Französischen Revolution (1789) werden die individuellen Menschenrechte im einzelnen näher erläutert: Sie können mit dem Begriff »Freiheit des Individuums« zusammengefaßt werden<sup15</sup>; ihre philosophische Grundlage ist das Subjektivitätsprinzip (Anm. 4), demzufolge der Mensch ein freies, sich selbst bestimmendes und zur Entfaltung fähiges Subjekt ist. Die europäischen Menschenrechtsdenker haben nicht an »Europa«, sondern an die Menschheit gedacht und damit universelle Geltung für die von ihnen entfalteten Ideen beansprucht.


4 Hierzu grundlegend Jürgen Habermas, Der philosophische Diskurs der Moderne, Frankfurt/M. 1985.

15 Richard Pierre Claude und Burns H. Weston (Hg.), Human Rights in the World Community, Philadelphia 1989, S. 12ff.

Anmerkungen

Viele Literaturreferenzen in den Fußnoten - die tatsächliche Quelle bleibt jedoch ungenannt.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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